Offener Brief eines Vollstreckungsbeamten: „Es muss endlich einen Weg zurück zur Vernunft geben“

Ein Vollstreckungsbeamter mit über 20 Jahren Berufserfahrung wendet sich an die Öffentlichkeit. Er spricht davon, wie es seine Arbeit beeinträchtigt, in Sachen Corona nicht offen reden zu können – und wie es ihm immer schwerer fällt, seine Überzeugung mit seiner Berufsausübung in Einklang zu bringen. Der Beamte, dessen Identität der Redaktion bekannt ist und der hier unter Pseudonym schreibt, appelliert: „In der Politik ist ein Einsehen nötig, dass der eingeschlagene Weg ein Irrweg ist.“

HANS LICHTENSTEIN

Ich bin seit 34 Jahren Mitarbeiter einer Landkreisverwaltung, 24 davon als Mitarbeiter der Vollstreckung im Außendienst. Meine Aufgabe ist es, öffentlich-rechtliche Forderungen entsprechend des Verwaltungsvollstreckungsgesetzes beizutreiben. Dies gleicht in etwa dem Job des Gerichtsvollziehers, nur eben nicht im privat-rechlichen Bereich. Ich habe diesen Job – so verrückt es klingt – immer gern gemacht. Die Vollstreckung im öffentlich-rechtlichen Bereich treibt alles bei, was von einer Kommune beziehungsweise einem Landkreis an Gebühren erlassen wird und deren Zahler säumig bleiben. Dies sind Bußgelder, Gebühren für die Müllentsorgung, Kostenbeiträge des Jugendamtes, Rückzahlungen von Sozialleistungen, BAföG und so weiter. Alles Dinge, die keiner gern zahlt. Aber sie sind notwendig, um unser öffentliches Leben am Laufen zu halten.

Mein Kundenkreis setzt sich aus Menschen der unterschiedlichsten Schichten zusammen. Manch einer hat einfach einmal etwas vergessen oder ist in eine momentane finanzielle Schieflage geraten, der nächste…

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Offener Brief eines Vollstreckungsbeamten: „Es muss endlich einen Weg zurück zur Vernunft geben“
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3 Kommentare

  1. „Er habe den ‚Job‘ immer gernd gemacht-“
    Das glaube ich nun gerne: Schliesslich lebt er ja von der Beute, die er hart arbeitenden Menschen als Beguenstugter der Schutzgeldmafia „Staat“ abpresst – ist ja auch viel einfacher, als selbst zu arbeiten. Strassenraub und Schutzgelderpressung ist strukturell nix anderes. Man ahnt auch schnell, auf welche Subjekte ein derartiges „Erwerbsmodell“ eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausuebt.
    Noch zu meinen Bundeswehrzeiten vor fast 40 Jahren hiess es treffend:“Ich kann nix, ich bin nix, gebt mir eine Uniform.“

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