FÜR DIE MENSCHHEIT BRICHT DIE HÖLLE LOS

Egon von GreyerzVon Egon von Greyerz (goldswitzerland)

Wir befinden uns am Ende einer Ära ökonomischer wie moralischer Dekadenz in einer schuldenverseuchten Welt, die auf falschen Werten, Falschgeld und katastrophaler Führung gründet. Die Hölle wird losbrechen.

Das wird fatale Folgen für die Welt haben.

Es gibt historische Epochen, die große Führer und Denker hervorbringen. Doch leider hat unsere Zeit nichts dergleichen hervorgebracht. Am Ende ökonomischer Zyklen entstehen keine Kräfte mit großen Führungs- oder staatsmännischen Qualitäten, sondern nur inkompetente Führungen.

Mit Blick auf den Westen hat es in den letzten Jahrzehnten meiner Meinung nach nur einen erwähnenswerten „Staatsmann“ gegeben – Margaret Thatcher, Premierministerin Großbritanniens von 1979 bis 1990.

Allerdings sind politische Führungspersönlichkeiten natürlich auch Kinder ihrer Zeit. Und leider bringen Zeiten wie die heutigen keine überragenden Menschen hervor.

Wie Konfuzius meinte:

„Der überragende Mensch denkt immer an Tugend, der gewöhnliche an Behaglichkeit.“

Was dem Westen das falsche Gefühl von Behaglichkeit, und zwar auf Grundlage falscher Werte, bescherte, war der Aufbau eines massiven Schuldenbergs.

Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass die Verschuldung der Vereinigten Staaten von Amerika seit 1930 wächst, mit wenigen Ausnahmen in den 1950ern und 1960ern. Die Clinton-Überschüsse der späten 1990er waren Fake und tatsächlich Defizite.

Geraten Staaten unter übermäßigen ökonomischen Druck, so ist Krieg, historisch betrachtet, ein populäres und als notwendig erachtetes Mittel. Es ist bequem, den Krieg für die steigenden Schuldenlasten verantwortlich zu machen.

Der Goldstandard war eine exzellente Methode, Regierungen davon abzuhalten, Geld auszugeben, das sie nicht hatten. Da sich Geld nicht nach Belieben drucken ließ, mussten zur Defizitfinanzierung die Schulden in physischem Gold beglichen werden.

DAS GOLDFENSTER IST SEIT 50 JAHREN „VORÜBERGEHEND“ GESCHLOSSEN

Da Nixon Ende der 1960er Jahre US-Schulden gegenüber Frankreich in Gold begleichen musste, entschied er sich 1971 für eine vorübergehende Schließung des Goldfensters. Klar, er wollte nicht das gesamte US-Gold an de Gaulle überreichen. Mehr als 50 Jahre später ist das Goldfenster weiterhin vorübergehend geschlossen – mit fatalen Konsequenzen für die USA und die Welt.

In Chart unten sieht man das exponentielle Wachstum der US-Schulden seit 1971. Da wir die finale Phase erreichen, nimmt die Schuldenkurve jetzt seit 2019 einen explosiven Verlauf.

Schulden in solchen Größenordnungen anzuhäufen, ist nur ohne die Disziplinierung möglich, die goldgedeckte Währungen einfordern.

DAS IST NOCH NICHT DAS ENDE VOM LIED

Doch wie ich zuvor schon erklärt hatte, ist die Schuldenexplosion erst dann vorbei, wenn der Vorhang wirklich fällt. Und leider werden noch viele Dinge passieren, bevor das Lied zu Ende ist.

Denn wie die meisten ökonomischen Epochen wird auch diese mit einer ganze Anzahl spektakulärer Ereignisse zu Ende gehen, von denen viele gleichzeitig ablaufen.

Noch vor wenigen Monaten bliesen Powell und Lagarde beim Thema „vorübergehende Inflation“ noch ins selbe Horn.

Allerdings liegen Zentralbankenchefs, wie sie andauernd beweisen, immer falsch. Seit Jahren versuchen sie eine Inflation von 2 % zu erreichen und dann – ganz plötzlich – schießt diese auf 10 % und sie verstehen die Welt nicht mehr.

Sie haben nicht einmal begriffen, dass Keynesianismus schon bevor er begann ein totes Konzept war.

Selbst ein Affe würde verstehen, dass Geldschöpfung in zweistelliger Billionenhöhe sowie jahrelanger Null- oder Negativzins letztendlich zu spektakulärer Inflation führen wird.

Anfänglich erlebten wir beispiellose Vermögenspreisinflation bei Aktien, Anleihen und Immobilien, allerdings war immer schon klar, dass diese exponentiellen Zuwächse beim Geldangebot am Ende auch die Verbraucherpreise erreichen würden.

DER PERFEKTE STURM

Als nächstes kommt nun der unvermeidliche perfekte Sturm.

Ein perfekter Sturm bedeutet, dass alles, was schief gehen kann, auch schiefgehen wird. Und hierbei geht es nicht nur um die klar ersichtlichen Zusammenbrüche auf gesellschaftlicher Ebene, sondern auch um völlig unvorhergesehene Konsequenzen.

Werfen wir nur einen Blick auf die eindeutigen Ereignisse, die in den nächsten Jahren passieren werden:

Finanzmärkte

Die Aktienmärkte haben weltweit ihre Höchststande markiert. Die aktuell laufende Korrektur wird wahrscheinlich sehr bald mit einem vernichtenden Kursverfall enden.

Hier werden alle niedergemetzelt werden, wenn die Hölle losbricht. Ob Investoren nun bei Kursverlusten zukaufen oder einfach nur ihre Aktien halten – sie werden die Welt nicht mehr verstehen.

Man braucht sich dazu nur den Chart unten ansehen und die großen Einbrüche ab 1973, 1987, 1999, 2007 und 2020. Das waren damals große Zitterpartien, doch aus heutiger Sicht fallen viele davon im Chart gar nicht mehr auf.

Seit Jahrzehnten folgte auf jede Korrektur die Erholung und dann neue Höchststände.

Doch dieses Mal WIRD ES ANDERS KOMMEN, auch wenn es niemand erwartet!

Aktien werden wahrscheinlich effektiv um 75-95 % fallen und sich auf Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte hinweg nicht mehr erholen.

Man denke nur daran, dass der Dow 1929 um 90 % einbrach und anschließend 25 Jahre brauchte, um sich nominal wieder vom Crash zu erholen. Doch diesmal sind die ökonomischen Bedingungen unermesslich schlimmer.

Anleihekurse sind seit 40 Jahren gestiegen und die Zinssätze sind auf null oder ins Negative gefallen. Jetzt sind die Zinssätze wieder gestiegen und wahrscheinlich werden wir zukünftig Zinssätze auf dem Niveau der 1980er Jahre erleben, also bei 15-20 %, womöglich sogar höher im Fall eines hyperinflationären Schuldenzusammenbruchs. Viele Anleihen werden wertlos verfallen und sich viel mehr dazu eignen, als Mahnung an zukünftige Generationen gerahmt in den Toiletten zu hängen.

Die Kreditmärkte werden unter denselben Druck geraten wie die Anleihemärkte – insolvente Gläubiger, die weder in der Lage sind, die Zinskosten aufzubringen noch die Schulden zurückzuzahlen.

Immobilienmärkte: Angetrieben von billigem oder zinsfreiem Geld sowie unbegrenzter Kreditvergabe bei sehr hohen Fremdfinanzierungsquoten haben auch die Immobilienmärkte Extremstände erreicht. In Europa liegen die Hypothekenzinsen bei ca. 1 %. Diese geringfügigen und unverantwortlichen Finanzierungskosten haben die Immobilien- und Grundstückspreise auf irrwitzige und unhaltbare Stände getrieben.

Heutzutage könnte sich kaum ein Kreditnehmer einen Zinsanstieg um 3 % leisten – und erst recht keine 10 % oder 20 % wie in den 1970ern!

Im Umfeld steigender Zinsen kann es als absolut sicher gelten, dass die Blasen an den Wohn- und Geschäftsimmobilienmärkten implodieren werden, was große Insolvenzen, sehr hohe Leerstandsquoten und auch Obdachlosigkeit nach sich zieht.

Anfänglich werden diese Märkte noch staatliche Subventionen bekommen, indem endlos Geld gedruckt wird. Letztendlich ist auch das zum Scheitern verurteilt, weil das Geld an sich stirbt.

Derivate sind eine große nukleare Finanzbombe und wahrscheinlich auch das Todeslied für die Finanzmärkte. Wie ich vor kurzem im Artikel „Chaos und der Triumph des Überlebens“ schrieb, haben die globalen Derivate – in erster Linie außerbörslich gehandelte (OTC bzw. over the counter) – höchstwahrscheinlich ein Gesamtvolumen im Bereich von 2 Billiarden $ und mehr.

Jedes erdenkliche Finanzinstrument beinhaltet ein derivatives Element mit massiver Hebelwirkung.

Wegen der aktuellen Volatilität an den Rohstoffmärkten sind die meisten großen Rohstoff-Trading-Unternehmen sowie Hedgefonds jetzt von Nachschussforderungen (margin calls) betroffen.

So sind beispielsweise gerade Kunden von JP Morgan im massiv gehebelten Marktumfeld unter enormen Druck und Stress geraten.

Also: Wenn JP Morgan-Kunden unter Druck sind, dann werden auch JP Morgan und andere Banken unter Druck geraten.

Denken Sie immer daran, dass das nur der Anfang der Krise ist, die bald schon tagtäglich schlechte Nachrichten hervorbringen wird.

Wenn der Derivatemarkt in die Luft geht und Gegenparteien ausfallen, dann werden die Zentralbanken Billiarden wertloser Dollar drucken müssen und so der Hyperinflation den Weg bereiten.

Banken & Finanzsystem werden anfänglich unter gewaltigen Druck geraten. Und letztendlich, angesichts der Problemlage, komplett oder teilweise versagen.

Staaten und Zentralbanken werden einem solchen Szenario natürlich machtlos gegenüberstehen. Die Systemrettung im Jahr 2008 war nur ein temporärer Hinrichtungsaufschub. Seit den frühen 2000er Jahren hat sich die globale Verschuldung von 100 Billionen $ auf 300 Billionen $ verdreifacht. Man darf aber nicht vergessen, dass es sich dabei um Scheingeld handelte, das falsche Vermögenspreise produzierte, welche auf Treibsand gebaut sind.

All das steht jetzt vor dem Zusammenbruch.

NICHT NUR EIN ÖKONOMISCHER & FINANZIELLER STURM, SONDERN AUCH EINE MENSCHLICHE HÖLLE AUF ERDEN

Die kommende Wirtschafts- und Finanzkrise wird verheerende Folgen für die Welt haben. Hier einige der betroffenen Bereiche:

Rohstoffinflation ist garantiert. Seit Jahren ist klar gewesen, dass der langfristige Rohstoffzyklus seine Talsohle auslotete und anschließend ein massiver, steiler Anstieg der Rohstoffpreise einsetzen würde. Die Aufwärtswende in diesem Zyklus hatte schon deutlich vor der Ukrainekrise eingesetzt, allerdings ist es schon interessant zu beobachten, wie sich plötzlich Ereignisse einstellen, die einen perfekten Sturm erzeugen. In meinem zuvor erschienenen Artikel „Ein globales Geld- und Rohstoffinferno von Nuklearen Ausmassen“ hatte ich einige Aspekte davon aufgegriffen.

Der Dollar-Zusammenbruch – einhergehend mit dem Zusammenbruch der meisten anderen Währungen – ist garantiert. Wenn Geldschöpfung und Inflation unkontrolliert steigen, wird der Dollar schnell seinen intrinsischen Wert von NULL erreichen. Die meisten anderen Währungen werden diesem Weg folgen, wenn auch abwechselnd stark.

In den kommenden Jahren wird wahrscheinlich digitales Geld ausgegeben werden. Ich denke allerdings nicht, dass Kryptowährungen dabei eine große Rolle spielen werden, außer als sehr spekulative Investments. Eine wichtigere Rolle werden die CBDC (Central Bank Digital Currencies/ Digitalwährungen der Zentralbanken) spielen, die aber nur eine andere Form von Fiat-Geld darstellen, jetzt bloß digital. Wie jedes Fiat-Geld werden auch die CBDC durch endlose elektronische Geldschöpfung rasch entwertet werden.

Das WEF & Claus Schwab genießen mehr Prominenz, als sie verdienen. Aus meiner Sicht werden sie die Macht, die sie womöglich jetzt besitzen, komplett verlieren, wenn die Finanzwerte als auch ihre Vermögen implodieren. Deshalb glaube ich nicht, dass ihr Reset kommen oder funktionieren wird. Regierungen könnten sich an Resets versuchen, doch auch diese werden scheitern. Der einzige echte Reset wird ungeordneter Natur sein und sich wie oben beschrieben vollziehen.

Arbeitslosigkeit wird dramatisch ansteigen, während der Welthandel zurückgeht und das Finanzsystem unter Druck gerät. Viele Unternehmen werden untergehen.

Renten- und Pensionssysteme werden ausfallen, weil die Werte in den Rentenfonds zusammenbrechen.

Sozialsysteme werden nicht funktionieren, weil Staaten und Regierungen echtes Geld ausgeht.

Das Losbrechen dieser Hölle auf Erden (als Folge der oben geschilderten Probleme) bekommen leider die meisten Menschen auf dieser Welt zu spüren – auch ohne einen größeren Atomkrieg, der natürlich völlig verheerend wäre.

Der Mix aus massiven Preissteigerungen, gerade bei Nahrungsmitteln und Energie, und Knappheiten wird alle betreffen – Entwicklungsländer wie Industrienationen.

Die Konsequenzen von Nahrungsknappheit und Wirtschaftsmisere – in Verbindung mit dem Zusammenbruch normal handlungsfähiger staatlicher Strukturen – wird jedenfalls vielerorts zu sozialen Unruhen führen, und selbst zu Bürgerkrieg!

DER KRIEG IST NICHT DIE URSACHE, ABER EIN SEHR ERNSTER IMPULSGEBER

Die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise wurde weder durch Covid noch durch die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine verursacht.

Die gegenwärtige Krise begann im August/September 2019 mit Problemen im Bankensystem/ Repomarkt und verschärfte sich dann Anfang 2020 durch Covid.

Die Ursprünge der Bankenkrise von 2019 gehen natürlich auf die seit 1971 ermöglichte Schuldenorgie zurück, welche sich insbesondere seit 2006 verschärft hat.

Zudem hatten die Probleme im Rohstoffsektor (insbesondere an Nahrungsmittel- und Energiemärkten) schon vor dem Krieg in der Ukraine begonnen.

Doch in einem perfekten Sturm wird es immer sehr hässliche Impulsgeber zum schlimmsten Zeitpunkt geben, um eine schlimmere Krise nach der anderen auszulösen.

Keiner weiß, wie dieser Krieg ausgehen wird. Die westliche Welt ist sehr schlecht informiert über den tatsächlichen Kriegsverlauf, da die Medien pro-westlich und anti-Putin eingestellt sind. Doch Putin wird wahrscheinlich nicht ohne weiteres aufgeben.

Deswegen wird dieser Krieg bestenfalls ein lokaler und langwieriger bleiben und schlimmstenfalls Konsequenzen haben, über die ich an diesem Punkt lieber nicht spekulieren möchte.

VERMÖGENSSCHUTZ UND GOLD

Seit über 20 Jahren schreibe ich über finanzielle und ökonomische Probleme, die kurz davor sind, über die Welt hereinzubrechen. Die meisten dieser Dinge passieren ja auch, obgleich ich gerne zugebe, dass alles länger dauerte, als ich gedacht hatte. 2008 wurde das Finanzsystem wie durch ein Wunder gerettet, und das war nur eine Probe. Was demnächst passieren wird, wird definitiv in echt stattfinden.

Was ich gelernt habe: Man muss geduldig sein, weil das Ende einer Ära und eines ökonomischen Zyklus nicht einfach gleich da ist, nur weil man alle seine Zeichen erkennt. Der Prozess ist lang und beschwerlich.

Staaten und Zentralbanken kämpfen mit all den begrenzten Mitteln, die sie haben. Da das Fiat-Geld aber schon 97-99 % seines Wertes seit 1971 verloren hat, wird das gegenwärtige Geldsystem demnächst sterben, wie immer schon in der Geschichte.

Seit Anfang 2002 haben wir in physisches Gold investiert und den Kauf empfohlen. Damals stand es bei 300 $. Bei 1.929 $ ist Gold also seither um das 6,4-fache gestiegen, und das ist besser als die meisten anderen Anlageklassen.

Wir hatten Gold aber nie aus reinen Investment-Gründen gekauft, sondern in erster Linie zur Vermögenssicherung. Trotzdem hat es sich in den vergangenen 20 Jahren als sehr gutes Investment erwiesen.

Wie man im Diagramm unten sehen kann, ist Gold heute so unbeliebt und unterbewertet wie 1971 bei 35 $ oder wie 2000 bei 290 $.

Es ist wahrscheinlich, dass Inflation und Hyperinflation die meisten Anlagewerte in den nächsten Jahren zerstören wird, während Währungen ihren finalen Schritt zum NULL-Punkt vollziehen werden.

Der Goldpreis wird diese Bewegungen natürlich abbilden und, in Fiat-Geld gemessen, auch Höhen erreichen, die man sich aktuell nicht vorstellen kann. Aufgrund der Schwere der gegenwärtigen ökonomischen wie geopolitischen Situation wird Gold wahrscheinlich nicht nur seine Kaufkraft erhalten, sondern darüber hinaus besser abschneiden.

Also: Vermögenssicherung über physisches Gold ist heutzutage entscheidend. In welchen prozentualen Umfang die eigenen Finanzmittel in Gold fließen sollten, darüber muss jeder/ jede selbst entscheiden. 2002 empfahl ich bis zu 50 %, und bis heute sind die Risiken in der Welt exponentiell angewachsen.

Abschließend: Was auf die Welt in den nächsten Jahren zukommt, wird enormes Leid auslösen, wenn diese Hölle einmal losgebrochen ist. Deswegen ist Hilfe für Familie, Freunde und Andere von so extremer Bedeutung.

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