Ein kleines Afrika in Griechenland

In Griechenland sammeln sich immer mehr Flüchtlinge und Migranten aus Afrika an

In Griechenland sitzen auf der Insel Samos tausende Flüchtlinge und Migranten aus Afrika fest. Ihre Enttäuschung über die menschenunwürdigen Lebensbedingungen und die endlosen Asylverfahren ist allgemein.

In dem neben der Hauptstadt von Samos gelegenen überfüllten Flüchtlingsauffanglager Vathy weht ein kühler Wind und es regnet. Susan Kamoloni aus Kamerun läuft an einem kalten Wintertag in dem Versuch, sich aufzuwärmen, nervös auf und ab. „Ich bin sehr krank und flehe um Hilfe„, sagt sie den Tränen nahe.

Flüchtlinge und Migranten aus Afrika suchen nach neuen Routen

Susan Kamoloni gelangte im Oktober aus der Türkei über das Meer auf Samos an und stellte im weiteren Verlauf einen Asylantrag. Über die Natur ihrer Krankheit scheint sie keine Einzelheiten zu sagen wollen. Sie sagt, „ich ging auf Samos zu vielen Ärzten, jedoch vermochte mir keiner zu helfen. Schließlich war es nötig, dass ich in einem kleinen Krankenhaus nicht weit von hier operiert werden musste. Ich weiß nicht, ob die Operation wirklich erfolgreich war. Ich fühle mich ständig krank, mein ganzer Körper tut sehr weh, ich fürchte, niemand kann mir helfen.

Susan ist einer von 4.500 Flüchtlingen und Migranten, die auf Samos festsitzen. Wie die meisten Neuankömmlinge aus Afrika versucht auch sie in einem provisorischen Zelt außerhalb des offiziellen Lagers zu überleben, in dem sechsmal mehr Personen untergebracht sind als auf Basis seiner Kapazität vorgesehen war. Wenn es regnet, dringt das Wasser in ihr Zelt ein – mit dem Ergebnis, dass ihr eiskalt wird. „Ich gelange an meine Grenzen, ich weiß nicht, was ich machen soll„, führt sie betrübt an.

Zu Beginn der Flüchtlingskrise hatten sich tausende Syrer aus der Türkei nach Samos und auf die benachbarten Inseln Griechenlands in der östlichen Ägäis geflüchtet. Mittlerweile haben die Gegebenheiten sich jedoch geändert: Laut den letzten Angaben des UN-Flüchtlingshochkommissariats stammen mittlerweile die meisten Flüchtlinge aus Afghanistan, Irak, Kongo und Kamerun. Über 20% der – hauptsächlich aus Afghanistan, dem Irak und Ägypten – auf Samos angelangenden Minderjährigen sind ohne Begleitung oder von ihren Familien getrennt worden.





Wenn man sie fragt, wie sie den Entschluss fassten, das Meer von der Türkei aus zu überqueren, zeigen manche afrikanische Flüchtlinge sich belästigt. „Schauen sie, die Lage ist für uns nicht leicht. Wir kamen nicht aus dem Kongo nach Griechenland, weil es einfach war. Wir kamen hierher, weil wir aus unserem Land flohen um sicher zu sein„, betont Marko Kapungo aus Kongo. Wie er sagt, lernte er im Lager außer Landsleuten von ihm auch Personen aus Guinea, Sambia und Liberia, die Asylanträge gestellt haben. Manche gehen zur Stunde des Gesprächs vorbei, grüßen ihn und kommentieren „Samos no good“ (auf Samos ist es nicht gut).

Bogdan Andrei, lokaler Koordinator der NRO Samos Volunteers, hält den Umstand für logisch, dass die Anzahl der Flüchtlinge und Migranten aus Afrika kontinuierlich zunimmt. „Für Menschen aus Syrien sind zügige Verfahren zu Prüfung der Asylanträge vorgesehen, was dazu führt, dass Personen anderer Nationalitäten zurückbleiben„, erklärt er. Ebenfalls ist die Fluchtroute aus Libyen nach Italien nicht mehr besonders verfügbar, und so suchen afrikanische Flüchtlinge und Migranten nach neuen Möglichkeiten. „Somit passieren sie von der Türkei auf die griechischen Inseln gegenüber„, betont Bogdan Andrei.

Schleppende Prüfung der Asylanträge führt zu langen Wartezeiten

Die Organisation Samos Volunteers bietet außerhalb des Lagergeländes Sprachunterricht und verschiedene Freizeitaktivitäten wie Gitarren- und Tanzunterricht an. „Wir versuchen, so Viele einzubeziehen, wie wir können, und wir haben in unseren Anlagen wirklich nie ein Problem oder Streit zwischen Personen unterschiedlicher Nationalitäten. Natürlich verkehren die meisten Menschen mit Landsleuten von ihnen, jedoch entwickeln sich auch Freundschaften zwischen unterschiedlichen Nationalitäten„, berichtet Bogdan Andrei.

Edwin aus Ghana sitz seit über einem Jahr im Flüchtlingszentrum fest. Er beschwert sich über das Essen, die Lebensbedingungen im Zelt und – noch mehr – über die außerordentlich zeitraubenden Untersuchungsverfahren für die Asylanträge. „Ich habe immer noch nicht die Möglichkeit zu einer persönlichen Anhörung bei den Asylbehörden hier auf Samos„, betont er. Das endlose Warten mach Edwin wegen der Stagnation in seinem Leben wütend. „Was ich wirklich brauche, ist nicht dieses Essen. Was ich brauche, ist eine Gelegenheit, nach Athen zu gehen um zu arbeiten und mich selbst zu ernähren, ein würdiges Leben zu haben.

Ein seine Anonymität wahrender Funktionär der lokalen Asylbehörde bestätigte, dass die Verfahren von großer Dauer sein können. Wie er sagt, wird jemand, wenn er jetzt einen Asylantrag stellt, wahrscheinlich nicht vor September 2019 zu einer persönlichen Anhörung geladen werden.

(Quelle: dw.com, Autor: Giannis Papadimitriou, Lektorat: Aris Kaltirimtzis)

Quelle: gr-blog

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1 Kommentar

  1. Die Flüchtlinge erwarten in Europa – speziell in Deutschland – ein angenehmes Leben, kostenlose Rundumversorgung u.v.m. Die erhält nicht einmal ein armer Deutscher.

    Daher meine Bitte: stoppt endlich diese Flüchtlingsflut. Je mehr wir helfen, desto mehr kommen nach. EIN FASS OHNE BODEN!!!!!!!!!!!!!!!

    Coudenhove-Kalergi läßt ebenfalls grüßen!

    Guten Rutsch!

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