Merz’ historisches Wahldebakel: Ausland zerlegt den Kanzler – und die BlackRock-Parallele zu VW ist frappierend

Die CDU von Friedrich Merz rutscht in Mecklenburg-Vorpommern unter fünf Prozent und schmiert auch in Berlin ab. Die Kritik ist vernichtend. Die frühere BlackRock-Verbindung des Kanzlers wirft zudem die Frage auf, ob Mächte, die den VW-Konzern schwächen, auch Deutschland in den Abgrund treiben.

Von Torsten Engelbrecht (transition-news)

Die CDU hat bei den gestrigen Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern eine historische Niederlage erlitten. Besonders verheerend war das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern: Die Partei stürzte auf 4,9 Prozent und verpasste damit erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik die Fünf-Prozent-Hürde – ein beispielloser Rauswurf aus einem Landesparlament. In Berlin verlor die CDU ebenfalls massiv und musste den ersten Platz an die Linke abgeben. Friedrich Merz, Bundeskanzler und auch Bundesvorsitzender der CDU, selbst nannte das Ergebnis ein «Desaster».

Es ist aber vor allem auch ein persönliches Desaster für den 70-Jährigen. So ist er nicht nur in Deutschland, sondern vor allem auch im Ausland zum Inbegriff politischer Schwäche und Führungsversagens geworden. Internationale Medien zeichnen ein vernichtendes Bild: eines von einem Mann, der Autorität und Kontrolle verloren hat, dessen Reformversprechen ins Leere laufen und dessen Persönlichkeit – als arrogant, unsensibel und realitätsfern wahrgenommen – die Krise der Union noch vertieft.

Die Kritik ist so scharf und einhellig, dass manche Kommentatoren bereits von seinem politischen Ende sprechen und die Stabilität ganz Europas in Gefahr sehen.

Besonders deutlich wird diese Einschätzung in der britischen Presse. Der Telegraph fasst die Lage in einem Beitrag mit der Überschrift «Merz stolpert weiter. Aber wie lange noch?» zusammen und schreibt:

«Merz’ Zustimmungsquote liegt bei gerade einmal 10 Prozent. Die Wähler sind seines rauen Tough-Guy-Führungsstils überdrüssig, der anhält, obwohl er weder den Aufstieg der AfD stoppen noch seine zentralen Wahlversprechen umsetzen kann.»

Weiter heißt es, Merz bleibe «fast tödlich taub» für die Stimmung im Land. Der Guardian beschreibt ihn als «zutiefst unbeliebt» und «angezählten Kanzler», der nach einer «demütigenden Serie von Rückschlägen» um sein politisches Überleben kämpfe. Die Spekulationen über seine Fähigkeit, Kanzler zu bleiben, hätten «Fieberhöhe» erreicht.

Ähnlich vernichtend urteilt die französische Presse. La Libération fragt offen:

«Kann Merz nach dem Erdbeben in Sachsen-Anhalt am 6. September das Nachbeben dieses Wochenendes überleben?»

Niemand glaube, dass er sich bis zum Ende seiner Amtszeit halten könne. Seine Reformen seien «genauso unbeliebt wie er». Der Job als deutscher Kanzler komme derzeit «einem angekündigten Selbstmord gleich». Le Monde spricht von einer «historischen Niederlage» und stellt klar:

«In Deutschland steht für Friedrich Merz sein politisches Überleben auf dem Spiel.»

In den Vereinigten Staaten ist der Ton nicht weniger scharf. CNN stellt die Frage: «Ist Deutschlands Anführer Friedrich Merz dem Untergang geweiht, während die extreme Rechte erneut siegt?»

Und weiter: Merz kämpfe «um sein politisches Leben». Die Expertin Jana Puglierin vom European Council on Foreign Relations erklärt gegenüber dem Medium:

«Das ist das denkbar schlechteste Ergebnis für Merz und die CDU. Er hat definitiv die Kontrolle über seine eigene Partei verloren und seine Autorität massiv eingebüßt (…) und es gibt keine Möglichkeit, sie wiederherzustellen.»

Politico sprach bereits vor der Wahl von «Friedrich Merz’ Endspiel» und listet konkrete Szenarien auf:

  • Merz tritt zurück, weil ihm die Parteiunterstützung fehlt.
  • Merz konfrontiert die Parteiführung und fordert sie auf, einen Nachfolger zu benennen, falls sie ihn nicht mehr tragen.
  • Ein Misstrauensvotum zwingt Merz zum Rücktritt.
  • Merz stellt selbst die Vertrauensfrage.
  • Theoretisch könnte ein Nachfolger eine Mehrheit mit indirekter oder direkter AfD-Unterstützung bekommen.
  • Merz klammert sich an die Macht.

Belgische Medien wie De Tijd wiederum formulieren:

«Die Schwäche von Merz ist die Schwäche Europas.»

Deutsche Medien schlagen einen vergleichbar kritischen Ton an. Sogar ein Systemmedium wie die Tagesschau schreibt in einem Kommentar mit der Überschrift «Merz hat keine Chance – die könnte er nutzen»:

«Das Ende der Kanzlerschaft von Friedrich Merz ist sowieso besiegelt.»

Die Union werde ihn nicht mehr für eine neue Amtszeit aufstellen; er sei so unbeliebt wie kein Kanzler vor ihm. Focus Online spricht von einer «historischen Blamage» und stellt fest:

«Die Autorität des Kanzlers ist weg.»

Die FAZ sieht in den Ergebnissen «ein bedenkliches Beispiel für den Niedergang der CDU».

Diese vernichtende Außenwahrnehmung trifft auf eine innenpolitische Debatte, die Merz auch persönlich trifft. Bereits im Juni 2026 hatte das Amtsgericht Öhringen einen Facebook-Nutzer rechtskräftig zu 30 Tagessätzen verurteilt, weil er den Kanzler als «Lügenfritz» bezeichnet hatte. Die Staatsanwaltschaft wertete die Äußerung als strafbare Beleidigung nach § 188 StGB.

Doch statt Einschüchterung löste das Urteil einen klassischen «Streisand-Effekt» aus: Immer mehr Prominente und Bürger griffen die Bezeichnung demonstrativ auf. Bild-Kolumnist Harald Martenstein gab einer seiner Kolumnen die Headline «Hallo, Lügenfritz!» (wir berichteten).

Angemerkt sei auch noch Folgendes: Friedrich Merz war bekanntermaßen vor seiner politischen Karriere als Aufsichtsratsvorsitzender der deutschen BlackRock-Tochter tätig und damit eng mit dem weltgrößten Vermögensverwalter verbunden. Kritiker wie Ernst Wolff wiederum argumentieren, dass BlackRock bei den massiven Problemen, mit denen sich Volkswagen seit einiger Zeit konfrontiert sieht, eine entscheidende Rolle gespielt habe: Zunächst als Investor, später durch den Einstieg in chinesische Konkurrenten wie BYD, die Durchsetzung von ESG-Vorgaben und Klagen im Zuge des Dieselskandals.

Das Ergebnis sei, dass VW «mit voller Wucht gegen die Wand gefahren» werde (wir berichteten). Daraus lässt sich – wenn man der Argumentation folgt – eine strukturelle Parallele ziehen:

  • Auf Unternehmensebene: BlackRock betreibt gezielte Einflussnahme mit der Folge, dass sich VW auf wirtschaftlicher Talfahrt befindet.
  • Auf Länderebene: Ein ehemaliger BlackRock-Lobbyist (Merz) wird deutscher Kanzler mit der Folge, dass sich die Krise in Deutschland zuspitzt. Die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht meinte kurz vor den Wahlen gar: «Die größte Leistungsbremse in Deutschland, die sitzt im Kanzleramt. […] Wir sind in der Frage der Realitätsverweigerung wirklich inzwischen in der Endphase der DDR wieder angekommen.»

Die These lautet also vereinfacht: Dieselbe Machtstruktur, die einen deutschen Industriegiganten wie VW schwächt, könnte über personelle und ideologische Verbindungen auch den Niedergang der deutschen Volkswirtschaft insgesamt vorantreiben.

Eine solche These aufzustellen, muss auch erlaubt sein. Denn fest steht ja auch: So dumm kann Merz nicht sein, dass er nicht sieht, dass auch seine Politik Deutschland sukzessive in den «wirtschaftlichen Niedergang» führt, wie es Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, bereits vergangenes Jahr ausdrückte. Die Lage sei mittlerweile «dramatisch». Deutschlands Wohlstand sei «akut in Gefahr».

Martin Herrenknecht, Unternehmer und Chef des Weltmarktführers Herrenknecht AG, bediente sich Anfang Mai sogar exakt des selben Bildes von der «Wand» wie Wolff, indem er meinte:

«Wir fahren [in Deutschland] dieses Jahr vor die Wand, wenn wir nicht drastisch den Kurs wechseln.»

 

Quelle:

The Telegraph: Merz stumbles on. But for how long? – 20. September 2026

Transition News: «Hallo, Lügenfritz!» – 4. Juni 2026

Transition News: Ernst Wolff: BlackRock lenkt im Moment alles – und fährt VW gegen die Wand – 18. September 2024

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1 Kommentar

  1. Wenn ich das recht verstehe war Blackrock an dem Diesel-Skandal beteiligt, der VW ca.30 Milliarden $ Strafe in den USA einbrachte und seine Finanzkraft entscheidend schwächte. Und Merz war Blackrock-Leiter und traf sich beim letzten WEF-Treffen zum Abendesen mit Blackrock Larry Fink. Und Blackrock Larry Fink hat Hundertttausende Hektar Schwarzerde in der Ukraine gekauft und dürfte Merz bewogen haben, seine Ländereien mit deutschem Steuergeld zu retten. Im Ergebnis bedeutet dies Feindseligkeit oder Krieg mit Rußland, Energieknappheit bei uns, Deindustrialisierung, Massenarbeitslosigkeit und Wohlstandsverlust, Unmöglichkeit Rente und Krankenkassen zu finanzieren.

    „Das Ergebnis sei, dass VW «mit voller Wucht gegen die Wand gefahren» werde (wir berichteten). Daraus lässt sich – wenn man der Argumentation folgt – eine strukturelle Parallele ziehen:

    Auf Unternehmensebene: BlackRock betreibt gezielte Einflussnahme mit der Folge, dass sich VW auf wirtschaftlicher Talfahrt befindet.

    Auf Länderebene: Ein ehemaliger BlackRock-Lobbyist (Merz) wird deutscher Kanzler mit der Folge, dass sich die Krise in Deutschland zuspitzt. Die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht meinte kurz vor den Wahlen gar: «Die größte Leistungsbremse in Deutschland, die sitzt im Kanzleramt. […] Wir sind in der Frage der Realitätsverweigerung wirklich inzwischen in der Endphase der DDR wieder angekommen.»

    Die These lautet also vereinfacht: Dieselbe Machtstruktur, die einen deutschen Industriegiganten wie VW schwächt, könnte über personelle und ideologische Verbindungen [Anm.: des Herrn Merz] auch den Niedergang der deutschen Volkswirtschaft insgesamt vorantreiben [Anm.: wollen].

    Eine solche These aufzustellen, muss auch erlaubt sein. Denn fest steht ja auch: So dumm kann Merz nicht sein, dass er nicht sieht, dass auch seine Politik Deutschland sukzessive in den «wirtschaftlichen Niedergang» führt, wie es Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, bereits vergangenes Jahr ausdrückte. Die Lage sei mittlerweile «dramatisch». Deutschlands Wohlstand sei «akut [Anm: durch die Politik des Herrn Merz] in Gefahr».“

    Und das Engagement der antideutschen Regierung in der Ukraine ist völlig schleierhaft. IHRE Demokratie wird für ein chauvinistisches Regime vorgeschoben, das sich als Opfertier für die City schlachten läßt, während die Freimaurerhochburg Brüssel nicht mehr zurück kann, genauso wenig wie Trump im Iran.

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