Die langsame Zersetzung der Republik in Frankreich

von Thierry Meyssan (voltairenet)

Seit drei Jahren hat sich überall in Frankreich ein tiefgreifender Protest erhoben. Er hat bisher unbekannte Formen angenommen. Sich auf das republikanische Ideal berufend, stellt er die Art und Weise in Frage, wie politische Mitarbeiter den Institutionen dienen. Angesichts dessen täuscht der Präsident der Republik eine Kooperation vor, die er bei jedem Schritt manipuliert. Für Thierry Meyssan sind die schlimmsten Feinde des Landes nicht diejenigen, die es in Gemeinschaften aufteilen wollen, sondern diejenigen, die gewählt wurden und die Bedeutung ihres Mandats vergessen haben.

Die Gelbwesten haben immer die französische Flagge in ihren Demonstrationen geschwungen; ein Symbol, das bei den von Umweltschützern organisierten Veranstaltungen fehlt.

Die erste Welle

Im Oktober 2018 kam es in Frankreich zu einem gedämpften Protest in kleinen Städten und auf dem Land. Die Führer des Landes und die Medien waren fassungslos, als sie die Existenz einer sozialen Klasse entdeckten, die sie nicht kannten und der sie noch nie zuvor begegnet sind: ein Kleinbürgertum, das aus den großen Städten ausgeschlossen und in die „französische Wüste“ abgeschoben worden war, ein Raum, in dem öffentliche Dienstleistungen rationiert und öffentliche Verkehrsmittel nicht vorhanden sind.

Dieser Protest, der sich an einigen Stellen in einen Aufstand verwandelte, wurde durch eine Erhöhung der Steuer auf Dieselöl ausgelöst, die den Kraftstoffverbrauch senken sollte, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Diese Bürger waren von dieser Preiserhöhung stärker betroffen als andere, weil sie weit entfernt von allem lebten und keine andere Transportmöglichkeit als ihre persönlichen Mittel hatten.

Seit der Auflösung der Sowjetunion hat sich die Weltwirtschaft neu organisiert. Hunderte Millionen Arbeitsplätze wurden aus dem Westen nach China verlagert. Die meisten, die ihren Arbeitsplatz verloren, mussten andere weniger gut bezahlte akzeptieren. Sie waren gezwungen, die für sie zu teuer gewordenen Großstädte zu verlassen und sich an ihrer Peripherie niederzulassen [1].

Die Gelbwesten erinnerten den Rest der Gesellschaft daran, dass sie existierten und nicht mithelfen konnten, das „Ende der Welt“ zu bekämpfen, wenn ihnen nicht zuvor geholfen würde, ihren Geldmangel am „Ende der Monate“ zu bekämpfen. Sie prangerten die Gewissenlosigkeit der politischen Führer an, die von ihren Büros in der Hauptstadt aus ihre Not nicht wahrnahmen [2].

Die ersten politischen Debatten zwischen Politikern und einigen ihrer führenden Persönlichkeiten waren noch erstaunlicher: Die Politiker schlugen sektorale Maßnahmen vor, um den Kraftstoffpreis erschwinglich zu machen, als sie sie auf die durch die Finanzglobalisierung verursachten Katastrophen in Ruhe aufmerksam machten. Die Politiker erschienen beunruhigt und überholt, während die Gelbwesten die einzigen waren, die über einen Überblick verfügten. Die Kompetenz war vom politischen Personal auf seine Wähler übergegangen.





Zum Glück für die herrschende Klasse entfernten die Medien diese Unruhestifter und ersetzten sie durch andere Demonstranten, die ihre Wut ohne die gleiche Intelligenz energisch zum Ausdruck brachten. Die Verhärtung des von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützten Konflikts, schürte Ängste vor einer möglichen Revolution. In Panik flüchtete Präsident Emmanuel Macron zehn Tage lang in seinen Bunker unter dem Élysée-Palast und sagte alle seine Termine ab. Er dachte an seinen Rücktritt und berief den Senatspräsidenten als Interimspräsident ein. Dieser erteilte ihm eine Abfuhr. Als er sich wieder besonnen hatte, trat er im Fernsehen auf, um verschiedene soziale Maßnahmen anzukündigen. Keine dieser Zuschüsse betraf jedoch die Gelbwesten, weil der Staat immer noch nicht wusste, wer sie waren.

Alle Meinungsumfragen zeigen, dass diese Herausforderung keine Ablehnung der Politik ist, sondern im Gegenteil, ein politischer Wille, das allgemeine Interesse, d.h. die Republik (Res Publica) wiederherzustellen.

Die Bürger sind mit der Verfassung ziemlich zufrieden, aber nicht mit der Art und Weise, wie sie verwendet wird. Ihre Ablehnung betrifft in erster Linie das Verhalten des politischen Personals als Ganzes, nicht der Institutionen.

Um die Kontrolle wiederzuerlangen, beschloss Präsident Emmanuel Macron daher, in jeder Gemeinde eine „Große nationale Debatte“ zu organisieren, ein bisschen wie die Generalstaaten von 1789. Jeder Bürger sollte sich äußern können. Die Vorschläge sollten synthetisiert und berücksichtigt werden.

Schon in den ersten Tagen arbeitete der Präsident daran, die Willensbekundungen des Volkes zu kontrollieren. Es ging darum, der Bevölkerung nicht zu gestatten, irgendetwas zu sagen. Die „Einwanderung“, der „freiwillige Schwangerschaftsabbruch“, die „Todesstrafe“ und die „Ehe für alle“ sollten von der Debatte ausgeschlossen werden. Während sich der Präsident also für „demokratisch“ hielt, war er dem Volk doch misstrauisch gesinnt.

Natürlich können sich alle Gruppen von Leidenschaften beherrschen lassen. Während der Französischen Revolution konnten die Sans-Culottes, von den Tribünen aus, die Debatten der Versammlungen durch Beschimpfungen der Abgeordneten stören. Aber nichts lässt vorhersehen, dass die Bürgermeister von ihren Wählern überwältigt worden wären.

Die Organisation der „Großen nationalen Debatte“ war Sache der Nationalen Kommission für öffentliche Debatten. Nun beabsichtigte diese, die freie Meinungsäußerung jedes Bürgers zu gewährleisten, während der Präsident sie auf vier Themen beschränken wollte: „ökologischer Übergang“, „Steuern“, „Demokratie und Staatsbürgerschaft“, „Organisation des Staates und der öffentlichen Dienstleistungen“.

Die Kommission wurde daher entlassen und durch zwei Minister ersetzt. Die Arbeitslosigkeit, die sozialen Beziehungen, die Abhängigkeit von älteren Menschen, die Einwanderung und die Sicherheit wurden vergessen.

Dann betrat der Präsident die Bühne. Er nahm an mehreren Fernsehsitzungen teil, in denen er alle gestellten Fragen beantwortete, eingenommen von sich und von seiner eigenen Kompetenz. Man war von dem Projekt, die Sorgen der Bürger anzuhören, auf die Idee gekommen, ihnen zu sagen, dass sie gut regiert wären.

Drei Monate, 10.000 Sitzungen und 2.000.000 Beiträge später, wurde ein Bericht abgegeben und dann in einem Schrank deponiert. Im Gegensatz zu dem, was diese Zusammenfassung vorgab, konzentrierten sich die Interventionen der Teilnehmer an der „Großen nationalen Debatte“ auf die Vorteile gewählter Beamter, die Steuern und die Kaufkraft, die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Straßen, die Aufgabe ländlicher Gebiete und auf die Immigration. Diese Stilübung hat nicht nur die Dinge nicht vorangebracht, sondern den Gelbwesten den Beweis erbracht, dass der Präsident mit ihnen sprechen, aber sie nicht anhören will.

JPEG - 61 kB
In ganz Frankreich haben die Gelbwesten Petitionen für die Schaffung eines Referendums der Bürgerinitiative (RIC) organisiert.

Da man Ihnen doch sagt, dass wir Demokraten sind

Nicht während der „Großen nationalen Debatte“, sondern während der Demonstrationen, bezogen sich viele Gelbwesten auf Etienne Chouard [3]. Seit etwa zehn Jahren fährt dieser Mann kreuz und quer durch Frankreich und versichert seinen Gesprächspartnern, dass eine Verfassung nur dann legitim sei, wenn sie von den Bürgern ausgearbeitet wird. Er befürwortet daher die Bildung einer durch Los gebildeten verfassunggebenden Versammlung und ihr Ergebnis einem Referendum zu unterstellen.

Präsident Emmanuel Macron reagierte mit der Schaffung einer durch Los gebildeten Versammlung, einer „Bürgerversammlung“. Als Fortsetzung der „Großen nationalen Debatte“, pervertierte er vom ersten Tag an die Idee, die er umsetzte. Es ging nicht darum, eine neue Verfassung auszuarbeiten, sondern eines der vier Themen weiter zu verfolgen, die er bereits aufgezwungen hatte.

Er betrachtete jedoch die Auslosung nicht als Mittel, um die Privilegien bestimmter sozialer Klassen zu überwinden oder die Privilegien politischer Parteien zu umgehen. Er benutzte sie als ein Mittel, den Willen des Volkes besser zu verstehen, in der Art der Meinungsforschungs-Institute. Infolgedessen wurde die Bevölkerung in sozio-professionelle Kategorien sowie in Regionen aufgeteilt. Dann wurden die Mitglieder nach dem Zufallsprinzip innerhalb dieser verschiedenen Gruppen ermittelt, wie bei einer Meinungsumfrage. Die Definition dieser Gruppen wurde nicht öffentlich gemacht. Darüber hinaus übertrug er die Organisation der Debatten einer Firma, die sich auf die Animation von Panels spezialisiert hat, so dass das Ergebnis das einer Umfrage ist: Diese Versammlung hat keine originalen Vorschläge formuliert, sondern lediglich die ihr vorgelegten Vorschläge priorisiert.





Ein solcher Prozess ist viel formeller als eine Umfrage, aber er ist überhaupt nicht demokratisch, weil seine Mitglieder nie in der Lage waren, nur die kleinste Initiative zu ergreifen. Die einvernehmlichsten Vorschläge werden dem Parlament übermittelt oder dem Volk per Referendum vorgelegt werden. Nun, das letzte Referendum in Frankreich vor fünfzehn Jahren ist jedoch in sehr schlechter Erinnerung: Das Volk hat die Regierungspolitik zensiert, die aber auf andere Weise unter Missachtung der Bürger weiterverfolgt wurde.

Der völlig illusorische Charakter dieser Bürgerversammlung trat durch einen Vorschlag zutage, den ihre Mitglieder dann nicht einem Referendum unterziehen wollten, weil das Volk, das sie doch vertreten sollten, ihn mit Sicherheit ablehnen würde. Damit haben sie aber zugegeben, dass sie einen Vorschlag angenommen hatten, der ihnen vorgelegt wurde, sie aber wussten, dass das Volk darüber anders urteilen würde.

Das bin nicht ich, das sind die Wissenschaftler

Als die Covid-19-Epidemie eintrat, wurde Präsident Emmanuel Macron durch den britischen Statistiker Neil Ferguson von der Ernsthaftigkeit der Gefahr überzeugt [4]. Er beschloss, die Öffentlichkeit zu schützen, indem er die ihm von Donald Rumsfelds ehemaligem Team empfohlene generalisierte Zwangsbeschränkung anwendete. [5]. Er wehrte sich gegen Kritik, indem er einen „Wissenschaftlichen Rat“ gründete, dessen Präsidentschaft er einer Rechtspersönlichkeit anvertraute, die er für unanfechtbar hielt [6].

Eine einzige autorisierte Stimme erhob sich gegen diese Maßnahme: einer der bedeutendsten Ärzte für Infektionskrankheiten der Welt, Professor Didier Raoult [7]. Am Ende der Krise sagte er vor einem parlamentarischen Ausschuss aus. Ihm zufolge sei Neil Ferguson ein Betrüger; der Wissenschaftliche Rat, – von dem er zurücktrat -, werde durch Interessenkonflikte mit Gilead Science (Donald Rumsfelds ehemaliger Firma) manipuliert; Im Notfall bestehe die Rolle der Ärzte darin, zu pflegen, nicht zu experimentieren; die Ergebnisse der Ärzte hingen von ihrer Vorstellung ihres Berufs ab, weshalb Patienten, die Spitälern von Paris anvertraut wurden, dreimal häufiger starben als die Patienten, die den Krankenhäusern von Marseille anvertraut wurden.

Didier Raoults Kommentare wurden von den Medien nicht analysiert, welche ihre Arbeit nur der empörten Reaktion der administrativen und medizinischen Nomenklatura widmeten. Die Frage der Kompetenz des Präsidenten der Republik, seiner Regierung und der medizinischen Eliten war jedoch gerade von einem unbestrittenen Mitglied der medizinischen Elite gestellt worden.

Die zweite Welle.

Die erste Runde der Kommunalwahlen hatte zu Beginn der Gesundheitskrise am 15. März 2020 stattgefunden. Die Randstädte und das Land, Gebiet der Gelbwesten, hatten oft schon Mehrheiten gefunden, um sofort ihren Bürgermeister zu wählen. Wie immer war es in den Großstädten komplizierter. Am Ende der Krise fand am 28. Juni eine zweite Runde statt. Da fand dann ein neuer Schritt statt.

Sechs von zehn Wählern, die von der „Großen nationalen Debatte“ abgeschreckt waren, und dem „Bürgerkonvent“ gleichgültig gegenüberstanden, bestreikten die Wahlurnen.

Die Medien ignorierten diesen stillen Protest und interpretierten das Minderheitenvotum als „Triumph der Umweltschützer“. Es wäre zutreffender gewesen zu sagen, dass die Befürworter des Kampfes gegen das „Ende der Welt“ sich endgültig von jenen für das „Ende des Monats“ getrennt haben.

Meinungsumfragen versichern uns, dass die grüne Abstimmung hauptsächlich von Staatsbeamten komme. Es ist eine Konstante in allen vorrevolutionären Prozessen: Intelligente Menschen, wenn sie sich der Macht verbunden fühlen, sind geblendet und verstehen nicht, was vor ihren Augen geschieht.

Da die Verfassung diese Spaltung innerhalb des Volkes nicht vorsieht, wurde kein Quorum eingeführt, so dass diese Wahl in allen größeren Städten, wenn auch undemokratisch, doch gültig ist. Keiner der Bürgermeister, die nur von einem Fünftel oder sogar weniger gewählt wurden, forderte die Annullierung der Abstimmung.

Kein Regime kann ohne die Unterstützung seines Volkes weitermachen. Wenn sich dieser Wahlurnenstreik während der Präsidentschaftswahl der Republik im Mai 2022 wiederholt, wird das System zusammenbrechen. Keiner der politischen Führer scheint sich darum zu kümmern.

Thierry Meyssan

Übersetzung
Horst Frohlich

Korrekturlesen : Werner Leuthäusser

[1] „Wie der Westen seine Kinder verschlingt“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 4. Dezember 2018.

[2] « Une colère très politique », par Alain Benajam, Réseau Voltaire, 21 novembre 2018.

[3] Blog d’Étienne Chouard.

[4] „Covid-19: Neil Ferguson, der liberale Lyssenko“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 20. April 2020.

[5] „Covid-19 und die rote Morgendämmerung“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 28. April 2020.

[6] „[Genug des Konsenses!“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 3. Juni 2020.

[7] Offizielle Website von Didier Raoult und seinem Team: Méditerranée infection.

(Visited 250 times, 1 visits today)
Die langsame Zersetzung der Republik in Frankreich
2 Stimmen, 5.00 durchschnittliche Bewertung (98% Ergebnis)

9 Kommentare

  1. Der Corona-Fake hat im wesentlichen die Aufgabe, die unvermeidliche Abwicklung ("Reset") des verbrauchten Wirtschafts- und Finanzsystems in geordneten Bahnen über die Bühne zu bringen, wobei es auch einige Kollateralschäden geben muß, wie in jedem Krieg:  hier der Flugverkehr, die Hotellerie und die Automobilindustrie.  Ich kann mir aber unmöglich vorstellen, daß diejenigen Schattenmächte, die bisher aus dem Dunkeln heraus herrschten, anschließend nicht auch herrschen wollen und werden.  Wenn das Experiment an irgendeiner Stelle schief läuft, d. h. nicht so wie erwartet abläuft, kommt bestimmt der Meister und korrigiert die Arbeit der Zauberlehrlinge bzw. Agenten:

    https://attitudeblog.org/2017/12/03/gedicht-der-woche-der-zauberlehrling-von-johann-wolfgang-von-goethe/

    Man darf gespannt sein, an welcher Stelle das ursprünglich geplante Experiment abgebrochen wird, weil der Aufschrei der Betroffenen zu groß wird.  Zur Zeit gilt bei uns noch:  Still ruhet der See.  Ein Wahlenthaltung wird bestimmt von den Mächtigen nicht als Aufschrei interpretiert!

    • Wir haben offensichtlich kein Covid-19-Problem.  Alles, was dazu gesagt wird, dient offensichtlich nur dazu mit anderen Staaten, wie Italien oder Spanien, gleichzuziehen, nicht aus der Reihe zu tanzen.

      Ob bei diesen anderen Staaten auch Covid-19 die Ursache ist oder ein anderer Gippe-Erreger, ist schwer zu sagen.  Wir müssen davon ausgehen, daß gelogen wird, daß sich die Balken biegen;  denn die wirtschaftlichen Schäden müssen ja ein überzeugendes Motiv haben.

      Das Gespräch, das Slomka soeben mit dem Päsidenten des Verfassungsschutzes führte, des Schützers der unentwegt mit Füßen getretenen Verfassung oder auch Grundgesetz, führt mich auf den Gedanken, daß vermutlich die ganze Diskussion über Rechtsextremismus auch nur so ein Fake ist wie Covid-19.  Slomka versuchte nämlich den Präsidenten davon zu überzeugen, daß die ganze AfD vom Verfassungsschutz zu überwachen sei.  Zuvor hatte der Präsident auch diejenigen als rechtsextrem bezeichnet, die sich von Gewalttaten zwar distanzieren, aber extreme Ansichten äußern. 

      Fazit:  Wer nicht so dumm ist, zu allem was die Herrschenden verbreiten, ja und Amen zu sagen, ist rechtsextrem und muß mit staatlichen Mitteln überwacht und bekämpft werden.  D. h. wer meint, daß die muslimische Masseneinwanderung für uns nicht gut sei, oder wahrheitsgemäß sagt, daß der IS  eine Schöpfung des "Westens" ist, ist ein Staatsfeind, unabhängig davon, ob er eine Gewalttat verübt hat oder plant. 

      Man braucht eben nur Arbeitssklaven und keine denkenden Menschen – und wenn ihre diesbezügliche Strategie durchschaut und abgelehnt wird, sind sie sauer und schüchtern uns ein mit Isolierung durch Massenmedien und Verfassungsschutz.

      Da ich überhaupt niemand kenne, der eine rechtsextreme Gewalttat verübt hat, verüben will oder plant, halte ich die ganze Rechtsextremismus-Debattte vom Slomka und Konsorten für frei erfunden, genauso wie Covid-19.  Es soll wieder mit dieser Fata Morgana indirekt etwas erreicht werden, was man direkt nicht sagen darf, noch will.

  2. Die Franzosen haben offensichtlich auch keine Lust mehr zu wählen, weil Ihre Wünsche sowieso ignoriert werden.  Macron wollte alle für die Bürger wichtigen Themen ausklammern:

    "Schon in den ersten Tagen arbeitete der Präsident daran, die Willensbekundungen des Volkes zu kontrollieren. Es ging darum, der Bevölkerung nicht zu gestatten, irgendetwas zu sagen. Die „Einwanderung“, der „freiwillige Schwangerschaftsabbruch“, die „Todesstrafe“ und die „Ehe für alle“ sollten von der Debatte ausgeschlossen werden."

    Vermutlich werden auch bei uns in Zukunft viele Posten der Legislative mit 20 % Wahlbeteiligung vergeben werden; der Frankfurter Oberbürgermeister zuletzt bei ca. 25 %.  Aber was soll's, ist doch egal, der Wille der Bevölkerung wird sowieso nicht respektiert, bei 20 % oder bei 80 % gleichermaßen.

    "Keiner der Bürgermeister, die nur von einem Fünftel oder sogar weniger gewählt wurden, forderte die Annullierung der Abstimmung.

    Kein Regime kann ohne die Unterstützung seines Volkes weitermachen. Wenn sich dieser Wahlurnenstreik während der Präsidentschaftswahl der Republik im Mai 2022 wiederholt, wird das System zusammenbrechen."  Wenn Sie sich da nicht irren, Herr Meyssan, das System bricht wegen einer geringen Wahlbeteiligung schon lange nicht zusammen!

    • In F ist es durchaus denkbar, daß das System zusammenbricht, auch (scheinbar) schlagartig.

      "Les francais ont le gout de la revolution":

      Das war 1789 so gewesen und dann wieder 1830, als Louis Philippe das nach 1815 in Wien restaurierte, aber in sich verfaulte Regime der Bourbonen beseitigte und auf diese Weise einem lang gehegten Drang der frz.Öffentlichkeit Ausdruck verlieh.

      Erneut 1848/1850, als es mit Napoleon III der herrschenden Geldbourgoisie gelang, daß bereits nach 18 Jahren erneut diskreditierte System des "roi bourgois" noch einmal für weitere 20 Jahre in die Zukunft zu retten – und damit die eigene Macht.

      Schließlich in der Zeit der Kommune als unmittelbare Folge des frz.-deutschen Krieges 1870/1871, der allerdings nur der Auslöser und nicht die Ursache der dann jäh mit ungeheurer Gewalt aufbrechenden gesellschaftlichen Verwerfungen gewesen ist.

      Diese hatten sich durch die Herrschaft einer Kaste korrupter laisser-faire Kapitalisten über 40 Jahre hinweg verdichtet, Stichwort "juste milieu" (weshalb eine Restauration dieser Verhältnisse ["etat gendarme"], wie aktuell von vielen Vertretern einer "bürgerlichen Revoltion" gefordert keine Antwort auf das Versagen der gegenwärtigen Parteien- und Plutokratenkleptokratie sein  kann).

      Eigentlich war es auch 1940 nicht anders, als -wie schon 1870/1871- ein Anstoß von außen (also die aus frz.Sicht militärische Katastrophe des Sommers 1940) den jähen Zusammenbruch des im Inneren schwer konfliktbeladenen und zwischen den Lagern unversöhnlich verfeindeten Systems der III.Republik bedingte (es ist mir ein Zitat von General Maxime Weygand erinnerlich, der in Compiegne ggü. der deutschen Waffenstillstandsdelegation seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, daß nun "mit Kommunisten und XXXXX [gemeint eine andere "Gruppe", die im "freiesten Staat der deutschen Geschichte" zwar einerseits unablässig zu preisen, andererseits jedoch als Angehöriger des "Tätervolks" gleich dem Teufel im Mittelalter nicht gewagt werden darf erwähnt zu werden] aufgeräumt werde.")

      Auch in der III.Republik schwelten die Konflikte selbst nach außen deutlich sichtbar seit 1918, tatsächlich aber sehr viel länger.

      Denn auch die III.Republik war in den 69 Jahren ihres Bestehens außerstande, die ererbten und noch um die "nationale Katastrophe" von 1870/1871 zusätzlich verschärften Gegensätze in ihrem Inneren auszugleichen – "Boulangerisme" und Revanchegedanke waren nur der publizistisch aufgeblasene Kitt, der eine von Beginn an schwer angeschlagene Ordnung notdürftig zusammenhielt.

      Niemand wußte das besser als de Gaulle, der nach der "Befreiung" 1944 alles tat, um eine "Aufarbeitung" (=Abrechnung) der Kollaboration um jeden Preis zu verhindern; wußte er doch, daß diese nur erneut die Büchse der Pandora öffnete.

      De Gaulle war dann auch der Katalysator, der die kurzlebige, von Korruption und Inflation geprägte, IV.Republik in einer für frz.Verhältnisse merkwürdig dirigistischen Art und Weise in die V.Republik überführte.

      Nach über 60 Jahren darf festgestellt werden, daß auch die V.Republik ihre republikanischen Versprechungen nicht gehalten hat und deren Eliten weder in der Lage noch überhaupt willens sind, das Ruder noch einmal herumzureißen.

      Insofern ist deren Ende logisch vorhersehbar – dieses wird nicht das Ende der offenbar unauslöschlichen, republikanischen Sehnsüchte sein, weitere Republiken werden in historischer Konsequenz folgen (womöglich verfolgt Macron aus diesem Grunde die  Absicht, die frz.Repulik sogleich durch eine "€U"ropäische zu ersetzen).

      Das F heute eine "multiethnische Gesellschaft" geworden ist -weniger als im postsozialistischen Merkel-Paradies durch ein ideologisch motiviertes und etatistisch durchgezogenes Gesellschaftsexperiment denn durch historische Hypotheken-, wird daran nicht viel ändern: Denn jedenfalls die gesellschaftliche "Querfront" gegen das verhaßte Establishment ist in F jenseits aller Gegensätze bereits deutlich zu erkennen.

      Zu welchen Verwerfungen das blindlings zerstörerische "System Merkel" in Rumpf-Deutschistan führen wird, steht auf einem anderen Blatt.

      Auch in Deutschland hat es scheinbar kurzfristige Zäsuren und Brüche gegeben, vgl.1918/1919 und dann wieder 1933.

      Die Feststellung Meyssans, daß kein System ohne die Unterstützung des Volkes überlebt, ist sicherlich historisch zutreffend.

      Der kafkaese Versuch, diesem durch -frei nach Brecht- die "Schaffung eines neuen Volkes, das der erleuchteten Herrschaft der genialen Führerin" würdig ist, entgegenzusteuern -eine Idee, auf die tatsächlich nur Dreigroschen-Ideologen a la Steinmeier, Trittin&Konsorten verfallen konnten, die der marxistische Abtritt der "Frankfurter Schule" über die akademischen Bedürfnisanstalten direkt in die Hierarchien dieser "B.R.D." ausgespien hat- wird an v.g. Gesetzmäßigkeit gar nichts ändern, sondern nur die Fallhöhe des Chaos immer weiter nach oben verschieben.

       

       

       

       

       

    • Die "Legitimation" kommunaler Wahlbeamte stellt sich im westdeutschen System nicht anders dar als in F.

      Die Zustimmung von 20%-30% der Wahlbrechtigten, z.T. noch darunter, ist eher die usurpatorische Regel denn die traurige Ausnahme.

      Tatsächlich sind "Wahlen" hierzulande weitestgehend keine "Wahlen", sondern do-ut-des Proklamationen über die Köpfe der Wähler hinweg.

      D.h. wird der Kandidat "gewählt", weil er anschließend satt fremdes "Geld" (das der erdrückenden Mehrheit der Nicht- oder „Nicht-so-Wähler", welches diesen kraft des "staatlichen Gewaltmonpols" durch den Kandidaten ohne deren Zustimmung zum Kandidaten abgenommen wird) an seine "Wähler" verteilt.

      Auf diese Weise erhält sich z.B. eine „Partei“ namens "S.P.D." schon seit Jahrzehnten am Leben und in Ämtern (und am Kassenschalter) – mithilfe der Unterstützer aus der wuchernden, mafiös aufgestellten Sozial- und Asylindustrie und deren Kampfgruppen.

      Eine Beutegemeinschaft, aber keine Gemeinschaft freier Staatsbürger.

      Im sog. demokratischen Sinne legitimiert durch gar nix.

      Aber 80% der Bürger, die diese "Politiker" weder sehen noch hören wollen, sehen sich als Folge der Wahlfarce anschließend der räuberischen Willkür dieser korrupten Bonzo- und Lobbykratie ausgesetzt.

       

       

      • Insofern war selbst noch das Wahlsystem der DDR weitaus demokratischer, weil dieses auch dem Einzelwähler Gelegenheit gab, unmittelbar persönliche, materielle Vorteile und Wünsche ggü. "seinem" Kandidaten der NF durchzusetzen.

  3.  Wer nicht wählt, ändert auch nichts? Allerdings, so viel oder wenig wie der, der wählt! Die Wahl zwischen Pest oder Corona, was soll sie schon bewirken? …

     Es wäre ja schön, nur die "Grande Nation" würde zersetzt. Nur, leider ist dem nicht so! Es wird alles, was weiß ist oder diesem entspringt, langsam aber sicher, entsorgt. Man könnte auch sagen, zu Tode gebracht! Unwiderruflich vernichtet und wem anheim gegeben?

     Nun, da scheiden sich die Geister! Für die einen sind es "die Juden", für die anderen "Zionisten", für noch andere einfach nur "das Geld"! Auch wenn hier Zusammenhänge unterstellt werden könnten, was schert es mich als Betroffenen?

     Der Schwabe kehrt vornehmlich vor der eigenen Türe und das eigentlich regelmäßig. Also wöchentlich! Und wenn es pressiert, wird auch noch der Laternenpfahl vor´ m Haus abgestaubt!

     Es ist, daher schwäbisch-logisch nötig, erst mal im eigenen Lande eine dermaßen gründliche Kehrwoche durchzuführen, die eben keinen Anspruch darauf erhebt, wenn es trifft oder treffen könnte!

     "Des isch mir so was von egal! Selber schuld! I´ hann sie net g´fragt, ob sie über mi´ bestimme wellet!" !

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*