In Frankreich hat die Polizei Razzien in den Büros der mächtigen Schweizer Privatbank durchgeführt. Im Visier der Ermittler: Fabrice Aidan, ein ehemaliger UN-Diplomat und Mitarbeiter der Bank, der Hunderte von E-Mails mit Jeffrey Epstein ausgetauscht hat. Auch Bill Gates ist mit im Spiel.
Am 24. März 2026 berichteten das Wall Street Journal und andere Medien, dass die französische Polizei die Pariser Büros von Edmond de Rothschild durchsucht hat, eine der ältesten und mächtigsten Privatbankierdynastien Europas (hier, hier, hier und hier). Zielperson war Fabrice Aidan, der von 2006 bis 2013 einen Posten bei der UN in New York hatte – und von 2014 bis 2016 Mitarbeiter der Bank war.
Zwischen 2010 und 2016 tauschte Aidan Hunderte von E-Mails mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aus. Finanzstaatsanwalt Pascal Prache bestätigte die Razzien, der französische Außenminister Jean-Noël Barrot bezeichnete die Fakten als «äußerst ernst». Aidan wird laut der Nachrichtenagentur Reuters «passive Korruption» vorgeworfen, auch soll er vertrauliche UN-Dokumente an Epstein weitergeleitet haben.
Einige Medien berichteten, dass es nicht das erste Mal ist, dass gegen Aidan ermittelt wird. Schon 2013 geriet er wegen des Besuchs kinderpornografischer Websites ins Visier der US-Justiz. Angeblich verließ er die USA auf dem Landweg, bevor es zu Ermittlungen hätte kommen können. In Frankreich wurden die Vorwürfe nicht weiter verfolgt.
Sayer Ji von Greenmed-Info, der sich intensiv mit den Epstein-Files befasst, offenbarte hinsichtlich des aktuellen Falls eine interessante Information: So hat der Sexualstraftäter drei Tage nachdem er zehn Millionen Dollar von der Rothschild-Bank erhalten hatte, von seinem Konto auf den Jungferninseln 250.000 Dollar an die private Kreditgenossenschaft eines UN-Mitarbeiters überwiesen.
Ji veröffentlichte die entsprechende Dokumente. Jede Behauptung in seinem Artikel ist mit einer öffentlichen EFTA-Bates-Nummer verknüpft, die auf der Website justice.gov/epstein abrufbar ist, auf der die Epstein-Dokumente gespeichert sind. Die E-Mails zitiert er wörtlich und belegt die Überweisungen mit ihrem SWIFT-Datensatz. Leser, Ermittler und Mitarbeiter des Kongresses könnten jedes aufgeführte Dokument direkt aus dem Bundesarchiv abrufen. Ji betont:
«Dies ist keine Geschichte über verdächtige Kontakte. Es ist die Geschichte über ein System – und den UN-Diplomaten, der einer der wichtigsten Knotenpunkte war.»
Im Anschluss veröffentlichen wir einen Auszug von Jis Zusammenstellung, in der es um ein «fast zustande gekommenes Abendessen» mit wichtigen Akteuren geht. «Philanthrop» und «Impfguru» Bill Gates ist wie so oft mit im Spiel.
Am Abend des 25. Januar 2011 schickte Fabrice Aidan, der zu diesem Zeitpunkt für die UN tätig war, eine dringende Nachricht von seiner offiziellen E-Mail-Adresse an Jeffrey Epstein.
«Scheich Abdullah hat das Abendessen mit Bill Gates angenommen. Wir benötigen dringend eine Telefonnummer für die Protokollabstimmung.» (EFTA_R1_01338719)
Scheich Abdullah bin Zayed Al Nahyan – Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate und Bruder des Kronprinzen, dessen Familie zu diesem Zeitpunkt über ein Staatsvermögen in Höhe von rund einer Billion Dollar verfügte – hatte also eine Einladung zum Abendessen mit Gates angenommen. Diese war im Auftrag Epsteins ausgesprochen worden. Als Vermittler fungierte Fabrice Aidan, der von seiner offiziellen UN-Adresse aus operierte – und gegen den jetzt in Frankreich ermittelt wird.
Innerhalb einer Stunde kontaktierte der persönliche Assistent des Außenministers der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohamed Mahmoud Al Khaja, den wissenschaftlichen und technologischen Chefberater von Bill Gates, Boris Nikolic, der über Gates’ Privatbüro bgC3 agierte, um die Details zu klären:
«Ich bin der Assistent Seiner Hoheit Scheich Abdullah Bin Zayed und wurde von Herrn Fabrice Aidan darüber informiert, dass Seine Hoheit morgen Abend zum Abendessen eingeladen ist. Ich möchte die Teilnahme Seiner Hoheit bestätigen und wäre Ihnen dankbar, wenn Sie uns so bald wie möglich Uhrzeit, Ort und Kleiderordnung mitteilen könnten.» (EFTA_R1_00142308)
Doch Nikolic war über die Einladung des Scheichs zum Essen mit Gates anscheinend nicht informiert worden, deshalb leitete er die Nachricht an Epstein weiter und schrieb:
«Könnten wir das bitte morgen früh besprechen? Ich brauche mehr Informationen, bevor ich ihn einladen kann.» (EFTA_R1_01337844)
Es war nach Mitternacht, Epstein antwortete umgehend:
«Natürlich. Entschuldigung, ich hatte seinen Freund gefragt, ob er vielleicht mitkommen möchte. Danach klingelte mein iPhone ununterbrochen. Abdullah ist der Bruder des Kronprinzen und Außenminister. Sein Bruder kontrolliert ein Vermögen von einer Billion Dollar. Abdullah ist sehr an Kernenergie für sein Land interessiert. Er ist jung, dynamisch und der energiegeladenste aller Golf-Außenminister. Entschuldigen Sie, falls Ihnen das zu viel Umstände bereitet. Ich bin erst mittags wieder auf den Beinen. Wenn Sie mich in der nächsten halben Stunde anrufen, bleibe ich wach.» (EFTA00902867)
Epstein hatte also im Namen von Bill Gates und über einen UN-Diplomaten einen amtierenden Außenminister der Golfstaaten zu einem Abendessen eingeladen, ohne dass Gates’ eigener Berater darüber informiert war. Erst nachdem innerhalb weniger Stunden die Protokollmaschinerie des Außenministers in Gang gesetzt worden war, erfuhr Nikolic durch die E-Mail von Al Khaja davon.
Letztendlich wurde das Abendessen aufgrund logistischer Probleme abgesagt. Gates’ Chefberater Nikolic schrieb dem Assistenten des Außenministers am folgenden Morgen, er müsse absagen und bot stattdessen ein persönliches Treffen zwischen Gates und Scheich Abdullah an. (EFTA_R1_00135327)
Epsteins Nachricht an Aidan, als die Absage bestätigt wurde, bestand aus wenigen Worten:
«Tut mir leid, keine gute Tat.» (EFTA00902889)
Drei Monate später stellten Epstein und hochrangige Führungskräfte von JPMorgan das «Project Molecule» vor. Dieses war darauf ausgelegt, Kapital von Unterzeichnern des «Giving Pledge» zu gewinnen, einer «philanthropischen» Kampagne, die 2010 von den Milliardären Bill Gates und Warren Buffett gestartet wurde. Ziel: Besonders wohlhabende Menschen zu Spenden für das Gemeinwohl zu animieren.
Konkret ging es beim «Project Molecule» um eine formelle Partnerschaft mit der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, um die Pandemievorsorge in ein dauerhaftes, privat kontrolliertes, transnationales System der Impfstoffbeschaffung, Überwachung und globalen Gesundheitsfinanzierung zu verwandeln. Innerhalb desselben institutionellen Ökosystems, in dem Epstein als Verbindungsglied zwischen Wall Street, globaler Gesundheit und politischer Macht fungierte.
Zuvor waren die Beziehungen zwischen Epstein, Gates’ Wissenschaftsabteilung und der Führung der Vereinigten Arabischen Emirate monatelang intensiv ausgebaut worden.
Quelle:
WSJ: Edmond de Rothschild Offices Raided in Probe of Epstein Associate – 24. März 2026
Sayer Ji: ROTHSCHILD BANK RAIDED: The UN Diplomat at the Center of It All — and What the Documents Actually Show – 25. März 2026
Sayer Ji: Inside Project Molecule — How JPMorgan and the Gates Foundation Turned Biology into Investable Infrastructure – 4. Februar 2026
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