Eine Billion hier, eine Billion da

von Clifford F. Thies (theblogcat)

https://www.aier.org/article/a-trillion-here-a-trillion-there/

Der verstorbene Everett Dirksen, langjähriger Minderheitssprecher der Republikaner im US Senat, ist bekannt für diesen Ausspruch: „Eine Milliarde hier, eine Milliarde da – bald reden wir über richtiges Geld.“ Das war im Jahr 1969. Damals war eine Milliarde ungefähr ein Zehntel Prozent des BIP.

Und wie sieht es heute aus?

Während 2020 hat die US Regierung insgesamt 3,2 Billionen an Covid-Hilfen bereitgestellt. Es begann mit schlichten $8,3 Milliarden, dann kamen $104 Milliarden dazu, dann weitere $2,2 Billionen, und am Ende des Jahres gab’s nochmal $900 Milliarden.

Jetzt sind drei Monate in 2021 vergangen, und die Bundesregierung hat nochmal $1,9 Billionen an Covid-Hilfen bereitgestellt. Und die Biden-Administration fordert gerade weitere $2 Billionen für die Infrastruktur.

Um diese Summen anschaulich zu machen: Eine Billion Dollar sind heute etwa 4 Prozent vom BIP.

Damals, 1969, machte der alte Everett einen Scherz, als er von einer Milliarde Dollar sprach. Damals waren eine Milliarde Dollar bereits richtiges Geld. 1969 kostete der neueste Flugzeugträger, die USS Enterprise, $451 Millionen, nicht einmal eine Milliarde. Die Kosten für die Apollo 11 Mission, um den ersten Mann auf den Mond zu bringen, betrugen $355 Millionen, auch keine Milliarde. Nur zwei Firmen machten mehr als eine Milliarde Dollar Profit (General Motors $1,7 und Exxon Mobil $1,3). Eine Milliarde Dollar, ein Zehntel Prozent des BIP, war eine fantastische Menge Geld. Die Aussage des alten Everett, eine Milliarde hier und eine Milliarde da, und bald reden wir von richtigem Geld – das war eine wilde Untertreibung.

Und jetzt sind wir von der Vorstellung, Geld in einer Größenordnung von einem Zehntel Prozent des BIP auszugeben, dazu übergegangen, Geld in einer Größenordnung von 4 Prozent des BIP auszugeben, als ob 4 Prozent des BIP nicht schon echtes Geld wären.

Damals, 1969, kostete der neueste Flugzeugträger etwa die Hälfte einer von Dirksens Milliarden. Wie sieht es heute aus? Wie lassen sich die Kosten für den neuesten Flugzeugträger, die USS Gerald Ford, mit einer Billion Dollar vergleichen? Die USS Gerald Ford kostete 13 Milliarden Dollar. Das ist etwa ein Hundertstel von einer Billion Dollar.

Damals, 1969, kostete die erste Weltraummission des Jahres etwa ein Drittel von einer Dirksen-Milliarde. Die Kosten für die diesjährige Mars-Mission liegen mit 3 Milliarden Dollar bei etwa einem Dreihundertstel einer Billion Dollar.

Damals, 1969, haben zwei Unternehmen mehr als eine Milliarde Dollar verdient. Heute macht kein Unternehmen auch nur annähernd eine Billion Dollar. Apple, das profitabelste Unternehmen, macht 60 Milliarden Dollar.





Ich weiß nicht, ob Ol‘ Everett das wusste, aber sein Ausdruck „eine Milliarde hier, eine Milliarde da“ war eine verrückte Abwandlung eines noch älteren Ausdrucks, wie in dem folgenden Gedicht über John D. Rockefeller:

Old Rox, der große Philantrop, verteilt den Reichtum, bis die Leute sich wundern

Und alles was er gibt, wird nie vermisst, so groß ist seine Beute

Eine Million hier, eine Million da, sollte ihm ewige Seligkeit verschaffen

Wenn alle Fakten fair in jeder Zeitschrift gedruckt werden.

–George Matthew Adams, 1912

Der kleingeistige Autor dieses Gedichts wollte die Großzügigkeit Rockefellers verunglimpfen, als ob die Senkung des Spritpreises von 26 auf 8 Cent pro Gallone nicht schon eine große Wohltat für die Menschheit gewesen wäre, zu der Rockefeller noch einen Großteil des Vermögens verschenkte, das er durch den guten Service für seine Kunden angesammelt hatte.

Aber es gibt große Unterschiede zwischen dem Verschenken von Millionen des eigenen Geldes im Vergleich zu dem Hinzufügen einiger Milliarden zum Defizit in den 1960er Jahren und dem Hinzufügen einiger Billionen zum Defizit im Jahr 2021. Das erste ist ein Akt der Nächstenliebe. Eine freiwillige Erhöhung der Kaufkraft anderer, auf Kosten der Reduzierung der eigenen Kaufkraft. Das Zweite ist entweder die Förderung des Allgemeinwohls oder die Umverteilung des Reichtums. Das ist der legitime Stoff der Politik. Die Grenze zwischen der Förderung des Allgemeinwohls und der reinen Umverteilung ist oft fließend. Und die dritte Variante ist schlichtweg unmöglich und führt zu einer zügellosen Inflation.

Zu den nützlichen Funktionen des Geldes gehört, dass es die Menschen zwingt, Entscheidungen zu treffen. Um etwas aus der Wirtschaft zu nehmen (wie beim Kauf), müssen die meisten Menschen etwas hineinstecken (etwa mit Arbeit). Dies zwingt die Menschen dazu, den Wert dessen, was sie wollen, gegen den Wert dessen, was sie zu geben haben, abzuwägen. In begrenztem Maße lockern Sparen und Kreditaufnahme, Versicherungen, Wohltätigkeit, Besteuerung und Umverteilung das Gleichgewicht von Nehmen und Geben auf individueller Ebene. Aber am Ende ist die Summe dessen, was aus der Wirtschaft herauskommt, durch die Summe dessen, was produziert wird, begrenzt. Egal, dass man unbegrenzte Mengen an Geld leihen oder drucken kann.

Das Leihen und Drucken von Billionen und Billionen von Dollar ist nicht real. Es ist eine besondere Form der Täuschung, die wir Ökonomen Inflation nennen.

(Visited 116 times, 1 visits today)
Eine Billion hier, eine Billion da
1 Stimme, 5.00 durchschnittliche Bewertung (98% Ergebnis)

1 Kommentar

  1. Vor fast 30 Jahren warnte Margaret Thatcher in einer Rede vor den unausweichlichen Konsequenzen einer überstaatlichen Europäische Union. Am 19. September 1992 (drei Tage nach dem sogenannten Black Wednesday) sprach die Eiserne Lady vor der CNN World Economic Development Conference und prophezeite, dass eine supranationale Europäische Union zur wachsenden Entfremdung und Radikalisierung weiter Teile der Bevölkerung führen würde: „Wenn die Unterschiede zwischen den verschiedenen europäischen Volkswirtschaften so groß sind, dass selbst das Europäische Währungssystem (EWS) sie nicht zügeln kann, wie würden diese Volkswirtschaften auf eine einheitliche europäische Währung reagieren? Die Antwort ist, dass es ein solches Chaos geben würde, dass die Schwierigkeiten der letzten Tage im Vergleich verblassen lassen würden. Riesige Summen müssten von den reicheren in die ärmeren Länder und Regionen transferiert werden, damit sie die Belastungen aushalten könnten. Aber selbst dann würden Arbeitslosigkeit und Massenmigration über jetzt offene Grenzen folgen. Und eine umfassende Einheitswährung würde kein Entrinnen zulassen.  https://incamas.blogspot.com/2021/04/maastricht-stabilitats-und.html

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*