Ein neues Gesicht bei der BIZ

BuBa-Goldvorstand Weidmann wird zum BIZ-Banker befördert

von Peter Boehringer

Kleine Meldung von heute: Bundesbankvorstand Jens Weidmann ist per November 2015 zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gewählt worden – also der Zentralbank der Zentralbanken. Der Mainstream handelt das Thema geschäftsmäßig ab – wie eigentlich immer alles, was vom seit seiner Gründung 1930 (durch u.a. Warburg, Morgan, Schacht und später Keynes) obskuren BIZ-Club von Basel bruchstückhaft nach außen dringt.

Es ist hier nicht der Platz, die u.a. bei internationalen Gold-Verschiebungen sehr „aktive“ Geschichte der BIZ aufzuarbeiten. Aber dass nun ausgerechnet der fürs deutsche Staatsgold zuständige Vorstand der Bundesbank diese gerade auch im Goldmarkt hochgeheim agierende Institution leitet bzw. als Verwaltungsrat „überwacht“, hat schon eine ganz besondere Note.

Jens Weidmann vor papierener Goldtapete. Quelle: Deutsche Bundesbank

Eine Institution, der sich die Bundesbank erklärtermaßen seit Jahren irgendwie bei der Goldheimholung „bedient“, ohne dass die Rolle der BIZ dabei jemals genau erklärt worden wäre, denn für Goldtransporte ist sie theoretisch nicht zuständig – wohl aber für „the facilitation of gold lending and trading between central banks“, wie es sinngemäß in der Satzung der BIZ steht. Man höre zum Thema auch kurz rein in dieses Videointerview von Cashkurs mit mir; 90 Sekunden ab Minute 20:25 und nochmals ab Minute 27:10:
https://www.youtube.com/watch?v=jkZa0zMcEU8#t=20m27s. Oder lesen Sie ausführlicher die von der Bundesbank immer wieder betonte Rolle der BIZ beim „Handling“ ihres (= unseres) Staatsgoldes in meinem Buch nach (hier Bestell-Links).

Dazu passend: Ebenfalls ganz aktuell „warnt“ die FAZ vor gefälschten Goldbarren einer kleinen (aber real existenten), betrügerischen, angeblich goldgedeckte Wertpapiere herausgebenden Skandalfirma. Die FAZ warnt selbstredend vor allem mit dem Primärziel, ängstliche Anleger vom Goldkauf abzuhalten. Ganz nebenbei weist sie in diesem Artikel auf eine „Tatort“-Sendung vom 4. April 1971 hin, in der es damals um eben solchen Anlagebetrug mit Wertpapieren auf Goldbarren ging, die zum Teil mit Wolfram gefüllt waren. Die Handlung spielte damals in Frankfurt – wenn auch nicht in der Bundesbank. Auch heute gibt es in der Bundesbank vermutlich keine Wolframbarren im Frankfurter Tresorraum. Wohl aber gibt es dort knapp 1200 Tonnen weiterhin nicht unabhängig-extern auditiertes bzw. nicht ausschließbar mehrfach beeigentümertes Gold. Zudem lagern 2200 Tonnen unseres Staatsgoldes im Ausland; derart versteckt und weiterhin ohne veröffentlichungsfähige Barrenlisten (die es aber seit Jahren gibt / geben soll), dass es die Bundesbank etwa von New York regelmäßig nur mittels der obskuren Goldverschiebe-Bank namens BIZ (tätig u.a. in der Umbuchung von Goldforderungen und ggf. auch mal beim „Upgrading“, Raffinieren und ggf auch Umschmelzen von Gold) in kleinen Trippelschritten nach Frankfurt schaffen kann – buchhalterisch oder physisch – wer kann es schon wissen? Trifft es sich da nicht gut, dass nun Jens Weidmann auch noch Chef des Verwaltungsrats eben dieser im StarTrek´schen Sinne „beamenden“ Transportfirma BIZ sein darf?! Für immerhin drei Jahre. Das lässt uns doch eine Menge Hoffnung darauf, dass wir in diesen drei Jahren via Basel wenigstens einige Tonnen Papiergold nach Frankfurt gebucht bekommen! Und wenn wir Glück haben, auch ein paar Dutzend Tonnen echtes Gold.

Ergänzung: Nach der Warnung an den Bundesmichel im Tatort von April 1971, bloß kein Gold zu kaufen – denn es könnte gefälscht sein, stieg der Goldpreis dann kurz danach ab August 1971 in wenigen Jahren um über 500%, nach einem Rückschlag 1975 dann nochmals um über 700%. Die aktuelle FAZ-Warnung vor gefälschtem Gold ist nun am 3.9.2015 erschienen.

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