Eins, Zwei, Keulerei

von Jürgen

Wenn man sich die Entwicklung der Menschheit so anschaut, ging es wohl nicht ohne? Egal zu welcher Zeit, in welchem Entwicklungsstand, an welchen Gott geglaubt wurde oder welches Gesellschaftssystem auch herrschte, alles undenkbar ohne Keulen!

Während der frühe Mensch (angeblich) nicht viel anderes zur Verfügung hatte, um sich zu wehren oder seine Interessen durchzusetzen, sollte man heute eigentlich davon ausgehen können, daß, aufgrund breiter Bildung und Sozialisation, auf solch´ martialische Hilfsmittel, wie der rohen Gewalt verzichtet werden könnte?

Aber, weit gefehlt! Nicht nur, daß heute noch immer Kriege geführt werden, wenn auch mit Mitteln, da braucht es keinen starken Arm mehr und die Wirkung ist dafür um so größer, sondern auch sonst weichen konstruktive Formen der Auseinandersetzung immer mehr geradezu archaisch anmutender Vorgehensweise! Nur allzu gern werden sie ausgepackt, die alles erschlagenden Keulen!

Man möchte es, „das Recht des Stärkeren nennen“, was sicherlich auch zutrifft, wenn man sich allein auf die Umsetzung fokussiert. Aber, erklärt das auch die Wirkung? Wenn ich einen Disput mit der Faust zu beenden trachte, ist die Gefahr groß, daß mein Gegenüber sich ebenso rustikal zu wehren trachtet, was den Ausgang doch etwas ungewiß gestalten könnte.

Anders sieht es aus, wenn die Wahl der Waffen sich ändert. Obwohl immer noch Keule, ist es kein Mammutbein mehr, das geschwungen wird; es sind geistige Instrumente, genannt Moral, Unrecht, Schuld, Toleranz oder auch Nächstenliebe, die uns über den Schädel gezogen, beziehungsweise, in denselben zu hämmern, versucht werden.

Da helfen herkömmliche Brüstung und Schild nicht mehr weiter. Und es macht, darüber hinaus, aus den Kleinen, Riesen! Nicht nur aus den körperlich Schwachen, sondern auch aus denen, die auch geistig oder psychisch unterbemittelt, sonst nie zu Potte kommen würden …

Warum also nicht, wenn es doch die Chancengleichheit erhöht, der Geist endlich über die rohe Kraft obsiegt? Na, wenn dem so wäre, nichts lieber als das! Allein, Keule bleibt Keule!

Und wer sich derer bemächtigt, was ist er mehr, wie ein (geistiger) Neandertaler? Auch wenn er die demokratisch legitimierte Macht oder sonstige Mittel dazu hat, wo ist der Unterschied? Körperliche Gewalt wird ersetzt durch moralische und der Angreifende ist erst mal fein `raus, weil, wie gesagt, da hilft der beste Helm nichts!

Es ist, so gesehen, einfach nur infam! Wenn auch Zweck die Mittel heiligen kann, ist es nicht schlicht unlauter, mit solchen Mitteln zu arbeiten, wo doch heute die Argumente und die Überzeugungskraft so hochgehalten werden? Zumal in einem demokratisch verfassten Gemeinwesen? Wozu bedarf es dann noch irgendwelcher Keulen?

Weil diese Form der Demokratie sonst nicht funktionieren würde? Das wäre, allerdings, ein Eingeständnis ohnegleichen! Oder geht es nur um den Fortbestand derselben, sie somit zu allen Mitteln greifen muß, um „sich selbst“ am Leben zu erhalten?





Fehlt es an der Akzeptanz durch das Volk, zu dessen Nutzen sie einst installiert wurde? Gut, gefragt wurden die wenigsten … aber, deshalb Kritiker zu diffamieren, sie in eine anerkannt moralisch verwerfliche Ecke zu stellen, ist das vonnöten? Lebt das Werben für Demokratie, allein und nur, von Vorbildern, die es zu vermeiden gilt? Kann sie nicht für sich selbst sprechen?

Systematisch schon problematisch, wirft auch der Umgang innerhalb Fragen auf. Wie kann es sein, daß zugelassene Parteien, gelinde gesagt, als nicht koalitionsfähig, weil als „nazistisch“ dargestellt werden können, als ob es keine Meinungsfreiheit oder gar Argumente gäbe, diese „Unliebsamen“ in die Schranken zu verweisen? Die diese Keule auspacken, wollen oder können sie es nicht? Oder ist es die reine Hilflosigkeit im Anblick dessen, daß sie nicht rechtfertigen können, was sie selbst so verzapfen, „im Namen des Volkes“?

Nun, auch beliebig sich wandelnde Moralvorstellungen und auch die vielfach propagierte Nächstenliebe, die Liebe zum Nächsten(!), wurde und wird schon zu vielem mißbraucht, die ultimative Keule aber, wenn alle Stricke reißen, ist die stete Warnung vor Antisemitismus!

Davon abgesehen, daß nicht nur Juden Semiten sind … was diese Keule, als solche, eh schon in Frage stellt, haben sich diese diese Begrifflichkeit geradezu vereinnahmt und zum Schutzfaktor schlechthin erhoben. Zudem wird dies auch immer mit einem unterstellten angeblichen Hass verbunden, was aus der angewandten Keule erst recht ein Totschlaginstrument macht! Hier rettet sich die Unredlichkeit, auf diffuse Weise, über die Gefühlsebene! Die Beweislast wird umgekehrt, spielt somit überhaupt keine Rolle mehr! Und unsere Pharisäer, genannt Abgeordnete, inklusive der Regierung, haben dies willfährig übernommen! Warum?

Warum sind jüdische Gemeinden schützenswerter wie der gemeine Deutsche? Warum wird der islamische „Antisemitismus“ geradezu unter den Tisch gekehrt, während man uns ständig ermahnen muß, „nicht rückfällig“ zu werden? Stunde um Stunde, auf und über allen Kanälen? Gibt es Leben unterschiedlicher, und damit schützenswerterer, Qualität?

Ach, ich vergaß es doch fast! Es gibt ja auch noch die Schuldkeule, die ebenso feststehend, sogar unter Strafbewehrung nicht hinterfragt werden darf! Auch hier stellt sich die Frage, warum? Wenn es denn so war, gibt es da kein Verzeihen? Vererbt sich wirklich die Schuld der Väter auf die Söhne, wie von der Bibel gelehrt und entsprechend adaptiert? Oder wird es nur benutzt, zu irgendwelchen Zwecken?

Es gibt, abschließend, auch den Begriff des „Keulens“.

Keulung, „das vorsorgliche Töten von Tieren, um die Weiterverbreitung von Tierseuchen zu verhindern.“ Man ersetze Tier durch Mensch und Seuche durch Gesinnung …

Euer Jürgen

Wandere aus, solange es noch geht!

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1 Kommentar

  1. Darüber kann man vermutlich ganze Abende diskutieren. Ich gestern mit´m Vaddi allein 5 Stunden. Warum ist die Welt wie sie ist? Dann gibt es ja auch noch Männer und Frauen: XX & XY. Die ticken auch nicht gleich. Fakt ist aber, wir haben uns anscheinend schon immer gerne gegenseitig auf die Omme gekloppt, der Völlerrei gefröhnt und im Übermaß von Wohlstand jeglichen Bezug zur Realität verloren, oder. Das scheint sich immer zu wiederholen. Wir lernen ja auch nicht aus der Geschichte! Wir fangen immer wieder von Vorne an und machen stets die gleichen Fehler. Das ist schon paradox.

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