Europas Bürger zwischen allen Fronten (3/3)

Europa, was für ein Kontinent, welch starker Wirtschaftsraum und was für eine Geschichte! Dieser Kontinent hat über Jahrtausende die Geschichte seines geografischen Umfeldes und des Erdballs mit geprägt.

Jedes einzelne Land dieses Kontinentes hat diesem in seiner Geschichte seinen Stempel aufgedrückt, und bis heute Spuren hinterlassen. Das antike Griechenland, das imperiale Rom, welches den gesamten Mittelmeerraum dominierte und das spätere Oströmische Reich mit seiner Hauptstadt Konstantinopel, nachfolgend das reiche Byzanz, heute Istanbul und quirlige Millionenstadt und eine der Metropolen der Türkei. Das Heilige Römische Reich deutscher Nation unter Karl dem Großen und seinen Nachfolgestaaten. Spanien und Portugal, die als Seemächte seinerzeit ganze Kontinente eroberten und bis heute zivilisatorisch prägten.

Preußen und Österreich mit ihren ruinösen Unstimmigkeiten mit dem Siebenjährigen Krieg. Frankreich mit seiner Weltgeltung, welches durch Napoleon in ganz Europa seine Spuren hinterließ und Deutschland den Code Civil brachte. England, welches seit Elizabeth der Ersten ein Empire ohnegleichen aufbaute und bis zum Ersten Weltkrieg die Weltmeere beherrschte. Und Russland, dass auch heute noch eine militärische Großmacht und flächenmäßig das größte Land der Welt ist. Schweden, Dänemark usw.

1914 standen sich auf unserem Kontinent also in einer gefährlichen multipolaren Ordnung, eine Ansammlung von Kraftprotzen gegenüber, von der jeder meinte der Größte sein zu müssen, ohne zu begreifen, dass sie alle mit diesem Ersten Weltkrieg, der Ursünde des folgenden europäischen Dilemmas den prägenden weltweiten Einfluss und Macht an die USA abgaben. Ab dem Zweiten Weltkrieg als kausale Folge des Ersten Weltkrieges ist Europa machtpolitisch nur noch ein Schatten der Vergangenheit und wird dementsprechend gesehen und behandelt. England hat sich wie ganz Europa in beiden Kriegen ruiniert und sich mit seinen Alliierten und dem besiegten Deutschland, welches das hinnehmen musste, zum Vasallen der USA Interessen abgestempelt. Und da dieser Zustand so bequem war, im selbigen jahrzehntelang recht gut gelebt, besonders wir Deutsche.

Der große Bruder aus Übersee richtete weltweit alles und alles zu seinen Gunsten ein, eben zu seiner spezifischen, heute unipolaren Weltordnung mit der bequemlicherweise übertragenen Funktion als Weltpolizist, die unter den gegeben Umständen kaum noch zu finanzieren ist.

Die USA sind mit ihrer Luftwaffe und Trägerflotte nebst der großen Anzahl von Begleit-,Schutz-, Transport- und Versorgungsschiffen, als einzige Nation in der Lage, weltweit zu agieren, die Schiffsrouten zu sichern und zu kontrollieren sowie bei Bedarf auch zu stören und auch gegebenenfalls zu unterbinden, abgesehen von ihrer überlegenen atomaren Bewaffnung nebst Waffentechnik, deren Fähigkeiten stets verbessert werden.

Wo blieben die Bürger, wurden diese jemals gefragt?

Die Bürger Europas, die nur in Frieden miteinander leben wollen, erwarteten von ihren jeweiligen Regierungen die Konstruktion eines engen Staatenbundes, etwa nach den Vorstellungen von de Gaulle: ein „Europa der Nationen“, oder wie er sagte ein „Europa der Vaterländer“ das diesen Kontinent nach außen mit einer Stimme vertreten sollte. Mit einem gemeinsamen harmonisierten Rechtswesen, Sicherheitspolitik, Verteidigungskräften nebst abgestimmter Außenpolitik und einer gesunden wirtschaftlichen Konkurrenz der Staaten untereinander in einer Währungssituation wie vor der Einführung des Euro, also mit floatenden Währungen, in denen sich die Wirtschaftskräfte der einzelnen Volkswirtschaften eben besser widerspiegelten.

Wo bleiben die Bürger, wurden diese jemals gefragt?

Dazu bedurfte es aber nicht eines Verwaltungsapparates in Brüssel heutiger Prägung, eines ineffizienten Molochs namens EU, mit seinen wechselnden Scheinblüten in den Spitzen, die in ihren jeweiligen Ländern oder Parteien ausgemustert und in einträgliche Positionen weggelobt wurden und einem widersinnigen, nur der Glorie Frankreichs dienenden kostspieligen zweiten Parlamentssitzes in Straßburg.

Wo bleiben die Bürger, wurden diese jemals gefragt?

Dazu bedurfte es erst recht nicht einer Gemeinschaftswährung, die nun in Gestalt des anfangs glanzvollen Euro dabei ist, die Scheinblüten eines propagierten Einigungserfolges zu zertreten, da das Regelwerk zum Funktionieren einer wider ökonomischen Regeln eingeführten Einheitswährung zerstört wurde.

Wo bleiben die Bürger, wurden diese jemals gefragt?

Und genau diese mittelmäßigen Akteure an der EU-Spitze bestimmen nun in grenzenloser Selbstüberschätzung und unter Missachtung der demokratischen Empfindungen der Völker über deren Köpfe hinweg maßgeblich, wie deren Zukunft in Freihandelszonen wie TTIP-TISA-CETA aussehen soll! Die wir aber ohnehin nicht brauchen, so sehr uns die von Interessen gesteuerten Politiker dieses uns suggerieren, da es schon reichlich bilaterale Abkommen gibt.

Alles aber im Interesse des Hegemons USA, der so auf Kosten der Europäer seine von ihm kontrollierte unipolare Weltordnung stabilisieren will. Großkonzerne erzwingen so die Unterordnung europäischer Rechtsnormen nebst Verbraucherschutzbestimmungen unter Ihre Interessen, die im Klagefall (das werden viele sein) in dubios besetzten Schiedsgerichten ausgelagert und dort zuungunsten der Bürger/Staaten entschieden werden sollen.Sogar öffentlichen Einrichtungen wie z.B. die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Bildung Gesundheitswesen sind nun in Gefahr über TISA Vereinbarungen okkupiert und privatisiert zu werden, ein Albtraum.

Wo bleiben die Bürger, wurden diese jemals gefragt?

Es ist geradezu unfassbar, wie sich einer der größten Wirtschaftsräume der Welt von den USA derart dominieren lässt, ohne daran zu denken, wie so seine eigenen Interessen und dazu gehören nun einmal die Souveränität und Eigenständigkeit einer noch im Werden begriffenen staatlichen Gemeinschaft immer wieder unter die Räder von US-Interessen geraten.

Und noch einmal:

Es ist geradezu unfassbar, wie sich einer der größten Wirtschaftsräume der Welt der Sicherheit seiner Energiebelieferung beraubt, indem die EU und ihre Staaten sich mit ihrem Energieversorger Russland anlegen, der in den kältesten Zeiten des Kalten Krieges Europa mit Gas und Öl belieferte, heute über 37 % und sich von der US-Regierung zu Sanktionen zwingen lies, die nun den Handel zu 25% alleine mit Deutschland reduzierten. Was tun wir uns da selbst an und was kommt da noch?

Wann zeigen die Europäer den USA endlich die Gelbe Karte und verbitten sich diese ständigen Einflussnahmen und Bevormundungen. Europa kann doch beides haben, ein gutes Verhältnis zu den USA und zu Russland, nur müsste es sich in aller Freundschaft von den USA etwas abnabeln und selbst wieder das eigenständige Laufen lernen, um mit einigen Beulen und Schrammen wieder erwachsen und ernst genommen zu werden.

Es ist doch ausschließlich eine europäische Angelegenheit die Ukrainekrise zu befrieden und unter Einbeziehung Russlands eine gesamteuropäische Sicherheitsordnung zu schaffen, die auch Präsident Putin und jeder spätere Nachfolger im Amt akzeptieren kann. Eine innereuropäische Freihandelszone unter Einbeziehung Russlands brächte Stabilität und Vertrauen zurück an denen es zurzeit mangelt.

Hier und nur hier sehe ich unsere Kanzlerin mit Präsident Hollande auf einem richtigen Weg, dessen Erfolg am seidenen Faden namens Mariupol hängt, an dem die vielen widerstreitenden obskuren Gruppierungen der Ukraine zerren. In dieser Gemengelage erscheint Kiew mit seinen Oligarchen-Interessen und rechtsradikalen Helfershelfern, die ihr eigenes Süppchen kochen, absolut nicht als das Unschuldslamm, als das es gerne gesehen werden will.

Denn wenn die strategisch wichtige ukrainische Hafenstadt Mariupol im Frühjahr eventuell ein Angriffspunkt wird, entscheidet sich dort, ob der russische Präsident Putin die Souveränität Europas unterstützt. Die Krim ist für Kiew sowieso verloren, machen wir uns da nichts vor.

Er, Putin hat es in der Hand mit strategischem Weitblick Europas und Russlands Interessen zusammenzuführen oder nachhaltig mit allen Folgen zu zerstören! Wir Bürger Europas sehen uns Mangels weitsichtiger Politik der letzten Jahre zwischen allen Fronten und sind nun darauf angewiesen, dass die widerstreitenden Wirrköpfe der Ukraine zur Vernunft kommen. Ein Stellvertreterkrieg in Europa ist doch ein Albtraum!

Wo bleiben die Bürger, wurden diese jemals gefragt?

Mit dem Anspruch, die ganze Welt mit seinen digitalen Spionagefähigkeiten der NSA zu kontrollieren, Europas Handelsbeziehungen mit Russland unter Druck zu zerstören, diesen Kontinent in einen nicht nur ihn destabilisierenden Krieg durch aufdringliche, von Europa nicht erwünschte Waffenlieferungen an die Ukraine zu stürzen, erkennen wir eine Supermacht, die fiskalisch durch 18 Billionen Dollarschulden gelähmt zum eigenen Machterhalt, zu dem auch die Erhaltung des Dollars und Petrodollars gehören, gegenüber Europa seine Trumpfkarten, wenn nötig brutal auszuspielen.

Die unstrittig weltweite hohe Reputation der deutschen Kanzlerin im Zusammenspiel mit Frankreichs Präsidenten Hollande und Zustimmung der anderen Regierungen Europas, halten die USA noch von direkten Waffenlieferungen an die Ukraine ab.

Noch, und wenn dieses „Noch“weg ist, löst sich der Gedanke an eine Souveränität Europas in Luft auf, denn dann schauen wir alle wieder auf das Weiße Haus. Ich hoffe Putin weiß das alles und ist sich darüber im Klaren, was nun alles in seiner Hand liegt!

Am Erhalt der Weltlei(d)twährung Dollar entzündete sich meines Erachtens die Spannungen der USA mit Russland, welches mit den BRIX Staaten und China genau diese weltweite Dominanz des Greenbacks infrage stellen wollen, die aber ein wichtiger, sogar der wichtigste Dominostein imperialer Macht der USA sind. Und die Ukraine ist dummerweise für sie einer der Fronten dieses Konfliktes.

Nicht zufällig produzieren die USA, die arabischen Ölförderer Ölmengen jenseits des Weltbedarfs, der, wenn man sich die drastisch gesunkenen Schiffstransportdaten weltweit, nämlich den Baltic Dry Index anschaut, der eine rückläufige globale Produktion und Handel anzeigt und schon sehr viele Beben an den Börsen vorhergesagt hat! Und man erkennt unzweideutig, dass das Öl als politisches Kampfmittel eingesetzt wird, obwohl die USA aus rein politischen Erwägungen schon erkennbar ihre eigene Ölproduktion damit finanziell ruinieren, gerade die nur kurzfristig Gewinne abwerfende und ganze Landschaften ruinierende Öl- und Gasförderung durch Fracking und die Schieferölförderung !

Mit dieser Ölwaffe soll der Widerstand Russlands gegen den Dollar gebrochen werden, indem sein Haushalt, der überwiegend auf dem Gewinn aus Öl- und Gasexporten basiert, durch zu niedrige Einnahmen ruiniert werden soll! Die US-Politik nimmt dafür inkauf, dass die eigene Ölförderung ruinöse Gewinneinbrüche zeigt und die OPEC Staaten dabei langfristig im Vorteil stehen.Ob diese von den USA als Schutzmacht zu der Ölschwemme animiert oder gezwungen wurde ist eine von mir nicht beweisbare, aber logische Annahme.

Vor diesen Hintergründen agieren nun die mittelmäßig begabten Politiker Europas, die in Vergangenheit und im Heute anscheinend restlos den Durchblick verloren haben, den ich mir allerdings auch nicht anmaße. Nur habe ich mich nicht in Amt und Würden mit großzügigen Alimentationen wählen lassen und meine eigenen Fehler lasse ich auch im Gegensatz zu den Politikern nicht andere ausbaden.

Diese haben bis heute noch nicht erkannt, dass sie Europa in einer sich anbahnenden multipolaren Welt als souveränes Machtzentrum längst hätten etablieren müssen und verlieren sich stattdessen in einem Kräfte verschleißenden Abwehrkampf für eine Gemeinschaftswährung und verschwenden obendrein die Ressourcen der Nationen, die einigermaßen vernünftig wirtschafteten.

Das Projekt Europa tritt außer der Etablierung von Institutionen, die einen Anschein von Eu-Staatlichkeit erwecken sollen, mit einem machtlosen Parlament ohne Initiativrecht und einer Kommission, die auf Gedeih und Verderb in letzter Instanz auf das Wohlwollen der Regierungen angewiesen ist, mit einer nicht vorhandenen EU-Verfassung auf der Stelle und überlässt der dafür nicht gewählten EZB Spielräume, die dieser nicht zustehen!

Wo bleiben die Bürger, wurden diese jemals gefragt?

Die Bürger aller Nationen schauen diesem Treiben ungläubig zu und müssen erkennen, dass ihre gewählten Politiker es sogar zulassen, dass demokratische Strukturen diesem Rettungswahn geopfert werden und so die Demokratien schon beschädigt sind. Diese Erosionsprozesse dringen bis in die Parlamente vor, da dort im Herzen unserer Demokratien schon die Kreditwunschsoftware des Kapitals etabliert wurde, deren Ziel abhängige Abgeordnete sind und die scheibchenweise unsere Demokratien von sozialen Marktwirtschaften hin zu wirtschaftskonformen Marktgesellschaften formen sollen, da diese so besser in den angestrebten Freihandelszonen TTIP -TISA und CETA funktionieren können.Weitere Zerstückelungen und das Sinken der Löhne, ein noch größerer Niedriglohnsektor mit allen Nachteilen für die Altersvorsorgen sind die Folgen!

Wo bleiben die Bürger, wurden diese jemals gefragt?

Es ist doch geradezu absurd, wenn Deutschland als das Niedriglohn- und Dumpingland Europas seinen Nachbarn eine Lohnanpassung nach unten verordnen will ohne einmal darüber nachzudenken, durch höhere Löhne in Deutschland die Binnennachfrage zu beleben um diesen auf halben Wege entgegenzukommen.

Jahr für Jahr produziert Deutschland Handelsbilanzüberschüsse von ca. 125 Milliarden Euro und geht als einer der weltweit größten Kapitalexporteure mit diesen Summen auf Schuldnerfang. Hat Deutschland denn so viel Angst, mit höheren Löhnen weltweit konkurrenzunfähig zu werden? Dieses höhere Lohnniveau hatten wir doch schon vor dem Euro und trotzdem wurden deutsche Waren nachgefragt! Wird das bewusst vergessen? Hier haben die Konzerne und Banken entscheidend ihre Hände im Spiel, die ganz Europa zum Niedriglohnsektor machen wollen. Nur, wer soll dann noch die Waren der Konzerne kaufen? Die so entstehenden Gefahren von gesellschaftlichen Verwerfungen werden rigoros dem Profit untergeordnet.

Wo bleiben die Bürger, wurden diese jemals gefragt?

Hier stellt sich zwingend doch die Frage, welche Zukunftsvisionen unsere Politiker umtreiben und welche gesellschaftlichen Veränderungen diese inkauf nehmen, wenn sie andauernd beschlossenen Verträgen und ihren Amtseiden zuwiderhandeln und die Bürger Europas, ihre Mittelstände den Interessen der vom Kapital gesteuerten USA und ihrer Konzerne nun über TTIP-TISA und CETA zum Fraß vorwerfen!

Ist das Trennbankensystem wieder eingeführt wo die Zockerrisiken nicht auf die normalen Bank des Bürgers übergreifen können und eine Pleite von Investmentbanken möglich ist ohne Staaten zu ruinieren? Nein!

Hat man den Konzernen die Wege verbaut, ihre Gewinne in aberwitzigen Verschachtelungen zu verbergen um die Steuern im Herstellungsland zu vermeiden! Nein!

Ist eine wirksame Börsenumsatzsteuer und Transaktionssteuer eingeführt, um Gewinne in Sekundenschnelle ohne jede Eigenleistung zu unterbinden? Nein!

Ist man die weltweit agierenden Schattenbanken einmal angegangen, in denen die regulären Banken ihre ungeheuren Gewinne verstecken und damit dunkle Geschäfte bis hin zur Refinanzierung von Staaten machen? Nein?

Die Bürger Deutschlands müssen endlich einmal die Frage stellen, wo denn die jahrelangen Handelsbilanzüberschüsse von Hunderten Milliarden Euro geblieben sind und wer die deutschen Target 2 Risiken der Bundesbank von 515 Milliarden ausgleicht und wer für den voraussichtliche Ausfall der Griechen Kredite von 90 Milliarden Euro verantwortlich ist. Fragten die Bürger bislang? Nein!

Das war eine der größten solidarischen Fehlinvestitionen aller Zeiten und die Griechen sagen nicht einmal Danke und fordern weitere Unterstützung mit Rückzahlungen die auf Ewigkeit verschoben werden sollen. Da kommt noch viel Ungemach auf uns zu und das schon bald in vier Monaten!

Die Bürger Europas müssen sich damit abfinden, dass bald die von den Banken übernommenen Zockerrisiken in Griechenland, die von den Banken in die Öffentlichen Hände sozialisiert wurden futsch sind und ein gigantisches Geschenk von 322 Milliarden Euro an die Hellenen waren und diese trotzdem nicht finanziell gesundet sind!

Wir werden bald einen mit markigen Worten eingeleiteten Pseudo-Schuldenschnitt erleben, der in Wirklichkeit eine Rückzahlung der Schulden auf dem Papier in ca. 100 Jahren beinhaltet und das nur, um ein todkrankes Finanzsystem noch einige Zeit mit Infusionen in Billionen Euro am Leben zu erhalten.

Schauen wir uns doch die Köpfe der Entscheidungsträger in ganz Europa an, die jahrelang nicht von der Spitze weichen wollen, obwohl die Ergebnisse ihrer Politik uns in naher Zukunft in ein vermeidbar gewesenes Chaos stürzen werden.

Schauen wir uns doch einmal die Maßnahmen der EZB an, die uns um unsere Lebensleistungen bringen, da durch Nullzinsen selbst bei einer niedrigen Inflationsrate das für das Alter Angesparte wie Butter an der Sonne wegschmilzt! Wenn es der EZB nach eigenem Wunsch und der sich so leichter Entschuldenden Staaten gelingt, die Inflationsrate auf knapp unter 2% hoch zu prügeln, schmelzen die Sparguthaben noch schneller ab!

Schauen wir uns doch einmal die Maßnahmen der EZB an, die entgegen ihrer Mandate Schrottpapiere zur billigen Refinanzierung von Risikostaaten in Billionenhöhe aufkaufen will, um verbotene Staatsrefinanzierungen zu betreiben. Nur will keiner z.B die Versicherungen diese Anleihen mit dem Stempel “Mündelsichere Staatsanleihen” verkaufen die den Bürgern und Anlegern als mündelsichere Anlage offeriert wurden. Oder das Anleger die ABS Giftpakete kaufen, die 2008 die zockenden Banken und anschließend ganze Staaten ruiniert haben. Staatsanleihen heute Mündelsicher? Hier bekomme ich Angesicht der hoffnungslosen Überschuldung aller EU-Staaten einen Lach- oder eher Weinkrampf!!!

Wo bleiben die Bürger, wurden diese jemals gefragt?

Aber nein, wir Bürger Europas stören doch nur diese unseriösen Spielchen, in denen die europäischen Regierungen, schon in mafiösen Verstrickungen mit der Finanzwelt deren Interessen bedienen, die mit der Schuldenhöhe auch gleichzeitig einen Zinsdienst etablierten, der zu einer zuverlässigen Finanzierung weiterer Zockereien führt und die Boni der Erlauchten in Nadelstreifen mit Schlips und Kragen hochtreiben. Im noch solventen Staatshaushalt Deutschlands beträgt dieser Zinsdienst ca. 40 Milliarden Euro!

Wie sehr muss ein derartiger Zinsdienst die Nationen mit einer weniger starken Wirtschaft drücken wie: Frankreich, Italien,Spanien, Portugal, Irland, ach ja Griechenland als Paradebeispiel und so will ich gar nicht erst weiter aufzählen, denn alle, aber auch alle Staaten unseres Kontinentes stecken bis zum Hals in Schulden und keiner kann diese jemals zurückzahlen, denn dann gäbe es auch keine Gläubiger mehr und auch keine Zinsdienste mehr. Welch eine Katastrophe für die marode Finanzwelt, die dieses unmoralische System mit Zähnen und Klauen verteidigt um es noch möglichst lange in einem Status Quo zu halten um bis zu seinem Zusammenbruch die Bürger mit ihrem Sach- und Geldwerten noch eine Weile über ihre Tische ziehen zu können.

Wo bleiben die Bürger, wurden diese jemals gefragt?

Nun erleben wir in Europa etwas Seltsames, noch nie seit dem Kriegsende dagewesenes bei Demonstrationen und Wahlen!

Frech wählen die Bürger Europas die etablierten Parteien ab und installieren so neue unverbrauchte und nicht korrumpierte Abgeordnete und Regierungen.Mit Entsetzen schauen die sich auf die alten Parteistrukturen und Wählerschichten stützenden Regierungen, wie sich ihre Machtbasis verkleinert und suchen immer mehr ihr Heil in Großen Koalitionen, wo diese sich denn anbieten. Da diese Parteien sich so in der Mitte des Parteienspektrums zum Stimmenfang drängeln aber ihre äußeren Flügel vernachlässigen und dann auch noch zusammen bei Wahlen Stimmen verlieren, geben diese Raum für neue Parteien, die alles versuchen werden, auch die Nichtwähler an die Wahlurnen zu bringen.

Diesen Nichtwählern ist zum größten Teil nicht eine Wahlfaulheit vorzuwerfen, sondern eine Politikerverdrossenheit, da immer die gleichen Gesichter immer die gleichen Versprechungen und Fehler machen, die nicht in einer Vermehrung oder Bestandserhalt sozialer Sicherheiten bestehen, sonder in immer mehr Schulden!

Wenn also in 2015 in Portugal abgewählt wird, in Spanien die Bewegung “Podemos”,in Frankreich 2017 Marine Le Pen an die Schalthebel der Macht kommen und in Griechenland die “Syriza” dann noch die Regierung stellt, in Deutschland sich die AFD im Bundestag etabliert, in England eine ebenso neue Partei wie in Deutschland die Parteienkonstellationen und Koalitionsmöglichkeiten in den Parlamenten durcheinanderwirbelt, wird Europa sich ändern und der Euro mit großer Wahrscheinlichkeit am Ende seines Weges angekommen sein! Denn ewig kann dieses Siechtum einer untauglichen Gemeinschaftswährung ja nicht weitergehen, denn irgendwann ist mit allen Folgen mal Schluss.

Vielleicht kehrt die Demokratie dann im Sinne der Völker Europas in die Parlamente zurück und zeigt endlich den Banken wie auch den Finanzmärkten ihre Grenzen auf und macht diese wieder zu Dienenden von Wirtschaft und Bürgern, denn die Banken und ihre Eigner sind weltweit das eigentliche System und die Hauptschuldigen der heutigen Misere.

Wir, die Bürger Europas müssen endlich begreifen und die noch vorhandenen demokratischen Möglichkeiten nutzen, um eine Politik zu verändern, die uns zwischen alle Fronten und Stühle manövriert!

Klar, ein Traum, aber träumen darf man doch wohl, denn ohne Träume und Hoffnungen wäre die Menschheit schon längst untergegangen!

Der weise Feldherr und Staatsmann „Gato“ des alten Roms hatte die Angewohnheit nach jeder seiner brillanten Reden zu erwähnen: „Und im Übrigen bin ich der Meinung, das Karthago zerstört werden muss“!

Ich erlaube mir es ihm gleich zu tun und sage: „Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Euro abgeschafft werden muss“!

Heiner Hannappel

Autor der 2014 publizierten Bücher: Wir begehrten nicht auf!“ und „Europa, es ist angerichtet!“

heiner.hannappel@gmx.de

Meine Homepage auf Fortuna Netz:http://www.fortunanetz.de/hannappel/index.php

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