Hat die New York Times langsam genug von Kiew?

Daniel McAdams  (antikrieg)

Die New York Times hat lange die Rolle eines Regierungsschreibers ausgeübt, wenn es um die Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika geht. Es gibt keine Intervention der Vereinigten Staaten von Amerika, die sie nicht aus vollem Herzen befürwortet, egal welche Partei im Weißen Haus sitzt. Krieg ist gut für die New York Times und für die anderen Massenmedien. Sich beim Regime der Vereinigten Staaten von Amerika einzuschleimen hält zwar die Amerikaner schlecht informiert, hält aber die Vierte Macht im Staat im Kreis der Eliten.

Was uns in die heutige Ukraine bringt, wo die auf diesen Seiten vorhergesagte Wiederaufnahme des Kriegs immer näher rückt. Wie wir schon zu oft gesehen haben, beginnt das von den Vereinigten Staaten von Amerika unterstützte Regime in Kiew in Zeiten erhöhter Spannung dramatische Behauptungen über russische Panzer und andere militärische Ausstattung aufzustellen, die über die Grenze in die Ukraine fließen. Eine russische Invasion! Niemals werden Fotos geliefert, aber diese Behauptungen werden kritiklos von Kiews Freunden in der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika wiederholt, auch vom Botschafter Geoff Pyatt. Pyatt war, wie wir uns erinnern, gemeinsam mit Victoria „Fuck the EU“ Nuland an der Planung des ukrainischen Staatsstreichs im Februar maßgeblich beteiligt.

Heute beschuldigen die Ukrainer die Russen wieder einer Invasion. Obst. Andriy Lysenko, ein ukrainischer Militärsprecher, sagte, dass 32 Panzer, 16 Haubitzen und 30 Munitionstransporter gemeinsam mit Soldaten aus Russland in die Ukraine gekommen seien. Sie legten keine Beweise vor. Aber der Oberbefehlshaber der NATO für Europa und Befehlshaber des Europa-Kommandos der Vereinigten Staaten von Amerika twitterte die Geschichte, als wäre sie wahr. Botschafter Pyatt twitterte sie erneut.

Aber die New York Times tat dieses Mal etwas anderes. Sie hinterfragte Kiews Behauptungen über eine russische Invasion. In Bezug auf Lysenkos Behauptung schrieb die New York Times:

Er lieferte keine klaren Beweise, die die Behauptung unterstützt hätten, auch die reichliche Anzahl von sozialen Medien in der Ostukraine erbrachte keinerlei Bilder von einem Panzerkonvoi. Die Regierung in Kiew erhob häufig derartige Behauptungen während intensiver Kampfperioden zwischen der ukrainischen Regierung und Separatisten früher in diesem Jahr, die nicht erhärtet werden konnten.

Weder die NATO noch die OSZE, die einen Waffenstillstand überwacht, konnten den Bericht bestätigen.

Es ist sehr interessant zu sehen, dass die New York Times eine Behauptung der von den Vereinigten Staaten von Amerika unterstützten Regierung in Kiew in Frage stellt. Ist das ein Anzeichen dafür, dass die Zeitung beginnt, tatsächlich ihre Aufgabe zu erfüllen und solche Behauptungen kritisch zu betrachten, oder ist schon jemand dafür gefeuert worden …?

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