Ob es Ihnen gefällt oder nicht, die Taliban sind die wahre Unabhängigkeitsbewegung Afghanistans

Eric Margolis (antikrieg)

„Oh! Warum kommt ihr triumphierend aus dem Norden, mit Händen, Füßen und Gewand ganz rot? Und was bedeutet der Freudenschrei auf eurer Flucht?“

„Die Schlacht von Naseby“ von Thomas Macaulay

 

Nach 20 Jahren B-52-Flächenbombardierung Afghanistans, mörderischen Drohnenangriffen, 350.000 Marionettensoldaten, 20.000 Söldnern, fast zwei Billionen Dollar an US-Ausgaben, nach der Zerstörung zahlloser afghanischer Dörfer, der Tötung von bis zu einer Million Afghanen, der Ausbreitung des Opiumhandels in ganz Südostasien und Europa und der Förderung von Folterungen in großem Maßstab … sind der von den USA geführte afghanische Marionetten-„Präsident“ und seine drogenhandelnden Kumpane aus dem umkämpften Kabul geflohen wie Diebe in der Nacht.

Die Taliban – genauer gesagt die Islamische Bewegung Afghanistans – wurden von fast allen westlichen Nachrichtenagenturen verleumdet und fälschlicherweise als terroristische Bewegung bezeichnet, die mit dem verstorbenen Osama bin Laden in Verbindung steht. Die unter massiver Propaganda stehenden Amerikaner, Kanadier und Briten (und Europäer, d.Ü.) wurden von dieser Flut von Regierungslügen gegen das paschtunische (pathanische) Volk Afghanistans überschwemmt.

Ich war in den frühen 1990er Jahren mit den neu gegründeten Taliban in Afghanistan. Ich wanderte von einem paschtunischen Dorf zum anderen und trank Tee mit den örtlichen Häuptlingen, den so genannten Maliks. Die Paschtunen behandelten mich wie einen geehrten Gast und willkommenen Besucher. Diese rauen Bergkrieger waren die Nachfahren der Kämpfer, die im vorigen Jahrhundert vier britische Invasionen zurückgeschlagen hatten. Mein Buch ‚War at the Top of the World‘ befasst sich mit dem Beginn unseres Afghanistankrieges.

Die Väter dieser paschtunischen Kämpfer waren die Männer, die die antisowjetischen „Mudschaheddin“ (heilige Krieger) bildeten, die die mächtige Rote Armee der Sowjetunion mit der geheimen Hilfe des US-amerikanischen, britischen und vor allem des pakistanischen Geheimdienstes besiegten. Jeder in Südasien wusste es besser, als sich mit den paschtunischen Afghanen anzulegen, einschließlich ihrer Blutfeinde, der ethnischen Tadschiken, Usbeken und Hazara in Afghanistan.

Ein altes hinduistisches Gebet lautet: „Hüte dich vor dem Giftzahn der Kobra, der Klaue des Tigers und der Rache der Pathan (Paschtunen)“.

Als ich die Stammesgebiete an der pakistanisch-afghanischen Grenze und am Khyber-Pass, der nach Afghanistan führt, besuchte, waren die Taliban gerade gegründet worden. Nach dem überstürzten Abzug der Sowjets verfiel Afghanistan in einen Bürgerkrieg oder in Anarchie. Bewaffnete Banden überfielen Karawanen und vergewaltigten viele afghanische Frauen, vor allem in der paschtunischen Region. Im Islam ist Vergewaltigung ein schweres, nicht hinnehmbares Verbrechen.

Als sich das Chaos ausbreitete, organisierte der einäugige Dorfprediger Mullah Omar, ein verkrüppelter Veteran des antisowjetischen Kampfes, eine Gruppe seiner jungen Religionsschüler, die „Talibs“ genannt wurden, um die Frauen des Dorfes zu schützen und die Karawanen zu verteidigen. Wie mir die verstorbene Benazir Bhutto erzählte, wies sie das pakistanische Innenministerium an, die Talibs zu bewaffnen.





Zu dieser Zeit führten die afghanischen Kommunisten einen Krieg, um die Kontrolle über das Land und vor allem über die üppigen Opiumfelder des Landes zu behalten, die die Anti-Taliban-Nordallianz und die Kommunistische Partei finanzierten. Nachdem die Taliban die tadschikisch-kommunistische Allianz besiegt hatten, ging die Opiumproduktion in Afghanistan um über 90 % zurück. Bis dahin war Afghanistan der weltweit führende Produzent und Exporteur von Opium. Dieses Rauschgift wurde dann mit voller kommunistischer Billigung in die Sowjetunion/Russland, den Iran, nach Zentralasien und weiter nach Nordeuropa exportiert. Die ethnischen Tadschiken Afghanistans, von denen viele kommunistisch dominiert waren, betrieben den größten Teil des Drogenhandels.

Die Taliban zerschlugen den afghanischen Drogenhandel und beendeten einige der Übergriffe auf Frauen. Aber ihre Mitglieder waren meist raue Bergbewohner der alten Schule. Sie behandelten Frauen oft schlecht, wie es üblich war, aber sicherlich weit weniger brutal im Vergleich zu der oft mörderischen Art und Weise, in der Mädchen und Frauen in Indien, einem Verbündeten der USA, oder bei US-Luftangriffen auf afghanische Städte und Dörfer misshandelt oder ermordet wurden.

Das städtische Bildungssystem Afghanistans war stark von der Kommunistischen Partei Afghanistans unterwandert, die die Frauenbildung als Mittel zur Unterwanderung der Regierung nutzte. Ein wichtiger Grund für die ablehnende Haltung der Taliban gegenüber der Frauenbildung war, dass diese als kommunistische Verschwörung angesehen wurde.

Bei den heutigen Taliban handelt es sich um eine jüngere Generation von Bergbewohnern, die besser ausgebildet und weniger engstirnig sind als ihre bäuerlichen Vorgänger. Ich wurde von ihrer Führung zu den Friedensgesprächen in Doha eingeladen. In der Zwischenzeit bleibt zu hoffen, dass nicht die amerikanische Rechte die USA dazu bringt, neue Militäroperationen gegen Afghanistan durchzuführen, um diesen 20-jährigen Konflikt zu verlängern. Sollen die Afghanen doch ihre eigenen ethnischen Probleme ohne Einmischung ihrer Nachbarn lösen. Eine neue Koalitionsregierung, der Nicht-Taliban-Führer wie der ehemalige Präsident Hamid Karsai, Abdullah Abdullah und Gulbuddin Hekmatyar angehören, sollte gefördert und unterstützt werden. Kriegsverbrecher wie der usbekische Warlord Rashid Dostum sollten strafrechtlich verfolgt werden.

Wir müssen aufhören, unsere eigenen Vorstellungen über Afghanistan zu pflegen, aufhören, unsere eigene westliche und kommunistische Propaganda zu glauben und versuchen zu akzeptieren, dass das, was wir bisher sehen, die Befreiung dieses vom Krieg verwüsteten Landes von vier Jahrzehnten erst sowjetischer, dann US-amerikanischer Besatzung ist.

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4 Kommentare

  1. Der Islam ist weltweit auf dem Vormarsch!

    Auch in der BRD, da gibt es schon  hunderte Moscheen, und Millionen "Flüchtlinge"

    warten schon in Nord Afrika auf Zutritt in die EU! 

    Widerstand? 

    Von wem?

  2. Wie toll das sein soll, werden wir wohl im laufe der Zeit noch sehen. Ich erlaube mir hier nicht ein Urteil abzugeben. Ich habe da Bilder im Kopf, wo die Frauen in Kabul in früheren Jahren anders gekleidet waren, als heute.

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