Christian Hamann (frieden-freiheit-fairness)
In der amerikanischen Regierung herrscht Ratlosigkeit, wie es im Irankrieg weitergehen soll. Das wäre anders, wenn man aus den gravierenden Fehlern der Militäreinsätze von Vietnam bis Afghanistan endlich die korrekten Lehren gezogen hätte. Diese Fehler hatten nichts mit mangelnder militärischer Stärke zu tun, sie bestanden vielmehr in einem Versagen auf der psychologischen Ebene.
Genauer gesagt war es ein verfehlter Umgang mit der regionalen Bevölkerung einschließlich ihrer politischen Führer. Diese Menschen haben das amerikanische Militär nicht als solidarische Befreier, sondern als feindliche Eroberer wahrgenommen. In diesem Ambiente ist in den fast 9 Jahren Irakkrieg Widerstand gewachsen, sind Terrormilizen entstanden. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind dagegen schon daran gescheitert, dass man korrupten Opportunisten Zugang zu Positionen ermöglicht hat, die authentische, engagierte Idealisten erfordern.
Aus dieser Lernunfähigkeit ihrer Gegner haben gewaltbereite Islamisten gelernt und ihre Rivalität mit dem demokratischen Westen in ein verantwortungsloses Pingpong-Spiel verwandelt:
Zu ihrer Strategie gehört es, militärische Eingriffe der USA und Israels zu provozieren – mit Terrorangriffen, Raketenbeschuss oder sogar mit einem Massaker wie dem vom 7. Oktober 2023. Denn die folgenden harten Gegenschläge bringen ihren Zivilisten das Leiden, das nach medialer Publikation breite Sympathien einträgt – und zwar absurder Weise nicht nur diesen Opfern, sondern auch ihnen selbst, den verantwortungslosen Friedensbrechern am Anfang der Gewaltkette. So kommen sie auf ihrem Weg der Radikalisierung und Reformresistenz des Islam erschreckend erfolgreich voran.
Der von Netanyahu und Trump voreilig und schlecht vorbereitet gestartete Irankrieg droht an denselben fundamentalen Fehlern zu scheitern wie vorausgegangene Interventionen – Fehlern, die ihren vermeintlich bekämpften Gegnern Vorteile von globaler Dimension verschaffen. Den Krieg erfolgreich zu beenden erfordert zu sehen, …
- dass gewaltbereite Islamisten wie das Teheraner Theokraten-Regime Krieg wollen, solange sie dem Westen die Schuld zuschieben können,
- dass deren Verhandlungsführer folglich keinem Druck unterliegen, zu einer Einigung zu gelangen, während Trump unter erheblichem Druck steht (Ölpreise, Dollar als Welthandelswährung gefährdet)
- dass eine Zerstörung von Infrastruktur (wie angedroht Brücken und Kraftwerke) die gegenwärtig ganz überwiegend regimekritischen Iraner in die Arme ihrer Unterdrücker treiben würde (rally-around-the-flag),
- dass der Krieg folglich nur durch eine Ablösung des theokratischen Regimes sicher beendet werden kann,
- dass eine demokratische Selbstbefreiung der Iraner schon längst erfolgt wäre, wenn das Regime seine Diktatur nicht so geschickt in einem Machtdreieck aus Oberstem Führer, Expertenversammlung und Wächterrat verankert hätte, zu dem Reformkräfte keinen Zutritt haben,
- dass jetzt der historisch korrekte Zeitpunkt gekommen ist, organisatorische Hilfestellung bei der Ablösung des Regimes durch externe Kräfte vorzubereiten (deren Militärpräsenz für den Schutz von Zivilisten sorgen kann).
Wie die Negativerfahrungen im Irak und in Afghanistan gezeigt haben, muss der Impuls zur Demokratisierung aus der Bevölkerung kommen. Im Iran wird dieser Impuls bereits seit Monaten in Demonstrationen auf die Straßen getragen – aber wie lange noch, wenn das Regime weiter freie Hand hat, die Menschen über den Haufen schießen zu lassen?
Die USA (zusammen mit Großbritannien) waren bereits an den Regierungsstürzen von 1953 und 1979 maßgeblich beteiligt – mit weitgehend unblutigen Mitteln. Was damals in beiden Fällen zum Nachteil der traditionell freiheitsliebenden Iraner geschah, ist jetzt zu ihrem Vorteil und entsprechend ihrem Selbstbestimmungsrecht als Nation erst recht möglich.
Der 5-Punkte-Plan für eine weitgehend gewaltfreie Ablösung der iranischen Theokratie durch eine Demokratie Ende dieser Analyse https://www.frieden-freiheit-fairness.com/blog/eine-authentische-befreiung-der-iranischen-nation ist im Dialog mit KI (Grok auf X) auf seine Realisierungstauglichkeit hin überprüft worden. Für die reichlich erfahrene CIA sollte eine Präzisierung und Umsetzung kein Problem sein.
Ein wünschenswertes europäisches Engagement in dieser Angelegenheit erfordert nicht einen einzigen Soldaten. Es geht allein darum, die Amerikaner und Israelis als authentische Freunde vor der Wiederholung gravierender historischer Fehler erfolgreich zu warnen. Das ist zugleich als hervorragende Möglichkeit zu sehen, den transatlantischen Schulterschluss wiederzubeleben und Antisemitismus zu kontern.
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