Heute habe ich nachträglich den „René-Schneider-Ehrenpreis für deutsche Kunst und Kultur 2017“ an Herrn Michael Winkler für sein Lebenswerk verliehen

von René-Schneider

Herr Winkler hat vom 9. Februar 2005 bis zum 30. April 2018 seine Tageskommentare, wöchentliche Großkommentare („Pranger“) sowie Sachbücher und Belletristik veröffentlicht. Er hat damit länger als die Soldaten beider Weltkriege zusammen an der vordersten Front zur Verteidigung der freiheitlichen und demokratischen Grundordnung gekämpft, den Feinden des Rechtstaates tiefe Wunden geschlagen und eigene Verwundungen billigend in Kauf genommen. Herr Winkler hat jedes Recht, sich heute stolz und unbesiegt vom Schlachtfeld zurückzuziehen; der 30. April wird damit zum nationalen Trauertag des deutschen Volkes.

Geschehen zu Münster in Westfalen, am 30.4.2018

URL: http://www.Schneider-Institute.de/Michael-Winkler-Ehrenblatt.pdf

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Michael Winkler, URL: http://michaelwinkler.de/Kommentar.html
Der letzte Pranger: Der Verlust des Wunderbaren

Es hat einmal eine Zeit gegeben, da war die Welt neu und voller Wunder. Da hat es eine Botschaft gegeben, die durch mich in die Welt treten wollte. Ich habe 14 Jahre gedient, länger gekämpft als die Soldaten beider Weltkriege zusammen. Die Zeit des Kämpfens ist für mich jedoch vorbei. Dies ist der letzte Pranger.

Miachael Winkler, URL: http://www.michaelwinkler.de/Pranger/Pranger.html
Der Verlust des Wunderbaren (21.4.2018)

[…] Das Leben ist eine Anhäufung der ersten und auch der letzten Male. Doch schon die zweite Packung Kartoffelchips ist kein Erlebnis mehr, im Sinne des wunderbar Neuem, sondern eine Wiederholung dessen, was wir schon kennen. Das erste Mal chinesisch essen ist großartig, doch danach kommen nur noch Varianten, keine wirklichen Neuheiten. Die Entdeckungen im Leben werden immer weniger, je mehr man bereits entdeckt hat. Und ja, der wunderbare Mensch, den man kennenlernt, hat ebenfalls Fehler, die man später bemerkt. Das erste eigene Auto, die billige, gebrauchte Schrottkarre, hat die Welt schrumpfen lassen. Die späteren, nagelneuen Autos, voller Raffinessen, haben den Zugewinn bestenfalls ein wenig ausgebaut, das Wunder weder wiederholt noch erneuert.

Die Welt war einmal belebt, Gott hat zugehört, alles, alles war auf rätselhafte Weise lebendig. Der Vogel, der gezwitschert hat, hat gehört, was ich denke, die Tiere konnten alle sprechen, wie in Rudyard Kiplings Dschungelbuch, nur wir Menschen konnten das nicht hören. Gott war der Vertragspartner, mit dem man Dinge ausgehandelt hat. Das Schicksal reagierte auf alles, wer gut gewesen ist, dem ist Gutes widerfahren. Die Welt war magisch. Es hat ein kosmisches Gewebe gegeben, das alles mit allem verbunden hat.

Und dann wurde die Welt entzaubert, mehr und mehr. Ursache und Wirkung, statt des lieben Gottes handelten die Menschen. Nur wenige vernünftig, praktisch alle egoistisch, und viele davon bösartig. Die Welt reagierte auf beste Absichten mit Ablehnung. Der Stau auf der Autobahn war nicht die Strafe dafür, daß ich gestern meine Mutter geärgert habe, sondern die Folge einiger Vollidioten, die unbedingt den Unfall in der Gegenrichtung begaffen mußten. Die drei Transistoren aus dem Elektronik-Baukasten haben einen Rundfunkempfänger ergeben, nicht einen Turing-Sprung, den Kontakt zu einer unbekannten Intelligenz. […]

Ich denke, Sie ahnen schon, daß dies der letzte Pranger sein wird. Ich kämpfe ideenlos um jeden Absatz, mache immer wieder Pausen. Das ist kein Schreiben mehr, das ist ein Dahinstammeln. Das Wunderbare ist aus der Welt entschwunden, so wie im Film von Mister Magorium’s Wunderladen. Dort ist der Laden verfallen, Mister Magorium tatsächlich gestorben, es gab jedoch ein glückliches Ende, mit einer neuen Betreiberin. Für meine Seite wird es keinen neuen Betreiber geben. Ich werde die Seite noch bestehen lassen, das Archiv bleibt erhalten. Und ja, ich werde auch weiterhin Zugang ermöglichen, zu den bisherigen Bedingungen. Wer den Status ewig besitzt, für den wird sich nichts ändern. Wer den Status bis 31.12.2018 hat, der wird mit Ablauf dieses Jahres abgeschaltet. Die Tageskommentare werde ich noch bis Ende des Monats fortführen, dann werden auch sie eingestellt.


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Ohne das Wunderbare erschöpft sich die Kraft. Ich werde das Banner einrollen und das Schlachtfeld verlassen, erschöpft, doch aufrecht, ungeschlagen. Ich habe länger gekämpft, als die Soldaten in beiden Weltkriegen zusammen. Dieser Kampf hat ein Ende gefunden, da er sinnlos geworden ist. Warum weitere Wunden schlagen oder erleiden, wenn letztlich die Zeit dieses Werk übernimmt? Ich muß nicht mehr an der Front stehen, es reicht, nach einem ostasiatischen Sprichwort, am Fluß zu sitzen, bis die Leichen meiner Feinde vorbeitreiben. Wachstum erfordert Ruhe, in der Phase zwischen Aussaat und Ernte, ebenso wie in der Zeit zwischen Ernte und erneuter Aussaat.

Werde ich noch einmal das Banner des Kampfes aufnehmen? Ich glaube nicht. Das Banner habe ich weitergegeben, meine Energie in die geistige Vorbereitung der AfD gesteckt. Dort wird dieser Kampf weitergeführt. Meine Ideen habe ich gegeben, nun ist die Zeit loszulassen. Ich will nicht deren Zukunft bestimmen, das ist die Aufgabe jüngerer Leute mit neuen Ideen. Ich sehe so oft, wie sich Leute an Posten und Macht klammern, aus Furcht, das Ansehen zu verlieren, in die Vergessenheit zu versinken. Es sind gerade diese Leute, die mit diesem Verhalten das zerstören, was sie ursprünglich der Nachwelt hinterlassen wollten. Ich schließe den Weg ab, solange ich noch auf dem Gipfel stehe.

Ich werde meine Bücher weiterhin anbieten, auch wenn ich nicht versprechen kann, sie schnell auszuliefern. Ich ziehe mich zurück, um neue Ideen zu sammeln, um meinen künftigen Weg zu finden. Wenn ich bereit bin, werde ich mich erneut hingeben, um das Neue in die Welt zu bringen, was durch mich in die Welt treten möchte. Noch weiß ich nicht, was das sein wird. Ich habe den Kanal zu Höherem blockiert, indem ich dem Drang zu irdischem Kampf nachgegeben habe. Um Raum für Neues zu schaffen, muß das bestehende Gefäß erst einmal geleert werden.

Ich möchte den Lesern für die Treue danken, die sie mir in all diesen Jahren gehalten haben. Ich möchte für die Unterstützung danken, die ich in vielfältiger Form erhalten habe. Ich danke meiner Hofastrologin, und ganz besonders meinen Anwälten, die das Leben dieser Seite um mindestens sechs Jahre verlängert haben.

Ich wünsche Ihnen allen Glück, Gesundheit und ein langes Leben. Mögen Ihnen, mögen unserem Land und unserem Volk bald bessere Zeiten beschieden sein!

© Michael Winkler

Mit freundlichen Grüßen!
René Schneider Seminare
Breul 16
48143 Münster
Telefon (02 51) 3 99 71 61
Telefax (02 51) 3 99 71 62
URL: http://www.muenster-seminare.de/
E-Mail: Schneider@muenster.de
USt-IdNr.: DE198574773

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