Ja wo laufen sie denn?

von Jürgen

In Anlehnung an Loriot, geht es vermeintlich nur noch dem Abgrund entgegen! Aber, wen wundert´s, wenn man sich nur noch mit Negativem beschäftigt? Die einen (der Rundfunk) redet alles, nicht gerade schön, aber doch zurecht; die „alternativen“, es ach so besser wissenden Seiten, alles nur noch schlecht!

Aber, auch hier ist viel Lug und Trug, und allenthalben Widerspruch in sich, vorhanden! Es ist mittlerweile leichter den Rundfunk zu entlarven, wie irgendwelche truther, influencer oder angeblich Wissende! Wer weiß schon, was den Einzelnen antreibt in seinen „Bemühungen“? Die einen beschränken sich auf angebliche Aufklärung, die anderen schüren nur noch Panik!

Ich kann es mir nicht leisten, weder finanziell noch zeitlich, auf youtube aufwändig Erstelltes als aufklärerisch zu verbreiten! Wie machen die das? Haben die nichts besseres oder anderes zu tun? Von Geburt an reich?

Mittlerweile ist der Normalsterbliche nur noch damit beschäftigt, die Spreu vom Weizen zu trennen! Wer sich darauf einlässt und es als ersprießlich ansieht, eine Theorie nach der anderen abzuarbeiten, zu negieren oder auch auszubauen, so bleibt es doch ein Fass ohne Boden! Der Berg kreißt und gebiert eine Maus!

Und so sollen wir vom Fleck kommen? Haben wir nichts Grundsätzliches, in dem sich alles einordnen oder aussortieren läßt? Keine Richtschnur, die uns anleitet? Die uns in Windeseile entscheiden läßt, was von Wert ist oder eben nicht?

Sind wir schon so verblödet, daß wir jedem Aufreger erst mal nachrennen, ihn verdauen und dann doch ausscheiden müssen? Uns an Geschehnissen aufhalten, nichts daran ändern könnend, aber, man muß es ja analysieren, interpretieren und in einen kosmischen oder weltpolitischen Kontext bringen. Yeepiaeh Schweinebacke! Dir habe ich es aber gezeigt! Bruzzel-Willi läßt grüßen! …

Ist da nichts da, auf was wir uns gründen können? Kein gemeinsamer Nenner, keine Überzeugung, die uns sagen, was wert ist darauf einzugehen oder es besser bleiben zu lassen? Wenigstens ein, nicht nur kraftsparendes, Argument, welches uns lehrt, was wichtig oder gar nichtig erscheint?

Ja,wir laufen! Und das, bevorzugt hinterher! Hinter den Schalmeiklängen von selbst aufgedrängter Wahrheit, falschen Fährten und völlig unnötigem Wissen, warum die Welt so oder so funktioniere! Welche Absichten hinter was stecken, wer mit wem, wem was antut oder auch nicht! Man muß es ja verstehen! …

Reicht es nicht völlig aus zu erkennen, was uns nützt und was uns schadet? Was in unserem Interesse liegt; zu geschehen hat oder auch zu unterbleiben?! Unabhängig davon, welche Wahrheit oder Motivation dahintersteckt?

Hält es nicht einfach nur davon ab, Konsequenzen zu ziehen? „Gut, daß wir darüber gesprochen haben!“. Entbinden wir uns damit nicht einfach nur selbst unserer eigentlichen Verantwortung; der des Handelns? In welcher Form auch immer? „Keep on running!“

Grüße Jürgen

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Ja wo laufen sie denn?
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15 Kommentare

  1. Jürgen,

    mir scheint, dass Du manches nicht richtig einordnen kannst. Die Video-Macher, Truther usw., haben eine ganz wichtige Funktion. Ich schaue mir manchmal auch s.g. Lives an, wo Chats nebenher laufen, in dem sich die Zuschauer unterhalten. Manche Lives haben teilweise über 6000 Zuschauer und es werden ständig mehr.

    Die Leute, welche diesen Videos und Lives folgen, merken, dass sie eben nicht alleine auf weiter Flur sind. Es sind Gleichgesinnte. Und das gibt ihnen Hoffnung. Manche Truther veranstalten auch Treffs außerhalb des Internets, um die Leute persönlich zusammenzubringen. Das finde ich eine sehr gute Idee, damit die Leute sich zusammenschließen und sich ungehindert austauschen können, ohne Zensur und Überwachung. Da entstehen teilweise regionale Gemeinschaften, die sich vorher gar nicht kannten. Das empfinde ich als positiven Schritt.

    Sicher muß man aufpassen, wem man folgt bei den Videos. Allerdings gibt es da sehr wohl gute Informationen und Denkanstöße und vielleicht "Anstubser", in irgendeiner Form legal aktiv zu werden.

    Und wenn Du bemängelst "Gut, dass wir darüber gesprochen haben", frage ich Dich, warum schreibst Du hier Deine Beiträge?

    Und von wegen "Von Geburt an reich". Einige gehen sogar einer echten Arbeit nach, stelle Dir das mal vor. Sie benutzen ihre Freizeit dazu für das was sie machen. Und reich werden kann man mitr diesen Videos sicher auch nicht.

    Also, bitte nicht so negativ. Viele dieser Leute versuchen einfach nur die Menschen wachzurütteln. Und das kann ja nicht verkehrt sein. Vielleicht schaust Du ja nur die falschen Videos?

    Ich kann Dir zumindest mal 2 empfehlen:

    1. Carsten Jahn von Team Heimat

    2. Digitaler Chronist Alternative

    Nichts für ungut.

     

     

     

    • Angsthase,

      nimm es mir nicht übel, auch Provokation ist manchmal nur Stilmittel …

       Davon abgesehen, daß ich auch noch andere Fragen gestellt habe, dennoch: "Was bringt´s?! Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen oder dem alles entscheidenden i-Tüpfelchen? Spielt das, für uns, überhaupt eine Rolle? Die ganze "Aufklärung". Außer daß es vielleicht Aufweckfunktion hat, Trost und Hoffnung gibt (welche eigentlich?). Werden da nicht doch nur, möglicherweise bewußt, "Kuschelecken" eingerichtet, die Karawane zieht aber weiter?

       Sich damit zu befassen ob 5-G nützlich oder schädlich ist, wozu? Es wird eingeführt und fertig! Und so ist es doch mit vielen Dingen. Als ob wir es, unter den derzeitigen Umständen, ändern könnten?  Machtlos wie wir sind?

       Warum ich dann noch schreibe? Nun, die Intention meiner Artikel hier geht ja in eine andere Richtung! Freilich will auch ich verstehen, mir geht es aber nicht prinzipiell um die hundertste, sinnlose Detailbeschreibung, die wir eh nicht auflösen können!

       Alles kommt ja von irgendwas! Und meistens von den gleichen! Wir müssen an die großen Zusammenhänge heran, dann erklären sich die kleinen Geschehnisse von allein! Aber gut, jeder so, wie er kann! 🙂

      • Es geht dovh gar nicht um die "Suche der Nadel im Heuhaufen". Es geht darum, dass sich immer mehr Menschen zusammenfinden. Natürlich erstmal regional. Hauptsache die Sache wächst. Sieh doch hier, der Eine wohnt im Norden, der Andere im Süden und der Nächste irgendwo in der Mitte, im Osten, im Westen. Das ergibt zwangsweise durch die Entfernungen nur eine Babbelgemeinschaft. Das ist nicht böse gemeint.

        Wir haben zum Geburtstag meines Mannes z.Bsp. diesmal nur Gleichgesinnte eingeladen, welche auch glaubten, sie wären nur alleine. So fängt es doch an. Die Menschen mit Verstand finden langsam zusammen. Und das ist doch das Ziel. Was ist es anderes, als Trost und Hoffnung?

        Alles Weitere wird sich ergeben, oder auch nicht.

        5G interessiert mich gar nicht. Das wird gebaut, oder eben auch nicht. Die gesellschaftlichen Dinge sind wichtig. Der Zusammenhalt. Wie war der Spruch? Wenn die Deutschen zusammenhalten schlagen sie den Teufel aus der Hölle. Also muß man versuchen den Zusammenhalt der Vernünftigen wieder herzustellen. Anders geht es nicht.

         

        • Angsthase,

           ich möchte schon behaupten, daß sich der überwiegende Teil, nur allzu gerne, in Details verliert! Habe gerade Herman und Popp verfolgt.   https://www.youtube.com/watch?v=OWSRmz5BN_w

           Das ist ja alles recht und gut, in der Beschreibung und in der Erklärung. Aber! Können oder wollen die nicht? Man kann Wachstum verteufeln, aber dabei stehen zu bleiben? … Und auf dieser Ebene bleiben halt die meisten! Jetzt weiß ich wieder was mehr, kann aber nichts damit anfangen! Das ist doch, in der Konsequenz, vertane Zeit!

           Da kann ich auch mein Nichtwissen behalten und in der Zeit Schach oder mit meinen Enkeln spielen! ^^ …

           Es ist sicherlich von Vorteil, sich mit Gleichgesinnten zu umgeben. da bin ich ganz bei Dir! Das mit dem Geburtstag werde ich auch mal machen! Zwei Kisten Bier werden dann aber reichen … und selber Kochen werde ich auch noch müssen!  🙂

  2. Das Internet entsprang der Idee militärische Kommunikation und Lagebildübertragung in Echtzeit für alle angeschlossenen Teilnehmer verschlüßelt und geheim zu bündeln. Clevere Sache. Dann wurde es zivil. Warum? Firmen profitierten davon (Amazon war nur ein Buchladen), Fahrradkuriere wurden arbeitslos () und Perverse konnten sich endlich so richtig ausleben ohne in der Öffentlichkeit rot zu werden oder gar Ächtung zu befürchten. Wir mußten unsere schweren Computer nicht mehr in Schubkarren durchs Dorf rollen, um gemeinsam zu spielen und so weiter.

    Was haben sich die Weltenlenker nur dabei gedacht? Sollte es die Menschen anonymisieren? Vereinsamen lassen und verblöden? Profite maximieren? Oder aber den Wissensaustausch und Kontakaufnahme über Kontinente hinweg ermöglichen, zum Wohle der Menschheit? Aber wofür bräuchte es dann eine Zensur und wer zensiert? 

    Fragen über Fragen. Ist es nicht die Vielfalt des Internets, die uns dazu gebracht hat, zunehmend verwirrt zu werden? Gerade in unserem Metier, was Jürgen anspricht. Was ist wahr, was ist fake, was ist gar erfundene Wahrheit, wie ein "BÜRGERkrieg in Syrien"? Dann gibt es noch beschönigte Wahrheit, die bei näherer Betrachtung in Wirklichkeit eine hübsch-verpackt-getarnte Katastrophe ist. Hierzu reicht es einfach, Fakten mit homonymen Substantiven in einem völlig anderen Kontext erscheinen zu lassen und als alternativlose Wahrheit in unsere Gehirne zu brennen wie Daten auf einen CD-Rohling, zum Beispiel "Flüchtlingskrise", "Klimanotstand" & "Kampf gegen Rechts". Die Worte mal in den Synapsen zergehen lassen…was bedeuten sie überhaupt?

    "Lebensmittelverschwendung" suggeriert Dir und mir, wir Deutschen schmeißen zu viel weg und sollten uns was schämen. Richtig! Sowas tut man nicht! Dabei ist zum Beispiel die Erfindung des MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) in China überhaupt nicht bekannt, von wo die ganzen Grundstoffe für unser Industriefutter stammen! Alles was wir wegschmeißen, weil es angeblich genau HEUTE verdorben sein soll, ist noch lange haltbar. Eier gekühlt 1-2 Monate, Joghurts ebenfalls. Manche Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Essig und Salz sogar unbegrenzt. Konserven (Lebensmitteldosen) sind auch 70 Jahre später noch genießbar. Man hat 4000 Jahre alten Honig in Ägypten gefunden…und verkostet. Dieses MHD ist eine Marketing-Erfindung der Supermarktketten zur Profitmaximierung, um uns "ständige Frische" bei "unbegrenzter Auswahl" zu suggerieren. DIE schmeißen weg! Jeden Tag. Völlig unnötig.

    Ich schweife wieder ab, zurück zum Internet. Ja, da haben sich viele Hobby-YouTuber usw. mit Halbwahrheiten einen Namen gemacht und ihr Portemonaie gefüllt. DaggieBee oder wie die heißt ist jetzt sogar im Fernsehn. Die kennt doch jeder! Das ist die, die sich ihre ganze Mundflora verätzt indem sie die Zahnschmelz mit Backpulver und Zitronensäure bleicht, äh, pulverisiert. Na danke für´s Vorbild.

    Oder die ganzen Survival-Kanäle, wo sie in den Wald gehen und einen Tannennadeltee aufkochen. Wo ist der Fehler? Katastrophe. Die anderen testen nur unnützen Scheiß den eh keiner mitschleppen kann und würde, auch für Geld. Sind sind schließlich authentische Survival-Experten! Da kauft man im Vertrauen.

    Ja, was kann man davon alles wirklich noch gebrauchen? Wie kam man denn früher zurecht? Hmm. Eigentlich genauso? Man hat Experten gesucht und befragt, oder sich eine Zeitschrift, die von Experten geschrieben wird, besorgt. Damals hat man sich die "PM" gekauft, heute gockelt man. Nur, PM hat´s mir gesagt! Bei Gockel muß ich wissen wonach ich suche, und es bietet mir verschiedene Antworten, passend zu dem, was ich glauben möchte! Das ist ein gewaltiger Unterschied.

    Beispiel: Goldstaub trinken ist gut für die Gesundheit. Oder kollodiales Silber oder so. Aha. Jetzt liest man und liest man und stellt fest: Beides hilft ungemein. Oder Beides ist sogar gefährlich. Ja was denn nun?! Man weiß es nicht. Das ist doch scheiße!

    Möchte mal behaupten, wir können uns heute mit dem Internet eine eigene Realität zusammenreimen, wie Pippi Langstrumpf ihre Welt wie sie ihr gefällt. "Ob ihr richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht" gibt das nicht mehr. Ihr steht immer richtig! Denn es wird immer jemanden auf der Welt geben, der den Artikel über die flache Erde auch gelesen hat. Konträr zu den Reptilienmenschen in der hohlen Erde-Anhängern, versteht sich. Flache Erde, solche Spinner. Hohl ist die, voller böser Echsen.

    Ob das alles so gut ist? Es gibt keine Bedienungsanleitung für das Internet, nur den menschlichen Verstand. Und an den als Grundvorraussetzung zu appelieren dürfte bei einigen Zeitgenossen bereits an der ideologisch selbst-ausgeformeten Firewall zerschellen. Lass mich! KLIMAAAA!!!

    Wobei, das wirft die nächste Frage auf: Ist das nicht alles nur menschlich? Jeder macht in der Jugend alle möglichen Trends und Veränderungen durch, wie Jürgen II mit dem Schopenhauer neulich aufzeigte. Bis er/sie/es/divers auf etwas Anderes stößt, was vielleicht interessanter und zielführender sein könnte. Das Internet ist noch jung, und wir als Benutzer anscheinend auch.

     

    • "wie Jürgen II mit dem Schopenhauer neulich aufzeigte"

      Du siehst, ich habe Deinen Kommentar bis zum Ende gründlich gelesen!

      Wenn wir nun einmal nicht durchdringen und erfahren müssen , daß ein anti-russischer Luftikus namens Röttgen, Larry Finks Marionette namens Merz, Merkels Busenfreund Laschet demnächst über uns herrschen werden, ist es am besten sich mit Schopenhauer (Aphorismen) über die Nichtigkeit aller menschlichen Exitenz zu trösten, der übrigens meinte, das beste wäre für uns alle, wir seinen nicht geboren worden:

      51. Über keinen Vorfall sollte man in großen Jubel, oder große Wehklage ausbrechen; teils wegen der Veränderlichkeit aller Dinge, die ihn jeden Augenblick umgestalten kann; teils wegen der Trüglichkeit unseres Urteils über das uns Gedeihliche, oder Nachteilige; infolge welcher fast jeder einmal gewehklagt hat über das, was nachher sich als sein wahres Bestes auswies oder gejubelt über das, was die Quelle seiner größten Leiden geworden ist. Die hier dagegen empfohlene Gesinnung hat Shakespeare schön ausgedrückt:

      I have felt so many quirks of joy and grief,
      That the first face of neither, on the start,
      Can woman me unto it.
      All’s well, A. 3, sc. 2

      So viele Anfälle von Freude und Gram habe ich schon empfunden, daß ich nie mehr vom ersten Anblicke des Anlasses zu einem von beiden sogleich mich weibisch hinreißen lasse.

      Überhaupt aber zeigt der, welcher bei allen Unfällen gelassen bleibt, daß er weiß, wie kolossal und tausendfältig die möglichen Übel des Lebens sind; weshalb er das jetzt eingetretene ansieht als einen sehr kleinen Teil dessen, was kommen könnte. Dies ist die stoische Gesinnung, in Gemäßheit welcher man niemals conditionis humanae oblitus (der menschlichen Bedingung vergessend); sondern stets eingedenk sein soll, welch ein trauriges und jämmerliches Los das menschliche Dasein überhaupt ist, und wie unzählig die Übel sind, denen es ausgesetzt ist. Diese Einsicht aufzufrischen, braucht man überall nur einen Blick um sich zu werfen: wo man auch sei, wird man es bald vor Augen haben, dieses Ringen und Zappeln und Quälen, um die elende, kahle, nichts abwerfende Existenz. Man wird danach seine Ansprüche herabstimmen, in die Unvollkommenheit aller Dinge und Zustände sich finden lernen und Unfällen stets entgegensehen, um ihnen auszuweichen, oder sie zu ertragen. Denn Unfälle, große und kleine, sind das eigentliche Element unseres Lebens. Dies sollte man aber stets gegenwärtig haben; darum jedoch nicht als ein ein „Unzufriedener“, mit Beresford, über die stündlichen miseries of human life  (Mißgeschicke des Menschenlebens) lamentieren und Gesichter schneiden, noch weniger in pulicis morsu Deum invocare (beim Flohstich Gott anrufen); sondern, als ein „ein Bedächtiger“, die Behutsamkeit im Zuvorkommen und Verhüten der Unfälle, sie mögen von Menschen, oder von Dingen ausgehen, so weit treiben und so sehr darin raffinieren, daß man, wie ein kluger Fuchs, jedem großen oder kleinen Mißgeschick (welches meistens nur ein verkapptes Ungeschick ist) säuberlich aus dem Wege geht.

      Daß ein Unglücksfall uns weniger schwer zu tragen fällt, wenn wir zum voraus ihn als möglich betrachtet und, wie man sagt, uns darauf gefaßt gemacht haben, mag hauptsächlich daher kommen, daß, wenn wir den Fall, ehe er eingetreten, als eine bloße Möglichkeit, mit Ruhe überdenken, wir die Ausdehnung des Unglücks deutlich und nach allen Seiten übersehen und so es wenigstens als ein endliches und überschaubares erkennen; infolge wovon es, wenn es nun wirklich trifft, doch mit nicht mehr, als seiner wahren Schwere wirken kann. Haben wir hingegen jenes nicht getan, sondern werden unvorbereitet getroffen; so kann der erschrockene Geist, im ersten Augenblicke, die Größe des Unglücks nicht genau ermessen: es ist jetzt für ihn unübersehbar, stellt sich daher leicht als unermeßlich, wenigstens viel größer dar, als es wirklich ist. Auf gleiche Art läßt Dunkelheit und Ungewißheit jede Gefahr größer erscheinen. Freilich kommt noch hinzu, daß wir für das als möglich antizipierte Unglück zugleich auch die Trostgründe und Abhilfen überdacht, oder wenigstens uns an die Vorstellung desselben gewöhnt haben.

      Nichts aber wird uns zum gelassenen Ertragen der uns treffenden Unglücksfälle besser befähigen, als die Überzeugung von der Wahrheit, welche ich in meiner Preisschrift über die Freiheit des Willens aus ihren letzten Gründen abgeleitet und festgestellt habe, nämlich, wie es daselbst, S. 62 (2. Aufl. S. 60) heißt: „Alles was geschieht, vom größten bis zum kleinsten, geschieht notwendig.“ Denn in das unvermeidlich Notwendige weiß der Mensch sich bald zu finden, und jene Erkenntnis läßt ihn alles, selbst das durch die fremdartigsten Zufälle Herbeigeführte, als ebenso notwendig ansehen, wie das nach dem bekanntesten Regeln und unter vollkommener Voraussicht Erfolgende. Ich verweise hier auf das, was ich (Welt als W. u. V. Bd. I, S. 315 u. 46 [3. Aufl. 361]) über die beruhigende Wirkung der Erkenntnis des Unvermeidlichen und Notwendigen gesagt habe. Wer davon durchdrungen ist wird zuvörderst tun was er kann, dann aber willig leiden was er muß. 

      Die Stelle aus „Welt als Wille und Vorstellung": „Denn es gilt von den inneren Umständen, was von den äußeren, daß es nämlich für uns keinen wirksameren Trost gibt, als die volle Gewißheit der unahänderlichen Notwendigkeit. Uns quält ein Übel, das uns betroffen, nicht so sehr, als der Gedanke an die Umstände, durch die es hätte abgewendet werden können; daher nichts wirksamer zu unserer Beruhigung ist, als das Betrachten des Geschehenen aus dem Gesichtspunkte der Notwendigkeit, aus welchem alle Zufälle sich als Werkzeuge eines waltenden Schicksals darstellen und wir mithin das eingetretene Übel als durch den Konflikt innerer und äußerer Umstände unausweichhar herbeigezogen erkennen, also der Fatalismus."

      • Zeitlos und absolut wahr. Ausnahmsweise ist etwas wahr, hurra! Also doch gut, das Internet. Den Schopenhauer werde ich mir mal besorgen. Auch neulich hätte ich ihn gut gebrauchen können, als meine Mutter zu Besuch war und sich über all das gehortete Zeug in meiner Wohnung wunderte. "Wozu brauchst Du das alles?" Für die Apokalypse, Mutti. "Die was?" Da hattest Du abends auch einen schönen Aphorismus zufällig genau passend dazu eingestellt, hab´s leider zu spät gesehen.

        "Haben ist besser als brauchen" oder "Besser haben und nie brauchen" und "Was wir nicht haben brauchen Sie auch nicht".

        • "Da hattest Du abends auch einen schönen Aphorismus zufällig genau passend dazu eingestellt, …"

          Vielleicht:

          "Der Zufall hat bei allen menschlichen Dingen so großen Spielraum, daß wenn wir einer von ferne drohenden Gefahr gleich durch Aufopferungen vorzubeugen suchen, diese Gefahr oft durch einen unvorhergesehenen Stand, den die Dinge annehmen, verschwindet, und jetzt nicht nur die gebrachten Opfer verloren sind, sondern die durch sie herbeigeführte Veränderung nunmehr, beim veränderten Stande der Dinge, gerade ein Nachteil ist. Wir müssen daher in unseren Vorkehrungen nicht zu weit in die Zukunft greifen, sondern auch auf den Zufall rechnen und mancher Gefahr kühn entgegensehen, hoffend, daß sie, wie so manche schwarze Gewitterwolke, vorüberzieht."

          Ich halte nichts davon, riesige Mengen Lebensmittel zu horten, weil deren Verbrauch dann ständig überwacht werden muß.  Die Furcht vor der  Apokalypse zwingt uns zu Vorsichtsmaßnahmen, die uns im Ernstfall nicht helfen werden, wie etwa den 17 Millionen Deutschen, die aus den Ostgebieten vertrieben wurden und die ihren Schmuck zum Teil in Gräbern versteckten und zurückließen. 

          Schopenhauer eignet sich gut für Zitate, weswegen ich ihn demnächst ins Internet stellen werde.  Hier eine andere Ausgabe:  

          https://d-nb.info/1041219032/34

          Man muß auch sehr darauf achten, die Empfindlichkeit seiner Mitmenschen nicht zu verletzten, was mir leider nicht immer gelungen ist:

          "26. Die meisten Menschen sind so subjektiv, daß im Grunde nichts Interesse für sie hat, als ganz allein sie selbst. Daher kommt es, daß sie bei allem, was gesagt wird, sogleich an sich denken und jede zufällige, noch so entfernte Beziehung auf irgend etwas ihnen Persönliches ihre ganze Aufmerksamkeit an sich reißt und in Besitz nimmt; so daß sie für den objektiven Gegenstand der Rede keine Fassungskraft übrig behalten; wie auch, daß keine Gründe etwas bei ihnen gelten, sobald ihre Interesse oder ihre Eitelkeit denselben entgegensteht. Daher sind sie so leicht zerstreut, so leicht verletzt, beleidigt oder gekränkt, daß man, von was es auch sei, objektiv mit ihnen redend, nicht genug sich in acht nehmen kann vor irgendwelchen möglichen, vielleicht nachteiligen Beziehungen des Gesagten zu dem werten und zarten Selbst, das man da vor sich hat: denn ganz allein an diesem ist ihnen gelegen, sonst an nichts, und während sie für das Wahre und Treffende oder Schöne, Feine, Witzige der fremden Rede ohne Sinn und Gefühl sind, haben sie die zarteste Empfindlichkeit gegen jedes, was auch nur auf die entfernteste und indirekteste Weise ihre kleinliche Eitelkeit verletzen oder irgendwie nachteilig auf ihr höchst pretioses  Selbst reflektieren könnte; so daß sie in ihrer Verletzbarkeit den kleinen Hunden gleichen, denen man, ohne sich dessen zu versehen, so leicht auf die Pfoten tritt und nun das Gequieke anzuhören hat; oder auch einem mit Wunden und Beulen bedeckten Kranken verglichen werden können, bei dem man auf das Behutsamste jede mögliche Berührung zu vermeiden hat. Bei manchen geht nun aber die Sache soweit, daß sie Geist und Verstand, im Gespräch mit ihnen an den Tag gelegt oder doch nicht genugsam versteckt, geradezu als eine Beleidigung empfinden, wenngleich sie solche vor der Hand noch verhehlen; wonach dann aber nachher der Unerfahrene vergeblich darüber nachsinnt und grübelt, wodurch in aller Welt er sich ihren Groll und Haß zugezogen haben könnte. – Ebensoleicht aber sind sie auch geschmeichelt und gewonnen. Daher ist ihr Urteil meistens bestochen und bloß ein Ausspruch zugunsten ihrer Partei oder Klasse; nicht aber ein objektives und gerechtes. Dies alles beruht darauf, daß in ihnen der Wille bei weitem die Erkenntnis überwiegt und ihr geringer Intellekt ganz im Dienste des Willens steht, von welchen er auch nicht auf einen Augenblick sich losmachen kann."

          • Jupp, der war´s. 🙂 Oh ja, andere nicht zu verletzen…muß man aufpassen. Nicht jeder teilt oder versteht solche Gedankengänge. Mußte gerade schmunzeln: Die Frau eines Freundes hat mich mal richtig angegiftet, als ich (ebenfalls) die Erziehung ihres kleinen/ersten Kindes mit dem Abrichten eines Hundes verglichen habe. Ich habe nur gesagt, wenn man ihm das nicht rechtzeitig austreibt, wird er es immer wieder tun, weil er denkt es sei in Ordnung. Wie ein junger Welpe eben. "Wie kannst Du es wagen unseren Sohn mit einem Hund zu vergleichen!?! Er ist ein Mensch!! Aber Du hast ja nichtmal Kinder!" Oh weia…

        • Ich bezweifele, daß er sein Wissen über Frauenliebe nur aus Büchern hatte.  Jedenfalls hat er aber das Geld geliebt, weil nur das Geld dem Philosophen Unabhängigkeit und Freiheit gewährt, was dann im dirkten Gegensatz zur Liebe zu Frauen steht, weil man dann als Mann kein Geld mehr hat. 

          "Ich glaube keineswegs etwas meiner Feder Unwürdiges zu tun, indem ich hier die Sorge für Erhaltung des erworbenen und des ererbten Vermögens anempfehle. Denn von Hause aus so viel zu besitzen, daß man, wäre es auch nur für seine Person und ohne Familie, in wahrer Unabhängigkeit, d. h. ohne zu arbeiten, bequem leben kann, ist ein unschätzbarer Vorzug: denn es ist die Exemtion ( Freistellung ) und die Immunität von der dem menschlichen Leben anhängenden Bedürftigkeit und Plage, also die Emanzipation vom allgemeinen Frondienst, diesem naturgemäßen Lose des Erdensohns. Nur unter dieser Begünstigung des Schicksals ist man als ein wahrer Freier geboren: denn nur so ist man eigentlich sui juris (sein eigner Herr), Herr seiner Zeit und seiner Kräfte, und darf jeden Morgen sagen: „Der Tag ist mein.“ Auch ist ebendeshalb zwischen dem, der tausend, und dem der hunderttausend Taler Renten hat, der Unterschied unendlich kleiner, als zwischen ersterem und dem, der nichts hat. Seinen höchsten Wert aber erlangt das angeborene Vermögen, wenn es dem zugefallen ist, der mit geistigen Kräften höherer Art ausgestattet, Bestrebungen verfolgt, die sich mit dem Erwerbe nicht wohl vertragen: denn alsdann ist er vom Schicksal doppelt dotiert und kann jetzt seinem Genius leben: der Menschheit aber wird er seine Schuld dadurch hundertfach abtragen, daß er leistet, was kein anderer konnte und etwas hervorbringt, das ihrer Gesamtheit zugute kommt, wohl auch gar ihr zur Ehre gereicht. Ein anderer nun wieder wird, in so bevorzugter Lage, sich durch philantropische Bestrebungen um die Menschheit verdient machen. Wer hingegen nichts von dem allen, auch nur einigermaßen, oder versuchsweise, leistet‚ ja, nicht einmal, durch gründliche Erlernung irgendeiner Wissenschaft, sich wenigstens die Möglichkeit eröffnet, dieselbe zu fördern, – ein solcher ist, bei angeerbtem Vermögen, ein bloßer Tagedieb und verächtlich. Auch wird er nicht glücklich sein: denn die Exemtion von der Not liefert ihn dem andern Pol des menschlichen Elends, der Langeweile, in die Hände, die ihn so martert, daß er viel glücklicher wäre, wenn die Not ihm Beschäftigung gegeben hätte. Eben diese Langeweile aber wird ihn leicht zu Extravaganzen verleiten, welche ihn um jeden Vorzug bringen, dessen er nicht würdig war. Wirklich befinden Unzählige sich bloß deshalb in Mangel, weil, als sie Geld hatten, sie es ausgaben, um nur sich augenblickliche Linderung der sie drückenden Langeweile zu verschaffen."

          Seine Philosophie versucht unter anderem zu verstehen, was für ein Natur jeder von uns hat, wie er fühlt, wie seine Moral ist.  Die in uns von Natur aus angelegten Gefühle, Bedürfnisse, Eintellungen, die die Motive für unsere Taten bilden,  sind so vielgestaltig, mannigfach, daß deren Analyse eine wahrhaft schwierige intellektuelle Aufgabe ist.

          • Na ich weiß nicht? 

             Das Ererbte, wurde es nicht auch von irgendwem erarbeitet? Laut Wikip. wurde er ja mit seiner Volljährigkeit ausbezahlt und konnte sich den Luxus "des Genius" dann ja leisten …

             Und ob die Menschheit seiner selbst gerechtfertigten "Leistungen", die ja anders gar nicht möglich wären (!), unbedingt bedarf, steht auch noch auf einem ganz anderen Blatt!

             Er mag es verurteilen, daß es ihm nicht jeder gleich tun kann, aber, erstens sind die Menschen nicht alle gleich, und zweitens, setzt er sich damit selbst zum Maßstab und erhebt sich damit über andere!

             Die Analyse des Menschen ist heute Aufgabe mannigfacher Berufsstände. Das würde ja unterstellen, sie könnten ihrer Aufgabe nicht wirklich nachkommen, weil sie ja damit einer Erwerbstätigkeit nachgingen …

             Na ja, der Herr Schopenhauer war scho´ kei´ G´wöhnlicher!

             

             

             

            • Der Geist kann nur wirklich frei sein, wenn er an keine irdischen Zwänge gebunden ist. Dazu gehören nunmal Geld (dessen Erwerb->bindet Zeit & kostet Muse) oder Religionen. Eine Ausnahme wäre hier wohl der Dalai Lama, auch ein hervoragender Denker. Ob die Menschheit Schopenhauer´s Werke nun braucht oder nicht sei dahingestellt; einige mögen durchaus nicht in der Lage sein ihm zu folgen. Doch eventuell könnten sie es, wären sie wirklich frei. Man denke an muslimische Frauen. Wie soll sich so ein freier Geist je entwickeln können?

              Mit die weisesten Menschen waren sicher auch die Native Americans, bevor sie der weiße Mann mit Feuerwasser, Schießpulver, Gier nach Geld und Besitz dem Untergang weihte. Sie kannten keinen Neid, kein Mein & Dein. Ihr Geist war mit allem verwoben was sie umgab. Sie waren gänzlich frei.

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