GERADE HABE ICH EINE 1 MILLION $-WETTE AUF GOLD GEWONNEN

von Egon von Greyerz (goldswitzerland)
Original in Englisch vom Donnerstag, 20 Juni, 2019

Anfang letzter Woche wurde ich zu einer Goldpreis-Wette herausgefordert. Jene Person, die mich einen „Gold-Trommler“ nannte, wollte 1 Million $ darauf verwetten, dass der Goldpreis erst unter 1.000 $ sinkt, bevor er die Maginot-Linie bei 1.350 $ erreicht.

Als mir die Wette angeboten wurde, lag der Goldpreis bei 1.325 $, meine Chancen standen also ziemlich gut. Um 1 Million $ zu gewinnen, brauchte Gold nur noch 25 $ zu steigen; damit mein Wettgegner das Geld bekommt, hätte er aber um 325 $ fallen müssen. Im Grunde ein Kinderspiel, vor allem weil ich absolut überzeugt war, dass die Maginot-Linie bald durchbrochen wird.

Ich schlug vor, dass beide jeweils eine Million $ in einem Züricher Tresor hinterlegen, treuhänderisch verwaltet durch einen Schweizer Notar, zudem wollte ich die genauen Regeln der Wette festlegen. Der Herausforderer wollte stattdessen die 1 Million bei seinem Anwalt in den USA deponieren, was für mich natürlich nicht akzeptabel ist, weil ich Schweizer bin und weder dem US-Rechtssystem, dem Anwalt der Gegenpartei noch dem US-Dollar traue.

Lange Rede, kurzer Sinn, der Wettgegner schob alles auf die lange Bank und als der Kurs dann zu steigen begann, wurde er nervös und stieg aus, weil, so seine Worte, Paul Tudor Jones bullisch für Gold sei. So viel Überzeugung stand also hinter seiner Wette! Und letzten Freitag durchbrach Gold die Gold-Maginot-Linie bei 1.350 $.

Ich habe also nicht wirklich eine Million $ in Fiat-Geld oder Gold gewonnen, aber moralisch auf jeden Fall – und das hat sich genauso gut angefühlt.

GOLD-HASSER UND DEREN ABWEGIGE ARGUMENTE

Menschen, die Gold hassen, verstehen ganz offensichtlich nicht dessen Funktion oder die Geschichte von Gold – als einziges Geld, das seit Menschengedenken überlebt hat. Auch habe ich festgestellt, dass viele Gold-Hasser viel Geld mit Spekulationen auf Goldaktien verloren haben und deswegen anti-Gold sind.

Gold-Hasser benutzen immer dieselben abwegigen Argumente, z.B. dass man Gold nicht essen kann. Stimmt, es lässt sich etwas schwerer verdauen als Papiergeld, das man ebenfalls nicht essen kann. Gold-Hasser, darunter auch faule und tendenziöse Journalisten, benutzen zudem Preismarken, die zu ihrer Argumentation passen. Sie nehmen den Goldpreis von 1980 bei 850 $ und argumentieren dann, wie schlecht diese Investition gewesen sei, da Gold bis 1999 auf 250 $ sank.

Die Tatsache, dass Gold von 1971 bis 1980 von 35 $ auf 850 $ (also um das 24-fache) stieg, wird dabei von den Gold-Ignoranten völlig übersehen. Und dann ziehen sie auch noch das Top von 2011 bei 1.920 $ heran, um zu zeigen, wie schlecht Goldinvestitionen heute sind.

TEUER KAUFEN, BILLIG VERKAUFEN – SO WIRD MAN ARM

Völlig klar: Wer am Hoch kauft und am Markttief aussteigt, wird Geld verlieren. Investoren, die teuer kaufen und billig verkaufen, wird also schnell das Geld ausgehen. Ich höre von Leuten um mich herum, die 2002 kein Gold kauften, als ich es bei 300 $ empfahl. Als Gold dann auf den Titelseiten stand, kauften aber viele kurz vor 1.920 $ und verkauften es dann wieder, als es auf 1.300 $ abstürzte. Viele Anleger finden es viel bequemer, mit der Masse zu kaufen und auch mit der Masse zu verkaufen, und ohne Gewinn oder sogar Verlusten auszusteigen.

Nur wenige erkennen, dass man dann kaufen muss, wenn ein Asset unterbewertet und unbeliebt ist und die Masse es noch nicht auf dem Schirm hat. Dann braucht man nur noch Geduld und der Markt wird es für einen richten.

STAATEN SCHAFFEN UNTERGRENZEN FÜR DEN GOLDPREIS

Die meisten Investoren verstehen einfach nicht, dass Staaten und Regierungen in puncto Goldpreis zu ihren besten Freunden zählen. Denn Staaten schaffen immer eine Goldpreisuntergrenze, indem sie kontinuierlich Geld schöpfen und Kreditmengen ausweiten. Das ist auch der Grund, warum alle Währungen in den letzten 100 Jahren 97 %-99 % gegenüber Gold verloren haben. Es bleiben also nur noch 1 %-3 % übrig, bevor Papiergeld seinen kompletten Wert verloren haben wird.

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir es bei der nächsten Abwärtsbewegung mit einem 100 %igen Währungswertverlust, von heute aus betrachtet, zu tun haben. Das hat die Welt in den nächsten 5-7 Jahren zu erwarten – wenn das Finanzsystem scheitert und Staaten verzweifelt versuchen, das System zu retten, indem sie unbegrenzte Geldmengen schöpfen. Denken Sie daran, dass 2006-09 nur eine Probe war. Das Problem wurde vorübergehend aufgeschoben – mit zweistelligen Billionen-$-Beträgen in Form von gedrucktem Geld, Krediten und Garantien. Seit 2006 hat sich die globale Verschuldung von 125 Billionen $ auf 250 Billionen $ verdoppelt.

STAATSSCHULDEN KÖNNEN SELBST HEUTE, ZU LÄCHERLICH NIEDRIGEN ZINSEN, NICHT BEDIENT WERDEN

Die meisten Staaten können ihre Schulden auch zu global niedrigen Zinssätzen – von negativ bis knapp über 2 % – heute schon kaum bedienen.

Nach wie vor steigen Defizite und Schulden weltweit an. Allein in den USA ist die Schuldenlast um 1 Billion $ auf 22,4 Billionen $ angewachsen, nachdem gerade einmal 8 Monate des Fiskaljahres vergangen sind. Im Durchschnitt verdoppelt sich die Staatsverschuldung in den USA alle 8 Jahre, seitdem Reagan Präsident wurde. Und alle Gründe sprechen dafür, dass dieser Trend anhalten wird. Das bedeutet auch, dass die USA Ende 2024 mit 40 Billionen $ verschuldet sein werden. Das mag heute unrealistisch scheinen, doch angesichts steigender Defizite und einer neuen Finanzkrise in den kommenden 5 Jahren scheinen 40 Billionen $ durchaus machbar.

15 % UND MEHR: ZINSEN WERDEN STÄNDE DER 1970er/ FRÜHEN 1980er ERREICHEN

Bei einem Crash am Anleihemarkt und hoher Inflation, oder Hyperinflation, werden die Zinssätze wahrscheinlich in den hohen Zehnerbereich steigen, wie schon in den späten 1970ern und frühen 1980ern. Zu dieser Zeit wird die Fed die Kontrolle über die Zinssätze verloren haben, da der Druck des Marktes die Oberhand gewinnen wird – im Umfeld weltweiter Panik an den Anleihemärkten.

Ausgehend von einer US-Verschuldung von 40 Billionen $ im Jahr 2025 zu Zinssätzen von, sagen wir, 15 % würden die Zinsaufwendungen bei insgesamt 6 Billionen $ liegen. Die Steuereinnahmen werden höchstwahrscheinlich nicht über die heutigen Stände steigen und bei maximal 3,5 Billionen $ liegen. Folglich werden allein die Zinskosten mit 2,5 Billionen $ über den Steuereinnahmen liegen. Und so beginnt der Teufelskreis: Sinkende Steuereinnahmen und steigende Kosten, mehr Defizite, Insolvenzen bei Unternehmen und Banken, explodierende Schuldenstände und steil steigende Zinsniveaus. Angesichts extremer Risikoniveaus würde jeder Gläubiger auch extrem hohe Renditen fordern.





HYPERINFLATION GARANTIERT

Die oben beschriebene Ereigniskette ist das perfekte Szenarium für Hyperinflation, die buchstäblich garantiert ist. Papiergeld wird seinen intrinsischen Wert von null erreichen; Gold wird effektiv betrachtet erheblich steigen und aus inflationärer Sicht sogar exponentiell.

Dieses Szenarium ist unausweichlich; die Frage ist nur noch, wie lange es dauert, bis diese Entwicklungen einsetzen.

Wie gewöhnlich wird die Welt im Großen und Ganzen glauben, dass erneut die Staaten und Zentralbanken zur Hilfe eilen und das System retten werden. Ganz wenige verstehen, dass die Welt – mit 250 Bio. $ Schulden, weiteren 250 Bio. $ für ungedeckte Verbindlichkeiten sowie 1,5 Billiarden $ in Derivaten – auf eine Gesamtverschuldung von mehr als 2 Billiarden $ starrt, die komplett ausfallen wird.

Die Schöpfung wertlosen Geldes oder die Ausgabe von Kryptosymbolen, wird nicht den allerkleinsten Unterschied machen. Ein unlösbares Schuldenproblem kann nicht durch noch mehr Schulden gelöst werden. Fügt man wertloses, geschöpftes Geld zu Schulden hinzu, die ebenfalls wertlos sind, so hat man die perfekte Mixtur für eine globale Katastrophe von kolossalem Ausmaß.

MAGINOT-LINIE NUR DIE ERSTE HÜRDE AUF EINER LANGEN REISE

Da das oben beschriebene Szenarium unter Garantie eintreten wird, wird auch jeder, der glaubt, dass die Maginot-Linie bei 1.350 $ halten wird, nochmal nachdenken müssen. Nach den gestrigen Einlassungen der Fed durchbrach Gold erneut die Maginot-Linie. Ungeachtet der Nachricht oder des Impulsgebers: Gold wird unter Garantie die Maginot-Linie durchbrechen – ganz gleich, ob gestern der definitive Durchbruch stattfand oder er noch eine Weile braucht. Man darf Folgendes nicht vergessen: In den meisten anderen Währungen hat Gold dieses Niveau schon hinter sich gelassen. Nur wegen der temporären Stärke des Dollars wurde Gold in US-Dollar aufgehalten. Doch in Kürze wird der Dollar zu seiner Reise zum Nullpunkt aufbrechen.

1.350 $ ist nur die erste Hürde, die genommen werden wird. Diese Reise wird den Goldpreise auf Stände bringen, die sich heute kaum jemand vorstellen kann, denn wir sprechen hier von einem Vielfachen des heutigen Preises.

Denken Sie daran: Physisches Gold wird nicht zur Spekulation oder wegen kurzfristiger Gewinne gekauft. Nein, Gold ist entscheidende Versicherung und Vermögensschutz gegen eine durch und durch hinfällige Weltwirtschaft. Das ist der Grund, warum Sie Goldeigentümer sein müssen.

MATTERHORN / GOLDSWITZERLAND – EINE HERZENSANGELEGENHEIT

Von Menschen, die Gold nicht verstehen, höre ich manchmal, dass unser Blick auf die Wirtschaft eng mit der Tatsache verbunden ist, dass wir Menschen dabei helfen, ihre Vermögen in Form von physischem Gold und Silber zu schützen.

Die meisten Menschen wissen aber Folgendes nicht: Wir haben das sicherste System für Erwerb und Lagerung von Edelmetallen außerhalb des Bankensystems geschaffen, und das geschah zum Zweck privater Nutzung und zugunsten einiger vermögender Investoren, die wir berieten. Einige Jahre später öffneten wir uns dann auch anderen Investoren von außen, aufgrund von Nachfrage.

Also: Was wir geschaffen haben, entstand nicht aus geschäftlichen Erwägungen, sondern zu Schutz unserer Vermögen. Später entwickelte sich das zu einer Leidenschaft, anderen Investoren zu helfen beim Schutz ihrer Vermögen in Form von physischen Edelmetallen.

Unsere Tätigkeit ist deshalb besonders dankbar, weil wir mit Menschen zusammenarbeiten, die nicht zu den „Masters of the Universe“ aus der Finanzindustrie gehören und glauben, alles zu wissen. Menschen, die Gold zum Zweck der Vermögenserhaltung kaufen, sind bescheiden, weil sie das ungeheuerliche Ausmaß der Probleme in der Welt sehen.

Sie sind interessante, frei-denkende Individuen, die erkennen, was vor sich geht und die verstehen, wie essentiell es ist, ihre Anlagen unter Anwendung stringenter Vermögenserhaltungskriterien zu schützen.

Wir fühlen uns geehrt, diese Menschen zu treffen, und wir wissen, dass das gemeinschaftliche Denken und Planen mit diesen Menschen entscheidend dafür sein wird, den ökonomischen wie persönlichen Spannungen der kommenden Jahre standzuhalten.

Egon von Greyerz
Gründer und Managing Partner
Matterhorn Asset Management
Zürich, Schweiz

GERADE HABE ICH EINE 1 MILLION $-WETTE AUF GOLD GEWONNEN
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