
von Jochen Mitschka (tkp)
Nach dem 12-Tage-Krieg gegen den Iran scheint sich der nächste Angriffskrieg gegen das Land zusammen zu brauen. Viele Indizien sprechen dafür, dass die nächste Runde schon bald beginnt. Anders als Nordkorea hat der Iran bisher aus religiösen Gründen auf den Bau einer Kernwaffe verzichtet. Ob ihm das nun zum Verhängnis wird?
Präsident Trump „warnte“ via Social Media, dass die USA eingreifen würden, wenn Iran friedliche Demonstranten tötet. Iran konterte mit Drohungen gegen US-Truppen im Nahen Osten. Was für Trump natürlich nur ein vorgeschobener Grund ist, denn die Gewalt geht, wie aus dem Iran berichtet wird (dem aber niemand im Westen glaubt) von Provokateuren aus, während legitimer, gewaltfreier Protest von den Sicherheitskräften geschützt wird.
US-Scharfmacher trommeln für Krieg
Republikanische Senatoren wie Lindsey Graham signalisieren, dass Trump weitere Militärschläge autorisieren würde, falls der Iran seine Atom- oder Raketenprogramme vorantreibt. Vor 35 Jahren hieß es, man müsse den Iran bombardieren, weil er vier Wochen vor der Atombombe stünde, heute ist es das Raketenprogramm, mit dem der Iran auch Satelliten ins All befördert, was zerstört werden soll. Graham spricht von „Change“ und Regimewechsel im Iran – Pläne, die immer wieder seit der Revolution von 1979 zu Angriffen durch die USA gegen das Land führen. Venezuela wird als „Vorbild“ genannt. Wobei abzuwarten ist, wie sich die Lage um Venezuela entwickelt.
US-Militär sortiert sich
Das US-Militär positioniert sich für den Einsatz im Iran, ähnlich wie zur Zeit vor dem 12-Tage-Krieg gegen das Land. Es gibt Berichte über die Verlegung von US-Truppen in der Region, die als Ziele für iranische Vergeltung gelten könnten. Und die USA planen multinationale Kräfte im Nahen Osten für 2026 zusammen zu ziehen. Eine neue „Koalition der Willigen“.
Der Iran bereitet sich vor
Derweil führt der Iran Luftverteidigungsübungen durch. Aufgrund der Drohungen der USA und aus Israel testet der Iran seine Abwehrsysteme gegen Luftangriffe, Drohnen und Raketen. Teheran warnt außerdem vor Präventivschlägen, sollte es eine akute Bedrohung erkennen, was eine neue Dimension des Konfliktes darstellt. Die Region entwickelt sich durch die ständigen Provokationen und Drohungen der USA und Israels zu einem immer gefährlicheren Pulverfass.
Durch Proteste im Land und aufgrund von wirtschaftlichen Problemen und US-Drohungen kompliziert sich die politische Situation im Iran. Während die Gegner des Landes versuchen, die Demonstrationen für ihre Zwecke umzudefinieren, ähnlich wie es seinerzeit in der Ukraine 2014 gelang, schreiben westliche Medien von der Möglichkeit eines Bürgerkrieges. Allerdings könnte ein solcher das Gegenteil des im Westen gewünschten Resultates erzeugen, nämlich eine Machtübernahme der radikalen Kräfte, welche die Waffen besitzen. In dem Fall hätte das Land sehr schnell eine Kernwaffe, und die bisher gezeigte Zurückhaltung in der Beantwortung von Angriffen durch USA oder Israel wäre sicher nicht mehr vorhanden.
Zurück zur Revolution
Sollte es zu einem erneuten Krieg kommen und wieder zu größeren Opfern unter der Zivilbevölkerung, könnte ein weiterer Rechtsruck im Iran erfolgen hin zu Kräften, welche sich für radikalere Politik gegen die Angreifer einsetzen. Dazu gibt es nicht nur Stimmen aus der Mitte der Bevölkerung, wie zuletzt durch Dr. Hossein Pur Khassalian ausgedrückt.
Der westlich orientierte, aber iranische Analyst @Saman15216939 warnt vor Reformisten, die aus Bewegungen wie den Mujahedin oder der linken Tudeh-Partei entstanden sind. Er „befürchtet“, sie könnten einen Regime-Change im Sinne der USA blockieren und stattdessen die Macht übernehmen. Eine ähnliche Sicht vertritt @Craneosaurskya und beschreibt die Angst vor einer „Oligarchie der Sepah“ (radikale Sicherheitskräfte), die nach einem Schock (z. B. Tod Khameneis) die Macht übernehmen könnten und den Wandel zu einer radikaleren Form der Revolution führen könnten. Hassan Dai hebt die Gefahr eines „rechtsradikalen“ Flügels der Opposition hervor, der „faschistisch“ sei und evt. von ausländischen Kräften unterstützt werden könnte. Was also der gegensätzliche politische Pol wäre, aber auch nicht unbedingt im Sinne der USA.
Aber die Mehrheit der Analysten, gerade wenn sie westliche orientiert sind, wenn sie Verbindungen in den Iran haben, befürchten eher eine Radikalisierung und einen Putsch von Hardlinern als einen Regime-Change im westlichen Sinne.
Ein Post von @Delvan_Alireza1 zum Beispiel drückt Sorge aus, dass nach Khameneis Tod radikale Kräfte (z. B. durch schnelle Radikalisierung von Protesten) einen Putsch initiieren und zu Unterdrückung oder Bürgerkrieg führen könnten, anstatt zu westlichem Wandel. In die gleiche Richtung geht die Meinung im Post von @Hermannum1996, der allgemein die Risiken in Ländern wie Iran diskutiert, wo radikale religiöse oder Stammesgruppen bei Instabilität (z. B. Putsch) die Macht ergreifen könnten. Ein X.COM-Nutzer aus Afghanistan mit iranischem Hintergrund warnt vor Politikern im Iran, die den Iran radikalisieren könnten. Ein anderer Nutzer warnt sogar vor einer Entwicklung, die eine Mafiastruktur GEGEN westlichen Einfluss erzeugen könnte.
Warum diese Befürchtungen?
Der „Liberalismus“ westlicher Art, der den Iran nicht nur wirtschaftlich seit Jahrzehnten bekämpft, sondern im 12-Tage-Krieg auch 1400 Menschen tötete, die Mehrheit davon Zivilisten, führt zu einer zunehmenden Ablehnung und sogar Hass gegen die Feinde des Iran. Das ist der Boden, auf dem Revolutionen gedeihen. Diese Bewegung sieht die derzeitige Führung als Verräter an der Revolution von 1979 und, was es gefährlich macht, sie haben die Macht über die Waffen. Denn sie sind diejenigen, welche in jedem Krieg des Iran an vorderster Front stehen und ihr Leben einsetzen. Weshalb sie auch bei den so genannten „Gemäßigten“ Achtung finden, selbst wenn sie politisch gegensätzliche Ansichten haben.
Iran ist in existenzieller Gefahr
Für die Feinde des Landes ist es möglicherweise sogar vorteilhaft, wenn radikalere Kräfte an die Macht kommen, denn Israel wartet nur darauf, einen Grund zu haben, um auch Kernwaffen gegen das Land einzusetzen. Es wäre die letzte Überschreitung des Völkerrechts, das Israel begehen würde, aber da niemand das Land von den vorherigen abgehalten hat, sehen die extremistischen Politiker Israels keinen Grund, davor zurück zu schrecken.
In seiner Rede vor der UN-Generalversammlung am 22. September 2023 sagte Netanyahu: „Vor allem muss der Iran einer glaubwürdigen nuklearen Bedrohung gegenüberstehen„. Sein Büro erklärte später, dass er „militärische Bedrohung“ meinte, was auch im offiziellen UN-Text so korrigiert wurde. Der Iran interpretierte die Äußerung aber wie sie gemacht worden war, als explizite Drohung mit Kernwaffen. Der iranische UN-Botschafter Amir Saeid Iravani nannte es eine „alarmierende und ernsthafte Bedrohung durch den Premierminister des israelischen Regimes, Kernwaffen gegen den Iran einzusetzen“ und forderte eine internationale Reaktion.
Innerhalb des Irans hat dies zu einer heftigen Diskussion darüber geführt, die im wesentlichen die Entscheigung der religiösen Führung kritisierte, weiter auf die Entwicklung von Kernwaffen zu verzichten.
Der ehemalige CIA-Beamte John Kiriakou behauptete in einem Interview, dass israelische Vertreter (nicht namentlich genannt, aber auf hoher Ebene) Präsident Trump gedrängt hätten, Irans Nuklearanlagen zu bombardieren, mit der Drohung: „Wenn ihr den Iran nicht bombt, um diese tiefen Bunker zu zerstören, werden wir Kernwaffen einsetzen„. Dies soll Teil eines langjährigen Drucks auf US-Präsidenten gewesen sein, um Iran anzugreifen. Es handelt sich um eine indirekte Drohung, die nicht öffentlich von einem israelischen Politiker bestätigt wurde, aber als Druckmittel interpretiert wird. Das war in Zusammenhang mit dem 12-Tage-Krieg, in dem Trump schließlich die Atomanlagen bombardierte. Es ist plausibel, weil Israel schon einmal die USA durch die Bewaffnung von Bombern mit scharfen Kernwaffen zu massiven Militärhilfen in einem Krieg gegen Ägypten erpresst hat.
Moshe Sneh (ehemaliger Verteidigungsminister, frühe 1990er Jahre) warnte, dass Israel „nicht mit einer Atombombe in iranischen Händen leben kann“ und dass, falls der Westen nichts tut, Israel allein handeln müsse – „mit allen Mitteln“ (offensichtlich einschließlich nuklearer, wie impliziert). Dies wird als frühe indirekte Drohung gesehen, da „alle Mittel“ in israelischem Kontext die nukleare Option umfasst.
Yisrael Katz (Verteidigungsminister im Juni 2025) drohte: „Wenn Khamenei weiter Raketen auf Israel abfeuert, wird Teheran brennen“ („Tehran will burn“). Dies wird als indirekte Drohung interpretiert, die auf massive Zerstörung hinweist, potenziell inklusive nuklearer Mittel, im Kontext des 12-tägigen Kriegs 2025. Ein „zu Asche machen“ ist schwerlich anders zu interpretieren.
Avigdor Liebermann, ehemaliger Verteidigungsminister, forderte einen sofortigen Luftschlag auf Irans Nuklearanlagen und warnte vor „schweren Strafen“ für Iran. Dies wird als implizite Drohung gesehen, da Lieberman in der Vergangenheit aggressive Optionen, inklusive „alle Mittel„, befürwortet hat.
Eli Cohen (Energieminister im Juni 2025) drohte: „Für jedes Gebäude, das in Israel zusammenfällt, werden 100 Gebäude in Teheran fallen.“ Dies ist eine proportionale Eskalationsdrohung, die von Kritikern als Andeutung massiver Zerstörung (möglich nuklear) gesehen wird, ähnlich zu „Asche„-Rhetorik.
Und der Colt sitzt Israel immer lockerer, als selbst die Drohung, den Völkermord von Amichai Eliyahu im Jahr 2023, Gaza durch einen Nuklearschlag zu „erledigen“, ohne Folgen blieb.
Und schließlich die Samon-Option
Es gibt eine heftige Diskussionen innerhalb Israels, die inoffizielle Doktrin anzuwenden, bei der im Falle einer strategischen Niederlage Israels wichtige Städte (inklusive Teheran) nuklear angegriffen werden könnten. Dies wird als ultimative Drohung gegen den Iran gesehen, wenn konventionelle Mittel scheitern. „Wenn Israel untergeht, nehmen wir andere mit„.
Nachdem Israel nicht nur einen Völkermord in Gaza unbehelligt durchführen darf und 7 Länder innerhalb weniger Wochen bombardieren kann, ohne ernsthafte Sanktionen gegen das Land, wird die Neigung dort immer größer, auch den Iran nun endgültig „auszuschalten“. Die Lunte brennt, und westliches Führungspersonal schaut in die andere Richtung oder erklärt, dass Israel sich nur verteidigt.
Abschließend muss festgestellt werden, dass Analysten, welche „einen Deal“ zwischen Putin und Trump vermuteten, unter Druck geraten, weil der Iran sicherlich der russischen Einflusssphäre zuzurechnen ist.
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Der Krieg gegen den Iran vonseiten der USA und Israel ist so sicher wie das Amen in der Kirche; denn Netanjahu und Trump haben es bei ihrem Treffen unlängst verabredet, auch weil es Trump anschließend sagte und prinzipiell die Klappe nicht halten kann.
Das Problem ist, daß der Iran schon einen ewigen Haß auf die USA hat, siehe die CIA-Intervention gegen Mossadegh, und der Meinung ist, daß Israel eine vom anglo-zionistischen Westen willkürlich im Nahen Osten eingepflanzte Nation sei, die dort nichts zu suchen hat.
Jetzt hat aber der anglo-zionistische Westen Israel mit Atomwaffen versehen, ein besonderes Privilegium, weil alle anderen Nartionen gezwungen wurden, den Atomwaffensperrvertrag zu unterzeichnen, weswegen der Iran mit Israel gleichziehen will und sich Nukleartechnik nicht verbieten lassen will. Israel im Gegenzug tötet daraufhin iranische Nuklearwissenschaftler, was dazu führt, daaß der Iran erst recht mit seinen Studien weitermacht.
Der Krieg gegen den Iran durch Netanjahu und Trump hat begonnen mit einer weiteren Strangulation und der Behinderung des Verkaufs iranischen Öls. Die Auseinandersetzungen müssen auch bis zu den Midterms erfolgen, weil dann Trump wieder ein lame duck, lahme Ente, sein wird.
Da der Krieg unvermeidbar ist, wird der Iran wohl mit einem Raketenangriff auf Israel beginnen und alles auf eine Karte setzen, denn je länger er wartet, umso besser können sich seine Gegner vorbereiten. Man wird dann sehen können, welche Joker nach Art der Pagerattacke im Libanon der anglo-zionistische Westen noch in der Westentasche hat.
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Interessant, daß viele Leute dem neuen Jahr mit vielen Problemen entgegensehen.
So sieht Stefan Magnet von AUF1 2026 den großen Knall kommen, d. h. der Dritte Weltkrieg.
https://www.auf1.tv/stefan-magnet-auf1/2026-auf-dem-weg-zum-grossen-knall
Die vereinten Kräfte des anglo-zionistischen Westens versuchen natürlich Stefan Magnet als Verschwörungtheortiker zu diffamieren.
https://de.wikipedia.org/wiki/AUF1
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/auf1-oesterreichischer-rechtsalternativer-sender-101.html
„Desinformationen ohne Lizenz? [Anm.: Statt mit Lizenz, wie der deutsche Rundfunk?]
Stand: 28.04.2023 10:11 Uhr
Der österreichische Sender AUF1 verbreitet Falschmeldungen und Verschwörungsmythen – und erreicht dabei auch in Deutschland viele Menschen. Die österreichische Medienbehörde hat nun ein Verfahren gegen AUF1 eingeleitet.“
Magnet weist auf Minute 20.50 darauf hin, daß bei Maischbergers Show Gabriel im Beisein Laschets sagt, daß die EU und Nato geschaffen wurden, um Deutschland weiterhin klein zu halten, und Laschet dabei zustimmend grinst, wenn dies jedoch ein normaler Bürger ausspricht, er beim Verfassungsschutz eine Beobachtung auslösen würde.
Magnet meint zum Schluß, daß die EU zur Verteidigung ihrer Herrschaft zur Ablenkung in einen Krieg „flüchten“ muß.
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An der Edelmetallfront bringt John Ag erstaunlich viele, gut begründete Untergangsszenarien für den US-Dollar, sei es der Zusammenbruch von J.P. Morgan oder den Abzug der Japaner von US-Geldern, weil sie von einem starken Wertverlust des Dollars ausgehen. Erstaunlich ist, wieviel gut durchdachte Videos er an einem Tag produziert. Vielleicht stammen sie von einer ganzen Gruppe? Ein wirklich fleißiger Chinese, der sogar einen deutschen Großvater hatte, der sein ganzes Geld 1923 verloren hat. Wie übrigens meiner auch, weswegen ich mich für diese Entwicklung auch interessiere.
John Ag, The Boring Currency (John Ag, die langweilige Währung [Anm.: Soll das Silber sein???])
https://www.youtube.com/@theboringcurrency