In Trippelschritten zur großen Enteignung

Im Juli 2008 betrug der Leitzins der EZB 3,25%. Seit dem wurde er in Trippelschritten gesenkt und steht mit dem 10.03.2016 bei Null Prozent. Über die letzte Zinssenkung von 0,25% auf jetzt 0% wird zwar in den alternativen Medien heftig debattiert, in den Mainstream-Blättern jedoch durchweg positiv bewertet.

Man stelle sich vor, Herr Draghi hätte den Leitzins von 3,25% mit einem Schlag auf 0% gesenkt; es hätte als Bombe in die Finanzmärkte eingeschlagen. So aber haben sich die Marktteilnehmer über sieben Jahre Schritt für Schritt an den niedriger werdenden Zins gewöhnt und es ist absehbar, man würde sich auch noch an negative Zinsen gewöhnen.

Genau diese Trippelschritte sind es, die uns über einen langen Zeitraum das Gefühl geben, die Verantwortlichen haben den Laden im Griff.
Bei der Einschränkung der Meinungsfreiheit wurden die Trippelschritte ebenso wenig wahrgenommen. Inzwischen gilt jeder, der die Politik der Regierung kritisiert, als rechtsradikal. Im Beruf, beim Umgang mit Geschäftskunden, gegenüber Behördenmitarbeitern, selbst gegenüber Nachbarn kann das äußerst nachteilig sein.
Die Anfänge liegen Jahre zurück. Wer sich heute politisch äußert, muß vorsichtig sein, wenn er kein Rentner ist, sondern beruflich weiterkommen oder überhaupt seinen Arbeitsplatz behalten möchte. Journalisten sind doppelt vorsichtig und schreiben lieber gleich ab, was das Bundespresseamt vorgibt. Wer keine Schwierigkeiten haben will, schwimmt eben mit dem Strom.

Der einmalige Fehler: Mit ihrem Öffnen der Scheunentore für die Flüchtlingsmassen hat Merkel das Prinzip der Trippelschritte verlassen. Deswegen muß sie nun alles aufbieten, um die entstandene Unruhe in der Bevölkerung zu minimieren. Die „Leidmedien“ helfen ihr nach Kräften. Die Bilder von Flüchtlinsmassen an Grenzzäunen und Bahnhöfen sind verschwunden. Man erzählt, die Balkanroute werde geschlossen, die Flüchtlingszahlen gingen zurück, der Aufwand für die Flüchtlinge sei viel geringer als kolportiert werde, von erhöhten Kriminalitätsraten keine Spur.

Trotzdem gibt es in der Bevölkerung eine gewissen Unruhe. Weil dies vor Wahlen besonders unangenehm ist, werden Kritiker der „positiven Entwicklung“ nicht nur in die rechte Ecke gedrängt, sondern kriminalisiert.
Der aufkeimende Protest löst sich in Luft auf. Das System hält zusammen. Anzeigen wegen Landesverrat verpuffen zwangsläufig ins Leere, wenn die Massenmedien nur positiv über Erfahrungen mit den Flüchtlingen berichten.

Jeder Kritiker fühlt sich allein. Gemeinsamer Widerstand kommt nicht zustande. Die Unzufriedenen warten auf eine günstige Stunde. Sie meinen, die käme erst nach dem nächsten oder übernächsten Schritt, der mit einer schockierenden Gelegenheit urplötzlich eintreten würde. Viele sind überzeugt, in einem solchen Fall unbedingt handeln zu wollen. Ist diesen Zeitgenossen bewußt, daß sie seit Jahren mit der gleichen Ausrede einfach nur abwarten?

Auf dem Weg zur Rettung Griechenlands gab es viele atemraubende Stationen.
Die Zunahme der Staatsverschuldung lief über mehrere schockierende Etappen. Wer außer Griechen ging bislang auf die Straße? An die große Enteignung mag die Masse nicht glauben.
Vom Osten Mitteldeutschlands bis in den fernen Westen der Republik werden die Teilnehmerzahlen an Demonstrationen geringer. Noch ist die Angst, man könnte am Ende allein auf der Straße stehen, überwältigend. Unsicherheit hält die Menschen „gefangen“.

Unsicherheit ist ein wesentlicher Faktor, der nicht etwa mit der Zeit abnimmt, sondern wächst. Warum – so fragen sich viele -, warum soll ich demonstrieren? Solange der Bäcker Brötchen verkauft, die Butter im Supermarkt nicht teurer wird, der Geldautomat noch hergibt, was ich fordere, solgane kann es nicht so schlimm sein, wie manche Leute unken.
Schwarzseher werden schnell zu Neurotikern erklärt.

Die Richtigkeit untrüglicher Befürchtungen ist nicht zu beweisen. Kollegen, Nachbarn, Freunde wollen sich von Vermutungen nicht den Tag verderben lassen. Im harmlosen Fall gilt man als Querulant, im schlimmeren als geisteskrank. Plötzlich steht man allein.

Die Trippelschritte zum Ende des Systems können mit der Zeit größer werden, doch solange Schritt C die persönliche Situation nicht schlechter werden läßt als nach Schritt B und der folgende Schritt D auch keine gravierende Verschlechterung bringt wie die Pessimisten an die Wand malen, solange wird dem System die Treue gehalten.

Eines Tages aber ist es zu spät. Sobald der Masse die Last der Selbsttäuschung zu schwer geworden ist, kann ein weiterer Trippelschritt die sorgsam gepflegte Fata morgana in Luft auflösen. Wunschdenken ist niemals ein Lebensprinzip.

Das Leben ist ein kontinuierlicher Prozess, ein Fluss, der urplötzlich eine Klippe erreicht. Wer diesen Strom nicht rechtzeitig verlassen hat, ist dann nicht mehr zu retten. Zu spät kommt die Erkenntnis, nicht rechtzeitig die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Wer sich in diesen Tagen seine Ruhe und seinen Wohlstand nicht infrage stellen lassen will, wird das was er versäumt hat, nicht mehr nachholen können.

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In Trippelschritten zur großen Enteignung
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