Gustave Le Bon beim Bank-Einbruch

Herzlich Willkommen, Monsieur Le Bon – Sie als Psychologe kommen mir gerade recht: Warum erzielen meine Webseiten so wenig Wirkung, was meinen Sie?

„Talent und selbst Genie sind keine Vorbedingungen für den Erfolg … Die Masse nimmt nicht den Geist, sondern nur die Mittelmäßigkeit in sich auf.“

Das nehm‘ ich als Kompliment – aber dann würde sich ja niemals etwas zum Besseren ändern!?

„Die Massen haben nur Kraft zur Zerstörung“

Übertreiben Sie nicht ein wenig…

„Allein durch die Tatsache, Glied einer Masse zu sein, steigt der Mensch … mehrere Stufen von der Leiter der Kultur hinab.“

Soll ich die Masse der armen Zinssklaven wie Wilde behandeln? Hätten Sie einen ernstzunehmenden Rat, wie man ihre Sehnsucht nach der sie erlösenden Freiwirtschaft wecken könnte?

„Da die Masse nur durch übermäßige Empfindungen erregt wird, muss der Redner, der sie hinreißen will, starke Ausdrücke gebrauchen … Schreien, Beteuern, Wiederholen, und niemals darf er den Versuch machen, einen Beweis zu erbringen.“

Das ist nicht mein Stil. Dann präsentiere ich meine Beweise lieber dem Einzelnen, auf das es viele Einzelne werden mögen.

„Man darf nicht glauben, eine Idee könne durch den Beweis ihrer Richtigkeit selbst bei gebildeten Geistern Wirkungen erzielen. Man wird davon überzeugt, wenn man sieht, wie wenig Einfluss die klarste Beweisführung auf die Mehrzahl der Menschen hat.“


Gegen einen Beweis kommt doch niemand an!

„Der unumstößliche Beweis kann von einem geübten Zuhörer angenommen worden sein, aber das Unbewusste in ihm wird ihn schnell zu seinen ursprünglichen Anschauungen zurückführen. Sehen wir ihn nach einigen Tagen wieder, wird er aufs neue mit genau denselben Worten seine Einwände vorbringen. Er steht tatsächlich unter dem Einfluss früherer Anschauungen, die aus Gefühlen gewachsen sind; und nur sie wirken auf die Motive unserer Worte und Taten.“

Sie demotivieren mich, Monsieur Le Bon.

„In Wahrheit haben sie … eine unbewusste Abscheu vor allen Neuerungen, die ihre realen Lebensbedingungen ändern könnten.“

Meine Seiten sollen den Leser zum Nachdenken anregen…

„Gegen die Überzeugungen der Masse streitet man ebensowenig wie gegen Zyklone … Mit einem kleinen Vorrat an Redewendungen und Gemeinplätzen, die wir in der Jugend erlernten, besitzen wir alles Nötige, um ohne die ermüdende Notwendigkeit, denken zu müssen, durchs Leben zu gehen.“

Wir haben nicht mehr viel Zeit, bis die globale Liquiditätsfalle zuschnappt, und die Zeitdiebe stehlen uns auch noch den letzten Rest. Wollen Sie mich wirklich hoffnungslos zurücklassen?

„Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären versucht, stets ihr Opfer.“

Sie wollen gar keine Beweise, sondern getäuscht werden??

„Sobald eine gewisse Anzahl lebender Wesen vereinigt ist, … unterstellen sie sich unwillkürlich einem Oberhaupt, d.h. einem Führer.“

Sie schlagen doch wohl nicht vor, ICH sollte… – Niemals! Sie überschätzen außerdem meine Intelligenz.

„Meistens sind die Führer keine Denker, sondern Männer der Tat. Sie haben wenig Scharfblick und könnten auch nicht anders sein, da der Scharfblick im allgemeinen zu Zweifel und Untätigkeit führt. Man findet sie namentlich unter den Nervösen, Reizbaren, Halbverrückten, die sich an der Grenze des Irrsinns befinden.“

Ach, und da haben Sie tatsächlich an mich gedacht, ja?

„Die Menge hört immer auf den Menschen, der über einen starken Willen verfügt.“

Ich will nicht! Die Leute sollen jeder selbst für ihre Freiheit kämpfen.

„Nicht das Freiheitsbedürfnis, sondern der Diensteifer herrscht stets in der Massenseele. Ihr Drang, zu gehorchen, ist so groß, dass sie sich jedem, der sich zu ihrem Herrn erklärt, instinktiv unterordnen … Sie sind nicht imstande, sich selbst zu leiten; so dient ihnen der Führer als Wegweiser.“

Ohne mich!

„Man ist sich nicht immer klar darüber, was ein starker und stetiger Wille vermag. Nichts wiedersteht ihm, weder die Natur noch die Götter noch die Menschen.“

Ich habe einen starken Willen – und ich will nicht!

„Glauben erwecken, … Glaube an eine Person oder eine Idee, das ist die besondere Rolle des großen Führers… Dem Menschen einen Glauben schenken, heißt seine Kraft verzehnfachen.“

N E I N………..



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