Ist das Leben nicht schön?

Tageskommentar (11.12.12) von Michael Winkler

Ist das Leben nicht schön? In Bochum wird bekanntgegeben, daß 3.000 Opel-Mitarbeiter auf die Straße gesetzt werden, und die selbsternannte beste Regierungschefeuse aller Zeiten begibt sich nach Oslo, um als „Ich bin auch hier!“ eine Nebenrolle bei der Verleihung des Friedensnobelpreises zu spielen. Ist das Festchen noch so klein, wird es doch schöner als Arbeit sein – das kennen wir doch.

Immerhin, das Trio der offiziellen Delegation hätte die EU gar nicht besser repräsentieren können: Als erstes der ratlose Ratsvorsitzender van Dummboy, der, weil er genau weiß, daß bei einer Direktwahl er keinerlei Chancen hätte, auch künftig seinen Posten per Hinterzimmer vergeben möchte. Als zweites Altkommunist Barroso, das Gesicht des Niedergangs einer Idee, die gründlich in die Irre gelaufen ist. Als drittes EU-Parlamentspräsident Schulz, der einem Parlament vorsteht, das bislang vor allem durch Abgeordnete aufgefallen ist, die mit allen Tricks abkassieren, aber nicht wirklich etwas zu sagen haben.

Cyril Northcote Parkinson hat herausgefunden, daß eine Institution, ob nun Behörde oder Firma, immer dann zugrunde geht, wenn sie sich eine wunderbare und geradezu perfekte Zentrale zugelegt hat. Das Provisorium in Bonn beherbergte die Regierungen des Wirtschaftswunders und der Wiedervereinigung, das protzige Kanzleramt in Berlin steht für den ersten Kriegseinsatz der Bundeswehr, für Dosenpfand, Euroeinführung, Dauerkrise und Angela Merkel. Die EWG war eine machtlose Freihandelszone, die EU steht mit ihren zahlreichen Gremien und unkontrolliert gewucherten Beamtenhorden für Instabilität, Dauerstreit und Glühbirnenverbot. Immerhin, es besteht Hoffnung: Es geht kaputt, was uns kaputt macht.

Quelle: michaelwinkler

 

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