Gnadelos zerstörtes Vertrauen

Die Zerstörung des über Jahre geschaffenen Vertrauens zwischen Rußland und der Bundesrepublik ist mehr als ein Nebenaspekt der Ukrainekrise. Die gewachsenen, für beide Seiten vorteilhaften guten Beziehungen zu torpedieren, ist eines der Hauptziele der atlantischen Strategen. Die Auswirkung des antirussischen Sanktionsregimes hat zu einem Bruch… zwischen den Partnern geführt.

Der russische Botschafter in der Bundesrepublik, Wladimir M. Grinin:
Es wird vor unseren Augen all das vernichtet, was unsere Vorgänger im Laufe der vergangenen Jahrzehnte mit so viel Aufwand geschaffen haben. Es wurde ein präzedenzlos hohes, man kann sogar sagen, strategisches Niveau der Partnerschaft zwischen Russland und Deutschland erreicht, das sich beispielsweise am rekordhohen bilateralen Warenumsatz von 80 Milliarden Euro im Jahr 2012 gezeigt hat. Bedauerlicherweise wurde heute diese positive und nachhaltige Entwicklung durch besorgniserregende Signale ersetzt.

Daß es dahin kommen mußte, ist für jeden nachvollziehbar, der die langfristigen Ziele der US-amerikanischen Außenpolitik kennt. Eine eurasische Partnerschaft wäre nach deren Plänen tödlich für die weltweite Vormachtstellung der USA. In jüngster Zeit kam für die atlantischen Imperatoren (USA und GB) durch den wirtschaftlichen und politischen Aufstieg Chinas ein weiteres Problem hinzu. Die Verwirklichung einer Eurasische Union einschließlich Chinas wäre der absolute Gau für die USA (und GB, das sich an dieser Union niemals beteiligen würde).

Darin ist der Schlüssel für die Ukraine-Krise zu suchen. Mit der Gefahr für Rußland, die Krim mit dem Hafen der russischen Schwarzmeerflotte Sewastopol durch einen Anschluß der Ukraine an die Nato zu verlieren, war die absolute Provokation der russischen Regierung. Wladimir Putin konnte nicht anders entscheiden, als die Krim von der Ukraine zu lösen. Die Strategen des Council on Foreign Relaitions haben nichts anderes erwartet. Diese Entwicklung gehörte zu ihrem Plan, ebenso wie die prompt erfolgte Aufforderung an die europäischen Partner, der russischen „Annektion“ mit Sanktionen zu begegnen – allen voran die deutsche Kanzlerin.

Was Frau Merkel angerichtet hat, läßt sich an der deutschen Außenhandelsstatistik ablesen.

Wladimir M. Grinin:
2014 brachen die deutschen Exporte nach Russland dramatisch ein (…) der Warenumsatz zwischen Russland und Deutschland (schrumpfte) um 12,09 Prozent auf 67,7 Milliarden Euro (gegen 77,03 Milliarden im Jahr 2013). Anfang 2015 setzte sich diese absteigende Tendenz fort. Im Januar-Februar dieses Jahres erreichte der Rückgang der deutschen Exports mit 34 Prozent einen weiteren Tiefpunkt.

Der Autor belegt mit Fakten, wie begrenzt die Deutschen über ihr Schicksal selbst entscheiden dürfen.
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In den vorausgegangenen Jahren entwickelte sich eine für beide Seiten florierende Partnerschaft beim Ausbau zahlreicher Industrieprojekte. Heute sind viele deutsche Unternehmen bereit, angesichts der eingetrübten Perspektiven, das Land zu verlassen. Die Zahl der deutschen Unternehmen in Russland beträgt heute nur noch 6.000.

Ob in Zukunft die zahlreichen deutsch/russischen Projekte wieder aufleben könnten, schein zweifelhaft, da die Sanktionspolitik zweierlei Nachteile für die Westeuropäer und vor allen Dingen die Deutschen Unternehmen zeitigte: Rußland wendet sich jetzt mehr Richtung China und verstärkt gleichzeitig seine wirtschaftliche Autarkie. Unsere „alternativlose“ Kanzlerin hat in vasallentreuer Gefolgschaft dem deutschen Volk großen Schaden zugefügt und vergrößert diesen durch neue bürokratische Auflagen maßgeblich, indem die noch vorhandene Kooperation zwischen den Handels- und Industriepartnern durch erweiterte Auflagen und langwierige Prüfverfahren. Jeder Verdacht, daß mit einer Lieferungen eine Sanktionsbestimmung unterlaufen werden könnte, führt automatisch zur Kündigung von Verträgen und Strafmaßnahmen gegen deutsche Partner.

Eine weitere Belastung kommt hinzu. Die deutschen Medien unterlassen keine Gelegenheit, Rußland als unzuverlässigen Partner und Kriegstreiber darzustellen (Putin-Bashing).

Rußland unternimmt erhebliche Anstrengungen, die entstandene Mauer zu überwinden, etwas mit der deutschsprachigen Online-Plattform des TV-Senders Russia Today.

Sollte es Frau Merkel weiter auf das – vermutlich in Kürze – sterbende System des US-Imperialismus verlassen, wird selbst ein loser Anschluß an die neue geschaffene Eurasische Wirtschaftsunion (Rußland, Weißrußland, Kasachstan und Armenien) unmöglich. Die deutsche Wirtschaft wäre von einem riesengroßen Markt mit ca. 180 Millionen Verbrauchern und Arbeitskräften abgeschnitten.

Die Strategen des Council on Foreign Relations hätten wieder einmal ihr Ziel erreicht.

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