KI, das Pentagon und der Überwachungsstaat

Der US-Finanzanalytiker Martin Armstrong warnt vor einem überbordenden Überwachungsstaat durch Künstliche Intelligenz.

Quelle: transition-news

Der Rücktritt von Caitlin Kalinowski, Leiterin der Robotikabteilung bei OpenAI, nachdem das Unternehmen zugestimmt hatte, KI-Modelle in Systemen des US-Verteidigungsministeriums einzusetzen, hat eine Debatte über die Rolle künstlicher Intelligenz in der nationalen Sicherheit und der innerstaatlichen Überwachung ausgelöst. Kalinowski erklärte, sie sei nicht gegen die Landesverteidigung, warnte jedoch, dass «die Überwachung von US-Bürgern ohne gerichtliche Kontrolle und die tödliche Autonomie ohne menschliche Autorisierung» Themen seien, die «mehr Überlegungen verdient hätten, als ihnen zuteil wurde» (wir berichteten).

Der US-Finanzanalytiker Martin Armstrong weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Überwachungsmöglichkeiten der Regierung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erheblich ausgeweitet wurden, als Geheimdienste im Rahmen des Patriot Act weitreichendere Befugnisse erhielten. Armstrong zufolge flossen Telefonaufzeichnungen, Internetaktivitäten und Finanztransaktionen in große Geheimdienstdatenbanken ein, die ursprünglich als Instrumente zur Verfolgung ausländischer Bedrohungen dargestellt wurden. Diese Datenbanken seien danach weiter gewachsen und die Regierung hätte nun Zugang zu umfangreichen personenbezogenen Daten.

Gemäß Armstrong wurde auch das Finanzsystem Teil dieser Überwachungsinfrastruktur, da die Regierung im Namen der nationalen Sicherheit Bankaktivitäten, internationale Überweisungen und Transaktionsmuster überwache. Der Finanzanalytiker warnt:

«Was Kalinowski aufgedeckt hat, ist, dass die nächste Phase bereits im Gange ist. Sobald KI in nationale Sicherheitssysteme integriert ist, erreicht der Überwachungsstaat eine völlig neue Ebene. Regierungen werden in der Lage sein, die Bevölkerung in Echtzeit zu überwachen. Die Bevölkerung – nicht nur Personen von Interesse, sondern die gesamte Bevölkerung.

Die Menschen, die diese Systeme bedienen, sind selten gewählte Amtsträger. Es sind Bürokraten, Geheimdienstmitarbeiter und Behörden, die hinter den Kulissen agieren, wo die Öffentlichkeit fast keinen Einblick hat. Dann liegt die Macht in den Händen eines Computersystems, das Menschen oder Gruppen ohne moralisches Urteilsvermögen sofort markieren und ins Visier nehmen kann.»

Sobald diese Systeme in staatliche Netzwerke integriert seien, werde die Versuchung, sie auszuweiten, unwiderstehlich, so Armstrong weiter. Regierungen würden stets behaupten, diese Instrumente seien für die Sicherheit notwendig. Die Geschichte zeige jedoch, dass sich der Begriff «Sicherheit» tendenziell immer weiter ausdehne, bis er die Überwachung der Bevölkerung selbst umfasst.

Noch aufschlussreicher sei, dass Beamte im Pentagon bereits damit begonnen hätten, bestimmte fortschrittliche KI-Systeme als potenzielle Risiken für die nationale Sicherheit zu bezeichnen, wenn sie nicht von der Regierung kontrolliert werden können. Künstliche Intelligenz selbst werde nun also als Bedrohung angesehen, sofern sie nicht fest unter der Kontrolle des Staates steht. Das zeige, wohin das führen werde. Armstrong schließt:

«Gehen Sie nicht davon aus, dass diese Systeme auf ausländische Gegner beschränkt bleiben werden. Überwachungsinfrastruktur bleibt selten auf ihren ursprünglichen Zweck beschränkt. Einmal aufgebaut, dehnt sie sich unweigerlich aus. Die Technologie existiert nun, um das umfassendste Überwachungssystem zu errichten, das jemals in der Geschichte der Menschheit entwickelt wurde. Und wenn Sie glauben, dass Regierungen es nicht nutzen werden, haben Sie nicht aufgepasst.»

Quelle:

Armstrong Economics: AI, the Pentagon, and the Surveillance State – 13. März 2026

Transition News: OpenAI-Hardwarechefin tritt nach Deal mit Pentagon zurück – 10. März 2026

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