Neue Perversionen der Volksbewirtschaftung

Neue Perversionen der Volksbewirtschaftungvon Egon W. Kreutzer

Die Sozialversicherungspflicht entwickelt sich immer mehr zur Sondersteuer für alle, denen es nicht gelungen ist, der Versicherungspflicht zu entrinnen.

Noch gewähren die Renten- und Krankenversicherung den Versicherten gewisse Leistungen, doch ein durchaus beachtlicher Teil der Einzahlungen der Versicherten wird verwendet, um Leistungen für Nichtversicherte zu erbringen. Bei der Rentenversicherung liegt eine Verfassungsklage zur Zweckentfremdung von 240 Milliarden Euro auf dem Tisch. Im Bereich der Krankenversicherung klagen die Versicherungen selbst, weil jährlich 10 Milliarden staatlich zweckentfremdet werden.

Das ist seit vielen Jahren bekannt. Auch ich habe die Thematik seit über 20 Jahren immer wieder einmal angesprochen. Die Aufregung darüber hielt sich jedoch in Grenzen. Es ist ja immer noch irgendwie „jutjejangen“.

Nun aber kracht es im Gebälk.

Es kracht so sehr, dass in Frankreich oder Italien schon längst Zigtausende auf den Barrikaden wären.

Es ist bekannt, dass Millionen von Menschen, die nie in die deutschen Sozialsysteme eingezahlt haben, aus durchaus nachvollziehbaren humanitären Gründen die Leistungen des deutschen Gesundheitswesens kostenlos in Anspruch nehmen können.

Es bedarf keines Doktorgrades in Mathematik, um nachvollziehen zu können, dass das von den Versicherten eingesammelte Geld zwar für deren Behandlungen ausreichen würde, aber eben nicht für die Behandlung von Kriegsflüchtlingen, Armutsmigranten, anerkannten Asylbewerbern und ausreisepflichtigen Ausländern.

Nun mag es ja sein, dass alle Deutschen durchaus dafür sind, dass jeder, der in diesem Lande in Not gerät, die notwendige Hilfe erhalten soll, und dies erst recht, wenn jemand krank ist und ärztlicher Hilfe bedarf. Es mag sogar sein, dass alle Deutschen durchaus dafür sind, dass jedem dieser Hilfebedürftigen im gleichen Umfang und in gleicher Qualität ärztliche Leistungen zustehen sollen, wie den deutschen Pflichtversicherten auch.

Es sollte dann aber doch wohl auch so sein, dass alle Deutschen für diese Leistungen gleichermaßen aufkommen. Da schleichen sich zunächst einmal alle Privatversicherten klammheimlich davon. Die müssen sich nicht beteiligen, weil sie beim Wechsel in die Private Krankenversicherung nachgewiesen haben, so viel mehr als das gemeine Volk zu verdienen, dass man sie nicht mehr – wie Hinz und Kunz – in die Versicherungspflicht einbeziehen kann. Dann gehen die Beamten von der Fahne. Beamte sind, ganz unabhängig vom Verdienst, von der Pflichtversicherung befreit. Wer will und die Voraussetzungen erfüllt, kann jedoch freiwillig in die GKV einzahlen. Daneben gibt es noch eine Reihe von Versorgungswerken für bestimmte Berufsgruppen, wie Äzte oder Architekten, die sich auch mit einem schlanken Fuß von der Alimentierung nicht erwerbstätiger Zuwanderer befreit haben.

Gut, ein bisschen tragen sie doch bei, nämlich über den steuerfinanzierten Bundeszuschuss, der aber eben nur einen Teil der Mehrkosten abdeckt. Den Rest müssen die Versicherten der GKV alleine aufbringen.

Nun melden die Kassen wieder einmal Land unter. Das Geld reicht hinten und vorne nicht mehr.

Da ist die Bundesregierung tief in der Klemme.

Den Bundeszuschuss erhöhen kann man nicht, weil der Bund trotz gigantischer Sondervermögen schon nicht mehr in der Lage ist, seine regulären Haushaltslöcher zu stopfen. Die Damen und Herren Regierenden sind überzeugt, es sei absolut alternativlos, weiter mehr Geld auszugeben als hereinkommt, obwohl schon jetzt deutlich erkennbar ist, dass die Zinslasten kommender Jahre in ein haushaltspolitisches Fiasko führen werden.

Die Beitragssätze erhöhen kann man nicht, weil dies eben nicht nur die Netto-Einkommen der Pflichtversicherten senkt, sondern auch die Gewinne der Wirtschaft, die ja immer noch einen Teil des Beitragsaufkommens als gesonderten Posten innerhalb der Personalkosten aufzubringen hat. In Zeiten wie dieser sind der Wirtschaft zusätzliche Belastungen aber nicht zuzumuten.

Die Versicherungspflicht ausweiten auf eine echte Bürgerversicherung, in die alle einzahlen, kann man nicht, weil die Angst vor den politischen Folgen einfach viel zu groß ist.

Nun wird eine Lösung diskutiert, die – auf den Punkt gebracht – so lautet:

Die Kosten der Heilbehandlung
nicht erwerbstätiger Zuwanderer

sind von den bisher kostenlos
mitversicherten Ehefrauen der
erwerbstätigen Versicherten zu tragen.

Es ist nicht das ominöse, gesichtslose, unersättliche Monster „Staat“, das solche Ideen hervorbringt. Es sind namentlich benennbare Politiker, die nach dem Motto: „Viel hilft viel!“, auf die schon bestehenden Ungerechtigkeiten immer noch eine neue draufsetzen wollen.

Die Beitragskalkulation der gesetzlichen Krankenversicherung ist so gestaltet, dass die Kosten der mitversicherten Personen in den Beiträgen der Beitragszahler berücksichtigt sind. Da war und ist niemand „kostenlos“ versichert. Dies nun zu unterstellen ist eine infame Verdrehung der Fakten.

Die Erhebung eines Pauschalbeitrages für mitversicherte Personen müsste zu gleich die Senkung der Beiträge der Versicherten mit sich bringen. Davon habe ich noch nichts gelesen. Es würde ja auch keinen Sinn ergeben. Es geht ja nicht darum, irgendwie Gerechtigkeit unter den Beitragszahlern herzustellen, sondern nur darum mehr Geld einzusammeln, um die von der Politik aufgerissenen Löcher zu stopfen. Und selbst wenn man verschämt die Beitragssätze etwas senken sollte, dann doch nie in dem Umfang, indem zusätzliches Geld eingesammelt wird. Dann könnte man es nämlich gleich lassen.

Weil das der Scharlatanerie noch nicht genug ist, will man die Lohnsteuer auf niedrige Einkommen (von bis zu monatlich 3.000 Euro ist die Rede) senken. Der einfachste Weg dazu wäre die Anhebung der Freibeträge. Ich weiß nicht, ob dieser Weg gegangen werden soll. Falls ja, wäre das wieder ein Vernebeln der tatsächlichen Wirkung. Freibeträge wirken nämlich auf alle Einkommen, aber eben nicht in gleicher Weise. Wer wenig verdient wird bestenfalls um die Hälfte dessen entlastet, was ein Spitzenverdiener an Steuern spart. Aber selbst wenn diesmal an der Staffelung der Steuersätze gedreht werden sollte und wirklich nur die Einkommen bis 3.000 Euro entlastet werden – was dabei herauskommt, soll den Leuten gleich wieder abgenommen werden, weil die Mehrwertsteuer von 19 auf 21 Prozent angehoben werden soll.

Spielen Sie das mit dem Brutto-Netto-Rechner einfach einmal durch. Sollten Einkommen bis 3.000 Euro brutto vollständig steuerfrei bleiben, wirkt sich das für den Verheirateten mit Steuerklasse 3 mit ungefähr 35 Euro Entlastung aus, für den Alleinstehenden mit Steuerklasse 1 wären es fast 300 Euro pro Monat mehr. Nach MwSt.-Erhöhung bliebe dem Verheirateten (besonderer Schutz von Ehe und Famillie) faktisch nichts übrig. Die bisher stark geplünderten Alleinstehenden könnten etwa 250 Euro mehr ausgeben. Letzteres werden die politisch Verantwortlichen zu vermeiden wissen. Wetten?

Dass man in Zeiten massiv gestiegener Energiekosten keine wirkliche steuerliche Entlastung plant, die wirklich allen zugute käme, sondern stattdessen auch noch die Mehrwertsteuer anheben will, erinnert mich an das Thema „Übergewinnsteuer“.

Den maximalen Übergewinn aus den gestiegenen Preisen für Heizöl, Diesel, Benzin, Gas und Strom erzielt doch der Finanzminister, dessen Mehrwertsteuereinnahmen mit jeder Preiserhöhung nur noch kräftiger sprudeln. Jedenfalls so lange, wie die schrumpfende Kaufkraft noch in mehrwerststeuerpflichtige Waren und Dienstleistungen umgelenkt werden kann und noch Kredite aufgenommen und Sparguthaben geplündert werden können.

Meines Erachtens nähern wir uns hier allerdings einem grotesken Kipppunkt, einem Finale furioso, von dem an jede weitere Steuererhöhung nur noch zum Schrumpfen der Wirtschaftsleistung und damit zum Sinken der Steuereinnahmen führen wird.

Glücklicherweise sind wir aber ein reiches Land und können es uns leisten, für Waschen, Legen, Föhnen des Resthaarbestandes unseres Bundeskanzlers monatlich etwa 4.000 Euro aus der Staatskasse zu entnehmen.

Ich habe ein paar Haare mehr auf dem Kopf, deren professionelle Pflege aber, umgerechnet auf den Monat, nur 20 Euro kostet. Das zahle ich übrigens aus meinem versteuerten Einkommen. Sollten die Preise allerdings auch bei meinem Friseur um das Zweihundertfache steigen, werde ich bei irgendeinem Amt die Kostenübernahme beantragen. Gleiches Recht für alle!


4.000 Euro?

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1 Kommentar

  1. Der Staat ist pleite und bereichert sich deswegen immer mehr an der schrumpfenden arbeitenden Bevölkerung, wobei er seinem Rückgrat, den Beamten, weiter ungeheure Privilegien zukommen läßt. Die Beamten können sich mittels der Beihilfe und einer privaten Krankenversicherung (PKV), die die Restkosten abdeckt (sog. Restkostenversicherung), immer erste Klasse behandeln lassen, während ich als gesetzlich Versicherter schon von einem Kardiologen in Frankfurt, Dr. Michael Nist, abgelehnt wurde, weil er überfüllt ist, und ich vermutlich ein Vierteljahr warten müßte, um überhaupt irgendwo angenommen zu werden. Vermutlich werden in Zukunft nur Beamten überhaupt was verereben können; denn da die Kärrnerarbeiter als Rente nur halb soviel bekommen wie Beamte als Pension, müssen sie zur Finanzierung der sündhaft teuren Altersheime ihre Häuser verkaufen.

    Für die Kärrnerarbeiter hat die Politik das Motto ausgegeben: „Geben ist seliger als nehmen“ (Apostelgeschichte 20,35), was besagt, daß Großzügigkeit und Teilen glücklicher machen als Habenwollen.

    https://www.bibleserver.com/de/verse/Apostelgeschichte20,35

    Häufig brechen Staaten auseinander, wenn sich die Führung finanziell übernimmt. Das kommt vermutlich auf die überschuldeten USA zu, aber auch bei uns, die wir genauso überschuldet sind. Bei uns vermute ich, daß die SPD-geführten Staaten wie Niedersachsen, Bremen; Hamburg einmal einen überwiegend muslimischen eigenen Staat bilden werden, weil der „Freistaat“ Bayern diese mit dem Finanzausgleich nicht mehr finanzieren will.

    Da fällt mir ein gutes Beispiel aus dem Alten Testament ein. Der auf David folgende König Salomon hatte zuviel Geld ausgegeben für seine vielen Frauen und für den Bau des Tempels in Jerusalem. Sein Sohn Rehabeam, der ihn folgte, fand zerrüttete Staatsfinanzen vor, und als er die Steuern noch weiter steigern wollte, brach das Land Israel auseinander in zwei verschiedene Staaten: Israel und Juda. So kann es uns auch gehen, wenn die Steuern weiter steigen, auch durch eine wahnsinnige Energiepolitik der Regierung!

    https://de.wikipedia.org/wiki/Rehabeam

    https://www.bibleserver.com/LUT/1.K%C3%B6nige11

    „1 Aber der König Salomo liebte viele ausländische Frauen: die Tochter des Pharao und moabitische, ammonitische, edomitische, sidonische und hetitische – 2 aus solchen Völkern, von denen der HERR den Israeliten gesagt hatte: Geht nicht zu ihnen und lasst sie nicht zu euch kommen; sie werden gewiss eure Herzen ihren Göttern zuneigen. An diesen hing Salomo mit Liebe. 3 Und er hatte siebenhundert Hauptfrauen und dreihundert Nebenfrauen; und seine Frauen verleiteten sein Herz.“

    „42 Die Zeit aber, die Salomo König war zu Jerusalem über ganz Israel, ist vierzig Jahre. 43 Und Salomo legte sich zu seinen Vätern und wurde begraben in der Stadt Davids, seines Vaters. Und sein Sohn Rehabeam wurde König an seiner statt.“

    https://www.bibleserver.com/LUT/1.K%C3%B6nige12

    Israel trennt sich vom Hause David

    1 Und Rehabeam zog nach Sichem, denn ganz Israel war nach Sichem gekommen, um ihn zum König zu machen. 2 Und Jerobeam, der Sohn Nebats, hörte das, als er noch in Ägypten war, wohin er vor dem König Salomo geflohen war, und kehrte aus Ägypten zurück. 3 Und sie sandten hin und ließen ihn rufen. Und Jerobeam und die ganze Gemeinde Israel kamen und redeten mit Rehabeam und sprachen: 4 Dein Vater hat unser Joch zu hart gemacht. Mache du nun den harten Dienst und das schwere Joch leichter, das er uns aufgelegt hat, so wollen wir dir untertan sein. 5 Er aber sprach zu ihnen: Geht hin bis zum dritten Tag, dann kommt wieder zu mir. Und das Volk ging hin. 6 Und der König Rehabeam hielt einen Rat mit den Ältesten, die vor seinem Vater Salomo gestanden hatten, als er noch lebte, und sprach: Wie ratet ihr, dass wir diesem Volk Antwort geben? 7 Sie sprachen zu ihm: Wirst du heute diesem Volk einen Dienst tun und ihnen zu Willen sein und sie erhören und ihnen gute Worte geben, so werden sie dir untertan sein dein Leben lang. 8 Aber er verwarf den Rat der Ältesten, den sie ihm gegeben hatten, und hielt einen Rat mit den Jüngeren, die mit ihm aufgewachsen waren und vor ihm standen. 9 Und er sprach zu ihnen: Was ratet ihr, dass wir antworten diesem Volk, das zu mir gesagt hat: Mache das Joch leichter, das dein Vater auf uns gelegt hat? 10 Und die Jüngeren, die mit ihm aufgewachsen waren, sprachen zu ihm: Du sollst zu dem Volk, das zu dir sagt: »Dein Vater hat unser Joch zu schwer gemacht; mache du es uns leichter«, so sagen: Mein kleiner Finger ist dicker als meines Vaters Lenden. 11 Nun, mein Vater hat auf euch ein schweres Joch gelegt, ich aber will’s euch noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich will euch mit Skorpionen züchtigen. 12 Als nun Jerobeam und das ganze Volk zu Rehabeam kamen am dritten Tage, wie der König gesagt hatte: Kommt wieder zu mir am dritten Tage, 13 da gab der König dem Volk eine harte Antwort und verwarf den Rat, den ihm die Ältesten gegeben hatten, 14 und redete mit ihnen nach dem Rat der Jüngeren und sprach: Mein Vater hat euer Joch schwer gemacht, ich aber will’s euch noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich aber will euch mit Skorpionen züchtigen. 15 So hörte der König nicht auf das Volk; denn so war es bestimmt von dem HERRN, auf dass er sein Wort wahr machte, das er durch Ahija von Silo geredet hatte zu Jerobeam, dem Sohn Nebats. 16 Als aber ganz Israel sah, dass der König sie nicht hören wollte, gab das Volk dem König Antwort und sprach: Was haben wir für Teil an David oder Erbe am Sohn Isais? Auf zu deinen Zelten, Israel! So sorge nun du für dein Haus, David! – Da ging Israel zu seinen Zelten, 17 sodass Rehabeam nur über die Israeliten regierte, die in den Städten Judas wohnten. 18 Und als der König Rehabeam den Fronvogt Adoniram hinsandte, warf ihn ganz Israel mit Steinen zu Tode. Aber der König Rehabeam stieg eilends auf einen Wagen und floh nach Jerusalem. 19 Also fiel Israel ab vom Hause David bis auf diesen Tag. 

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