Als historischer Schlusspunkt verheerender Konflikte steht der Westfälische Frieden von 1648 für das Prinzip der Diplomatie und den unbedingten Vorrang ziviler Lösungen. Doch im historischen Rathaus in Münster, genau an der Wiege dieses zivilisatorischen Meilensteins, wird der Friedensbegriff ad absurdum geführt: Der diesjährige Westfälische Friedenspreis wird an die NATO verliehen. Was von den Organisatoren und einer hochkarätig besetzten Jury um prominente Vertreter der politischen Elite wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD), Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) und Sigmar Gabriel (SPD) laut der offiziellen Ankündigung der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V. als vermeintliche Würdigung eines Stabilitätsankers zelebriert wird, entpuppt sich bei Licht betrachtet als politisches Schmierentheater. Während Befürworter wie Mark Rutte (Generalsekretär der NATO) und Friedrich Merz (CDU) pathetisch die transatlantische Brücke beschwören, soll diese vermeintlich ehrenvolle Auszeichnung den wahren, aggressiven Kern des Bündnisses gezielt vernebeln.
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