Eine Lösung der globalen Krise

Eine Lösung der globalen Krise – Thomas H. Greco Jr.

GELD UND SCHULDEN: Teil II: Freiheit und das monetäre Ideal Copyright © 1988 Thomas H. Greco Jr. [Dieser Artikel ist die Überarbeitung eines Kapitels aus einem in Vorbereitung befindlichen Buch mit dem Titel: „Nach dem Crash: Wiederaufbau von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“. Übersetzung aus dem Amerikanischen: N.N., Sept. 1988]

Die Beilegung der internationalen Schuldenkrise Die weltweite Schuldenexplosion ist das Ergebnis der Tatsache, dass das Geld- und Finanzwesen sich fest in der Kontrolle eines transnationalen Bankenkartells befindet, welches ein faktisches Monopol unterhält. Die Zentralbanken der wichtigsten westlichen Staaten erschaffen das Geld (Kredit) auf der Grundlage der Verschuldung von Regierungen, Unternehmen und Individuen im Wesentlichen aus der Luft. Indem die Banken diese „Verschuldung“ mit Zinsen (Wucherzinsen) belasten, welche in sich schon ungerecht sind, haben sie Vermögen und Macht in ihren Händen konzentriert, während sie die Gesamtverschuldung ansteigen lassen.

Die Schuldner als Ganzes sind in eine unmögliche Situation gebracht worden. Mit dem Versuch, den Zahlungsforderungen der Banken nachzukommen, haben viele Schuldnerländer ihren Völkern Härten auferlegt, die unbeschreibliches Leid verursachten und viele an den Rand des Verhungerns brachten. Weiter sind sie durch den Zwang zur Produktionsexpansion für den Export gezwungen worden, ihre physische Umwelt zu demütigen.

Die derzeitige Situation ist nicht mehr tragbar, weder moralisch, politisch, noch ökonomisch oder ökologisch. Soziale Gerechtigkeit, Weltfriede und das blosse Fortbestehen des Lebens auf diesem Planeten sind abhängig von einer vollständigen Umstrukturierung der Praktiken im Geldwesen und der Buchhaltung der Unternehmen. Allgemein umrissen werden folgende Massnahmen für erforderlich angesehen:

1. Als aller erstes muss unser derzeitiges „Schulden-Geld“ System aufgegeben werden. Es muss ein vollständig neues Geldsystem eingeführt werden. Es sollte

1) auf der Produktion von Vermögen gegründet sein, nicht auf Schulden,
2) frei sein von jeglichen Monopolkontrollen und staatlichen Einmischungen und
3) lokal nach vereinbarten Praxisstandards verwaltet werden.
2. Zweitens müssen derzeitige Bankforderungen („Schulden“) innerhalb relativ kurzer Zeit ausgeglichen und eliminiert werden, so dass neue, gerechte Vereinbarungen zukünftig die Oberhand gewinnen.

Im Interesse eines harmonischen Übergangs vom heutigen ungerechten, ausbeuterischen und dysfunktionellen Geldsystem zu einem gerechten und freien Geldsystem wird vorgeschlagen, dass sowohl „Gläubiger“ Banken als auch „Schuldner“ Länder, -Unternehmen und individuelle „Schuldner“ folgende Bedingungen zur Rückzahlung von Krediten akzeptieren, welche früher von den Banken verlängert wurden:

1. (Wucher) Zinsen sollen sofort abgeschafft werden.
2. Die Rückzahlung der ursprünglich aufgenommenen Kreditsumme an die Banken muss neu festgesetzt werden, so dass sie nur einenvernünftigen Teil des Einkommens ausmacht. Bei unterentwickelten Ländern sollten dortige Härten gelindert, und die Schuldenrückzahlung auf einen vernünftigen Prozentsatz am Ertrag reduziert werden, so dass keine übermässige Not für die Bevölkerung des Schuldnerlandes entsteht.
3. Die Rückzahlungen von unterentwickelten Staaten müssen in Form von Naturalien (was immer diese Länder als Exportprodukte in den letzten Jahren etabliert haben) erlaubt sein.
4. Der Preis, zu welchem diese Güter gegen die ausstehende Schuld verrechnet werden, sollte bei dem zum Verrechnungsdatum gültigen Marktpreis oder bei einem Durchschnitt jüngster Marktpreise (über die letzten 5 Jahre etwa) angesetzt werden (bei dem höheren vonbeiden).
5. Jede „Zins“-Zahlung, die schon oder noch geleistet wurde / wird, soll als Rückzahlung der ursprünglich aufgenommenen Kreditsumme angerechnet werden.

Die „Ätherisierung“ des Geldes Wie Mark Kinney in einer so scharfsinnigen Weise aufzeigt, ist jede zivilisatorische Phase auf neuen Kommunikationsmedien gegründet, welche mit neuen Formen von „typischer Konzeptualisierung“ und „integrativem Denken“ einhergeht. Die daraufhin neu auftauchenden Verhaltensmuster sind vom „Element des Austauschs“ abhängig. Jede zivilisatorische Phase bedarf der Entwicklung eines Austausch – Elementes, welches zu ihren anderen Elementen passt.

Kinney zitiert Arnold Toynbee’s Behauptung, dass die Menschheit ständig ihre Methoden „ätherisiert“, um mit weniger Aufwand mehr zu erreichen. Das bedeutet, dass jedes neue Kommunikationsmedium seinen Vorläufer übertrifft, indem es grössere Informationsmengen von grösserer Präzision mehr Menschen über grössere Entfernungen mit weniger Aufwand zugänglich macht.

Ganz klar ist das der Fall, wenn wir Entwicklungen in den Kommunikationstechnologien über die letzten paar Jahrhunderte und insbesondere die computerisierten Telekommunikationskanäle betrachten, die explosionsartig im letzten Jahrzehnt auf der Bildfläche erschienen sind. Unsere Methoden sind deutlich nicht nur in ihrer Form sondern auch in ihrem Gehalt „ätherisiert“ worden. Information wird mit zunehmendem Mass abstrakt und symbolisch, und das Übertragungsmedium ephemerisch (flüchtig, energetisch, unkonkret). Wir sehen also eine Weiterentwicklung von physischen, informationstragenden Objekten über handgeschriebene und gedruckte Dokumentation, welche physisch transportiert wird, zu elektrischen und magnetischen Impulsen, die mit Kabel und Radio/TV übertragen werden.

Das Schlüsselelement, welches in der momentanen Transformationsstufe fehlt, ist ein der Situation angemessenes Austausch – Element. Das Tauschmedium, mit welchem wir alle vertraut sind, und welches in der Tat unser Leben dominiert, ist das Geld.

Tatsächlich wurde das Geld in fortschreitendem Mass „ätherisiert“. Von wertvollen Metallmünzen und Goldbarren, die selbst Wert in sich trugen, über anderes Münzgeld und Papiernoten, die symbolische Repräsentationen und in echtes Geld (wertvolle Metallmünzen) einlösbar waren, über staatlich verordnetes, nicht einlösbares Staatspapiergeld (=Zwangskursgeld, A.d.Ü.) zu Bankkredit und Computerkonten. Der Übertragungsprozess wurde ebenfalls „ätherischer“, vom physischen Austausch wertvollen Metalls und anderen Metallmünzen über den symbolischen Austausch mittels Scheck und Geldanweisung zu elektronischem Transfer. Dieser Prozess ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Das Tauschmedium ist hinter anderen Aspekten des Transformationsprozesses zurückgeblieben, mit der Folge, dass es unseren Kampf in enormem Ausmass verstärkt und die Zivilisation an den Rand der Katastrophe drängt.

Es wird immer klarer, dass das wesentliche Charakteristikum des Geldes Information ist (oder geworden ist). „Geld ist Information, die wir benutzen, um menschliche Leistungen zu aktivieren“, wie Michael Linton es ausgedrückt hat. Ralph Haulk hat hinzugefügt, dass „Geld Wissen Gültigkeit verschafft“. Aus diesen Erkenntnissen hat Kinney postuliert, dass es zwei grundlegende Informationstypen gebe, „formative Information, mit welcher wir fast alle Arten von Projekten entwerfen und planen können“, und „exekutive Information, welche die genauen Qualitäten und Quantitäten produktiver Ressourcen zusammenbringt, die für die Realisierung jener Pläne benötigt werden“.

Die Schwierigkeiten, denen wir in der jetzigen Übergangsstufe gegenüberstehen, entstehen aus der Situation, dass FORMATIVE Information in zunehmendem Ausmass immer mehr Menschen zugänglich wird, während EXEKUTIVE Information meist immer noch monopolisiert ist. Das ist es, was die weite Mehrheit daran hindert, konsequent nach ihren Werten, ihrem Glauben und ihren eigenen besten Interessen zu handeln, und jenen übermässige Macht gibt, welche an der Spitze der Finanz- und Staatshierarchien sitzen. Diejenigen Projekte, die dann tatsächlich ausgeführt werden, sind jene, welche tendenziell die Macht der Hierarchien unterhalten und festigen, gleichzeitig die Umwelt verwüsten und ungeheure Ausmasse menschlichen Leids verursachen.

Die neuen Kommunikationsmedien haben die Fähigkeit mit sich gebracht, die Menschen weltweit besser zu informieren, und die Menschheit hat als Foge davon das Potential, einen Zustand globalen, universellen Friedens und Wohlstands zu verwirklichen. Das kann nur geschehen, wenn exekutive Information für die Menschen verfügbar und die Macht zu den elementaren sozialen Einheiten zurückgekehrt ist.

Die Monopolisierung exekutiver Information durch Staat und Finanzeliten wird durch ihre Kontrolle über den Prozess der Geldemission verkörpert. Eine Besteuerung wird zur Finanzierung des Regierungsbetriebs nicht mehr benötigt. Die Einkommensbesteuerung ist in erster Linie ein Mittel zur Ausführung der Sozialpolitik geworden und dient als ein Kontrollmechanismus bei der Regulierung der Inflationsrate.

Entstaatlichung von Geld und Austausch Diejenigen, welche die heutigen Systeme kontrollieren, werden argumentieren, dass „sich Geld nicht selbst verwaltet“, und damit haben sie genau genommen natürlich recht. Die Frage ist jedoch WIE das Geld verwaltet wird und ob Staat und Zwangsgewalt überhaupt irgendeine vernünftige Rolle dabei zu spielen haben. Nach ihren bisherigen Leistungen wird in zunehmendem Masse klar, dass sie es nicht sollten. Friedrich Hayek argumentiert:

Bis heute ist das Geld der Teil der Marktordnung, den der Staat am meisten unterdrückt hat. Es ist auch der Teil der Marktordnung, an dem dumme Herrscher und Ökonomen am meisten herumgepfuscht haben. … werden es nicht heutige Kenntnisse sondern Entdeckungen durch freie Experimente sein, welche uns die besten Lösungen zeigen können. … beschützte der Staat eifersüchtig sein Monopol zu Zwecken, die von jenen ziemlich verschieden sind, für welche dasGeld eingeführt wurde. (Money in Crisis, p.324)

Heute ist das Geld hauptsächlich nicht ein effektives Tauschmittel sondern ein Werkzeug des Staates, uns zu scheren und die Wirtschaft zu „verwalten“.

Wenn dem Staat die Macht über das Geld entzogen würde, würden private Firmen schnell neue Geldeinheiten definieren und Verbindlichkeiten in diesen Einheiten emittieren. Wettbewerb zwischen den Emittenten würde sie dazu zwingen ihre Einheiten fürdie Öffentlichkeit am nützlichsten zu definieren und sie der Öffentlichkeit zu den attraktivsten durchführbaren Bedingungen verfügbar zu machen. (p.327)

Barter und die Rolle des Geldes Es ist wichtig, sich über den Unterschied zwischen Barter und vermitteltem Austausch klar zu werden. In einem Barter Geschäft, oder – wie E. C. Riegel es nennt – vollständigem Barter, tauschen zwei Leute gleiche Werte aus. Zum Beispiel erhält Herr A ein Paar Schuhe von Herrn B, der von Herrn A dafür sechs Hühner erhält. Wenn von beiden Parteien der Wert der Schuhe mit dem Wert der Hühner für gleich erachtet wird, ist das Geschäft vollständig.

Nehmen wir jedoch an, dass Herr A die Schuhe haben will, aber Herr B keine Hühnchen brauchen kann. In diesem Fall wird wahrscheinlich kein Handel zustandekommen. Das ist das Problem beim vollständigen Barter, jeder Händler muss etwas anbieten, was der andere haben will, oder was er zumindest im weiteren Handel mit jemand anders gebrauchen kann. Wahrscheinlich war es letztere Erkenntnis, die zur Entwicklung des Geldes geführt hat und der Grund dafür, weshalb die ersten Tauschmittel nützliche Güter gewesen sind.

Alles für ein ideales Austauschsystem erforderliche ist jedoch, dass Händler bei der Vereinbarung zusammenarbeiten, bestimmte, von anderen Händlern als Empfangsbestätigung für erhaltene Werte ausgegebene Gutscheine als Zahlung für wirkliche Werte anzunehmen. Nehmen wir z.B. an, dass Herr A ein Paar Schuhe von Herrn B kauft. Er gibt B dafür eine „Empfangsbestätigung für erhaltene Werte“ (EEW) oder Gutscheingeld. Dann kauft B Heu von C und reicht ihm die EEW (Gutschein) weiter; C benutzt die EEW (Gutschein) zum Kauf von Holz bei D und D benutzt sie wiederum, um bei A Hühnchen zu kaufen.

Es könnten in Wirklichkeit eine beliebige Anzahl von Händlern in diesem Kreis sein, bevor die EEW (Gutschein) zu A zurückkehrt. Jedes einzelne dieser Geschäfte wird „split-barter“ genannt, weil es in zwei Teile gespalten ist, wobei eine Person Werte erhält, während die andere den Erhalt gleichen Wertes auf einen späteren Zeitpunkt verschoben hat und ihn von einem anderen Händler erhält. Es ist diese Art von reinem Informations-Tauschmedium, welches das ideale Geld ausmacht.

Desiderata

Das allerwichtigste Merkmal eines potentiellen Tauschmediums ist, dass sein Wert ausgedrückt in Waren und Dienstleistungen über die Zeit hinweg möglichst konstant sein sollte. Das ist hauptsächlich nötig, um die Integrität von Verträgen zu erhalten.

Im Wesentlichen gibt es drei Gründe, warum eine instabile Geldeinheit vermieden werden sollte:

1. Bei gegenwärtigen Geschäften hat es auf den ersten Blick den Anschein, als ob eine Erhöhung aller Preise um das Doppelte keine Bedeutung hätte; jede Ware hätte dann immer noch denselben Wert im Verhältnis zu anderen Waren, vermutlich einschliesslich der Arbeit. Verwirrung resultiert jedoch, wenn der Wertbegriff geändert werden muss. Nicht alle Menschen reagieren auf sich ändernde Verhältnisse gleich schnell, und einige verfügen über weniger Macht, Vertragskonditionen zu bestimmen als andere. Jene mit weniger genauen und rechtzeitigen Informationen und jene, welche für geschäftliche Reaktionen länger brauchen als andere, werden darunter leiden.
2. Ein noch schlimmeres Problem eines sich verändernden Preisniveaus trifft zeitabhängige Geschäfte – in Geld ausgedrückte Forderungen – Schulden, Investitionsforderungen, Versicherungen, etc. Diese setzen eine stabile Wertmasseinheit voraus, und die Gerechtigkeit fordert sie, wenn die Absichten der Verträge erfüllt werden sollen. Gerade der Wert von Forderungen ausgedrückt in gegenwärtigen Wertmasseinheiten ist es, der sich drastisch über die Vertragslaufzeit ändern kann. So können die Ersparnisse der Menschen ganz oder teilweise durch die Inflation (Entwertung der Währung) vernichtet werden. So manch eine traurige Geschichte kann von Anlegern berichtet werden, die ihr Geld in „sichere Investitionen“ gesteckt, dann auch die vertragsmässige Gegenleistung in Geld erhalten hatten, dessen Kaufkraft jedoch einem Betrag von Null gleichkam.
3. Das Schlimmste in dieser Angelegenheit aber ist ihre Ursache:
Wertverfall der Währungen sind auf Handlungen von Regierungen und Bankbehörden zurückzuführen. Solche Handlungen rauben den Menschen buchstäblich ihre Substanz; Ergebnis ist ökonomische Not, Verlust des Vertrauens zum Staat und des Respekts vor Autoritäten.

Ich denke, dass die Menschen, hätten sie bei Währungen eine Wahl, diejenige(n) vorziehen werden, welche über die Zeit hinweg wertstabil bleiben.

Wie Friedrich Hayek es ausgedrückt hat,

„… wenn die Menschen ganz frei wären, diejenigen Geldarten zuwählen, welche sie in ihren täglichen Geschäften zu benutzenwünschen, wären jene am erfolgreichsten, welche ein Geld mitstabiler Kaufkraft vorzögen.“ “

… die Gerechtigkeit erfordert es, dass alle Schulden in Werteinheitenbezahlt werden, die von den Vertragsparteien vereinbart wurden, undnicht in einem Ersatz, den Staatsverordnungen aus ihnen gemachthaben.“

Ich denke, die natürliche Tendenz in einem „ehrlichen“ Geldsystem würde sein, dass das allgemeine Preisniveau langsam fällt, was den technologischen Fortschritt und die zunehmende Produktivität widerspiegeln würde.

Quelle: phoenix-zentrum

 

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