In einer „zensurbehüteten Demokratie“

Die Zeiten, als Zensoren noch mit dem Rotstift Bücher und Zeitungen durchforsten mußten, sind längst vorbei. Weil in unserem Grundgesetz steht: „Zensur findet nicht statt“, gibt es nicht, was nicht sein darf, aber trotzdem tagtäglich passiert.

Wie das? Ganz einfach: In unserer „zensurbehüteten Demokratie“ wird kein Zensor – abgesehen von Publikationen die dem Strafrecht zuwiderlaufen – jemals ein Veröffentlichungsverdikt aussprechen.
Trotzdem ist die Demokratie – wollten wir den Vertretern der Dominanzklasse Glauben schenken – in höchster Gefahr, ist dringend zu schützen, nein zu behüten vor der um sich greifenden Gleichgültigkeit gegen rääächts.
Sobald unsere Werteordnung durch rechtes Gedankengut in Gefahr gerät, darf auch nicht der kleinste Lokaljournalist die Angelegenheit als harmlos erachten; er muß das Potential von Artikulationsverhinderung abschätzen, damit kein rechtes Gedankengut unsere Werteordnung aus der Bahn wirft.

Dieses Wertesystem scheint dermaßen fragil zu sein, daß nicht nur Heerscharen von Blockwarten, Paukern, Pfaffen, sondern gleichviele selbsternannte Antifanten über den schrumpfenden Rest freiheitlich demokratischer Grundordnung mit Argusaugen wachen, dafür lautstark demonstrieren, auch mal kräftig zulangen, Sachen oder Personen schädigen, ohne zu merken, daß sie selbst es sind, die diese freiheitlich demokratische Grundordnung mit jeder ihrer Aktionen infrage stellen.

Allerdings ist diese „zensurbehütete Demokratie“ von höchster Instanz gewollt. Es darf befürchtet werden, daß sich die Verantwortlichen der Dominanzklasse bewußt auf den Weg einer „Volksdemokratie“ begeben, der unschwer mit den Verhältnissen der Deutscher Demokratischer Republik assoziiert werden kann. Wobei eine ganze Generation politisch Linker kaum noch eine Vorstellung von den Verhältnissen in der DDR haben dürfte – wohl aber die einstige FDJ-Sekretärin im Kanzleramt.

Ist die Antifa nichts weiter als eine unbedeutende Privat-Stasi?

In einer „zensurbehüteten Demokratie“
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