IWF bereichert sich an griechischer Notlage

Während die Griechen in den letzten Jahren unter unsäglichen Härten leiden mußten, machte der Weltwährungsfonds (IWF) seit 2010 mit den „Rettungspaketen“ für Griechenland 2,5 Mrd. Euro Gewinn, wie die britische Nichtregierungsorganisation Jubilee Debt Campaign berichtet. Wenn Griechenland die Kredite vollständig zurückzahlt, betrüge der Profit für den IWF bis 2024 etwa 4,3 Mrd. Euro.

Die NGO merkt an, daß der IWF auf die Kredite 3,6% effektiven Jahreszins nimmt, obwohl die Kosten für den IWF selbst derzeit nur etwa 0,9% betragen. Wenn Griechenland seit 2010 nur 0,9% Zinsen gezahlt hätte, dann „hätte es 2,5 Mrd.€ weniger für Schuldendienst gezahlt“. Ein Viertel des gesamten Gewinns des IWF seit 2010 komme aus Griechenland.
Der Ökonom Tim Jones von Jubilee Debt Campaign schreibt, mit den IWF-Krediten an Griechenland „wurden nicht nur Banken gerettet, die von vornherein verantwortungslos Geld verliehen, es wurde sogar noch mehr Geld aus dem Land geholt. Die Wucherzinsen kommen zu den ungerechten Schulden, die den Griechen aufgezwungen wurden, hinzu.“

Wenn die parlamentarische Untersuchungskommission über die griechischen Schulden in Athen, die am 4. und 5. April erstmals tagte, ihre Ergebnisse vorlegt, könnte ein Ende dieser unhaltbaren Situation eingeleitet werden. Die Kommission soll klären, welche Teile der griechischen Schulden illegal, illegitim, unmoralisch oder untragbar sind, und sie soll im Juni ihren ersten Bericht vorlegen. Daß die Regierung geschlossen hinter dieser Initiative steht, zeigte die erste Sitzung, in der Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos sprach und zehn Minister einschließlich Ministerpräsident Tsipras und Verteidigungsminister Panos Kammenos anwesend waren.

Mitglieder der Kommission sind die Syriza-Europaabgeordnete Sofia Sakorafa, der belgische Ökonom Eric Toussaint, der UN-Schulden- und Menschenrechtsexperte Cephas Lumina, die Menschenrechtlerin Margot Salomon aus London und Maria Lucia Fattorelli, die schon in einer vergleichbaren Schuldenkommission in Ecuador mitgearbeitet hat.

Quelle: bueso

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