EU statt Russland der «wahre Feind» – Finanzanalytiker Martin Armstrong über Ukraine-Krieg

Die US-Neocons und die europäischen Politiker wollen den Krieg gegen Russland in der Ukraine fortsetzen. Davor warnt der US-Finanzanalyst Martin Armstrong. In einem aktuellen Interview spricht er über die zugrundeliegenden Interessen und warum er einen Friedensplan ausgearbeitet hat.

Quelle: transition-news

Der US-Finanzanalyst Martin Armstrong warnt erneut davor, dass es zu einem Dritten Weltkrieg komme. Zugleich sieht er positive Zeichen, dass ein Friedensabkommen für die Ukraine möglich ist, mit dem der Krieg in dem Land beendet werden könnte.

Darüber hat er in einem Interview mit dem ehemaligen CNN-Journalisten Greg Hunter gesprochen, das am Sonntag veröffentlicht wurde. Hunter erwähnt unter anderem, dass Armstrong vom Weißen Haus unter Donald Trump gebeten wurde, einen Friedensplan für die Ukraine auszuarbeiten, den Wladimir Putin und Russland in Betracht ziehen würden.

Armstrong habe daraufhin einen fast 200 Seiten starken Plan mit dem Titel «Friedensvorschlag zur Verhinderung des Dritten Weltkriegs» vorgelegt. Darin warnt er unter anderem vor den Folgen der fortgesetzten US-Sanktionen gegen Russland, die Trump nun auf andere Länder ausweiten will. Hochrangige Trump-Beamte trafen sich laut Hunter am Freitag (14.11.25) mit Armstrong, um darüber zu diskutieren. In seinem Plan schreibt er unter anderem:

«Präsident Trump mag glauben, dass er wirtschaftlich am längeren Hebel sitzt, um Putin zu zwingen, seinen Forderungen nachzugeben, aber auch die US-Wirtschaft ist nicht in der Lage, einen weiteren endlosen Krieg zu finanzieren, der weitaus kostspieliger und riskanter sein wird und den der Westen dieses Mal verlieren wird.»

Der Finanzanalyst erklärt im Interview, er wisse, dass sein Plan im Kreml zur Kenntnis genommen wurde. Davon zeugt aus seiner Sicht, dass der russische Außenminister Sergej Lawrow Ende Oktober angeboten hatte, dass Russland vertraglich zusichere, die NATO nicht anzugreifen.

Armstrong berichtet, er habe seine Gesprächspartner in der Trump-Administration unter anderem darauf aufmerksam gemacht, «dass der wahre Feind die EU ist, nicht Russland». Er habe dargelegt, dass Russland kein Interesse daran habe, in die NATO einzumarschieren, weil es nichts davon habe.

«Europa muss seine Energie von Russland kaufen. Sie haben kein Gold. Es gibt da nichts Positives.»

Krieg und Invasionen dieser Art seien wirtschaftlich motiviert, erinnert er an eine geschichtliche Grundkenntnis. Doch für das rohstoffreiche Russland gebe es im westlichen Europa nichts zu holen, macht er klar.

Zugleich macht er darauf aufmerksam, dass es in der Trump-Administration weiterhin Neokonservative (Neocons) gebe, die nie aufgegeben hätten, Russland besiegen und in die Knie zwingen zu wollen. Zu denen gehöre der derzeitige US-Finanzminister, der Milliardär Scott Bessent – «ich glaube, die meisten Leute wissen das nicht», fügt Armstrong hinzu.

Es sei zwar bekannt, dass Bessent für den Spekulanten George Soros gearbeitet habe, aber nicht, dass er der «Kopf» hinter den Milliarden-Spekulationen von Soros gewesen sei. Der heutige US-Finanzminister sei daran beteiligt gewesen, als die US-Neocons Ende der 1990er Jahre versuchten, Russland aufzukaufen.

Der Finanzanalyst spricht in dem Interview mit Hunter über Details, die er auch in seinem Buch «The Plot to Seize Russia» aufgedeckt hat. Dabei sei geplant gewesen, den russischen Präsidenten Boris Jelzin durch den Oligarchen Boris Beresowski zu ersetzen – und mit Hilfe einer Milliarden-Falle einen Korruptionsskandal anzuhängen, um ihn zu stürzen und Russlands Reichtum unter Kontrolle zu bekommen.

«Das gesamte Gold, die Diamanten, das Öl, das Holz, was auch immer, würden über die Handelsabteilungen der New Yorker Banken laufen.»

Als Jelzin gemerkt habe, dass er von US-Bankern hereingelegt wurde, und in der Folge von russischen Kommunisten unter Druck gesetzt wurde, habe er sich an Wladimir Putin gewandt, so Armstrong. Dieser sei kein Kommunist und kein Oligarch gewesen und deshalb von Jelzin zu seinem Nachfolger ernannt worden, der dann die Pläne, Russland aufzukaufen, vereitelt habe.

«Deshalb hassen sie Putin so sehr, weil er sie daran gehindert hat, Russland zu übernehmen. Die letzten Worte Jelzins an Putin: Schütze Russland.»

Armstrong betont, dass US-Finanzminister Bessent gegen ein Friedensabkommen mit Russland ist: «Er ist gegen den Frieden.» Und fügt mit Blick auf die heutigen Ereignisse und Konflikte hinzu:

«Das geht alles auf die Zeit zurück, als die Banker und Hedgefonds alle darauf aus waren, sich alle Vermögenswerte Russlands unter den Nagel zu reißen.»

Dennoch sehen die beiden Gesprächspartner weiterhin die Möglichkeit, dass die USA ein Friedensabkommen für die Ukraine mit Russland erzielen könnten. Hunter verweist darauf, dass Trump Ungarn eine Ausnahmegenehmigung für den Kauf von sanktioniertem russischem Öl gewährte.

Armstrong bezeichnet das im Interview als «ein positives Zeichen». Die russische Führung habe zudem signalisiert, dass sie auch weiterhin an «von Trump unterstützten Friedensgesprächen mit der Ukraine» interessiert sei.

Für den Fall, dass Europa, die NATO und die Ukraine nicht mitziehen, rät der US-Finanzanalyst Präsident Trump, «aus der NATO auszusteigen». Armstrong erklärt gegenüber Hunter, er habe die Trump-Administration gewarnt, «dass wir Europa drohen sollten, entweder das Minsker Abkommen einzuhalten oder aus der NATO auszutreten.»

«Zumindest sagten die Leute, mit denen ich gesprochen habe: ‹Wir sind uns einig, dass wir aus der NATO austreten sollten.› Sie ist ein Altersheim für Neokonservative. Ihr einziger Lebenszweck ist Krieg.»

Wenn Frieden herrsche, würden die Regierungen ihre Budgets kürzen und die Waffen nicht einsetzen, so Armstrong. Solange sie sagen können, dass Putin in Europa einmarschieren werde, würden sie behaupten, dass fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Militär gebraucht würden.

«Sie werden wie Selenskyj sein, der Milliarden von Dollar irgendwo beiseiteschiebt. Das ist wirklich ziemlich widerlich.»

Armstrong sagt außerdem: Wenn die USA sich aus dem NATO-, Ukraine- und Russland-Krieg raushalten, werde es trotzdem fast überall Krieg geben. Das von ihm entwickelte Computer-Prognose-Programm sage im Grunde genommen den Dritten Weltkrieg voraus.

Der Finanzanalyst macht in dem Zusammenhang auf die zahlreichen kriegerischen Konflikte in der Welt aufmerksam: «Da ist der Iran gegen Israel, und Pakistan wird Israel mit Atomwaffen angreifen, wenn Israel den Iran angreift. Da ist Pakistan gegen Indien (…) Taiwan und China, Südkorea gegen Nordkorea und Japan (auf der Seite Südkoreas).»

Neben dem Krieg in der Ukraine drohten auch anderswo in Europa militärische Konflikte. So hätten die USA Kampfjets an Griechenland verkauft, mit denen die Türkei angegriffen werden könne, wobei beide Länder zur NATO gehören.

«Krieg kommt überall dort, wo ein Land einen Groll gegen ein anderes hegt.»

Armstrong habe schon lange vorhergesagt, dass Europa in einen Krieg mit Russland geraten und schwer verlieren werde, so Hunter. Die europäischen Politiker, einschließlich der Großbritanniens, das sich in einem Stellvertreterkrieg gegen Russland befinde, würden glauben, sie könnten Russland besiegen, sagt der Finanzanalyst.

Er bezeichnet die Aussage von Trump im September dieses Jahres, Russland sei ein «Papiertiger», den die Ukraine besiegen könne, als «sarkastisch». Das sei nicht ernst gemeint gewesen und nur eine Reaktion auf die wiederholten Behauptungen von NATO und westlichen Politikern, dass das westliche Bündnis mit seiner konventionellen Überlegenheit, Russland schlagen und Putin besiegen könne.

Er habe von europäischen Politikern «wahnsinnige Geschichten» gehört, was sie erreichen könnten, berichtet der US-Finanzanalyst mit weltweiten Kontakten. Er ist sich sicher: «Sie werden verlieren.» Und fügt hinzu: «Ich glaube nicht, dass die EU viel länger als bis 2030 bestehen wird.»

Im Interview mit Hunter sagt der Finanzanalyst, die Europäische Union (EU) steuere auf eine Depression zu, während den USA eine Rezession und Stagflation bis 2028 drohe. Er habe wichtige Kunden in Europa vor der Entwicklung gewarnt, woraufhin diese begonnen hätten, ihr Gold von London und Zürich in die Vereinigten Staaten zu verlagern.

«Warum? Weil Europa Kapitalkontrollen einführen wird. Sie werden Bitcoin wahrscheinlich verbieten. Sie werden höchstwahrscheinlich die Menschen daran hindern, Gold zu kaufen.»

Das Kapital werde im Grunde genommen in die USA fließen. Es gebe eine globale Staatsschuldenkrise, «und die USA sind der beste Ort, um sich aufzuhalten», meint Armstrong. Er behauptet, wenn Trump den Krieg zwischen Russland, der Ukraine und der NATO umgehe, werde es den USA «viel besser gehen als Europa und besser als den meisten, wenn nicht sogar allen anderen Ländern der Welt».

Der Finanzanalyst sieht weiterhin einen starken Trend zu zivilen Unruhen in den USA, während der Rest der Welt in den Krieg zieht. Die Entwicklung werde sich im nächsten Jahr zuspitzen. Mit Blick auf die USA sagt er: «New York City und Kalifornien sind beide am Ende (…) und die neue Finanzhauptstadt Amerikas verlagert sich bereits nach Florida.»

Er wirft der US-Politik und der anderer westlicher Staaten vor, gegen die Interessen des eigenen Landes zu handeln, von der Migration bis zur Aufrüstung und Kriegsvorbereitung. Aufgrund der gesellschaftlichen Polarisierung würden sich die USA «irgendwann spalten», was aber auch der EU drohe. Gegen Ende des Interviews hebt Armstrong noch einmal hervor:

«Russland ist nicht daran interessiert, Europa zu besetzen. Ich meine, genauso wenig wie wir daran interessiert sind, Russland oder China zu besetzen, oder wie die Chinesen daran interessiert sind, ganz Amerika zu besetzen.»

Kriege würden «von der Elite verursacht, nicht vom Durchschnittsbürger». Der Durchschnittsbürger in Russland, Europa, den Vereinigten Staaten und China sei überall derselbe: «Wir wollen einfach nur Tag für Tag unser Leben leben und für unsere Familien sorgen. Wir haben kein Interesse an diesem ganzen Unsinn.»

Armstrong warnt vor eine «False flag»-Operation, mit der versucht werde, die NATO direkt in den Krieg gegen Russland zu ziehen. Die angeblichen russischen Drohnen in Polen und Westeuropa seien ein gescheiterter Versuch dazu gewesen, dem weitere folgen würden. Die EU befinde sich finanz- und wirtschaftspolitisch in «einer verzweifelten Lage», die zu einer «völligen Katastrophe» führe.

«Deshalb wollen sie Krieg. Entweder sie bekommen Krieg mit Putin oder die Menschen werden die Parlamente mit Mistgabeln stürmen, sobald diese Zahlungsausfälle beginnen.»

Quelle:

Greg Hunter’s USAWatchdog.com: Ukraine Peace Deal or Get the Hell Out of NATO – Martin Armstrong (Video) – 16. November 2025

Greg Hunter: Ukraine Peace Deal or Get the Hell Out of NATO – Martin Armstrong (Text) – 15. November 2025

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