Mit Gott und den Faschisten

“Wir haben Herrn Hitler engagiert”, sagte der päpstliche Vertrauensmann, Agent des Vatikans und gleichzeitig Hitlers bester Diplomat und spätere Hitler-Vize Franz von Papen. Hitler wurde vom Vatikan finanziert, um die Welt für den Katholizismus zu erobern.

Peter Kleinert erinnert in der Neuen Rheinischen Zeitung unter dem Titel: Mit Gott und den Faschisten an das „Reichskonkordat“, das Adolf Hitlers Stellvertreter Franz von Papen am 20. Juli 1933 gemeinsam mit Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli unterzeichnete. Pacelli, ab 1939 Papst Pius XII., hat in seiner Eigenschaft als Nuntius des Vatikan die Nazi-Regierung mit vorbereitet und die katholische Zentrumspartei dazu bewegt, dem „Ermächtigungsgesetz“ zuzustimmen.  Dieser Vertrag regelte die Beziehungen zwischen dem „Heiligen Stuhl“ und dem Deutschen Reich. Das Konkordat wird auch heute noch für die Bundesrepublik Deutschland als gültig betrachtet.

Der Schriftsteller, Historiker und Kirchenkritiker Karlheinz Deschner hat in seinem Werk „Ein Jahrhundert Heilsgeschichte. Die Politik der Päpste im Zeitalter der Weltkriege“ (1982/83) und in dessen erweiterter Neuausgabe „Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert“ (1991) nachgewiesen, dass Pius XI.und der spätere Pius XII. auch schon vor 1933 „entscheidend die Heraufkunft des Faschismus in Italien und Deutschland gefördert“ hatten. Öffentlich bereut haben das ihre Nachfolger im Vatikan bis heute nicht.

Der „Heilige Vater“, bescheinigten später alle katholischen Bischöfe Deutschlands dem verehrten Herrn Hitler, habe so „das moralische Ansehen Ihrer Person und Ihrer Regierung in einzigartiger Weise begründet und gehoben“, was dieser mit Recht als „rückhaltlose Anerkennung“ und „unbeschreiblichen Erfolg“ bezeichnete – verlieh es ihm doch, so Deschner, „plötzlich vor aller Welt die Legitimität“.

„Katholiken, Hitler wählen!“

In Deutschland selbst hatte das Konkordat bereits im November 1933 für die Nazis erfreuliche Folgen. Zur Wahl des neuen Reichstags plakatierten Mitglieder der inzwischen im Einvernehmen mit dem Vatikan geschlossenen katholischen Zentrumspartei „Hitler wählen!“, und auch die NSDAP konnte in Bayern den überwiegend katholischen Wählern klarmachen, dass Christen Hitler wählen müssten, weil sie sonst gegen das Konkordat verstoßen und der kirchlichen Obrigkeit gegenüber unfolgsam sein würden. Die Nazis durften sich dabei vor allem auf Münchens Kardinal Faulhaber berufen, der in einer Predigt erklärt hatte: „In Wirklichkeit ist Papst Pius XI. der beste Freund, am Anfang sogar der einzige Freund des neuen Reiches gewesen. Millionen im Ausland standen zuerst abwartend und mißtrauisch dem neuen Reich gegenüber und haben erst durch den Abschluß des Konkordats Vertrauen zur neuen deutschen Regierung gefaßt.“ (Quelle)

Über die Rolle des Vatikan beim Aufkommen des Faschismus ist – obwohl darüber umfassend, auch wissenschaftlich, gearbeitet wurde – in der Öffentlichkeit wenig bekannt; und noch weniger dürfte bekannt sein, welche Rolle führende Vertreter der Jesuiten beim Aufstieg des Natinalsozialismus spielten. Eine ausführliche Zusammenfassung dazu findet sich in

DIE VERBORGENE GESCHICHTE DER JESUITEN

Das pdf ist auf buntingen.de verlinkt. Das Konkordat war es, und in dessen Folge die Stimmen der katholischen Zentrumspartei, die der NSDAP zum Sieg verholfen haben.

Nach den siegreichen Wahlen vom 5.März 1933 haben alle deutschen Bischöfe einen Hirtenbrief unterzeichnet, in dem für den gesamten Episkopat geschrieben steht:

»Zu unserer großen Freude haben die führenden Männer des neuen Staates ausdrücklich erklärt, dass sie sich selbst und ihr Werk auf den Boden des Christentums stellen. Es ist das ein öffentliches und feierliches Bekenntnis, das den herzlichen Dank aller Katholiken verdient.«.  (Paris, Plon, 1938, S.108).

„Hitler, Goebbels, Himmler und die meisten Mitglieder der »alten Garde« der Partei waren Katholiken,“ wie Frédéric Hoffet (ERKL.: frz. Pfarrer u. Psychoanalytiker) uns wissen lässt. Nicht nur Zufall war es, dass, durch die Religion ihrer Chefs, die nationalsozialistische Regierung die katholischste war, die Deutschland je hatte. … Diese Verwandschaft zwischen Nationalsozialismus und Katholizismus ist, wo wir uns eingehend mit den Propagandamethoden und der inneren Organisation der Partei befassen, nur zu auffällig. Zu diesem Thema ist nichts aufschlussreicher, als Joseph Goebbels’ Werke. Er genoss seine Erziehung in einem Jesuitenkolleg und war, ehe er sich der Literatur und Politik zuwendete, Seminarist (Priesteramtsauszubildender). … Jede Seite, jede Zeile seiner Schriften erinnert an die Lehre seiner Meister; und so betont er Gehorsam … die Missachtung der Wahrheit. … »Manche Lügen sind nützlich wie Brot!« verkündete er kraft eines den Schriften des Ignatius von Loyola entnommenen moralischen Relativismus (eine absolute Gültigkeit moralische Werte ablehnenden Denkens).“

Die Lorbeeren des Jesuitismus verlieh Hitler seinem Propagandachef nicht, wohl aber, wie er es seinen Lieblingen erzählte, dem Chef der Gestapo: „Ich sehe Himmler als unseren Ignatius von Loyola an.“

Für eine solche Aussage musste der Führer gute Gründe gehabt haben. Zuvorderst müssen wir bemerken, dass der Reichsführer von SS, Gestapo und Polizei – Heinrich Luitpold Himmler –, unter den katholischen Mitgliedern von Hitlers Gefolge das vom Klerikalismus imprägnierteste zu sein schien. Sein Vater war Direktor einer katholischen Schule in München, dann Erzieher des Prinzen Ruprecht von Bayern. (1955). Sein Bruder, ein Benediktinermönch, lebte im Kloster Maria Laach, einem der alldeutschen hohen Orte. Und er besaß einen Onkel, den Jesuiten Himmler, der am bayrischen Hofe den nicht geringen Posten eines Domkapitulars (Kirchenbezirksgeistlichen) innehatte.

Schon vor dem Krieg und mehr noch heute fragt man sich, wie das nicht zu übersehende Missverhältnis zwischen Hitler und seiner zu spielenden Rolle zu erklären sei? Gab es doch da eine Lücke, etwas Unausgefülltes, das jeder noch immer spürt. Um diese Lücke zu schließen, machten Legenden die Runde: Geschichten wurden ins Ausland gestreut, nicht immer ohne den geheimen Zweck der Irreführung! Es seien, wie wir erfahren durften, okkulte Wissenschaften, östliche Magier, Astrologen gewesen, die den schlafwandelnden Berchtesgadner Einsiedler inspiriert hätten. Und die Wahl des Hakenkreuzes als Naziparteiabzeichen, das aus Indien stamme, schien die Vorstellung zu bestätigen.

Maxime Mourin (ERKL.: frz. Historiker, *1905, †1952) hat diese letztgenannte These widerlegt: „Adolf Hitler war in Lambach zur Schule gegangen und sang im Knabenchor des dortigen Benediktinerstifts. Dort entdeckte er das Hakenkreuz, da es das Wappen des Abtes Theoderich Hagen war.“

Auch ohne auf geheimnisvolle oder exotische Philosophien zurückgreifen zu müssen, sind die „Inspirationen“ des Führers leicht erklärt. Es ist offensichtlich, dass dieser „Sohn der katholischen Kirche“, wie er von Franco beschrieben wurde, den Impulsen geheimnisvoller Führer unterworfen gewesen ist, und das hat nichts mit östlicher Magie zu tun.

Dieses Missverhältnis zwischen Legende und Eigenschaften, läßt sich angesichts seiner Blitzkarriere letztlich nur durch die Gabe der ihn ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit rückenden Massenagitation erklären. War nicht gerade die Minderwertigkeit dieses „Mannes der Vorsehung“ der Grund, weshalb man sich dafür entschied, eben diesen an die Macht zu hieven? Tatsache ist, dass der gleiche Mangel an persönlichen Qualitäten bei allen Männern, die das Papsttum zu seinen Verfechtern wählte, zu finden ist.

Der einzige – nicht seines moralischen Wertes, sondern seines Scharfsinnes wegen – über jener rohen Horde Stehende war der Kämmerer Seiner Heiligkeit, Franz von Papen, „der Mann für alles“ … der freilich in Nürnberg freigesprochen werden musste (!).

Anmerkung des Troll: Die treibende Kraft hinter dem kometenhaften Aufstieg Hitlers, zusammen mit Mussolini und Franco war die vom Vatikan und seinen Jesuiten in Gang gesetzte Manipulation.

Und Hitler war lernfähig:

Vor allem habe ich von den Jesuiten gelernt. … Die Welt hat niemals etwas annähernd so großartiges gesehen, wie die hierarchische Struktur der katholischen Kirche. Es gibt da so einige Dinge, die ich den Jesuiten für die Partei abgeschaut habe. … Ich will Ihnen ein Geheimnis sagen: Ich gründe einen Orden. … In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschre- cken wird. … Aber es gibt noch Grade, von denen ich nicht sprechen darf.“ (Hermann Rauschning, früherer nationalsozialistischer Senatspräsident von Danzig: „Hitler m’a dit.“ (Coopération, Paris, 1939, S.266, 267, 273 ff.)).

Am 3.Mai 1945, dem Todestag Hitlers, bestätigte die besonders „autorisierte“, mit dem Christusorden ausgezeichnete Persönlichkeit Franco unmissverständlich die gemeinsame Sache zwischen Vatikan und Nazis:

„Der Sohn der katholischen Kirche Adolf Hitler starb in der Verteidigung des Christentums. Es ist daher nur verständlich, dass Worte, derer sich der Würdigung seines Lebens so viele fanden, für die Trauer um seinen Verlust nicht hinreichen. Über seinen sterblichen Überresten steht seine siegreiche tugendhafte Gestalt. Mit der Märtyrerkrone verlieh Gott ihm die Siegeslorbeeren.“ (Réforme, 21.Juli 1945)

Diese Grabrede des spanischen Naziführers, wurde unter dem Deckmantel von Francos Presse – vom Heiligen Stuhl höchstselbst ausgesprochen. Es ist eine vom Vatikan via Madrid gehaltene amtliche Pressemitteilung.

Der päpstliche Geheimkämmerer Franz von Papen hat die tiefere Bedeutung des Paktes zwischen dem Vatikan und Hitler treffend charakterisiert – mit diesem Satz, den man sich merken sollte: „Der Nationalsozialismus ist eine christliche Gegenbewegung zu 1789.“

Beitragsbild: eigene Aufnahme

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