Island: Statt Banker-Boni Haftbefehle

Island: Statt Banker-Boni Haftbefehle – “Wer spekuliert trägt das Risiko”

Posted by aikos2309

Als der isländische Premierminister Geir Haarde im Oktober 2008 seine Rede an die kleine Nation mit “Gott schütze Island” beendete, hatte er seine Landsleute gerade darüber informiert, dass Island und damit alle 300.000 Isländer pleite waren.

Island war das erste Land, das durch einen windigen Boom mit dubiosen Bankkrediten kollabierte. Vier Jahre später steht Island da als Phönix aus dem ewigen Eis. Wie haben sie es gemacht? Statt Boni an Banker zu verteilen, gab es Haftbefehle. Der Staat rettete nicht die Banken, sondern seine Einwohner.

Den kleinen Hausbesitzern erließ man die aufgeblähten Hypotheksschulden. “Wer spekuliert, trägt das Risiko, nicht wir”, sagten die Isländer selbstbewusst. Deshalb gab es auch keine Einschnitte im Sozialstaat und die einheimische Wirtschaft wurde gestärkt.

Die Arbeitslosigkeit sank drastisch und nun steht Island vor einem gesunden Neuanfang.

Ein isländisches Wunder oder ein Vorbild für andere Nationen? Übrigens hat Island keine Lust mehr, der EU beizutreten.

Link zum Radiobeitrag

Ex-Chef der Kaupthing-Bank kommt vor Gericht

Knapp fünf Jahre nach Zusammenbruch des isländischen Finanzsektors steht dem früheren Chef der Kaupthing-Bank ein Prozess bevor. Gegen Heidar Mar Sigurdsson und acht weitere frühere Angestellte der damals größten isländischen Bank werde am 24. April vor einem Bezirksgericht in der Hauptstadt Reykjavik Anklage erhoben, sagte Sonderstaatsanwalt Olafur Thor Hauksson. Das Verfahren gegen sie könne ein Jahr dauern. Sigurdsson werden Betrug und Manipulation des Aktienkurses der Bank vorgeworfen.

Der Ex-Kaupthing-Chef soll laut Staatsanwaltschaft einen Kredit bei der Kaupthing aufgenommen haben, um Aktien der Bank zu kaufen. Diese habe er dann für 572 Millionen Kronen (etwa 3,6 Millionen Euro) an seine eigene Firma verkauft – und mit der Transaktion einen Gewinn von 325 Millionen Kronen gemacht. Zwei Monate später brach die Kaupthing zusammen.

Medienberichten zufolge stehen auch sechs früheren Verantwortlichen der Landsbanki Anklagen bevor, der damals zweitgrößten Bank Islands. Auch gegen vier frühere leitende Mitarbeiter der ebenfalls Pleite gegangenen Glitnir-Bank wird ermittelt, wie der Rundfunksender RUV meldete.

Kaupthing, Glitnir sowie Landsbanki hatten bei ihrem Kollaps 2008 einen riesigen Schuldenberg hinterlassen. Die Pleite der Großbanken und die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise ließen den isländischen Finanzsektor damals in sich zusammenbrechen.

Die Reykjavík-Nikosia-Connection

Die Situation im Eurokrisenland Zypern ist durchaus mit der in Island 2008 ver-gleichbar. Der isländische Finanzsektor war damals mit dem Zehnfachen des Brutto-sozialprodukts relativ gesehen noch stärker aufgebläht als der der Mittelmeerinsel.

Anleger waren durch hohe Zinsen und großzügige Finanzgesetze angelockt worden – auch solche aus Russland; den Verdacht auf Geldwäsche gab es auch damals. Zeitweise ver-handelte auch Reykjavík mit Moskau über Finanzhilfen, um den Kollaps abzuwenden. Doch die Regierung ließ die Banken pleitegehen.

Vor allem angesichts einer Bevölkerung, die auf der Straße und per Stimmzettel die Belastung der Steuerzahler mit Bankschulden strikt ablehnte, wurden Kleinanleger schließlich über die Einlagensicherung entschädigt. Kapitalanleger, Eigentümer und Aktionäre erlitten teilweise herbe Verluste.

Der Gerichtshof des Europäischen Freihandelsabkommens (Efta) stellte Ende Januar fest, dass Island korrekt handelte, als es über die Kapazität der gesetzlichen Einlagen-sicherung hinaus Forderungen gegenüber der Staatskasse aus den Bankenpleiten ablehnte. Begründung der Efta-Richter: Die EU-Bankenrichtlinien gäben nichts für weitergehende Verpflichtungen der Staaten her.

Islands Wirtschaft hat sich wesentlich schneller vom Crash erholt, als 2008 befürchtet worden war. Derzeit erzielen die Insulaner die höchsten Wachstumsraten in Europa. Das Land refinanziert sich an den Finanzmärkten mittlerweile sogar billiger als Italien oder Spanien. Die Geschichte Islands als Finanzzentrum mit international tätigen Banken gehört allerdings der Vergangenheit an.

Quellen: PRAVDA-TV/dradio.de/sueddeutsche.de/taz.de vom 28.03.2013

Quelle: pravdatv 

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Von dem Hosenanzug und dem Gollum im Rollstuhl ist derartiges allerdings nicht zu erwarten. Sie dienen lieber der Hochfinanz als dem eigenen Volk.  

 

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