Ist Gold die letzte Rettung?

Auch Goldbesitzer werden Ende der nächsten Dekade hungern und frieren. Das reale Wirtschaftswachstum, das notwendige wäre, um allein die bereits lebenden Menschen zu ernähren, bricht – aufgrund des dramatisch sinkenden EReOI bei der Ölförderung – bereits mittelfristig völlig zusammen. Können sich Goldbesitzer den Folgen dieser Entwicklung entziehen?Die Entwicklung wird keine Jahrzehnte dauern, allenfalls Jahre. Jeder Aufschub heute erhöht die Fallhöhe.

Die wesentliche Ursache für die weltweiten Kriege, Radikalisierungen, Separationsbewegungen, den Terror und die Flüchtlingsbewegungen haben ihre Ursache darin, dass sich die Verfügbarkeit von billigen Roh- und Brennstoffen stetig verringert.

Öldämmerung

Öl ist unser wichtigster Brennstoff. Es gibt noch sehr viel davon, jedoch wird es immer aufwendiger und komplexer, das Öl zu fördern, zu verarbeiten und zu verteilen. Es muss z.B. tiefer gebohrt oder schuldenfinanziert gefrackt werden, der Wasseranteil in den alten Ölfeldern wird ständig höher, die Qualität sinkt, die technischen Prozesse werden komplizierter und damit teurer. Der Energieanteil in einem Barrel Öl, der für diese Prozesse aufgewendet wird, steigt und steigt, weil die „einfachen“ Ölfelder zuerst ausgebeutet wurden. Jetzt bohrt man u.a. in der Tiefsee. Der Energieanteil, der der Wirtschaft und den Menschen zur Verfügung steht, sinkt entsprechend.

Man spricht von sinkendem EROEI (Energy return on energy invested).

Regenerative Energiekonzepte sind ohne eine fossile Energiebasis nicht denkbar. Der EROEI von z.B. Windkraft ist ungünstig, wenn man den gesamten Prozess betrachtet, incl. Herstellung und Wartung. Außerdem kann man mit Windenergie keine Windräder herstellen.

Um den energiegetriebenen Kreislauf überhaupt aufrecht zu erhalten, steigt die Verschuldung auf allen Ebenen. Die Verschuldung der Ölindustrie und entfallende Gewinne sind der Grund für das aktuell relativ preisgünstige Öl. Der Prozess wird subventioniert!

Gleichzeitig sinkt durch den Netto-Energiemangel die Fähigkeit, Schulden in der Zukunft zu tilgen.

Öl ist zu billig für die Hersteller und zu teuer für die Wirtschaft. Eine Zwickmühle!

Ausgepowert

Die verfügbare Netto-Energie pro Welt-Einwohner sinkt, weil der Prozess der Förderung und Verarbeitung selbst einen immer größeren Anteil benötigt. Weniger Netto-Energie pro Kopf hat einen unmittelbaren Einfluss auf die Lebensmittelproduktion (Transport, Ackerbau, Düngung etc.) und auf Lebenschancen.

Das weiter anhaltende Bevölkerungswachstum – jeden Tag kommt etwa eine Stadt wie Münster hinzu – verstärkt diesen Trend.

Ganze Staaten und Bevölkerungs-Schichten geraten dadurch unter Druck. Die Entwicklung ist deflationär. Ölförderstaaten wie z.B. Ägypten, Großbritannien und Venezuela, schwache Volkswirtschaften wie Griechenland oder die verschuldete, mit Doppeljobs belastete amerikanische Mittelschicht sind Beispiele für Gesellschaftsbereiche, die unter sinkender, verfügbarer Netto-Energie leiden.

Es braucht Öl, um nach Öl zu bohren. Bei sinkendem Erntefaktor und gleichzeitig sinkender Erdölausbeute bleibt immer weniger von immer weniger übrig. Ergebnis:

In dreizehn Jahren (also bis 2030), wird der Menschheit kein Erdöl mehr zur Verfügung stehen. Erdöl macht zwischen 30 und 40% unserer Primärenergie aus und ohne dieses Schmiermittel werden auch andere, zwingend notwendige Energiequellen wie Kohle und Uran sowie Erze nicht mehr oder nur sehr begrenzt für die Industriezivilisation zur Verfügung stehen.

Erneuerbare industrielle Energiequellen zur Elektrizitätsgewinnung sind reine Ölderivate und werden das Erdölzeitalter nicht oder kaum überdauern. Im Lichte der Netto-Energie aus Erdöl stehen gravierende Änderungen an, wie wir sie uns nicht vorstellen können.

Europa im Erdölrausch


88 Millionen Fässer Erdöl werden weltweit täglich verbraucht. Das sind 44 Supertanker. Woher kommt das Öl? Wie hat es die europäische Geschichte in den letzten 150 Jahren beeinflusst? Und vor allem: Warum geht es uns jetzt aus?

Daniele Ganser, Peak-Oil-Experte und Friedensforscher, legt die erste Gesamtdarstellung zu Europas Erdöl-Abhängigkeit vor. Er schildert den Beginn der Erdölindustrie, das durch billige Energie angetriebene Wirtschaftswachstum, die Erdölkrisen der 1970er-Jahre und die Hintergründe des andauernden, blutigen Kampfs ums Erdöl bis hin zu den jüngsten Kriegen im Irak und in Libyen.
Absoluten Neuigkeitswert hat Gansers Nachweis, dass beim konventionellen Erdöl weltweit bereits 2005 das Fördermaximum erreicht wurde. Für heiße Diskussionen werden auch seine Szenarien zur energiepolitischen Zukunft sorgen: Spitzt sich der globale Kampf ums Erdöl zu? Gelingt den Europäern das Wunder mit einer Wende hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien?

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