Für ein mieses Stück Scheiße sterben?

Autor Vera Lengsfeld

Friedrich Merz hat uns kurz vor Weihnachten noch ein besonders vergiftetes Geschenk in Aussicht gestellt. Er will Russland besiegen. Dass dies eine Revision des Ausgangs des Zweiten Weltkrieges impliziert, hat ihm anscheinend niemand gesagt – oder ist es ihm egal?

Er hat sich am ersten Dienstag im Dezember 2025 im ZDF auf die Frage, wie der Einsatz deutscher Truppen in der Ukraine aussehen soll, wie folgt geäußert:

„Ganz konkret: Wir würden auch entsprechende russische Übergriffe und Angriffe erwidern.“

Das hört sich an, als ob es bei dem Vorschlag der „Koalition der Willigen“, mit einem europäischen Truppenkontingent der Ukraine die gewünschten „Sicherheitsgarantien“ zu verschaffen, weniger um die Ukraine, sondern um die Sicherung günstiger Angriffspositionen geht. Dass Russland diesmal verlieren muss, haben deutsche Politiker wie Merz, Röttgen und Kiesewetter schon seit Langem betont. Abgesehen davon, dass mit dieser „Friedenstruppe“ die NATO durch die Hintertür in der Ukraine stationiert werden soll, obwohl es der legitime Wunsch Russlands ist, dass die Ukraine nicht NATO-Territorium wird, haben die Kriegswilligen ein Problem: Die Jugend ist weit davon entfernt, für die Ukraine sterben zu wollen. Sie hat vor dem Angriff Russlands kaum etwas über dieses Land gehört; sie weiß nicht, dass es vor dem Februar 2022 einen jahrelangen Krieg in der Ostukraine gab, der damals von den deutschen Medien – wenn sie überhaupt darüber berichteten – als ukrainische Aggression beschrieben wurde, bei der es zu Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen kam.

Im Jahr 1939 wollten die Franzosen nicht für Danzig sterben, im Jahr 2025 zeigen die Deutschen wenig Neigung, für die Ukraine sterben zu wollen.

Die kriegswilligen Politiker reagieren darauf mit der Forderung, man müsse der Gesellschaft etwas zurückgeben, indem man bereit sei, das Land zu verteidigen. Warum wundern sie sich, dass auch dieser Aufruf ins Leere geht? Jahrzehntelang haben die Politiker das Treiben derer geduldet, die Deutschland verrecken lassen wollen. Sie sind, wie Claudia Roth, auf Demos ganz vorn mitmarschiert, auf denen diese und andere Rufe aus dem Lautsprecher erklangen, dass Deutschland ein mieses Stück Scheiße sei. Roth, die das nicht gehört haben will, ist damals Bundestagsvizepräsidentin gewesen und danach noch Kulturstaatsministerin geworden. Inzwischen ist der Hass aufs eigene Land bei den Politikern so salonfähig geworden, dass die Nationalflagge von der Polizei entfernt wird, sobald sie von Bürgern, die diesen Hass nicht teilen, aufgezogen wird.

Eine städtische Gleichstellungsbeauftragte von den Linken hat in einem Video-Clip die Fahne der 1848er Demokraten heruntergerissen präsentiert, musste aber nur wegen massiven öffentlichen Drucks zurücktreten.

Wie in der DDR wird der Text der Nationalhymne kaum noch gesungen, bestenfalls noch die Melodie ertragen.

Die systematische Dekonstruktion alles dessen, was an Gutem von Deutschen hervorgebracht wurde, hat nun Folgen. Wie soll man einem miesen Stück Scheiße etwas zurückgeben? Wie soll ein junger Mensch motiviert sein, einer Gesellschaft zu dienen, die öffentlich und mit Steuergeldern finanziert als hassenswert dargestellt wird?

Nun soll mit Geld die Bereitschaft, Wehrdienst zu leisten, gekauft werden. Der gestaffelte Wehrsold, der bei ca. 1.800 € für Einsteiger beginnt und je nach Dienstgrad (Gefreiter, Obergefreiter) auf über 2.000 € ansteigt, plus Entlassungsgeld, ist für die Armen schon eine Versuchung. Ab 2026 wird dieser Sold noch deutlich erhöht – auf mindestens 2.600 € brutto. Werden Merz, Röttgen und Kiesewetter ihre Söhne in den Krieg schicken? Kaum. In der Ukraine, wo brutal zwangsrekrutiert wird, studieren die Söhne von Botschafter Andrij Melnyk im Ausland, während die Kinder der Armen in den Schützengräben verrecken.

Das Beste, was wir für 2026 hoffen können, ist, dass es bei den großmäuligen Ankündigungen von Merz bleibt. Deutschland ist Gott sei Dank nicht kriegstüchtig und wird es hoffentlich nie wieder werden.

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2 Kommentare

  1. Erwartungsgemäß haben sich die EU-Staaten nicht darauf einigen können, die Einlagen der russischen Zentralbank, die bei Euroclear lagern, zur Finanzierung ihres Ukraine-Kriegs gegen Rußland loszueisen. Zuvor gab es noch unglaublich viele hysterische Berichte zu dem Thema. Z. B. sagte man, es müsse Trump gezeigt werden, daß die EU nicht schwach sei, sondern am Beispiel des Diebstahls der russischen Einlagen noch eine kraftvolle Institution sei. Doch der belgische Premiermister hatte erstaunlich viel Rückgrat und forderte Sicherheitsgarantien, die niemand geben konnte noch wollte. Um 4 Uhr nachts brachte dann n-tv einen ziemlich gut gelaunten Merz, der von seinem Plan B sprach. Die EU wird für die nächsten beiden Jahre 90.000 Millionen Euro auf dem Kapitalmarkt aufnehmen und als Sicherheit die eingefrorenen russischen Einlagen bei Euroclear anbieten. Die Ukraine erhält das Geld zinlos. Man muß sich fragen, wer ist so verückt Geld aufzunehmen, das als Scherheit russisches Geld hat, was die Russen als Diebstahl ansehen, für eine Ukraine, die einen Krieg gegen eine Atommacht praktisch schon verloren hat und auch völlig ausgelaugt ist. Frau von Storch meint deswegen nicht ganz unberechtigt, daß die Bundesregierung als einziger Käufer der EU-Anleihen in Frage kommt, wovon ich mir ziemlich sicher bin, daß es heimlich geschehen wird.

    https://x.com/Beatrix_vStorch/status/2001964771344605640?ref_src=twsrc%5Egoogle%7Ctwcamp%5Eserp%7Ctwgr%5Etweet

    „Beatrix von Storch
    @Beatrix_vStorch
    Die Gewinner:
    Ukraine bekommt das Geld praktisch geschenkt, Italien und Frankreich bekommen die gemeinsame EU Verschuldung, die sie immer wollten,
    Belgien hat das Haftungsrisiko abgeschüttelt,
    Ungarn , Tschechien und Slowakei zahlen gar nichts.
    Als Verlierer vom Platz geht unser Außenkanzler, der den Mund nie voll genug nehmen kann und zahlen müssen natürlich die Deutschen. Es ist ein Trauerspiel. Mehr noch: eine Tragödie.“

    Merzens Dirbstahl-Agenda hätte vermutlich auch viel Unruhe auf dem Kapitalmarkt hervorgerufen. Die Russen hätten vermutlich alle deutschen Investitionen verstaatlicht, was gewaltige Abschreibungen bei deutschen Unternehmen verursacht hätte. Euroclear hat in Rußland auch angeblich 15 Miliarden Euro Einlagen, bei welchen Banken weiß man nicht. Jedenfalls hätten „westliche“ Banken dann vielleicht auch viel abschreiben müssen.

    Fazit: Merz ist tatsächlich ein Deutscher, der der Nibelungentreue anhängt. Berdauerlicherweise jedoch nicht gegenüber den Deutschen, sondern für Blackrock Larry Fink.

    https://www.welt.de/politik/ausland/article6944b1f5ba368aa01269d5fe/eu-gipfel-neue-schulden-statt-russen-milliarden-eu-staaten-einigen-sich-auf-ukraine-finanzierung.html

    „EU-Gipfel
    Neue Schulden statt Russen-Milliarden – EU-Staaten einigen sich auf Ukraine-Finanzierung
    Die EU hat sich geeinigt, wie die Ukraine in den kommenden Jahren finanziell unterstützt werden soll: Statt russischer Vermögenswerte sollen nun Schulden als Lösung dienen. Russland wird dennoch am Ende die Zeche zahlen, sagt der Bundeskanzler.
    Die EU-Staaten haben der Ukraine 90 Milliarden ⁠Euro für die kommenden beiden Jahre im Abwehrkampf gegen Russland zugesagt. Nach stundenlangen Debatten auf dem EU-Gipfel beschlossen die 27 Mitgliedstaaten in der Nacht zum Freitag, dass die EU dazu gemeinsame Schulden aufnehmen wird, die durch den Haushalt der Union abgesichert sind. Falls Russland für Kriegsschäden keine Entschädigung leistet, sollen in der EU eingefrorene russische Vermögenswerte für die Rückzahlung herangezogen werden.

    Die EU will das Geld zu günstigen Konditionen am Kapitalmarkt aufnehmen. Dies ist eine Abkehr von dem von den meisten EU-Staats- und Regierungschefs sowie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bevorzugten Plan, die eingefrorenen russischen Vermögenswerte direkt zu nutzen. Merz wertete die Lösung dennoch als einen „großen Erfolg“.

    Die EU-Kommission hatte ‍den Finanzbedarf der Ukraine in den kommenden beiden Jahren auf 90 Milliarden Euro beziffert. Das Geld könne ab Mitte Januar ‍an die Ukraine fließen, sagte Merz.

    Die Ukraine muss das Geld an die EU nur dann zurückzahlen, ‍wenn Russland Reparationen für die Zerstörungen des 2022 von Moskau begonnenen Krieges zahlt. Die eingefrorenen russischen Staatsguthaben in der EU über rund 210 Milliarden Euro werden bis dahin immobilisiert bleiben, betonten sowohl Merz als auch EU-Ratspräsident Antonio Costa. Deshalb müssten die EU-Staaten letztlich nicht für den Kredit aufkommen.

    EU werde letzten Endes aber nicht belastet, so Merz

    „Wir gehen sozusagen ins Obligo. Damit werden aber die nationalen Haushalte nicht belastet, sondern das geht alles ⁠über die EU“, betonte Merz. Aber auch diese werde letztlich nicht belastet: „Dieses Darlehen ⁠wird eben besichert durch die russischen Vermögenswerte und auch über die russischen Vermögenswerte zurückgezahlt“, sagte er.

    „Bild“ zufolge sagte der Kanzler zudem: „Sollte Russland keine Entschädigung leisten, werden wir – in völliger Übereinstimmung mit dem Völkerrecht – die russischen Vermögenswerte für die Rückzahlung heranziehen.“

    Der als moskaunah geltende ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán kritisierte die Entscheidung. Das Geld sei verloren, sagte er. Am wichtigsten für sein Land sei, sich nicht beteiligen zu müssen.“

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