Der Krieg gegen Drogen: Bald ein Ende?

Gastbeitrag von Legalize

Kofi Annan, der Generalsekretär der Vereinten Nationen, hat sich in einem gewagten Schritt politisch positioniert: Er möchte, dass der Krieg gegen die Drogen, der vor allem von den US-Amerikanern geführt wird, eingestellt wird. Mit dem Argument, dass das strafgesetzliche Verfolgen von Drogenkonsum und -handel mehr schadet als nützt, stellt er sich damit gegen die breite Masse. In einem Essay beschreibt er, wie sich die Kriminalität auf den illegalen Status der Drogen stützt. Egal, ob es um die Beschaffung von Sensi Seeds geht, oder um den Konsum von harten Drogen wie Heroin: der Schwarzmarkt kann gedeihen und blühen, und immer mehr Konsumenten leiden unter den Konsequenzen der Sucht.

Annan ist der Meinung, dass man sich für die politische Auseinandersetzung weniger auf ideologische Ansichten als auf wissenschaftlichen Fakten stützen sollten. Sogar bei verhältnismäßig weichen Drogen wie Cannabis würden Menschen, die sich des Konsums schuldig gemacht haben, auf Lebzeiten zu Verbrechern stigmatisiert. So ließe sich aber der Drogenkonsum nicht einschränken.

Jedes Jahr würden Millionen von Dollar ausgegeben, um Leute zu verhaften und zu verfolgen, statt auf Prävention und Hilfe zu setzen. Dadurch, dass der legale, betreute und institutionalisierte Umgang mit den Drogen fehle, könne überhaupt erst Kriminalität entsteht. Bedeutet im Klartext: würde der Staat Cannabis und Co wie Alkohol und Zigaretten behandeln, könnte er vielmehr Kontrolle ausüben und so den gewalttätigen Kartellen den finanziellen Nährboden entziehen. Effektiv hätte der Krieg gegen die Drogen den Drogenkonsum nicht eingedämmt, sondern tatsächlich sogar noch gefördert.

Kofi Annan kritisiert aber nicht nur in seinem leidenschaftlichen Pamphlet, er weiß vermeintlich auch, mit welchen vier Schritten man die Welt in Bezug auf den Drogenmissbrauch verbessern könne. Dafür muss zuerst der persönliche Drogenkonsum entkriminalisiert werden. Sodann müssen Politiker und die Gesellschaft insgesamt einsehen, dass es keine Welt ohne Drogen geben wird. Im dritten Schritt sollte sich die Regierung um Regulierung und Aufklärung kümmern, statt zu versuchen, Drogen mit vehementen Mitteln zu unterdrücken. Und viertens, zuletzt, sei es ungemein wichtig, die Abgabe und Qualität der Drogen selbst zu regulieren und zu kontrollieren, um genau zu wissen, was im Umlauf ist und wie man die Süchtigen betreuen kann.

Der Essay gegen den Krieg gegen die Drogen schlägt vor allem deshalb ein, weil er von so einer starken Persönlichkeit kommt. Obwohl schon seit Jahren klar ist, jedenfalls rein statistisch, dass dieser Umgang mit Drogen schädlich ist, und sich Menschen wie Kofi Annan dafür einsetzen, ihn endlich zu Ende zu bringen, braucht es immer wieder diese Weckrufe der Legalisierung, die dem Problem mit der Drogenbekämpfung Kontext geben. Die Drogenpolitik, so ruft Annan auf, muss flexibilisiert werden – ansonsten würde es für immer so weitergehen.

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