Linke für den Krieg oder was?

Klaus Madersbacher (antikrieg)

In den „Nachdenkseiten“ fand ich gestern den Artikel „Wie mit AfD-Verweisen (immer wieder) auch gute Politik torpediert wird„. Es ging um die Reise einer Delegation der AfD nach Syrien, dem verfemten Land der deutschen/EU-Parlamentarier/Politiker aller Couleurs – mit Ausnahme der AfD, wie es den Anschein hat.

Nun, bei diesen Parlamentariern/Politikern handelt es sich offenkundig nicht um die hellsten Köpfe, man denke nur an deren untertänige Bereitschaft, den venezolanischen Putschisten Guaido mit überwältigender Mehrheit als Präsidenten anzuerkennen. Oder wofür sie sonst noch zu haben sind …

Eine derartige überwältigende Mehrheit – neuerdings offenbar vergrößert durch die LINKEN höchstselbst – verurteilt die „Anbiederung“ an das „syrische Regime“ unter „Diktator“ Assad, die die böse AfD da betreibt.

Man verschone mich bitte vor Institutionen, die angeblich den Willen des Volkes zum Ausdruck bringen – so blöd ist doch kein Volk auf der ganzen Welt …

Sollten diese Herrschaften etwas gegen Kriege haben, dann bietet sich die eigene Regierung an, die etwa im Fall Deutschland aktuell aktiv an Angriffskriegen beteiligt ist. Zum Beispiel am Angriffskrieg gegen Jugoslawien, der zwar schon 20 Jahre lang andauert, aber immer noch ein Angriffskrieg der Art ist, für den die Vorgänger des derzeitigen Regimes aufgehängt worden sind. Oder am Krieg gegen Afghanistan, ebenfalls ein Angriffskrieg der verbotenen Art. Oder was das Regime gerade in Syrien und in Afrika betreibt …

Der verfemte „Diktator“ Assad hat jedenfalls keine Verbrechen dieser Art vorzuweisen …

Ich bin der Meinung, dass die Epigonen des Naziregimes ein Problem mit diesen Kriegen haben/haben sollten, bei denen Deutsche im Auftrag/Dienst der Vereinigten Staaten von Amerika mitmachen müssen – aber für die ist das offensichtlich ganz normal. Sieht/hört man die Vertreter dieser Politik, dann wundert einen allerdings nix …

Wenn irgendwelche Leute, die das Bedürfnis haben, sich als „links“ zu bezeichnen, bei der Hatz des Westens gegen Syrien mitmachen wollen, wer will sie daran hindern, ohne als „undemokratisch“ dazustehen? Nun, ich zum Beispiel, weil die Beteiligung an Angriffskriegen und deren Befürwortung mit „links“ nix zu tun hat.





Jeder kann leicht aus dem „Dossier Syrien“ auf dieser Website ersehen, dass das Land Syrien vom Westen unter der Führung und Oberhoheit der Vereinigten Staaten von Amerika einer Politik des Terrors und der Vernichtung unterzogen worden ist. Diese Politik ging nur deswegen nicht auf, weil sich das syrische Volk unter der Führung seines Präsidenten Bashar al-Assad von den terroristischen Attacken des Westens und seiner Handlanger nicht kleinkriegen lassen hat.

Russland unter seinem Präsidenten Vladimir Putin spielte eine große und wichtige Rolle hauptsächlich dadurch, dass es dem Internationalen Recht zum Druchbruch gegen die terroristischen Angriffe des Westens verholfen hat.

Syrien, Russland – „Regimes“ und „Diktaturen“ laut der Propaganda, die den Deutschen nicht anders als den Bewohnern des „Westens“ ununterbrochen vorgeheult wird – können wohl nicht politisch/ideologisch eingeordnet/zugeordnet werden?

Nicht einmal von „Linken“, die zumindest verbal dem dialektischen Materialismus verpflichtet wären? Oder was/wem sonst? Dem didaktischen Opportunismus?

Krieg ist keine Spielwiese. Da geht es knallhart darum, die Menschen/die Massen dazu zu bringen mitzumachen, koste es, was es wolle.

Diejenigen zu diffamieren, die sich gegen den Krieg des Westens zur Wehr setzen, ist durch und durch reaktionär, egal ob man sich als „LINKS“ oder sonst irgendwie „fortschrittlich“ ausgibt.

Das deutsche Volk wird gut daran tun, den eigenen Kopf zu benützen statt irgendwelchen Parteien oder Ideologien zu vertrauen, die augenscheinlich einen eigennützigen Opportunismus vertreten und praktizieren.

Was ist dann mit der AfD? Sind das die Guten? Immerhin fahren sie nach Syrien, wobei allerdings abzuwarten sein wird, was dabei herauskommt. Es ist ihnen zugute zu halten, mit dieser Aktion das Thema Syrien in die öffentliche Diskussion gebracht zu haben, und zwar auf eine konstruktive Art und Weise.

Für die AfD gilt dasselbe wie für die anderen Parteien und Gruppierungen, ob sie sich nun als rechts oder links ausgeben.

Ich gehe davon aus, dass rechte Bewegungen wie zum Beispiel die AfD nicht wirklich gegen Krieg sind, egal was sie sagen. Nachdem aber auch so gut wie alle sogenannten „linken“ Bewegungen offenbar auch nicht gegen den Krieg sind, fällt das nicht mehr ins Gewicht. Wenn alle offiziellen Kräfte für den Krieg sind, dann bleibt einem eh nix anderes als eigenständiges politisches Denken und Handeln abseits des offiziellen Politikbetriebs. Denen nachzulaufen, die angeblich gegen den Krieg sind, aber kein Problem damit haben, dem „Diktator Assad“ und dem syrischen Volk den Garaus zu machen, wird es jedenfalls nicht bringen, wie schön rot auch die Fahnen sein mögen, die sie einem um die Ohren hauen.

 

Wandere aus, solange es noch geht!

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