Ostukrainer haben vom Westen die Schnauze voll

Donetzker Referendum für einen Anschluß an Rußland?

von Niki Vogt (quer-denken)

Wie wir aus der Ukraine erfahren, meldete die Nachrichtenagentur Ostrov in Donetzk  am gestrigen Mittwoch, daß die Anführer der „Donetzker Volksrepublik“ planen, eine Volksabstimmung über ein Verlassen der Ukraine und einen Anschluß an Rußland abzuhalten. Die Volksabstimmung soll innerhalb von zwei bis vier Wochen nach den Lokalwahlen am 18. Oktober durchgeführt werden.

Die Stimmzettel in den Farben der russischen Flagge sollen bereits gedruckt worden sein, berichtet Ostrov. Weder die Anführer der Rebellen, noch die Kiewer Regierung hat bisher einen Kommentar zu der Meldung abgegeben, berichtet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Schon im Juli verkündeten die Anführer der Bewegung für Unabhängigkeit in der Donetzker Region, daß man am 18. Oktober Lokalwahlen abhalten wolle – und zwar ohne eine Einmischung oder Beteiligung aus Kiew. Man wirft Kiew vor, es habe seine Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag von Minsk II nicht erfüllt.

Diese Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, nachdem in den letzten 10 Tagen die Gewalt in der Ostukraine schwer eskaliert ist – nachdem es einige Wochen relativ ruhig gewesen war. Sonntag Nacht wurden elf Personen, darunter 9 Zivilisten getötet. Offiziell ist das seit Anfang Juni der schlimmste Anschlag im Donetzker Gebiet gewesen.
Offiziellen Zahlen der UN zufolge sind mehr als 6.800 Menschen seit dem Beginn der Kampfhandlungen 2014 in der Ostukraine getötet worden und mindestens 17.100 Menschen verwundet worden.

Möglicherweise ist die Verschärfung der Kampfhandlungen im Donbass die Reaktion des Westens bzw. der USA auf die Pläne der Rebellenführer. Vielleicht versucht man noch im letzten Moment, ein Überlaufen des Donbass zu Rußland durch eine Eroberung und Besatzung zu verhindern.

Die Art und Weise, wie die Dinge sich in der Ostukraine entwickeln, erinnert schon sehr an die Vorgänge, wie sie auf der Krim abliefen.

Dort hatte die USA schon eine Besetzung durch US-Truppen geplant, um die Krim daran zu hindern, zurück nach Rußland zu gehen und die Halbinsel am Schwarzen Meer als amerikanischen Flugzeugträger gegen Rußland zu nutzen. Deshalb wurde das Referendum so schnell wie möglich durchgezogen. Putin hatte damals grünes Licht für diese Wiedereingliederung gegeben. Ohne Rußlands Einverständnis wäre die Krim nicht in der Lage gewesen, das durchzuführen. Mit dem Referendum im Donbass ist es genauso. Putin muß hier ebenfalls seine Bereitschaft signalisiert haben, denn ohne eine Schutzmacht Rußland ist das Referendum zwecklos. Nach dem, was wir von unseren Quellen in der Ost-Ukraine hören, haben sich die Menschen dort schon seit Ende 2014 gewünscht, zu Rußland zu kommen, um wieder in Frieden und geschützt leben zu können.

Angenommen, das Referendum würde wirklich abgehalten, braucht man nicht lange zu überlegen, wie es ausgehen würde. Die erbarmungslose Grausamkeit, mit der die Kiewer Regierung die Menschen im Donbass angegriffen und gequält hat – und immer noch Kriegshandlungen gegen die Bevölkerung dort vornimmt – wird ein Ergebnis von über 90% für einen Anschluß an Rußland bewirken. Das ist so gut wie sicher.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, daß die USA die Unabhängigkeit des Donezk-Beckens von der Ukraine schon seit 1959 offiziell anerkannt haben. Die Resolution mit der Bezeichnung „Public Law 86-90“, vom 17. Juli 1959 bezeichnet die Gebiete, in denen heute die Volksrepubliken Donezk und Lugansk und auch Saporischschja (als selbständiges „Kosakenland“) liegen, als unabhängige Gebiete. Diese Resolution bestätigt das Existenzrecht dieser Gebiete.

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Quelle: http://de.sputniknews.com/politik/20150810/303722759.html#ixzz3iP59bFcB

Die USA werden den Ausgang des Referendums dennoch nicht anerkennen und, wie auf der Krim, den Anschluß wieder als eine Annexion und Expansion Rußlands, inbesondere Putins, verkünden und als ungeheure Aggression anprangern. Davon, daß Kiew mit Willen und im Auftrag Washingtons den östlichen Teil der Ukraine auf schlimmste unterdrückt, verwüstet und beschossen hat, wir niemand im Westen sprechen.

Was das aber für Reaktionen im Westen Europas auslösen wird, ist unklar.

Die EU und ihre führenden Politiker, die in der für den ganzen Kontinent lebens- und überlebenswichtigen Ukraine-Frage eine höchst erbärmliche, unkoordinierte und konzeptlose Rolle gespielt haben, im Prinzip als Vasallen der USA vollkommen gegen eigene Interessen, gegen den Frieden, gegen die Lebensinteressen der europäischen Völker handelnd, steht jetzt vor einem gigantischen Scherbenhaufen seiner US-hörigen Politik. Wahrscheinlich ist den EU-Politikern ihr fulminantes Scheitern auch mittlerweile bewußt, denn seltsamerweise schlagen sie angesichts der neuen Gewaltexplosion sehr zurückhaltende Töne an und man hört nichts von Verteufelungen Putins.

Das ist beängstigend. Es bedeutet, daß die Lage außerordentlich ernst wird, und den führenden EU-Politikern klar wird, daß sie Europa in eine verzweifelte Situation manövriert haben, daß die Amerikaner gnadenlos auf das Finale furioso hinsteuern und daß Europa jetzt auf die Großzügigkeit und Klugheit eines Wladimir Putin angewiesen sein könnte. Eines Präsidenten Putin, den sie die ganze Zeit als die Kettenhunde der USA beleidigt, angegiftet und düpiert haben.

Es wird mit Sicherheit ein heißer Herbst in Europa werden.

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Die Kriegsverbrecher in Washington und in Brüssel werden die Volksabstimmung garantiert torpedieren. Wenn sich die Donetzker Volksrepublik Russland anschließen sollte, wären die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine beendet. Das darf aus Sicht der westlichen Mörder nicht sein. BLÖD und andere Hetzmedien werden in den kommenden Tagen den Zündstoff liefern. Ich sehe schon die Schlagzeile in großen Buchstaben:

PUTIN MARSCHIERT IN DIE OSTUKRAINE EIN

Merkel, Juncker, Hollande und alle anderen US-Erfüllungsgehilfen in Europa haben in der Ostpolitik komplett versagt. Sie können nicht mehr zurück. Für Psychopathen nämlich ist es eine Erniedrigung, Fehler zuzugeben.

Jetzt ist Diplomatie gefragt, aber für Kriegstreiber und Psychopathen ist dies ein Fremdwort. Wir können nur hoffen, dass diese Volksabstimmung nicht zur Eskalation führen wird.

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