Die Original-Knebelverträge der UEFA mit Dortmund und Hamburg

 Die UEFA kann sogar entscheiden, ob und welche politischen Demonstrationen erlaubt werden. Die Städte mussten alles unterschreiben.

Quelle: infosperber

Der Spiegel stellte schon vor Beginn der Fussball-EM fest: «Die UEFA kassiert die Einnahmen, während Kosten und Risiken beim Ausrichter bleiben, also letztlich bei der Allgemeinheit.»

Aufgrund des Informationsfreiheitsgesetzes kamen die Anlaufstelle «FragDenStaat» und «Correctiv.Lokal» zu Kopien der vielen Verträge, welche die Städte Dortmund und Hamburg mit der UEFA abschliessen mussten. Die Verträge mit den anderen Gast-Städten sollen im Wesentlichen identisch sein.

In einem 190-seitigen Dokument definiert die UEFA die allgemeinen Anforderungen für die Ausrichtung des Turniers («Tournament Requirements»). Die «Host Citys» müssen – unabhängig von den einzelnen Verträgen – alle Verpflichtungen erfüllen, die in den Tournament Requirements aufgeführt werden. Obwohl Englisch keine Landessprache ist, sind alle Verträge in englischer Sprache abgeschlossen.

Vertragspartner der Städte ist teils der Deutsche Fussballbund (DFB) als lokaler Organisator des Turniers, teils die UEFA und teils die EURO 2024 GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von DFB und UEFA, das extra für diese Europameisterschaft gegründet wurde.

Die «Host Citys» verpflichten sich, alles zu verhindern, was die UEFA nicht ausdrücklich genehmigt. Dazu zählt die UEFA auch explizit politische und religiöse Demonstrationen – ungeachtet der im Grundgesetz festgeschriebenen Versammlungsfreiheit. Die Städte erklären zwar, dass das Demonstrationsrecht bestehen bleibe. «FragDenStaat» meint dazu: «Ob es tatsächlich möglich sein wird, in den kommenden Wochen rund um die EM-Stadien sein Demonstrationsrecht wahrzunehmen, wird sich zeigen.»

Alle Verträge mit der UEFA mussten die Städte wie auch die Bundesregierung bereits unterzeichnen, um überhaupt als Austragungsort kandidieren zu können.

Hohe Kosten für die Gastgeber-Städte

24 Millionen Euro gibt allein Berlin für die beiden «Fan Zones» am Brandenburger Tor und am Reichstag aus. Auf den Festgeländen werden die Spiele auf Grossleinwänden übertragen. Zugleich sollen sich dort die Sponsoren der EM präsentieren können. Jede «Host City» ist laut Vertrag verpflichtet, mindestens eine solche Fanzone zu organisieren – und die Kosten für Planung, Betrieb und Abbau zu tragen. Die UEFA hingegen behält dabei alle kommerziellen Rechte. Beispielsweise haben Vertragspartner der UEFA Vorrang bei der Vergabe von Essens- und Getränkeständen auf dem Festgelände.

Weitere Verpflichtungen der Gastgeber-Städte: Sie müssen in der ganzen Stadt umfangreiche Werbung für die Spiele machen und dazu auch eine lokale prominente Person als Botschafter der EM einsetzen. Die Städte müssen die kommerziellen Nutzungsrechte ihrer lokalen Wahrzeichen der UEFA kostenlos überlassen. Sie sind verpflichtet, auf eigene Kosten ein Gremium damit zu beauftragen, die kommerziellen Ansprüche der UEFA zu schützen und etwa unautorisiertes Public Viewing und nicht genehmigte Werbung zu unterbinden.

Die UEFA budgetiert einen Gewinn von 1,6 Milliarden Euro. Weder diesen Gewinn noch die in Deutschland erwirtschafteten Löhne der Spieler und UEFA-Beschäftigten darf Deutschland besteuern. 1,5 Milliarden Euro des Gewinns verteilt die UEFA eigenmächtig an Mitgliedsverbände und Klubs.

Hier kann man die Verträge mit den Städten Dortmund und Hamburg herunterladen.

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Im Grunde genommen sind fast alle Kommunen pleite. Integrierte kommunale Schulden zum Jahresende 2022 bei 4 034 Euro pro Kopf. Es scheinen immer noch nicht genug Schulden zu sein, um das Volk auszupressen. Und dann sind die Verantwortlichen auch noch so dämlich und unterwerfen sich einem raffgierigen Verein. Der Steuerzahler macht das alles auch noch mit. Ja, er begrüßt es sogar, dass ihm alles schön in Rechnung gestellt wird.

Danach beginnt das große Jammern, nachdem der „Staat“ mit Steuererhöhungen und anderen Schweinereien zuschlägt. Die größten Profiteure solcher kostspieligen Events sind die Funktionäre.

Fussball ist eine schöne Sache, keine Frage. Leider aber haben die ekligen Geschäftemachereien den eigentlichen Sinn des Sports verdorben.

Warum nur können die nationalen Sportverbände sich nicht zusammensetzen und außerhalb der UEFA und FIFA eigene Sportveranstaltungen betreiben? Hat dazu jemand Antworten?

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1 Kommentar

  1. Jede Organisation, jeder Konzern bedient sich gierig und skrupellos auf Kosten der Steuerzahler, weil die Politiker dies mitmachen.

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