Die 2,3 Millionen-Spende von Bill Gates an den Spiegel zahlt sich mal wieder richtig aus

Werbung für Pfizer im Spiegel

Bill Gates hat dem Spiegel 2,3 Millionen Euro gespendet und im Gegenzug hat der Spiegel eine eigene Rubrik eingerichtet, in der der Spiegel die von Bill Gates gewollten Themen propagiert. Das zeigte sich nun wieder an einem Artikel über die Corona-Lage in Chile.

von Thomas Röper (anti-spiegel)

Es ist keine Verschwörungstheorie, man kann es auf der Seite der Bill & Melinda Gates Foundation nachlesen: 2018 hat Spiegel-Online eine Spende in Höhe von 2,537,294 Dollar, das waren etwa 2,3 Millionen Euro, bekommen. Auch der Spiegel hat das mal erwähnt, aber um das zu finden, muss man schon ein wenig suchen.

Beim Spiegel gibt es die Rubrik „Globale Gesellschaft“, die durch die Spende von Bill Gates erst geschaffen wurde. Wenn man die Rubrik anklickt, erscheint über der Artikel-Liste folgender Text:

„Für unser Projekt Globale Gesellschaft berichten ReporterInnen aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa über Menschen, soziale Brennpunkte und gesellschaftliche Entwicklungen. In Reportagen, Analysen, Fotos, Videos und Podcasts erzählen wir von Ungerechtigkeiten vor dem Hintergrund der Globalisierung – aber auch von vielversprechenden Ansätzen. Das Projekt wird von der Bill & Melinda Gates Foundation unterstützt, die redaktionellen Inhalte entstehen ohne Einfluss der Stiftung“

Das kann glauben, wer will.

Warum der Spiegel mRNA-Impfstoffe toll findet

Westliche Länder bestellen fast nur noch den mRNA-Impfstoff von BionTech/Pfizer, allein die EU hat Anfang Mai 1,8 Milliarden Impfdosen von dem Impfstoff nachbestellt (die EU hat aber nur 450 Millionen Einwohner). Allein die Nachbestellung hat einen Bestellwert von ca. 36 Milliarden Dollar. An der Pandemie verdienen also in erster Linie BionTech und Pfizer, beziehungsweise deren Aktionäre.

Einer der Großaktionäre bei beiden Firmen ist die Bill und Melinda Gates Foundation, wie man auf deren Seite nachlesen kann. Die Liste der Investments der Foundation ist interessant, Bill Gates verdient darüber hinaus zum Beispiel über seine Beteiligung an Abbott an den Corona-Schnelltests oder über seine Beteiligung an BioE an Technologien zur Reduzierung der Kosten der Impfstoffproduktion mit. Bill Gates verdient an einfach allen Aspekten der Pandemie Milliarden.

Da muss es eine Verschwörungstheorie sein, dass Bill Gates als größter Finanzier der WHO Einfluss darauf hatte, wie die WHO die Definition einer Pandemie verändert hat, bevor die WHO die aktuelle Pandemie ausgerufen hat. Und es muss eine Verschwörungstheorie sein, dass westliche Medien, die seit Beginn der von der WHO ausgerufenen Pandemie das Corona-Narrativ verbreiten, von Bill Gates mit Millionenbeträgen finanziert werden, damit sie das schreiben, woran Bill Gates kräftig verdient.





Die Lage in Chile

Der Spiegel hat unter der Überschrift „Infektionen trotz Impfungen in Chile – »Wir sind wirklich ein Negativbeispiel, so wie Chile soll man es nicht machen«“ berichtet, dass die Corona-Lage in Chile ganz schlimm ist. Man beachte dabei die Formulierungen: „Wir sind ein Negativbeispiel“ suggeriert dem Leser, das sage eine Frau, die in Chile lebt. Ob das stimmt, schauen wir uns am Ende dieses Artikels an, wenn wir uns anschauen, wer denn die „Gesundheitsexpertin“, die der Spiegel hier interviewt hat, eigentlich ist.

In Chile steigen die Zahlen der Corona-Infizierten stark an, obwohl in Chile schon 60 Prozent der Menschen geimpft sind. Der Grund ist, so erfahren wir im Spiegel, dass in Chile hauptsächlich der chinesische Impfstoff Sinovac verimpft wird. Der wirkt angeblich schlecht und zusammen mit einer weitgehenden Aufhebung der Corona-Einschränkungen hat das – so das Narrativ in dem Spiegel-Artikel – zu den stark steigenden Infektionszahlen geführt.

Der Spiegel-Artikel ist ein Interview mit einer „chilenischen Gesundheitsexpertin“, die unter anderem sagt:

„Die Lage ist katastrophal. Die Viruszirkulation da draußen ist extrem hoch. Die Intensivstationen der Krankenhäuser sind komplett überlastet. Das Gesundheitssystem ist kollabiert, kann man sagen. Menschen werden jetzt auch in ambulanten Einrichtungen aufgenommen oder zu Hause behandelt.“

Das hausgemachte Problem

Was der Spiegel verschweigt ist, dass das chilenische Gesundheitssystem vollkommen kaputt gespart ist. Chile ist seit Pinochet das neoliberalste Land der Welt, in dem man – quasi im Laborversuch – beobachten kann, wozu es führt, wenn wirklich alles privatisiert und auf Gewinnerzielung ausgerichtet wird. Die soziale Lage in Chile war schon vor Corona explosiv, wie ich 2019 berichtet habe. Damals habe ich auch auf die katastrophale Situation im chilenischen Gesundheitssystem hingewiesen.

Dass ein Gesundheitssystem, dass schon ohne Corona nicht klar gekommen ist, bei jeder Grippewelle überlastet ist und bei Corona erst recht kollabiert, kann niemanden verwundern. Nur erfährt der Spiegel-Leser in diesem Interview nichts davon.

Der Impfstoff aus China

Das ganze Interview vermittelt dem Leser den Eindruck, in Chile sei das Gesundheitssystem überlastet (was durchaus sein kann) und schuld an dem ganzen Desaster sei der chinesische Impfstoff. So sagt die Gesundheitsexpertin unter anderem:

„Wir wissen seit Langem, dass der hierzulande verwendete Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac zwar vor schweren Verläufen einer Covid-Erkrankung gut schützt, aber weniger gut vor einer Infektion mit dem Virus. Das heißt, das Virus kann auch weitergegeben werden. Experten sprechen von einer »leaky vaccine« einer »undichten Impfung«.“

mRNA-Impfstoffe als einzige Rettung

Nachdem Spiegel-Leser in dem Interview lang und breit erfahren haben, wie gefährlich Corona ist und dass chinesische Impfstoffe nichts taugen, kommen folgende Frage und folgende Antwort:

„SPIEGEL: Was heißt das für die globale Pandemiebekämpfung?
Martínez: Zunächst einmal muss die Welt sich eingestehen: Impfung ist nicht gleich Impfung. Auch da gibt es Klassen. Die Vektor-Impfstoffe und die mRNA-Technologie verhindern Infektionen besser, das macht einen großen Unterschied. Letztere sind zudem besonders leicht an neue Varianten anzupassen. Die ganze Welt benötigt daher die mRNA-Technologie. Sie sollte für alle verfügbar gemacht werden. Dafür gehört für mich auch das Aussetzen der Patente. Alle Hürden für die Produktion müssten abgebaut werden. Davon profitiert die Welt, denn Pandemiebekämpfung funktioniert global. Wir haben weltweit zu wenig Impfstoff – und die Lage ist noch weitaus schwieriger, als die Zahlen vermuten lassen, wenn man das Problem mit der »undichten Impfung« bedenkt.“

Wenn die Gesundheitsexpertin das sagt, wird es schon stimmen, denkt sich der Spiegel-Leser.

Wer ist die „Gesundheitsexpertin“?

Der Spiegel schreibt über die von ihm interviewte „Gesundheitsexpertin“:

„Soledad Martínez, geboren 1974, ist Public-Health-Expertin und lehrt an der Universität von Chile. Sie hat an der University of California in Berkeley zum Thema Gesundheitspolitik promoviert und die chilenische Regierung bei der Digitalisierung des öffentlichen Gesundheitssystems beraten. Während der Coronapandemie organisierte sie Fortbildungen zum Thema digitale Kontaktverfolgung.“

Tja, schön wär´s, aber der Spiegel nimmt es hier – höflich ausgedrückt – mit der Wahrheit nicht allzu genau. Martínez hat tatsächlich in Berkeley studiert und promoviert, aber als Wirtschaftswissenschaftlerin. Sie ist keine „Gesundheitsexpertin“, sondern Finanzexpertin und Direktorin beim IWF. Vorher war sie bei der Weltbank. In ihrem Lebenslauf, den man auf der Seite des IWF einsehen kann, kommt das Wort „Chile“ in ihrer beruflichen Laufbahn nicht einmal vor.

Und sie lehrt – laut dem von ihrem Arbeitgeber IWF veröffentlichten Lebenslauf – auch nicht. Die Liste ihrer „sonstigen Anstellungen, Ehrungen und Auszeichnungen“ endet 2019 mit ihrer Mitarbeit an den Basel-III-Richtlinien zur Bankenregulierung. Nix mit „Universität von Chile„…

Dafür findet man in ihrem IWF-Lebenslauf eine beachtliche Karriere als Finanzexpertin. Und dass sie in Wahrheit im Hauptberuf nicht etwa in Chile arbeitet, sondern in Washington als „Assistant Director, Research Department“ beim IWF, das muss der Spiegel-Leser ja auch nicht wissen.

Der Spiegel bezeichnet sie in der Einleitung seines Artikels aber als „Gesundheitsexpertin“:

„Junge Menschen infizieren sich und sterben: Trotz hoher Impfquoten erlebt Chile ein Coronadesaster. Die Gesundheitsexpertin Soledad Martínez beschreibt das Paradox – und was es für andere Länder bedeutet.“

Wenn man nun noch weiß, dass der IWF eng mit der Bill and Melinda Gates Foundation zusammenarbeitet und sich so interessiert an harten Lockdown-Maßnahmen gezeigt hat, dass er 2020 Staaten weltweit Geld geboten hat, wenn sie nur endlich einen Lockdown verkünden, dann wird einiges klarer.





„Globale Gesellschaft“

Der Kreis schließt sich, wenn man nun noch weiß, dass dieser Werbeartikel für mRNA-Impfstoffe in der von Bill Gates finanzierten Spiegel-Rubrik „Globale Gesellschaft“ erschienen ist. Der Spiegel-Leser soll ein weiteres Mal – dieses Mal von einer „Gesundheitsexpertin“ und am Beispiel Chile – erfahren, dass nur mRNA-Impfstoffe die Welt retten können. Dieses Wissen ist in Deutschland besonders wichtig, weil es in Deutschland praktisch nur noch den mRNA-Impfstoff von BionTech/Pfizer gibt.

Der Spiegel-Artikel sagt also dem Unterbewusstsein des Spiegel-Lesers: Nur BionTech/Pfizer kann mich und die ganze Welt retten!

Dass Bill Gates daran gerade Dutzende Milliarden verdient, muss – ich sagte es schon – reiner Zufall sein und wer was anderes behauptet, ist ein Verschwörungstheoretiker.


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