Von Uwe Froschauer (wassersaege)
Vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg war ich noch nicht auf der Welt. Aber mein Großvater väterlicherseits — und der erzählte meinem Vater, und dieser wiederum mir, dass die Stimmung ähnlich geladen war wie heute und die gleichen Dummköpfe wie aktuell die Bevölkerung auf den Krieg einschworen und die Kriegswirtschaft ankurbelten.
Verteidigungsminister — besser: Kriegsminister — Boris Pistorius hatte am 14. Juli ein Interview mit der Financial Times. Warum wohl mit der Financial Times? Sucht er Finanziers für seine wahnsinnigen, bellizistischen, eventuell Deutschland und Europa komplett zerstörenden Vorhaben?
In der Financial Times war unter dem Titel „German defence minister calls on arms makers to deliver“ („Bundesverteidigungsminister fordert Rüstungskonzerne zur Lieferung auf“) zu lesen:
(Teilweise übersetzt mit Google Übersetzer:
„Der deutsche Verteidigungsminister hat die Waffenhersteller aufgefordert, aufzuhören zu klagen und für die Wiederaufrüstung Europas zu liefern. Er forderte eine Produktionssteigerung, um den boomenden Ausgabenplänen seines Landes gerecht zu werden. Boris Pistorius sagte der Financial Times, seine Regierung habe langjährige Bedenken der Industrie bezüglich der Kürzung der neuen Militärausgaben in Höhe von Hunderten Milliarden Euro ausgeräumt. ‚Es gibt keinen Grund mehr, sich zu beschweren‘, sagte Pistorius im FT-Interview. ‚Die Industrie weiß genau, dass sie nun für die Lieferung verantwortlich ist.‘ Die Industriekonzerne müssten ihren Teil der Abmachung einhalten, sagte er, da Europa angesichts des schwindenden Interesses der USA an der Sicherheit des Kontinents versuche, russische Aggressionen abzuwehren.“
Herr Pistorius, mit solchen Aussagen reihen Sie sich in den Kreis derer ein, die vor den letzten Weltkriegen ebenfalls die „Kriegstüchtigkeit“ Deutschlands ankurbelten.
In Deutschland gab es sowohl vor dem Ersten als auch vor dem Zweiten Weltkrieg politische, militärische und wirtschaftliche Akteure, die gezielt auf einen Krieg hinarbeiteten und/oder die Kriegswirtschaft forcierten.
Der preußische Generaloberst und Chef des Großen Generalstabes der deutschen Armee (von 1906 bis 1914), Helmuth von Moltke der Jüngere, beispielsweise war überzeugt, dass ein großer Krieg mit Frankreich und Russland unausweichlich sei. 1912 sagte er:
„Ich halte den Krieg für unvermeidlich, und je früher, desto besser.“
(Quelle: Fritz Fischer, Griff nach der Weltmacht, 1961)
Moltke war verantwortlich für die operative Umsetzung und Weiterentwicklung des Schlieffen-Plans, der auf einen Zweifrontenkrieg gegen Frankreich und Russland ausgelegt war und die logistische und industrielle Vorbereitung — etwa für Bahntransporte, Waffenproduktion und Truppenmobilisierung — erforderte.
Kommt Ihnen das nicht bekannt vor, Herr Pistorius, gehen Sie nicht auch in die gleiche Richtung wie Helmuth von Moltke der Jüngere? Ebenso wie Moltke forcieren Sie in meinen Augen, Herr Pistorius — wie auch Bundeskanzler Friedrich Merz — einen Angriffskrieg, und verstoßen damit gegen Artikel 26 Grundgesetz und gegen die UN-Charta von 1945, die genau solche Kriege, wie Sie und Ihresgleichen sie provozieren, zu verhindern sucht.
Ähnlich wie Moltke arbeiten Sie wie ein Kriegsminister mit der Rüstungsindustrie zusammen und kümmern sich um die Ressourcenmobilisierung in sachlicher, personeller und finanzieller Hinsicht.
Sie sagen zwar nicht, dass der Krieg unausweichlich sei, lassen aber immer mitschwingen, dass dem so wäre, wenn Europa und Deutschland nicht aufrüsten würden. Sie und ich wissen, dass Russland nicht aggressiv ist, sondern die NATO — die bis Ende 2024 von den imperialistischen USA geprägt war — die einen Stellvertreterkrieg in der Ukraine führt.
Die NATO war es, die Russland gen Osten immer weiter auf die Pelle gerückt ist — und nicht umgekehrt. Mit der eventuellen Eingliederung der Ukraine in die NATO war das Maß für die Russen voll. Wer lässt sich schon gerne Raketen direkt vor der Haustür aufstellen?
Auch die Mehrzahl der Bürger wüsste all das, wenn sie sich selbst informieren würde und selbst nachdächte — und nicht auf die bellizistische Propaganda von euch Kriegstreibern hereinfallen würde.
Weiterhin war in dem Artikel der Financial Times zu lesen:
„Berlin strebt an, seine jährlichen Verteidigungsausgaben bis 2029 auf 162 Milliarden Euro zu erhöhen, eine Steigerung von 70 Prozent gegenüber diesem Jahr. ‚Leider kommt es immer noch zu Verzögerungen bei einzelnen Projekten, bei denen alles geklärt scheint, und dann kommt es zu Verzögerungen auf Seiten der Industrie — für die ich dann Rechenschaft ablegen muss‘, sagte Pistorius. ‚Die Industrie muss ihre Kapazitäten hochfahren. Das gilt für Munition, für Drohnen, für Panzer — eigentlich für fast jeden Bereich.‘“
Nein, Herr Pistorius, die Industrie muss ihre Kapazitäten für friedliche Zwecke wieder hochfahren, wofür ihr Politdarsteller die Voraussetzungen in Form von niedrigen Energiekosten und dem Abbau der Bürokratie schaffen müsstet, was ihr anscheinend nicht draufhabt, wie letzte Prognosen zeigen! Deutschland und Europa müssen wieder friedenstüchtig werden, und Kriegstreibern wie Ihnen die Rote Karte zeigen! Sollte das nicht gelingen, wird das Ergebnis dasselbe sein wie nach den letzten beiden Weltkriegen.
Und „Rechenschaft“ müssen Sie insbesondere vor Ihrem Gewissen ablegen, Herr Pistorius — sofern Sie eines haben — und eventuell vor dem „Jüngsten Gericht“. In beiden Fällen werden Sie nicht gut wegkommen. Sie werden in die Geschichte als einer der vielen Kriegstreiber eingehen, die viel Unheil über die Menschheit gebracht haben.
Ich sage Ihnen mal, wie ich das sehe, Herr Pistorius. Die diversen Regierungen der letzten zwei Jahrzehnte haben — über Merkel, Ampel und jetzt GroKo — die Wirtschaft immer weiter gegen die Wand gefahren. Es gibt nun aus Regierungssicht zwei generelle Möglichkeiten, die Wirtschaft zumindest einigermaßen auf Kurs zu halten:
Eine bellizistische: Die Umschaltung auf Kriegswirtschaft nach dem Motto: „Krieg ist der beste Kaufmann. Er macht aus Eisen Gold.“ (Friedrich Schiller)
Übersetzt in die Neuzeit heißt das: Eine Umverteilung der Vermögen von unten nach oben — vom steuerzahlenden Volk in die Taschen der Kriegsprofiteure wie BlackRock, denen auch Friedrich Merz nach wie vor zu dienen scheint und vermutlich auch aus diesem Grund nicht das Gespräch mit Wladimir Putin sucht.
Eine pazifistische: Auf Verhandlungen setzen, Russland die Hand reichen, die nach wie vor ausgestreckt ist, die Sanktionen gegen Russland aufheben, die ausschließlich Europa zugrunde richten und nicht Russland, kostengünstige Energie beziehen, wieder verstärkten Handel mit Russland und auch mit China treiben — und so die Wirtschaft wieder ankurbeln.
Sie, Herr Pistorius, Frau Strack-Zimmermann, Herr Merz, Frau von der Leyen, Herr Kiesewetter, Herr Hofreiter, Herr Wadephul und Konsorten, setzen auf Krieg, und haben sich in meinen Augen zu einem Instrument des Bösen gemacht. Sie zerstören Deutschland — erst wirtschaftlich und dann physisch.
Weiter mit dem letzten Abschnitt des Artikels der Financial Times:
„(…) ‚Ich war immer davon überzeugt, dass man nur aus einer Position der Stärke, nur auf Augenhöhe über Frieden und Entspannung sprechen kann‘, sagte er.“
Das meinten auch Moltke, Hitler und andere vor Ihnen, Herr Pistorius — wohin das geführt hat, sollten Sie wissen. Und dahin wird auch das Engagement von euch Kriegstreibern führen.
Auch das folgende Zitat stammt aus demselben Abschnitt:
„Nicht um jemanden einzuschüchtern, sondern um deutlich zu machen, dass wir wissen, was wir können — wir wollen in Frieden mit Ihnen leben, aber denken Sie nicht, wir seien schwach oder würden uns nicht verteidigen. Das gilt auch heute noch.‘“
Nationen, die zusammenarbeiten, benötigen keine überdimensionale militärische Stärke, die legen Meinungsverschiedenheiten durch Kommunikation und Verhandlungen bei. Nur Holzköpfe mit mangelndem Bewusstsein forcieren „Stärke“. Fünf Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) für Rüstungsausgaben, bei heutigem Stand des nicht größer werden wollenden BIPs wären das circa 225 Milliarden Euro, knapp die Hälfte des Bundeshaushalts — was für ein menschenverachtender, steuerzahlerschröpfender, asozialer Schwachsinn! Bei den hirnverbrannten Bellizisten scheinen Hopfen und Malz verloren zu sein.
Nun zum Schluss des Artikels, der mich besonders entsetzt hat:
„Die diesjährige Einweihung einer ständigen Brigade deutscher Soldaten in Litauen zum Schutz des baltischen Staates — eines von Pistorius’ Vorzeigeprojekten — sei ein starkes Symbol für Deutschlands Engagement in der NATO, fast vier Jahrzehnte nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, sagte er. ‚Die Briten, die Amerikaner und die Franzosen waren in Deutschland, um unsere Ostflanke zu schützen‘, sagte er. „Und heute bilden Litauen, die baltischen Staaten und Polen die Ostflanke, und wir müssen dort unseren Beitrag leisten.‘ Er betonte, dass deutsche Truppen, die aufgrund der Schrecken des Zweiten Weltkriegs jahrelang eine Kultur der militärischen Zurückhaltung pflegten, im Falle eines Angriffs Moskaus auf ein Nato-Mitgliedsland bereit wären, russische Soldaten zu töten. „Wenn Abschreckung nicht funktioniert und Russland angreift, wird es passieren? ‚Ja‘, sagte er. ‚Aber ich würde empfehlen, einfach nach Vilnius zu gehen und mit den Vertretern der deutschen Brigade dort zu sprechen. Sie wissen genau, was ihre Aufgabe ist.‘“
„Ostflanke“, „Kriegstüchtigkeit“ und dergleichen, Herr Pistorius, solche Begriffe gehen für einen Bellizisten doch runter wie Öl, nicht wahr?
Die Zehn Gebote sind Ihnen doch geläufig, Herr Pistorius — oder haben Sie diese ebenso vergessen wie die drei Worte „Nie wieder Krieg!“? Zu Ihrer Erinnerung: „Du sollst nicht töten“ ist eines der Gebote.
Überführte Mörder werden zurecht hart bestraft. Wenn jemand im Krieg einen gegnerischen Soldaten tötet, hat das keine Konsequenzen, im Gegenteil, es wird als Pflicht des Soldaten angesehen.
Durch die vorsätzliche Tötung eines anderen Menschen — gleichgültig, ob im Krieg oder in einer vergleichbaren Situation — macht sich der Täter schuldig, ebenso wie derjenige, der den Befehl dazu gibt. Jede Argumentation, die das Töten im Krieg rechtfertigt, ist eine miese Ausrede.
Es gibt keinen Grund, der das Töten rechtfertigt, sei es im Namen Gottes gegen „Ungläubige“, oder das Töten von „Untermenschen“, wie zum Beispiel Juden und Slawen, die von Nazis als solche bezeichnet und getötet wurden, oder die „Rothäute“ in Nordamerika, die von den eingewanderten Europäern — vornehmlich Engländer und Franzosen — abgeschlachtet wurden, oder sonst irgendeinen schäbigen Grund, der vorgibt, Töten legitimieren zu können.
Mit dieser Aussage, dass deutsche Truppen bereit wären, russische Soldaten zu töten, machen Sie sich zutiefst schuldig, Herr Pistorius, und sind bei mir endgültig unten durch — auch wenn es Sie nicht interessieren wird, wie es insbesondere die Politiker der letzten zwei Generationen nicht interessiert hat, was die deutsche Bevölkerung denkt und will.
Mitstreiter Georg Ohrweh hat sich wieder einmal Gedanken über das Irrenhaus Deutschland gemacht und kam zu folgenden satirischen Schlüssen:
„Selbstzerstörungssequenz eingeleitet?
Die Freiluft-Irrenanstalt bittet zum Tanz oder von Haselnusssträuchern und Glyzinien“
Einschätzung eines erfahrenen, langjährigen Psychiaters im Bekanntenkreis: Im klinischen Sinne sind die verrückt geworden!
Belege dafür vom Kriegsminister:
„Pistorius äußerte sich in einem am Sonntag veröffentlichten Interview für die Financial Times und lobte die Kampfbereitschaft der deutschen Truppen und ihre Entschlossenheit, notfalls auch tödlich gegen russische Truppen vorzugehen.
Pistorius betonte, dass deutsche Soldaten, die jahrelang eine Kultur der militärischen Zurückhaltung als Reaktion auf die Schrecken des Zweiten Weltkriegs gepflegt hätten, bereit wären, im Falle eines Angriffs Moskaus auf einen NATO-Mitgliedstaat russische Soldaten zu töten.”
Und Generalmajor Freuding (mit Freuding bei der Arbeit!):
„Wir brauchen Waffensysteme, die weit (…) in die Tiefe des russischen Raumes reichen, die angreifen können (…). Die ukrainischen Streitkräfte werden (…) bereits Ende dieses Monats die ersten weitreichenden Waffensysteme geliefert bekommen“
Da stockt einem der Atem. Erstmal aber, Entwarnung:
Gleichzeitig schreiten die wehrkraftzersetzenden Aktivitäten unter Nicht-Führung des Reisekanzlers und dessen politischer Erpresser innerhalb der kleinen Episode voran.
Ein Land, das nicht in der Lage ist, die Karola-Brücke in Dresden schon längst wieder aufgebaut zu haben, wird es kaum schaffen, die Straßen und Brücken in ganz Deutschland für die Belastung durch schwere Militärfahrzeuge herzurichten.
Es sei denn, wir holen Herrn Habeck zurück, der bereits die Energiewende so grandios gemeistert hat. Und Frau Baerbock, die wäre dann für die feministischen Militär-Raststätten mit WC-Standort zuständig. Dann könnte was draus werden.
Die Bahn ist nur bedingt einsatzfähig, es sei denn, Draisinen für den Truppentransport gingen schnell in Serienproduktion. Könnte Wolfsburg übernehmen.
Unterbringung in Kasernen: Man könnte die alten Baupläne für die Plattenbauten aus dem Keller holen. Baut auf, baut auf!
Dann braucht es noch Dienststellen, Kommunikation, Logistik. Kein Problem, Deutschland ist ja schon seit vor dem 1. Weltkrieg glasfaserkabel-intervernetzt, die Schlaglöcher sind mit den Funklöchern in ständiger Konkurrenz, die Paketdienste haben Kapazitäten frei, wenn Amazon kurzfristig seine Lieferungen aussetzt, leerstehende Bürogebäude werden vorübergehend enteignet.
Die Gastronomie-Innung könnte Schnellkurse für muslimische Küche anbieten, denn die drei neuen Bürger und Fachkräfte aus dem Morgenland sind ja dann auch wehrpflichtig, sofern sie einen deutschen Pass haben — aber den kriegt man ja heutzutage ganz leicht.
Die Frage ist nur, teilweise aus Kriegsgebieten oder ehemaligen Kriegsgebieten kommend, ob sie für einen Pass für ein fremdes Land schon wieder in den Krieg ziehen wollen. Vielleicht wäre es dann zuhause doch schöner?
Es ist relativ unwahrscheinlich, dass die neu zu errichtenden Kasernen reine Einzelzimmer-Hotels werden. Ansonsten Buden zu zehnt, die aber dann hoffentlich nach Religionen getrennt, sonst gibt’s Ärger.
Gebetsteppiche in Tarnfarben braucht es auch noch. Und Kampfunterbrechungen fürs Gebet. Man muss an alles denken. Hier könnte die Bevölkerung einbezogen werden, indem sie an der Volkshochschule Knüpfen lernt.
Waffen, Munition, Fahrzeuge, Flugzeuge, Panzer – das alles muss ja auch erst mal produziert werden. Gut, Deutschland könnte auf Kriegswirtschaft umstellen, und die armen Rentner könnten sich in Heimarbeit was dazuverdienen, weil Flaschensammeln draußen zu gefährlich werden könnte. Platz in den Lagern und Depots wäre vorhanden, der weitgehende Schrott ist ja in der Ukraine entsorgt worden. Bitte aber keine Leopards produzieren, die taugen nicht für einen Russlandfeldzug, wie sich in der Ukraine herausgestellt hat.
Dann braucht Deutschland auch noch ein Highlight, etwas wie Oreschnik. Haselnussstrauch kann man das nicht nennen, der Name ist ja schon vergeben. Wie wäre es mit Glyzinien, die hängen ja auch immer so schön herunter. Wie heißt Glyzinie auf Russisch?
Hab ich was vergessen? Ach ja, Menschen braucht es ja auch noch. Ein paar wird es schon geben, die denken, Krieg ist genauso wie die Ballerspiele auf dem Computer. Die werden wahrscheinlich erst merken, dass es einen winzigen Unterschied gibt, wenn ihnen eine Hand für die Tastatur fehlt.
Welche sonstigen spannenden Abenteuer der Krieg noch zu bieten hat, hat Patrick Baab in seinem Gedicht „Zieh in den Krieg!“ sehr veranschaulichend dargestellt.
Mit einem Vorwort von Uwe Froschauer, zu finden hier.
Und Thorben heult gleich, wenn er nicht seinen Mate-Tee bekommt. Kaffee bitte nur mit Hafermilch. Und was machen wir mit den Allergikern? Gut, ich muss still sein, ich habe auch eine Allergie — gegen Waffen. Dann noch die Vegetarier, die Veganer, die mit Rücken, die, die das Geschlecht erst vor kurzem gewechselt haben. Bekommen die eine männliche und weibliche Grundausstattung, falls sie es sich kurzfristig anders überlegen? Was, wenn die plötzlich mitten im Krieg feststellen, dass sie lieber dagegen sind? Können die dann auch nur einmal im Jahr ihre Einstellung wechseln?
Und geht in der Bundeswehr auch Homeoffice? Nein? Wenigstens Gleitzeit? Auch nicht?
Sicher habe ich die Hälfte vergessen, bin ja kein Militärexperte. Aber ich denke, das reicht schon, um klarzumachen: Das wird nix! Und das ist gut so.
Also lasst den Generalmajor und den Kriegsminister ruhig weiter frei herumlaufen, ist ja ohnehin eine Freiluft-Irrenanstalt.
Spätestens, wenn in Schrobenhausen, Ramstein, Garmisch-Partenkirchen und sonst wo noch (das sind keine Staatsgeheimnisse, die Russen wissen ohnehin Bescheid, wo was ist), den Zusammenschraub-Abteilungen für die von den USA gelieferten Abwehrraketen und den Produktionsstätten für den „Stier aller Stiere“ die Decke auf den Kopf fällt, wird Deutschland zusammenzucken und sich daran erinnern, dass Russland ja auch eine Atommacht ist, ach jaaa!
Herr Pistorius, Herr Freuding, Herr Kiesewetter, Herr Hofreiter, Frau Strack-Zimmermann und wie sie alle heißen, werden dann sagen: Siehste, hab ich euch doch immer gesagt, der Russe wird uns angreifen. Doch dann hat auch noch der letzte Silberfisch in der Dusche längst verstanden, dass das alles gar nicht nötig gewesen wäre, wenn der Reisekanzler nicht „Alle Möglichkeiten der Diplomatie sind ausgeschöpft“ mit „Lieber 100 Tage umsonst reden, als einen Tag schießen“ verwechselt hätte. Kann ja mal passieren.
Wir alle haben ja noch die Bilder von Deutschland im 1. und 2. Weltkrieg im Kopf, außer natürlich die Politiker.
Die Technik ist inzwischen so weit vorangeschritten, dass, wenn es zu einem Feuerwerk außerhalb Silvester kommt, ganz gezielte, punktuelle Ziele angegriffen werden, und in gewisser Entfernung (hoffentlich ist man dann da), kann es sein, dass man rein äußerlich gar nichts davon merkt. Das wäre dann der russischen Technologie zu verdanken, die dank ihres Fortschritts durch Oreschnik zuerst auf atombeladene Sprengköpfe sicher verzichten wird.
Die Wirtschaft kommt ein wenig durcheinander, Lebensmittel könnten knapp werden, und an die Gefahr von regionalen Stromausfällen und Blackouts konnten wir uns ja bereits in Friedenszeiten etwas gewöhnen.
Deutschland bringt es immer wieder fertig, einen neuen Irren aus dem Hut zu zaubern. Die Vernunft hat Heimaturlaub (aber wo ist das?).
Wahrscheinlich muss es erst einmal kurz knallen, dann wacht die tiefkomatöse Nation auf, und erst dann fängt man an, gescheit miteinander zu reden, sich zu respektieren, auf die Interessen des jeweils anderen einzugehen und nach einem friedlichen Miteinander zu suchen.
Die derzeitigen Universal-Dilettanten haben nichts mehr zu sagen, und die Gescheiten, die es nicht zu wenig gibt, die sind nur noch nicht da, wo sie sein sollten. Sie zeigen, dass es noch ein Leben außerhalb des Sandkastens gibt und man sich auch anders einigen kann, als sich gegenseitig das Förmchen und dann das Uran-Schippchen auf den Kopf zu hauen.
Meine ich das nur, oder haben vierjährige Kinder schon mehr Grips in der Birne, als diejenigen, die offensichtlich bis heute nicht aus der Spätpupertät herausgekommen sind?
„Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.“
Danke, Georg Ohrweh, für deine amüsanten und gleichzeitig nachdenklich machenden Gedanken.
Am Ende dieses Beitrags möchte ich Ihnen die 4. Strophe des Liedes „Das Narrenschiff“ von Reinhard Mey mit auf den Weg geben (https://genius.com/Reinhard-mey-das-narrenschiff-lyrics):
*„Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier
Er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir
Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg
Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten
Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht
Sie ziehen wie Lemminge in willenlosen Horden
Es ist, als hätten alle den Verstand verloren
Sich zum Niedergang und zum Verfall verschworen
Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.“Chorus:
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken
Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff
Es ist meines Erachtens mehr als lohnenswert, sich diesen Song anzuhören.
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Natürlich finde ich sehr verdienstvoll, daß Herr Froschauer den echten Kriegshetzer SPD-Pistorius geiselt. Allerdings ist es falsch, daß er den Helmuth von Moltke als Kriegshetzer des Ersten Weltkriegs darstellt, ob er ihn vorsätzlich wissentlich falsch darstellt oder aus historischer Unkenntnis sei dahin gestellt.
Wenn er gesagt haben soll: „Ich halte den Krieg für unvermeidlich, und je früher, desto besser.“ Dann hat das jeder vor dem Ersten Weltkrieg sagen können. Namentlich hat der britische Premierminister Grey alles getan, um die potentiellen Kriegsgegner des Deutschen Reichs zu einigen, indem er gegen alle heuchlerischen Grundsätze des perfiden Albion den Russen gestattte Persien 1912 zu überfallen.
Daß Moltke mit der Rüstungsindustrie zusammengearbeitet haben sollte, außer wie es sich für einen hohen Militär gehört, kann Herr Froschauer keinen Beweis liefern.
Moltke gehörte zum theosophischen Milieu um Rudolf Steiner, was einen knllharten Militär, der aus der Hüfte schießt, ausschließt.
https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1524/mgzs.2003.62.2.423/html?srsltid=AfmBOoq1m3ThoH52cd74gkx7TJ9Vjw_C-YfI57nhqtQST6NLdAWHlKMA
„Der Generalstabschef Helmuth von Moltke d. J. und das theosophische Milieu um Rudolf Steiner.“
Jedenfralls hatte Moltke einen Nervenzusammenbruch als klar wurde, daß das perfide Albion nicht neutral bleibt, sondern in den Krieg gegen uns einsteigt. Er war der Aufgabe im Unterschied zu seinem Onkel nicht gewachsen und trat am 14.09.1914 als Generalstabschef zurück.
Reichskanzler Bülow, III, S. 171 ff.
https://www.zvab.com/servlet/SearchResults?an=B%FClow&cm_sp=SearchF-_-home-_-Results&ref_=search_f_hp&sts=t&tn=Denkw%FCrdigkeiten
Man erfährt von Bülow in seinen Erinnerungen die totale Kopflosigkeit der deutschen Führung vor dem Ersten Weltkrieg, wie es die zionistische Clique um Friedrich Merz auch erweckt!
„Wedel wies auch schon im August 1914 darauf hin, daß die Entente, die das Meer beherrsche, bessere Möglichkeiten habe, sich zu verproviantieren, als das dicht bevölkerte und auf eine erhebliche Nahrungsmitteleinfuhr angewiesene Deutschland. Die Entente besitze für die Vermehrung und Ergänzung ihrer Heere und ihres Kriegsbedarfs größere und ergiebigere Quellen als Mitteleuropa. Wedel, und ich teilte diese seine Auffassung, glaubte nicht wie Bethmann Hollweg, daß der Krieg nicht lange dauern, daß der nunmehr ausgebrochene Weltkrieg nur „ein kurzes Gewitter“ sein würde. Wir fragten uns beide, ob der auf große Warenimporte eingerichtete Bau der deutschen Volkswirtschaft einer langen Kriegsdauer widerstehen würde. Ich gab der Besorgnis Ausdruck, daß bei der Unbeholfenheit und gleichzeitigen Schwäche unserer politisch-diplomatischen Leitung Italien, Rumänien und schließlich sogar die Vereinigten Staaten sich unseren Gegnern anschließen würden. Wedel bedauerte auch, daß in so ernster Zeit zwischen Diplomatie und Generalstab die enge Fühlung, die ich wie mit Schlieffen so auch mit Moltke unterhalten hätte, nicht mehr bestände. Das Verhältnis zwischen Bethmann Hollweg und Moltke sei mehr als kühl. Beide seien empfindliche Naturen und schlössen sich mehr als gut voneinander ab.
Während seiner Unterredungen mit dem Generalstabschef (Moltke) hatte Wedel mit Besorgnis wahrgenommen, daß dessen Gesundheitszustand nicht der beste war. Moltke hatte ihm erzählt, daß er einen schweren Ohnmachtsanfall erlitten habe infolge eines politischen “Mißverständnisses“, das allerdings die Kopflosigkeit und das ganze Durcheinander unserer damaligen Leitung in wahrhaft erschreckender Weise zutage treten ließ. Am 1. August, also einen Tag nach Verhängung des „Zustandes drohender Kriegsgefahr“ über Deutschland, wenige Stunden vor der Erklärung der endgültigen Mobilmachung, war ein Telegramm des deutschen Botschafters in Londen eingetroffen. Fürst Lichnowsky hatte in diesem Telegramm gemeldet, England sei bereit, die Neutralität Frankreichs zu garantieren, wenn letzteres nicht von Deutschland angegriffen würde. Diese Meldung war von Kaiser Wilhelm wie vom Kanzler Bethmann nicht nur mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung, sondern mit fast jubelnder Freude aufgenommen worden, die ebenso für beider Friedensliebe wie für ihre politische Ahnungslosigkeit sprach. Der Kaiser ließ sogleich den Chef des Generalstabs kommen und befahl ihm, den Aufmarsch gegen Frankreich zu stoppen; die ganze Armee solle sofort die Front gegen Rußland nehmen. Als Moltke darauf hinwies, daß durch diesen Eingriff völlige, heillose Unordnung mit unberechenbaren Konsequenzen hervorgerufen und die ganze Mobil machung gestört werden würde, wurde er vom Kaiser hart angelassen, der einen seiner Flügeladjutanten anwies, der bereits auf Luxemburg mar-schierenden sechzehnten Division den direkten Befehl Seiner Majestät zu übermitteln, augenblicklich haltzumachen. In Übereinstimmung mit Bethmann, der triumphierend ausrief, er habe sich also doch nicht in den Engländern getäuscht, richtete der Kaiser ein Telegramm an den König Georg von England, in dem er den englischen Vorschlag mit Freude und Dank annahm. Wenn England sich mit seinen Streitkräften für die Neutralität Frankreichs einsetze, übernehme er, Kaiser Wilhelm, die Verppflichtung, die französische Grenze bis zum 3. (August), abends 7 Uhr, nicht zu überschreiten. In der Nacht vom 1. zum 2. August traf beim Kaiser die Antwort seines Vetters, des Königs von England, ein. König Georg erklärte, daß er die Vorschläge des Kaisers überhaupt nicht verstünde; es könne sich nur um ein grobes Mißverständnis des deutschen Botschafters handeln.
In der Tat hatte Fürst Lichnowsky eine telephonische Mitteilung aus dem F oreign Office nicht richtig verstanden. Statt nun, wie es das ABC des diplomatischen Handwerks gebot, so rasch wie möglich Sir Edward Grey aufzusuchen, um sich Gewißheit zu verschaffen, hatte der durch die Krisis der letzten Tage völlig demoralisierte Botschafter ohne weiteres das vermeintliche Neutralitätsangebot Englands nach Berlin gemeldet. Der Kaiser, der, als die Antwort des Königs Georg in Berlin eintraf, schon im Bette lag, wurde mit dem betrüblichen Telegramm seines Vetters durch seinen Leibjäger, den trefflichen Schulz, aus dem ersten Schlummer geweckt. Er ließ sogleich Moltke kommen, empfing ihn in Unterhosen und sagte ihm, daß es mit dem englischen Neutralitätsanerbieten leider nichts sei, die Mobilmachung müsse ihren Fortgang nehmen. Moltke versicherte dem Fürsten Wedel, daß die durch dieses kaum glaubliche Quidproquo hervorgerufene Erschütterung ihm den Lebensnerv durchschnitten habe. Er habe plötzlich die Empfindung gehabt, vor einem Abgrund zu stehen. Er habe das Gefühl, damals einen Schlagfluß erlitten zu haben. Gewiß eine Übertreibung, aber ein Zeichen, daß der arme Moltke physisch und psychisch ein schwerkranker Mann war.“
Habt Mitleid mit den armseligen Kriegstreiberkreaturen. Ihnen ist ihr „Über-Ich“ (S. Freud) abhanden gekommen. Das „Über-Ich“ repräsentiert die Moral, das Gewissen und gesellschaftliche Normen.
Ergo: Sie gehören unbedingt auf die Couch, oder sicherheitshalber, um die Gesellschaft zu beschützen, sofort in Gewahrsam.
Nun, daa Über-ich scheint mittlerweile austauschbar, bis hin zu Teddywerfern und allgemein dessen, was man als political correctness einzuordnen versucht. Was also bestimmt heute was? Die Absichten das Über-ich! Vermutlich war es so schon immer so, nur, der schnellebige Wandel dessen, was zu gelten habe, wie mit was umzugehen sei, er überfordert. Es gibt nur noch Beeinflußung und Manipulation „zu“.
Ich möchte nicht zu Freuds Zeit gelebt haben. Es wäre mir zu engstirnig gewesen. Allerdings, die Freiheit heute läßt einem ebenso wenig Freiraum! Es liegt also nicht an Erkenntnis, sondern nach wie vor, an den dahinterstehenden Absichten.
Welche Betrachtung hat dies je zum Ausdruck gebracht? Es wurde immer nur beschrieben, warum und weshalb. Vielleicht, weil gewisse Absichten stärker waren?