Von Peter Haisenko (anderwelt)
Stolz wird in Washington der „Deal“ mit Venezuela verkündet, der ihnen die Kontrolle über 65 Milliarden Barrel venezolanischen Öls bringt. Die Westmedien berichten darüber, aber erwähnen nicht, dass es sich hierbei um einen kolonialen Raubzug handelt.
ntv schreibt dazu:
„US-Präsident Donald Trump hat ein bedeutendes Öl-Abkommen mit Venezuela verkündet. Die Vereinigten Staaten erhielten mit der Vereinbarung die Mehrheitskontrolle über 65 Milliarden Barrel aus den venezolanischen Erdölvorkommen, erklärte Trump am Freitag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Dies sei „der größte Öl-Deal in der Weltgeschichte“. Nach seinen Angaben werden sich die Ölreserven der USA dadurch mehr als verdoppeln.“
Nimmt man Trumps Worte ernst, betrachtet er jetzt das Öl, das Venezuela gehört, als amerikanisches Eigentum. Wie sonst könnten sich die amerikanischen Ölreserven mehr als verdoppelt haben? Aber was, außer schierer Gewalt, könnte diese Auffassung stützen? Ja vielleicht der Rückfall zu kolonialem Verhalten und Ausbeutung. Rückfall? Haben die USA dieses Verhalten jemals aufgegeben? Dazu gibt es einen netten Scherz: „Die USA haben wirklich Glück – überall, wo sie Terrorismus bekämpfen, finden Sie Öl.“ Oder ist es andersherum: Die USA führen überall dort Krieg, wo sie Öl erbeuten können? Und nicht nur Öl.
Selbstverständlich wird dieser Raubzug vom US-Vizepräsident als reine Wohltat für die Venezolaner bezeichnet und auch das wird bei ntv kommentarlos wiedergegeben:
„US-Außenminister Marco Rubio erklärte im Onlinedienst X, die Vereinbarung werde Venezuela fast 100 Milliarden Dollar (85,8 Milliarden Euro) an privaten Investitionen bringen. Außerdem bedeute es für das südamerikanische Land nach jahrelanger Wirtschaftskrise „Tausende gut bezahlte Jobs“ und einen Beitrag zum „Wiederaufbau von Venezuelas Wirtschaft“. Als Vorteil für die USA und ihre Bürger nannte der US-Chefdiplomat stabile Energiereserven und niedrigere Energiepreise.“
Aha, es geht also um den letzten Satz. Billige Energie für Amerikaner. Man brüstet sich also damit, die Venezolaner würden wirtschaftlich auf die Beine kommen durch die Hilfe der USA. Vergessen, verleugnet wird, dass diese Probleme vor allem durch Sanktionen und Embargos der USA entstanden sind. Die waren und sind aber allesamt völkerrechtswidrig.
Doch betrachten wir den jüngeren Ablauf genauer
Am 3. Januar 2026 haben die USA Venezuela militärisch angegriffen. Damit haben sie mal wieder jegliches Völkerrecht mißachtet. Sie sind mit Flugzeugen und Soldaten in Caracas eingefallen, haben einige Menschen ermordet und den Präsident Maduro entführt und in ein Gefängnis in New York gebracht. Dass dieser beispiellose Akt jedem internationalen Recht widerspricht, ist sonnenklar. Aber wie verhielt sich die westliche Welt dazu? Die deutsche Regierung? Ich zitiere die Tagesschau:
„Westliche Staaten äußerten sich zurückhaltender. Im Auswärtigen Amt tritt heute der Krisenstab der Bundesregierung zusammen. „Wir beobachten die Lage in Venezuela sehr aufmerksam und verfolgen die aktuellen Meldungen mit größter Sorge“, hieß es im Außenministerium. Das Auswärtige Amt stehe im engen Kontakt mit der Botschaft in Caracas. Die Lage sei derzeit „in Teilen noch unübersichtlich“.“
Was soll daran „unübersichtlich“ sein? Die USA haben einen souveränen Staat angegriffen und den Präsident verschleppt. Das ist Fakt. Aber wie könnte sich die Bundesregierung anders verhalten, wenn sie nicht einmal die Ermordung des iranischen Staatschefs und anderer hochrangiger Iraner durch Israel verurteilt? Und die UNO? Vergessen Sie´s! Die kann nicht einmal eine Resolution verabschieden, denn die USA werden ihr Veto einlegen. Fazit: Die USA können selbstherrlich machen, was sie wollen und der Wertewesten schweigt dazu, inklusive der Systemmedien.
Piraterie ist eine angelsächsische Tradition
Diesem Überfall gingen Akte der USA voraus, die nur als Piraterie bezeichnet werden können. Sie haben einfach Öltanker aufgebracht, geraubt und das Öl für sich behalten. Aber warum haben die USA das getan? Da findet man Aufklärung bei ntv:
„Die strategischen Ölreserven der USA befinden sich derzeit auf ihrem niedrigsten Stand seit November 1982. Dies ist eine Folge der Bemühungen der US-Regierung, die Lieferprobleme und Preissteigerungen infolge ihres Kriegs gegen den Iran auszugleichen. Der Deal mit Venezuela sorge nun dafür, den Spritpreis „für alle Amerikaner“ auf Jahre hinaus zu verringern, versicherte Trump. An Kosten entstehe den US-Steuerzahlern durch die Vereinbarung nichts.“
Wo kommen wir hin, wenn ein Imperium seine selbstverschuldeten Probleme dadurch zu lösen versucht, indem es souveräne Staaten einfach überfällt und dann beraubt? Nannte man das nicht dereinst „Kanonenboot-Politik“ und fand das gar nicht gut? Oder einfach Piraterie. War es nicht England, das Piraten geadelt hat, wenn sie für England gemordet und geraubt haben? Und nun sehen wir an, wie sich die Amis einen „fairen Deal“ vorstellen. Alle Einnahmen, die durch Ölexporte aus Venezuela erzielt werden, müssen an die USA überwiesen werden.
Raub und dem Beraubten werden Brosamen zugestanden
Die bestimmen dann, wer wieviel davon bekommt. Stand jetzt, wird Venezuela knapp die Hälfte zugebilligt werden. Aber nur nominal, denn die Ölgesellschaften wollen „Reparationen“ für die „Enteignungen“ in Milliardenhöhe und die USA werden das von dem abziehen, was eigentlich Venezuela zusteht. Da sind wir in etwa da, was England nach dem WK I dem Irak gelassen hat. Nämlich sechs Prozent. Und nach dem WK II dem Iran, nämlich auch etwa sechs Prozent. Für Russland sah das auch nicht besser aus mit der Ölförderung in Workuta, bis Putin Präsident wurde und das abgestellt hat. Sehen wir also eine angelsächsische „Tradition“ in Venezuela? Sehen wir jetzt, warum der Westen Putin so sehr hasst? Und bei all dem bleibt das Exportverbot nach Kuba bestehen. Trump hat Venezuela zu einem Land unter Kolonialverwaltung degradiert und wird Kuba weiterhin wirtschaftlich strangulieren.
Doppelmoral
Nun versuchen wir mal, uns irgendeinen anderen Staat vorzustellen, der so wie die USA handelt. Rein theoretisch. Aber selbst da habe ich ein Problem. Selbst nach längerem Nachdenken fällt mir keiner ein, den man da halbwegs passend anführen könnte. Außer den USA gibt es kein Land, das eine Armee hat, die fast nur auf Angriffe in Übersee ausgelegt ist. Russland würde nicht so handeln. Warum auch, die haben alles was sie brauchen im eigenen Land. China? Auch die nicht. Erstens widerspricht das ihrer Philosophie und zweitens können sie alles kaufen und bezahlen, was sie brauchen. Was bleibt übrig? Iran? Sicher nicht, die haben seit Jahrhunderten niemanden angegriffen. Aber nehmen wir einfach an, ein Staat X, der nicht zum Wertewesten gehört, würde gegenüber einem Staat Y so handeln, wie es die USA mit Venezuela und auch Kuba tun. Und natürlich mit dem Iran. Wie groß wäre der sofortige Aufschrei im Wertewesten? Mit Sanktionen und allem Drum und Dran.
Die Frage, die da sofort im Raum stehen muss ist, warum dieser Wertewesten im Fall USA nicht genauso reagiert. Schuldig ist nicht nur derjenige, der ein Verbrechen begeht, sondern auch die, die es zulassen. Vergessen wir nicht: Kuba wird grundlos seit mehr als 60 Jahren von den USA stranguliert. Der Wertewesten sieht genauso lange zu und kann sich nicht einmal einen Protest abringen. Was kann da das dumme Geschwätz von „westlichen Werten“ wert sein? Von Israel muss ich da gar nicht reden. Da läuft ein Völkermord und Kanzler Merz wird nicht müde, diesem Verbrecherstaat uneingeschränkte Solidarität zu bescheinigen. Ja und eben kein Sterbenswörtchen zu dem Raubzug der USA in Venezuela zu finden.
Wer im Westen dürfte überhaupt über Moral urteilen?
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland, den Deutschen, versagt, in irgendeiner Weise über Moral und Anstand zu befinden. Dieses Recht haben sie verwirkt, weil es einen Hitler gab und einen großen Krieg. Es würde den Rahmen sprengen, wollte ich all die schrecklichen Kriege der USA während der letzten 80 Jahre anführen. Die Flächenbombardements gegen Zivilisten und Zerstörungen von Infrastruktur. Warum akzeptiert der Westen die „regelbasierte Ordnung“, die ausschließlich von den USA aufgestellt ist und auch von denselben nach Belieben interpretiert wird? Akzeptiert er, dass diese USA andere Staaten als Verbrecherstaaten bezeichnen, als zur Achse des Bösen gehörig? Ich jedenfalls kann aktuell nur zwei Staaten als Verbrecherstaaten sehen: USA und Israel. Die gehören geächtet und sanktioniert.
Und die Deutschen? Denken sie einfach mal darüber nach: Hätte es keinen Ersten Weltkrieg gegeben, wäre der Welt und vor allem den Deutschen auch Hitler und der Zweite Weltkrieg erspart geblieben. Fakt ist aber, dass es England war, das Deutschland den WK I aufgezwungen hat. Kaiser Wilhelm hatte alles versucht, diesen Krieg abzuwenden. Es war Churchill, der sagte, er werde Deutschland den WK II aufzwingen, ob es wollte oder nicht. Es waren die USA, die Island und Grönland besetzten, bevor sie aktiv in diesen großen Krieg eingetreten sind.
Wenn „die Guten“ nicht die Guten sind
Es waren die USA, die Japan so lange mit Embargos in die Enge getrieben haben, bis Japan keinen anderen Ausweg sah, als Krieg mit den USA zu führen. Ach ja, England und die USA sind immer die Guten. So kann es nicht verwundern, dass auch diesmal der Überfall der USA auf Venezuela und der Raubzug keinen Tadel im Wertewesten auslösen kann. Bei all dem gilt die Regel: Ein Verbrecher macht solange weiter, immer skrupelloser, bis er seiner Strafe zugeführt wird. Wollen wir wirklich zusehen, wie die Welt von den USA ins globale Verderben geführt wird? Wo sind die Altlinken geblieben, die „Amis go home“ skandierten? Ach ja, die sind jetzt zu grünen Kriegstreibern geworden. Welt fürchte dich vor dem Imperium der Lügen!
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/maduro-festnahme-usa-trump-100.html
https://www.n-tv.de/politik/Trump-verkuendet-gewaltigen-Oel-Deal-mit-Venezuela-id31245049.html
Und noch ein Schmankerl. Venezuela erwägt den Austritt aus der OPEC. Warum? Weil dann das Öl zu billigeren Preisen an die USA gegeben werden kann:
https://de-rtnews.com/international/289983-venezuela-erwaegt-austritt-aus-opec/
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Amerika – der größte Terrorstaat seit seiner Existenz: Kriege noch un nöcher. Obama bekam den unverdienten Friedensnobelpreis und war der einzige Präsident, der während seiner Amtszeit Staaten mit Kriegen überzog. Kein Jahr ohne Krieg mit diesem Terroristen Obama!Und heute? Maduro entführt —-und wie viele gab es noch? Zig Mordveruche auf Castro,grenzenlose Sanktionen so wie es Amerika gefällt. Pfui, was für Schweine!