Die größten Euro-Lügen

von Peter Ziemann

Das Gold-Kartell hat sich heute kurz nach Eröffnung des New Yorker COMEX-Handels zurückgemeldet. Denn der Goldpreis brach pünktlich um 14:20 Uhr MEZ um zwanzig Dollar ein und wurde in der zweiten Drückungsrunde zum Londoner P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ auf $1.708,00 (€1.325,78) gedrückt. Das war dann aber wohl der Tagestiefstand.

Das liegt wohl daran, dass die Inflation beispielsweise im Euro-Raum im Rückwärtsgang ist. Jedenfalls wollen uns das die veröffentlichten Statistiken sagen.

Die Wahrheit: 13,8 Prozent Strompreiserhöhung und private Krankenversicherung (Frau) plus 45,8 Prozent. Kein Wunder, dass unter diesen günstigen Rahmenbedingungen Gold sinken muss.

Der Euro – Dieses Geld wird eine große Zukunft haben, prophezeite unser Kanzler der Einheit im Jahr 2001 der Euro-Einführung. Stimmt, Herr Kohl. Denn der Euro hat es geschafft, aus dem bisherigen Friedensgebilde Europa nationale Tollhäuser zu machen und gegenseitige Ressentiments wiederzubeleben.

Die zehn größten Euro-Lügen, titelte die Wirtschaftswoche ihren heutigen Bericht über die Gemeinschafts-Währung. Eine dieser zehn Lügen habe ich gerade zitiert.

Noch so eine Euro-Lüge kommt aus dem Mund des griechischen Ex-Regierungschefs Giorgios Papandreou. Wir werden jeden Cent zurückzahlen. Deutschland bekommt sein Geld zurück – und zwar mit hohen Zinsen. Da stecken schon mehrere Lügen in einer Aussage. Denn der erste Schuldenschnitt war kurz nach Papandreous Statement im Jahr 2011. Da hat es allerdings nur die privaten Gläubiger getroffen. War also nichts mit dem Zurückzahlen jedes Cents. Und da private Investoren in griechischen Staatsanleihen inzwischen kaum mehr vertreten sind, wird der nächste Schuldenschnitt die Staaten und EZB selbst treffen. Am Ende fragt man sich wie viel Cent von jedem geliehenen Euro übrigbleiben werden, die überhaupt zurückgezahlt werden.

Die Mär von den hohen Zinsen, mit denen unser Bundesfinanz-Minister angeblich einen Gewinn machen würde, ist seit kurzem auch der bitteren Realität gewichen. Denn damit die Regierungschefs den zweiten Schuldenschnitt noch bis zur Bundestagswahl im nächsten Jahr verschleppen können, wurden die ehemaligen Zinsvorteile nun wieder Griechenland gutgeschrieben.

Wenn es nicht so traurig wäre, dann könnte man über soviel Falsch-Prognosen, bei denen in der Realität genau das Gegenteil eingetreten ist, herzhaft lachen. Beispiel Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker: Ich bin fest davon überzeugt, dass Griechenland diese Hilfe nie wird in Anspruch nehmen müssen, weil das griechische Konsolidierungsprogramm in höchstem Maße glaubwürdig ist.

Nix wurde in Griechenland konsolidiert. Es wird dort weiter gelogen und betrogen. Und das einzige, was sich dort konsolidiert, ist der fortgesetzte Untergang der Real-Wirtschaft.

Einen haben wir noch, dann soll es für den heutigen Tag genug sein. Unser böser Rollstuhlfahrer ist nämlich auch so eine Fehlzüchtung aus dreistem Lügner und überzeugtem Propagandisten. Schäuble erklärte im Jahr 2010: Die Rettungsschirme laufen aus. Das haben wir klar vereinbart.

Damit kann er nur gemeint haben, dass ein zu kleiner Rettungsschirm durch den nächst größeren abgelöst wird. Derzeit laufen aber die Griechenland-Rettung (der erste Rettungsschirm), der EFSF (der zweite Rettungsschirm) und der gerade startende ESM noch alle parallel weiter. Ist auch besser für die Verschleierung der wirklichen Lasten. Denn die Bürger rechnen ja nicht nach – wenn sie überhaupt noch ein Gefühl für mehrere hunderte von Milliarden Euro haben. Oder sich denken, ab einer bestimmten Summe ist sowieso alles egal.

Dabei sind in diesen Summen noch gar nicht die Target2-Salden enthalten, die sich für Deutschland langsam der Marke von 1.000 Milliarden Euro nähern. Dieses Geld ist nämlich genauso weg, wie die Zahlungen via Rettungsschirme. Target2 als nicht relevante Größe von Seiten der Politik und der Zentralbanker zu bezeichnen, ist genauso gelogen, wie den eine Millionen Euro betragenden Dispokredit an ein Unternehmen im Bankrott als Guthaben auszuweisen.

Man sieht, beim Thema Euro kann noch viel mehr gelogen werden.

Quelle: bullionaer

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Das ist aber noch nicht alles:

„Es liegt überhaupt kein Grund vor, von einer Krise des Euro zu reden.“ (Helmut Schmidt)

„Ihr könnt darauf vertrauen, dass der Euro eine stabile Währung sein wird. Das funktioniert.“ (Wolfgang Schäuble)

„Es gibt keine Zentralbank der Welt, die von der Politik so unabhängig ist wie die Europäische Zentralbank.“ (Wim Duisenberg)

„Der Euro ist eine außerordentlich stabile Währung, stabiler als zum Beispiel die Mark während der meisten Zeit ihrer 50-jährigen Existenz.“ (Ottmar Issing)

„Der Euro beruht auf derselben Art von Stabilität wie die Mark. Dafür haben wir mit dem Stabilitätspakt gesorgt.“ (Romano Prodi)

„Der Euro ist ein riesiger Erfolg. Wenn wir ihn nicht hätten, stünden wir um vieles schlechter da.“ (Theo Waigel)

Ich muss jetzt aufhören. Mir wird schon ganz schlecht von all diesen Lügen. Und solche Lügner wurden für ihre Lügen auch noch von uns bezahlt!

 

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