Der unsinnige Streit ums Paradies

Beinahe 2 Millionen suchten seit 2015 das Paradies in Deutschland. Mehr als 40 Millionen Deutsche halten dieses Paradies für verloren. Demnach fürchten 50% der Deutschen, daß die Regierung die Folgen der Flüchtlingskrise nicht im Griff haben könnte, 73% sogar fürchten sich vor terroristischen Angriffen. (Quelle)

Die Erwartungen und Befürchtungen werden nicht besser. Im Gegenteil: Mit der nächsten Flüchtlingswelle – im Frühsommer wird damit gerechnet – werden weitere Hunderttausende das vermeintliche Paradies überrennen, und noch mehr Deutsche werden das Paradies für verloren halten.

Sie ahnen nicht, daß dieses Paradies aus vielen Gründen lange schon verloren ist. Das deutsche Wunder wird sich als schäbige Fata-Morgana entpuppen. Die Flüchtlings-Krise hat die eigentliche Krise nur verdeckt. Über Europa schwebt das Damoklesschwert der Währungskrise. Die Banken seiner Südstaaten sind rettungslos verschuldet, die Staaten haben im Schnitt eine Verschuldung von mehr als 170%, können also in keinem Fall irgend eine Bank retten, die Deutschen werden mit ihren Ersparnissen einspringen müssen. Billionen stehen im Risiko.

Die Wirtschaft der südlichen Euro-Länder lebt zum großen Teil auf Pump und läßt ihre Importe bei der Bundesbank anschreiben. In der Kreide stehen schon 914 Milliarden Euro, mit denen die Bundesbank entsprechend der Target2-Regel die deutschen Exporteure bezahlt. Exakt diese vorgestreckten 914 Milliarden sind das Geheimnis des deutschen Exportwunders. Der Handelsüberschuss ist nicht mehr als ein via Target2 finanzierter Kredit, der wohl niemals zurück gezahlt werden wird.

Ein weiterer Zerstörer des deutschen Paradieses könnte die Deutsche Bank werden. Die tickende Zeitbombe liegt im Derivate-Geschäft, mit dem die Bank rund 50 Billionen Risiken im Feuer hat und das bei einer Bilanzsumme von mageren 1,7 Billionen Euro.

Dagegen wirken die rund 30 Milliarden Euro zusätzlicher jährlicher Lasten im Bundeshaushalt durch die Flüchtlingskrise geradezu mickrig.

Fazit: Das Paradies steht auf einem Pulverfass. Sobald der Deckel hochfliegt, werden sich Millionen Flüchtlinge und eine weit größere Zahl Deutscher in der Hölle wiederfinden.

Ich lese gerade das Buch von Volker Weidermann: TRÄUMER. Der Autor schreibt über die Münchner Räterepublik von von 1918 bis 1919. Mit jeder der in diesem Jahr ständiger permanenter Umstürze nahm der Bürgerkrieg an Häßlichkeit zu. Die letzte der vier Regierungen hat irrsinnigerweise an alle Münchner Waffen verteilt. Die grenzenlose mörderische Willkür hielt wochenlang an. Es war ein Krieg unter Münchnern, kein Krieg mit Flüchtlingen aus vieler Herren Länder.

Unbedingt lesenswert: Das Ende der Demokratie (Bernd Hamm)

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