Eine Frage auf Leben und Tod

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Die Frage nach dem Wir, dem Gemeinsamen und Identitätsstiftenden, ist mit allen damit verbundenen Konsequenzen in die Sphäre des Politischen zurückgekehrt. Das haben die Identitären Bewegungen in Frankreich, Österreich oder Deutschland nicht entdeckt, aber sie haben es popkulturell erkennbar gemacht.

Bernard Willms (1931 bis 1991), Bochumer Politikprofessor, hat bereits 1986 Grundlegendes über unsere Identität als Deutsche und Europäer ausgearbeitet, und zwar jenseits des damals wie heute folkloristisch-defensiven Regional- oder Heimatbegriffs.

Identität ist eine Frage auf Leben und Tod.

Laut Wikipedia bezeichnet Nationale Identität eine Menge von gemeinschaftlichen Überzeugungen, Verhaltensweisen und oft auch emotionalen Bezügen, die Individuen oder Gruppen als eine Nation verbinden. (…)  Die Vorstellungen von der Nation fungieren als verbindende Elemente innerhalb der Gemeinschaft und als Bezugspunkte der kollektiven Identifikation. Insofern lässt sich nationale Identität allgemein als ein Bewusstsein oder ein Gefühl der Zugehörigkeit innerhalb einer Gemeinschaft bezeichnen, das unter dem Vorzeichen der Nation steht.

Die Bundesrepublik Deutschland gründet auf Kultur und Geschichte, also auf Voraussetzungen, die sie nicht selbst geschaffen hat. So hat es der Staatsrechtslehrer Böckenförde einmal formuliert.

Es wird oft übersehen, dass der Begriff der Kulturnation mit dem Freiheits- und Humanitätsideal verbunden ist, das in den Werken von Schiller, Goethe, Herder und Heine zum Ausdruck kommt.

Den politischen Aufruf: „Wir schaffen das!“ mögen einige als Ausdruck von Staatsräson verstehen. Aber auch nach Friedrich Meinecke geht es dabei jedoch vor allem um den Erhalt des eigenen Staates. Was ist es denn, was wir schaffen sollen in Deutschland? Und wer ist „wir“? (Quelle)

Der Bundestag wurde nicht befasst. Die Volksvertreter aber sind gefragt. Die Richtlinienkompetenz der Kanzlerin legitimiert hier nicht, reicht nicht aus. Denn Staatsräson darf sich nicht über deutsches und europäisches Recht setzen. Es ist das Grundgesetz von 1949, das jeden bindet, der in Deutschland lebt oder den Boden der Bundesrepublik betritt.

Wieso zwingt die Flüchtlingswanderung Deutsche und Ausländer gleichermaßen, sich klarzumachen: Wer dazugehören will, wer sich einweben will in die Kultur- und Schicksalsgemeinschaft der Staatsbürger, muss sich als Individuum erkennen und aus der religiös verordneten Unmündigkeit heraustreten?

Wer sich in die deutsche Kulturnation „einweben“ will, soll gefälligst alles ihm Mögliche unternehmen, damit er diesen Schritt schafft und nicht mit Forderungen und hochgesteckten Erwartungen seine individuellen, religiösen, kulturellen Vorstellungen seinen Gastgebern aufzuzwingen suchen – bis hin zur Androhung (in Einzelfällen soger Ausführung) von Gewalt gegenüber Deutschen. Wer Integrations-Abstinenz praktiziert, hat kein Recht, Leistungen dieser Gesellschaft in Anspruch zu nehmen – ganz gleich welcher Art, und dazu gehört selbstverständlich das Aufenthaltsrecht.

Der vorliegende Text der Neuausgabe einer Arbeit des Bochumer Politikprofessors Willms ist für jeden Leser essentiell, der sich dem Thema Identität aus originär rechter Seite annähern möchte. Willms geht über eine rein theoretisch ausgerichtete Abhandlung über den Topos der Identität hinaus, indem er nicht lediglich die sieben Todsünden gegen die deutsche Identität charakterisiert und ihnen griffige nationale Imperative gegenüberstellt: Er ruft überdies die Verantwortung der Jugend für Deutschland ins Gedächtnis. Weil der Denker der deutschen Nation also keine genuin politikwissenschaftliche Studie verfaßt, sondern einen Weckruf zum intellektuellen Widerstand angestoßen hat, gehört die Rede aus dem deutschen Elend zu jenen mobilisierenden Texte, die seit Jahren in der Reihe kaplaken ihren Platz haben.


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