Handelsstreit mit China

„Dies könnte sehr ernsthafte Folgen für die USA haben“

Software, Flugzeugbau, Staatsanleihen, Ölgeschäfte – es gibt genug Bereiche, in denen China den USA Schwierigkeiten bereiten könnte, falls der Handelsstreit eskalieren sollte. Darauf weist ein russischer Experte hin.

Wladimir Kolotow, Professor an der Universität St. Petersburg, sagte in einem Sputnik-Gespräch: „Falls es zu einem ernsthaften Sanktionskrieg kommen sollte, wäre China in der Lage, den Vereinigten Staaten einen sehr spürbaren Schaden zuzufügen – beispielsweise in Sachen Software-Kauf. China ist ein sehr großer Software-Markt und könnte durchaus seine eigenen Betriebssysteme entwickeln, um in diesem Bereich von den USA unabhängig zu sein. Zumal eine solche Abhängigkeit sehr negative Auswirkungen für die nationale Sicherheit hat.“

Ein weiterer Bereich wäre laut Kolotow der Flugzeugbau: „China ist einer der Hauptverbraucher von Produkten des Boeing-Konzerns. Eine Reduzierung der Einkäufe wäre da sehr spürbar für die USA.“

„China ist einer der wichtigsten Halter von US-Staatsanleihen. Die amerikanischen Partner von China sollten dies eigentlich berücksichtigen, denn jegliche Manipulationen am Markt dieser Schuldverschreibungen wären für die Amerikaner potenziell äußerst schmerzhaft“, so Kolotow.

„Und was für die USA wohl am wichtigsten wäre, China ist einer der Hauptverbraucher von Erdöl weltweit. Sollte Peking bei seinen Ölgeschäften auf den US-Dollar verzichten, um auf Yuan oder etwa Rubel dabei umzusteigen, könnte dies sehr ernsthafte Folgen für die USA haben“, sagte der Experte.

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Kurz zuvor am Donnerstag hatte Gao Feng, Sprecher des chinesischen Handelsministeriums, die USA vor protektionistischen Maßnahmen gewarnt. „Die chinesische Seite wird alle Erklärungen und Aktivitäten der USA verfolgen, wir haben bereits Maßnahmen vorbereitet, um auf jedes mögliche Vorgehen Washingtons zu reagieren“, antwortete Gao auf die Frage nach möglichen neuen US-Restriktionen für chinesische Investitionen.

Er teilte außerdem mit, angesichts der aktuellen Ungewissheit im Investitionsbereich hätten viele chinesische Unternehmen ihre Investitionen in den USA reduziert oder auf ihre Absichten, auf dem US-Markt Fuß zu fassen, überhaupt verzichtet.

In der vergangenen Woche hatte auch Yan Pengcheng, Sprecher des chinesischen Komitees für Reformen und Entwicklung, mitgeteilt, sein Land habe einen Plan, um bei Bedarf auf die „von den USA initiierten Handels-Reibungen“ zu reagieren, aber auch entsprechende politische Reserven.

Im März hatten die USA neue Importzölle auf Stahl und Aluminium verhängt, Auch China ist davon betroffen. Im Gegenzug beschloss China Strafzölle auf eine Reihe von US-Waren, darunter Schweinefleisch und Obst. Mittlerweile erwägen die USA nach Angaben des Amtes ihres Handelsbeauftragten zudem massive Strafzölle auf eine Palette von High-Tech-Waren aus China.

Quelle: sputniknews

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