Der Rückzug vom Abzug: USA setzen angekündigten Truppenabzug aus Deutschland aus

von Thomas Röper (anti-spiegel)

Es kann niemanden überraschen, dass Trumps Initiative, die US-Truppenpräsenz in Deutschland zu reduzieren, von der Biden-Regierung umgehend ausgesetzt wurde.

Was Politik und Medien in Deutschland letztes Jahr in Wallung gebracht hat, war von vorne herein eine Luftnummer, denn die USA werden die Truppen in einer ihrer wichtigsten Kolonien niemals freiwillig reduzieren. Warum ich Deutschland als “Kolonie der USA” bezeichne, was manch einer provokant finden mag, habe ich öfters ausgeführt. Um hier nicht alles zu wiederholen, verweise ich zum Beispiel auf diesen und diesen Artikel.

Die US-Basen in Deutschland sind viel zu wichtig für die USA, als das sie ihre Truppen abziehen könnten. Gleiches gilt auch für Japan, das einzige Land, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg noch mehr US-Besatzungstruppen geblieben sind, als in Deutschland. Man spricht zwar heute nicht mehr von “Besatzungstruppen”, aber da die US-Soldaten und Stützpunkte nicht den Gesetzgebungen der “Gastgeber” unterliegen, halte ich das Wort für angemessen. Umgekehrt gelten für deutsche Soldaten, die zur Ausbildung in die USA gehen, die amerikanischen Gesetze, was das Machtgefälle zwischen Kolonie und Kolonialmacht deutlich macht.

Schon die Ankündigung von Trump, einen Teil der US-Truppen aus Deutschland abzuziehen, hat 2019 in Politik und Medien für Schnappatmung gesorgt, dabei war absehbar, dass das nie umgesetzt wird, wie ich damals schon geschrieben habe. Und so ist es nun auch gekommen. Die russische Nachrichtenagentur hat gemeldet, dass der Truppenabzug “eingefroren” worden ist. Ich übersetze hier die Meldung der TASS.

Beginn der Übersetzung:

USA setzen Entscheidung zum Abzug eines großen Teils der Truppen aus Deutschland aus

Verteidigungsminister Lloyd Austin sei “im Prozess der Durchführung einer sehr gründlichen Überprüfung” der Entscheidung der vorherigen Regierung, sagte der Leiter des Europäischen Kommandos der US-Armee, Tod Walters.

WASHINGTON, 3. Februar. /TASS/. Die neue US-Regierung hat die Entscheidung des vergangenen Jahres, einen erheblichen Teil der US-Truppen aus Deutschland abzuziehen, ausgesetzt. Das gab der Leiter des Europäischen Kommandos der US-Streitkräfte, Tod Walters, am Mittwoch bei einem Telefon-Briefing für Journalisten bekannt.

Ihm zufolge wurde der “vorläufig geplante” Abzug der amerikanischen Truppen aus Deutschland, “der im Rahmen früherer Initiativen durchgeführt wurde, eingefroren.” Wie Walters betonte, ist US-Verteidigungsminister Lloyd Austin dabei, “eine sehr gründliche Überprüfung” der Entscheidung der vorherigen Regierung durchzuführen.

Ende der Übersetzung

Da dürfen wir ja dreimal raten, wie diese Prüfung wohl ausgehen wird.

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Der Rückzug vom Abzug: USA setzen angekündigten Truppenabzug aus Deutschland aus
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2 Kommentare

  1. Es ist sicherlich von Vorteil, die US Truppen im Lande zu haben, nachdem die Regierung, planmäßig, gescheitert ist. So kann man gewährleistenm, dass keine ungewollten Bewegungen zu Kräften kommen. Schließlich bedarf es der adäquaten Führung, will man die Völker in den Zentralismus treiben.

    Das dürfte noch hoch spannend und aufreibend werden in den kommenden Monaten.

    Ich beschäftige mich derweil weiter mit den Schriften des Theodor Fritsch…das verhilft tatsächlich zum besseren Verständnis der wahren Machtstrukturen und deren Verflechtungen. Leider kommt man dann aber nicht umher, zu attestieren, dass die Schlinge um die Welt schon weit vor unsere aller Zeit annähernd vollständig geschlossen war.

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