Deutsch, Blond, Kampfanzug, voller Name: Fragen zum Herne-Mord

von Wolfgang Eggert

Die Systemmedien hatten nach einer Stunde ihren Verdächtigen. Ich habe etwas länger gebraucht: 3 Stunden. Um, anders als die Kollegen, mehr Fragen als Antworten zu finden. Darunter am Ende diese: kann es sein, daß mit dem angeblichen „Herne-Mordfall“ („kleiner Junge entführt, Ermordung im Darknet präsentiert“) ein typischer biodeutscher oder gar „rechter“ Verbrecher aus dem Hut gezogen werden soll? Das käme nämlich zum gegewärtigen Zeitpunkt sowohl Erdogan als auch Merkel zugute.

Ist es so, dann werden wir die Antwort wohl nie erfahren. Ein Dementi des Gejagten wird bereits jetzt in Frage gestellt: Die FAZ schreibt, der Verdächtige sei selbstmordgefährdet. Was wiederum „nützlich“ sein könnte. Von der Tatsche, dass Selbstmordgefährdete in erster Linie mit sich selbst zu tun haben und keine anderen Menschen umbringen, wollen wir hier einmal absehen.

Die Tatsache, daß sie sich selbst unsichtbar machen können, erscheint mir dennoch eine kurze Vertiefung wert.

So meldet der Focus: Wenn man mit Anwohnern der Siedlung spricht fällt auf, dass Marcel H. dort kaum bekannt ist. Eine Frau sagt, sie kenne eigentlich jeden in der Nachbarschaft. Nur diesen jungen Mann, dessen Foto sie infolge der Fahndung gesehen hat, habe sie noch nie gesehen.

Andere Anwohner sagten FOCUS Online, dass Heße … durch seinen Tarnanzug aufgefallen sei. Diesen habe er oft getragen.

Natürlich ist das ein direkter Widerspruch: Den meisten Anwohnern ist der Verdächtige unbekannt. Eine Minderheit – wer auch immer das ist – sagt implizt, er sei dort rumgestiefelt wie auf einem Reichsparteitag. Was dann wiederum der Mehrheit aufgefallen sein muss, bzw. sein müsste -wenn es stimmen würde.

Wer mehr Fragen sucht, die ihm die Merkelpresse sonst unter Garantie nicht anbietet, bitteschön, hier ist ein ganzer Katalog:

Wann, wo, wie und aus welchem Umfeld/Familienhintergrund wurde der „9-jährige“ entführt? Wurde die Entführung noch vor dem Mord berichtet und wenn nein warum nicht? Wie bekam der „Täter“ sein entführtes Opfer in sein Haus ohne dabei gesehen zu werden? Wie konnte die Polizei einen Großeinsatz zur Findung der Leiche gerade am Tatort starten, wenn selbst die meisten Nachbarn den „Täter“ nicht kannten und nicht wussten, wo er wohnte? Was schrieb der angebliche Täter auf 4chan und was zeigt das angebliche Darknetvideo; existiert es wirklich oder wird das nur behauptet? Warum nennen die Behörden den vollen Vor- und Zunamen des Verdächtigen, während das sonst als racial/national profiling verpöhnt ist und unterbleibt? Wer ist der „Bekannte“, der den „Mörder“ online so sicher entlarvte, daß die Polizei ohne Haussuchungsbefehl einen formidablen US-Cop-Einsatz hinlegte? Bitte auch hier den vollen Namen des heldenhaften Aufklärers! Gibt es Bilder von dem „9jährigen Jungen“? Kennt man ihn am „Wohnort“ ähnlich schlecht wie den Täter?

Last but not least: Flüchtende fliehen um nicht ergriffen zu werden, sie wollen unerkannt bleiben. Was macht es da für einen Sinn im hochauffälligen Tarnanzug das weite zu suchen? Und: Wieso zeigt so jemand online auch noch sein Gesicht? Das gleiche Phänomen hatten wir auf dem Berliner Weihnachtsmarkt: Da ruft jemand angeblich Freunde an, denen er seine Tat ankündigt, lässt zur Bestätigung das Handy und noch dazu den Pass zurück und… büxt aus, flieht, um mit zwangsläufiger Notwendigkeit irgendwo im dunklen Abseits gefunden, gestellt und erledigt zu werden. Exhibitionistische Mörder und ihre Fans in den Redaktionstuben mögen mir bitte erklären: Was soll diese Rennerei? Wenn er schon zur Tat stand und mit allem abgeschlossen hatte , warum fabrizirte der Busamokfahrer seinen PrivatShowdown nicht gleich vor Ort per Sprengstoffweste, und der Darknetschlitzer zu Hause, hollywoodesk aufgezeichnet per Homedashcam, wenn die Staatsgewalt anrückt? Das spart doch die ganze Hetze und generiert zudem gleich zweimal Klicks!

Vielleicht sind Polizei und Mainstreammedien bereit darauf Antworten zu geben, anstatt wie sonst üblich zu vernebeln oder Schnellschüsse zu setzen. Danke!

—–

Nachtrag:

nun bekommen wir einen „passenden“ entführungs- und auffindeablauf geliefert, und zwar durch die – ungezeigten – „eltern des 9jährigen opfers“.  selbst der focus scheint dem braten nicht ganz zu trauen, der artikel dort ist voll mit „soll“, „angeblich“, „hätte“ etc.

dem storybord zufolge war die entführung ein völlig offen betriebenes abholen, dem dann direkt der mord nachfolgte, die hausduchsuchung erfolgte daraufhin durch den stiefvater des jungen, der wohl eine scheibe einschlug, um in die wohnung des verdächtigen zu gelangen – das erklärt im genannten fragenkatalog punkte weg, wirft aber gleichzeit fast noch mehr auf.

1. den jungen persönlich im haus seiner eltern abzuholen ist, bei tötungsabsicht,  die dümmste form einer „entführung“, da sie den täter identifizierte. 2. die begründung des abholens, der 9jährige werde „zum helfen“ gebraucht ist unglaubwürdig, die wahrscheinlichkeit dass die eltern hier dazwischen gehen würden war hoch. 3. dass das nicht passierte lag daran, daß beide elternteile zu diesem zeitpunkt nicht im haus waren, was der täter aber kaum wissen konnte. 4. als der 9jährige nicht zurückkam sollen die eltern bei der mutter des verdächtigen angerufen haben, die dann gesagt habe, es sei „sicher irgendetwas schlimmes passiert“. dass die mutter von einer katastrophe ausgeht ist überraschend. 5. in diesem fall erwartet man, daß die eltern des junen die polizei verständigen. sie taten das aber augenscheinlich nicht sondern brachen ins haus des verdächtigen ein. 6. der stiefvater des abgängigen soll das kind dann im keller gefunden haben. es erscheint ausgeschlossen, daß die tat dort verübt wurde, da in einem von mehr als einer partei genutzten großraum die störbarkeit zu groß ist. d.h. dass der täter den jungen nach der tat im keller „versteckt“ haben dürfte, was aber keinen sinn ergibt, weil die entführung völlig offen vollzogen wurde und damit klar war, wer der täter war. auch ein verbringen einer leiche mit 40(!) messerstichen durch den hausflur macht keinen sinn, da so blut auf den boden ausströmt und der verdächtige gesehen/festgehalten werden kann – was er nicht wollte, denn sonst wär er offiziellen angaben zufolge nicht geflohen. wenn er aber geflohen ist, dann fragt sich 7. warum er die spuren zu seiner tat so offensiv verteilte, daß sie eine erfolgreiche flucht verunmöglichen mussten. und schließlich 8.: wenn der täter  den junge so gut kannte, daß er ihn zu hause ums mitkommen bitten konnte und er der bitte folgte, dann fragt sich, warum der schlitzer sein opfer nicht auf dem schulweg oder beim spielen abpasste, um mit ihm in irgendein abbruchhaus zu gehen – da wäre kein verdacht auf ihn gefallen.

das sind die neuen fragen und unlogiken, die als erstes auffallen, wahrscheinlich gibt es noch jede menge mehr. was den grund dafür liefern dürfte, daß der focus die stellungnahme der eltern so distanziert verarbeitet.

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