
Von Peter Haisenko (anderwelt)
Vor etwa fünf Jahren habe ich die ersten Videos gesehen, die zeigten, wie in China mit Drohnen lebendige farbige Bilder in den Himmel gemalt worden sind. So schön es anzusehen war, hat es mir einen gewaltigen Schrecken zugefügt. Was würde sein, wenn diese Technologie als Waffe benutzt wird?
Drohnen als Waffen sind nichts neues. Die deutsche V1 und V2 dürfen als erste Drohnen mit mittlerer Reichweite bezeichnet werden, wenn nicht als die ersten überhaupt. Während die V1 eher leicht abgefangen, abgeschossen werden konnte, gab es gegen die V2 keine Abwehrmöglichkeit. Sie kam schneller als der Schall. Allerdings fanden die Briten eine Möglichkeit, die erstaunliche Zielgenauigkeit zu stören. Sie meldeten falsche Trefferorte, obwohl die Treffer akkurat waren. So nahmen die Deutschen Zielkorrekturen vor, die dann diese V2 auf Orte außerhalb Londons niedergehen ließen. Das ist vergleichbar mit der Störung des GPS-Signals, mit dem heute Drohnen in die Irre geschickt werden. Im Prinzip hat sich also wenig geändert.
Marschflugkörper wie die amerikanische „Tomahawk“ sind auch Drohnen ebenso, wie die „Reaper MQ9“, die sowohl der Aufklärung als auch der Vernichtung dient. Allerdings sind diese Drohnen ziemlich große und teure Objekte. Erst mit dem Ukraine-Krieg werden massenhaft kleine Drohnen eingesetzt und die sind nicht nur billig, sondern auch furchtbar effektiv. Die Panzerwaffe als solche kann jetzt als ineffizient, überflüssig bezeichnet werden. Eine billige Drohne zerstört einen millionenschweren Panzer und das ziemlich zuverlässig. Wer hätte gedacht, dass jetzt Panzer mit einem Maschendraht-Dach geschützt werden sollen. Wer folglich immer noch Panzer für zig Milliarden für seine Armee einkauft, hat den Zug der Zeit, den Stand der Technik nicht verstanden. Wer ein Video gesehen hat, wie eine Drohne durch die geöffnete Tür eines Schützenpanzers fliegt und explodiert, weiß, dass diese Ära beendet ist.
Glasfasersteuerungen können nicht gestört werden
Die jüngste Generation von Angriffsdrohnen sind die glasfasergesteuerten. Die können nicht durch elektronische Gegenmaßnahmen gestört werden. Das sind echte Wunderwerke, die eine Spule mit Glasfasern mitführen und während des Fluges abwickeln. Diese Glasfaser kann bis zu 30 Km lang sein. Diese Drohnen liefern dem Operator Bilder in Echtzeit und HD. Nebeneffekt: Vögel bauen schon Nester mit den liegengebliebenen Glasfasern. Im Prinzip kann jede Rakete als Drohne bezeichnet werden. Also jedes Flugobjekt, dass unbemannt sein Ziel finden kann. Letztlich auch die Interkontinentalraketen. Man kann erkennen, dass Kriege der Zukunft mit Drohnen aller Art geführt werden. Die können von Menschen gesteuert werden, oder auch von Komputern direkt und hier wird das große Problem sichtbar.
Die Angriffsdrohnen sind Wegwerfartikel. Sie werden bei jedem Einsatz selbst vernichtet. Vergleichbar mit einer Patrone oder Granate. Sie müssen folglich in großer Stückzahl gebaut werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt es keine Drohne, in der nicht Bauteile aus China verarbeitet sind. Von den kleinen Elektromotoren, Propellern bis zur Elektronik. Speziell die extrem leistungsstarken Magnete der Motoren brauchen seltene Erden und da hat China ein Fast-Monopol. Das heißt, wer Drohnen haben will, ist auf Lieferungen aus China angewiesen. Auch bei der Steuerung ist China mit Abstand führend. Sie können tausende Drohnen zu einem Bild in der Luft tanzen lassen, ohne miteinander zu kollidieren. Ja, in kleinem Maßstab habe ich das auch hier schon gesehen. Aber nur in ganz kleinem Maßstab und auch das gäbe es nicht ohne Lieferungen aus China. China hingegen kann diese Drohnen massenhaft herstellen ohne Lieferungen aus dem Ausland.
1,5 Milliarden Chinesen
Zu all dem darf man die Bevölkerungszahl nicht außer Acht lassen. Mit etwa 1,5 Milliarden hat China fast die doppelte Anzahl an Einwohnern als die gesamte NATO zusammen. Technologisch ist China mit dem Westen mittlerweile etwa gleichauf. In der Robotik ist China vorne dran. In der Drohnentechnik ebenfalls. Die chinesische Massenproduktion übertrifft die USA schon längst. Um nur ein kleines Beispiel zu nennen, liegt die weltweite Autoproduktion still, wenn China solche „Kleinigkeiten“ wie elektrische Fensterheber nicht mehr liefern sollte. In diesem Umfeld erdreisten sich die USA China zu bedrohen. Die US-Waffen- und Flugzeugproduktion steht ohne Lieferungen aus China still. Oben drauf die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen. Denken Sie dazu dran, dass die EU in diesem Jahr so viel Flüssiggas aus Russland bezogen hat, wie noch nie. Wie psychopathisch muss man sein, überhaupt an einen Krieg oder Konflikt mit China zu denken?
Seit 1945 geht es in Kriegshandlungen nicht mehr darum, Länder zu erobern, zu besetzen. Und nein, auch in der Ukraine ist das nicht der Fall. Nach Völkerrecht gehören die vier neuen Republiken schon seit 2022 zur Russischen Föderation. Die Krim seit 2014. Es geht nur darum, anderen wirtschaftliche Schäden zuzufügen. Bei Englands Kriegen gegen Deutschland war es dasselbe. England hat sich nicht Teile Deutschlands einverleibt, sondern diese nur an andere verteilt, um Deutschland als Wettbewerber zu minimieren. Die USA wagen nicht, den Iran mit Bodentruppen anzugreifen. Wie Trump letztlich gesagt hat, ist die wirtschaftliche Zerstörung des Landes das Ziel. So, wie in Libyen, Syrien und Irak. Ebenso, wie alle völkerrechtswidrigen Sanktionen der USA gegen ihre „Feinde“. Auch die deutschen Führer wollen Russland wirtschaftlich ruinieren. Worum geht es also wirklich? Ist es falsch zu sagen, es geht um Geld und Geld ist Macht?
Panzer sind nur noch Altmetall
Nun stelle man sich vor, es könnte den USA tatsächlich gelingen, China mit einer Landungsoperation anzugreifen. Das würde etwas anders verlaufen als 1944 in der Normandie. Millionen Drohnen würden sich koordiniert auf die anlandenden Soldaten stürzen und das war´s dann, bevor auch nur ein gepanzertes Fahrzeug chinesisches Land erreichen kann. Wir können erkennen, dass die Zeit klassischer Kriegsführung beendet ist. Wer heute noch Panzer anschafft, lebt im letzten Jahrhundert. Ähnliches gilt für millionenteure Kampfflugzeuge. Warum fliegen ukrainische Kampfflugzeuge nicht einmal in die Nähe der Front? Weil sie von den russischen Abfangsystemen einfach abgeschossen würden, ohne Ausnahme. Zum Beispiel mit dem S-400 System. Der Iran hat das – noch – nicht, kann sich aber trotzdem erfolgreich gegen die Angriffe der USA und Israels wehren. Also, was sollen die vielen Milliarden, die dafür ausgegeben werden? Diese Waffen sind nur noch Ego-Booster für Psychopathen.
Wie der Angriffskrieg der USA gegen den Iran gezeigt hat, können Kriege gegen halbwegs fähige Länder nicht gewonnen werden, ohne den Einsatz von Atombomben. Man denke nur an das US-Debakel in Afghanistan. Die Drohnentechnik hat „klassische“ Kriege ad absurdum geführt und China hat da die Hand drauf. So wäre das einzig Vernünftige, alle diese teuren aber nutzlosen Waffen abzurüsten und als Altmetall zu verkaufen. Der Stand der Technik lässt für jeden denkenden Menschen nur noch die Diplomatie übrig. Oder besser, man lässt andere Länder einfach in Ruhe. Was hier im Namen der Demokratie veranstaltet wird, ist nur mit den mittelalterlichen Kreuzzügen zu vergleichen und die sind letztlich auch gescheitert. So sehe ich für die Zukunft des Westens nur eine Lösung. Identifiziert die Psychopathen, die das große Wort und die Propaganda führen, stellt sie vor Gericht und sperrt sei ein, für immer. Die bringen uns in Gefahr und kosten uns unseren Wohlstand.
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Russische Kanpfflugzeuge fliegen auch nicht in Frontnähe, nebenbei bemerkt.
I.ü. Ist nicht klar, wie Drohnen fremdes Territorium sollen besetzen können – diese sind zwar effektiv in der Abwehr oder auch im Angriff (wobei beides kumuliert); doch können Drohnen kein Gebiet dauerhaft sichern. Dafür wird es weiter Bodentruppen (ggf. In einer nicht allzu fernen Zukunft Kampfroboter) bedürfen, aber ein einzelner Soldat oder Kampfroboter ist zumal gegenüber sog.Massendrohnen noch verwundbarer und v.a. langsamer und weitaus schwächer bewaffnet -auch mit Blick auf die Drohnenabwehr-als ein Dutzende Tonnen schwerer (Kampf-)Panzer oder denkbarerweise vollautomatisiert kämpfender KI-Panzer. Ich denke daher nicht, dass die Drohne die Nemesis des (Kanpf-)Panzers bedeutet, so wie einst bei Azincourt der Langbogen-später die Arkebuse oder Muskete als Schwarzpulver-Langlaufwaffe- das Ende der Panzerritter einläutete.
Das schnell feuernde MG besiegelte auch nicht das Schicksal der Infanterie, obschon es unter dieser verheerende Verluste zu verursachen in der Lage ist.
Zudem ist in diesem Beitrag die Definition der Drohne verfehlt: Drohnen sind intelligente, steuerbare oder autonom operierende Waffensysteme größerer oder großer Reichweitenautonomie. Die „V1“, die wegen ihrer Geschwindigkeit im Unterschallbereich als erster Marschflugkörper der Geschichte gilt, war nach dem Start nicht steuerbar, wiewohl durch bestimmte, fest vorgegebene Parameter (selbst-) gesteuert.
Die V2 war eine bis zu Mach4 schnelle, stratosphärische Rakete mit Flüssigkeitstriebwerk mit Brennstufen; auch sie war nach dem Start nicht mehr steuerbar, aber gleichfalls durch bestimmte, wenn man so will eingebaute, technische Parameter gesteuert. Die Treffgenauigkeit beider Waffen war nach heutigen Begriffen bescheiden; wenn die Dinge günstig lagen, erreichte die V2 ein Zielfeld von 500 mal 500 Meter, die V1 lag noch darunter. Es waren also keine Punktziel- oder Präzisionswaffen, allerdings wegen der relativ geringen Nutzlast für sich besehen auch keine Flächenvernichtungswaffen – dieser Effekt konnte nur im Masseneinsatz erreicht werden, was technisch allein bei der Fi-104 („V1“) umsetzbar und beabsichtigt war. „V1“ war dggü. gegen massiv verbunkerte Ziele gleich den meisten Drohnen heute auch wirkungslos, wohingegen das Aggregat 4 (A-4 oder „V2“) durch seine enorme, kinetische Energie fast jedes verbunkerte Ziel ihrer Zeit zu vernichten in der Lage war – wenn die Rakete dieses denn zufällig traf. Schwierig ist heute die Abgrenzung (autonome) Drohne – Marschflugkörper, zumal wenn es sich um große und verhältnismäßig schnelle, autonom operierende Drohnen mit Verdichter- oder sog.RAM-Triebwerken handelt. Wohingegen (ballistische) Raketen nach Antriebsart, Geschwindigkeit und Flugumgebung eine ganz andere und von Drohne klar abgrenzbare Waffengattung sind.