Einschläfern als Krisenbewältigung

Update vom 22.12.2016 am Schluss des Artikels:

Angela Merkel wirkt nach dem Anschlag in Berlin wie eine Pastorin, nicht aber wie eine Regierungschefin. Obwohl jeder Bürger nach Orientierung, Selbstvergewisserung und Zuversicht sucht, bietet die Kanzlerin statt Antworten nur Floskeln. Cicero bringt die fatale Haltung der Kanzlerin auf den Punkt – Auszüge:

Überraschende Sorglosigkeit und Betroffenheit

Nach den Anschlägen von London 2005, nach Brüssel und Paris, den Anschlägen von Würzburg und Ansbach und dem Amoklauf von München, jetzt also Berlin. Überraschend ist zweierlei: Die offenbare Sorglosigkeit der Behörden, die trotz Nizza und trotz der bekannten Anweisungen des IS einen Weihnachtsmarkt ohne zusätzliche Blockaden gegen solche Truck-Attacken lassen, obwohl der Breitscheidplatz an drei Seiten von dichtem Verkehr umbraust ist und die Kantstraße sich als schnurgerade Beschleunigungsbahn für eine solche Attacke geradezu anbietet. Und die überraschte Betroffenheit der Öffentlichkeit, nachdem man eigentlich davon ausgehen musste, dass ein derartiger Anschlag nur eine Frage der Zeit und des Ortes war.

Die Bundeskanzlerin hielt am nächsten Morgen eine Ansprache. Mit unbewegter, ausdrucksloser, eintöniger Stimme reihte sie nichtssagende Worthülsen aneinander. Zwar trug die Rednerin, wie es der Anlass gebietet, schwarz; selbst die Halskette war schwarz. Aber dann folgte die Rede einer Pastorin, einer Sozialarbeiterin, nicht die einer Regierungschefin. Der Anfang war stockend und nichtssagend: „Dies – ist – ein – sehr – schwerer – Tag!“ Abgehackt und unbeteiligt purzelten die Worte hinab. Das folgende: „Ich bin entsetzt, erschüttert und tieftraurig!“ wirkte aufgesetzt; die unbeteiligt-unbewegte Stimme passte so gar nicht zu dem Entsetzen. Von Aufgewühltsein, von energischer Entschlossenheit keine Spur.

Nichtssagende Ansprache der Kanzlerin

In der gleichen Tonlage könnte man die Neuerungen der Einkommenssteuer für 2017 vortragen. Es sind Worte, mit denen man ebenso gut auf ein Zugunglück oder eine Naturkatastrophe hätte reagieren können. Kein Hinweis auf genau das, was die Bevölkerung von ihrer Regierung in solch einer Lage erwartet: eine klare Analyse und vor allem ein Bekenntnis zu einem entschlossenen, wirkungsvollen Handeln. Es werden lediglich formale Prozeduren aufgezählt: Kontakte zum Bundespräsidenten, zum Innenminister und zum Berliner Regierenden, Einberufung des Sicherheitskabinetts. Wozu? „Um über Erkenntnisse und mögliche Konsequenzen zu beraten.“ Geht‘s noch nichtssagender? Und zur Krönung wird uns versichert, man werde, wenn notwendig, erneut zusammenkommen. Welche Beruhigung! Und welche Neuigkeit! Das Kabinett tagt, das Land ist sicher, Ruhe ist jetzt die erste Bürgerpflicht!

Mitgefühl mit den Opfern, Trost für Angehörige und Freunde, Dank an Rettungskräfte und Ermittler und eine leicht verkitschte Beschwörung der Toten („freuten sich auf Weihnachten und machten Pläne“) leiten über zu Bekenntnis und Zuversicht: „Wir werden die Kraft finden für das Leben, wie wir es in Deutschland leben wollen: frei, miteinander und offen!“ Mit anderen Worten: „Wir schaffen auch das!“

Freilich räumt auch die Kanzlerin ein, dass wir von einem Terroranschlag ausgehen müssen. Das führt aber nur zu der Reflektion: „Wie können wir damit leben, dass beim unbeschwerten Bummel über einen Weihnachtsmarkt, also an einem Ort, an dem wir das Leben feiern (Rosamunde Pilcher lässt grüssen!), ein Mörder (hier der einzige Bezug zum Täter) so vielen den Tod bringt?“ Die selbstgestellte Frage beantwortet die Regierungschefin, der die Sicherheit ihres Landes und ihrer Landsleute anvertraut ist, die als erste und wichtigste zum Handeln berufen ist: „Eine einfache Antwort darauf habe auch ich nicht.“ Wer so ratlos ist, muss Untätigkeit nicht begründen.

Vollständiger Artikel bei Cicero.

Bitte auch lesen: Christen haben die Pflicht zum Widerstand.

Update vom 22.12.2016:

War der Tunesier Anis Amri wirklich der Todesfahrer am Lkw-Steuer?
Soweit aus den Medien zu erfahren, besitzt die Polizei als einziges „Beweismittel“ die Aufenthaltspapiere das Anis Amri, die im Fußraum des Fahrerhauses gefunden wurden.
Zugleich vermutet Bild, daß es zwischen dem gekidnappten polnischen Lkw-Fahrer und dem Attentäter Auseinandersetzungen gab, als der Attentäter den Lkw in die Menschenmenge steuerte. Der Pole soll mehrere Messerstiche erhalten haben, weil er – wie Bild vermutet – versucht habe, dem Attentäter ins Steuer zu greifen.
Nachdem der Lkw zum Stehen gekommen sei, habe der Täter vor seiner Flucht den Polen erschossen. Dieses durchaus zwangsläufige Verhalten des Täters muß dem Polen auch bewußt gewesen sein. Kein Attentäter wird – wenn er eine Fluchtmöglichkeit ergreift – einen Zeugen zurück lassen.
Da dies eine Zwangsläufigkeit ist, bleibt es völlig unverständlich, weshalb der Täter seine Meldepapiere im Tatfahrzeug zurückläßt.
Dafür gibt es nur zwei Erklärungen:

A: Der Attentäter hat zum eigenen Schutz die Papiere eines anderen zurück gelassen. Dann stellt sich die Frage, wie er an diese Papiere gekommen ist. Entweder hat er die Papiere dem echten Anis Amri entwendet oder diesen sogar getötet. Oder…

B: Einer der Hintermänner des Täters hat diesem die Papiere von Anis Amri vor der Tat in die Hand gedrückt, um eine falsche Fährte zu legen und sicher untertauchen zu können.

Von einer der Varianten müßte eigentlich jeder Dorfpolizist ausgehen.

Wenn der Generalbundesanwalt, der den Fall in die eigenen Hände genommen hat, ein bißchen gewitzter ist als bewußter Dorfpolizist, dann geht er davon aus, daß die Leiche jenes Anis Amri in bälde gefunden wird. Damit wäre dann der Fall abgeschlossen. Den umhervagabundierenden bewaffneten Toten hat es nicht mehr gegeben und die Bevölkerung kann wieder ruhig schlafen. Ob die Menschen allerdings tatsächlich ruhig schlafen können, bleibt abzuwarten.

Einschläfern als Krisenbewältigung
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