Denken wie im Kalten Krieg: Trident Juncture – so sieht Nato einen Angriff auf Europa

Wsgljad (sputniknews)

Die Nato übt einen „Befreiungskrieg“ hoch im Norden Europas. In der Nacht auf den 25. Oktober hat das Manöver „Trident Juncture“ begonnen. Es ist so groß wie kein anderes bisher gewesenes Manöver des nordatlantischen Militärbündnisses. Dass die Gefechtsübung gegen Russland gerichtet ist, wird offiziell nicht gesagt. Aber…

Für die Nato geht es bei der Übung in Norwegen um die Substanz: Sind die Truppen der Allianz überhaupt noch fähig, einen konventionellen Krieg erfolgreich zu führen, zumal in der eisigen Umgebung des Nordens?

Gemäß dem Übungskonzept werden Norwegens Nord- und Mittelregionen von einer bösen Macht – der „Gruppe Nord“ – besetzt. Ist Russland der Bösewicht? So wird das natürlich nicht gesagt. Nur von einer „aggressiven Regionalmacht“ ist die Rede. Und schon Präsident Obama bezeichnete Russland einst als eine solche.

Jedenfalls: Der fiktive Aggressor besetzt Teile Norwegens und nimmt, nachdem er seine Stellung gefestigt hat, Kurs auf die Hauptstadt Oslo. An dieser Stelle greift der „Befreier“ ein: die „Gruppe Süd“ – die Nato-Truppen.Sie halten den fiktiven Eindringling auf und beginnen eine Gegenoffensive zur Befreiung des Landes. Das oberste Ziel der „Befreier“ ist die „Wiederherstellung der Souveränität Norwegens“.

Erstaunlich auffällig ist, dass der Ablauf der Übung bis ins Detail jenen Strategien eines konventionellen Krieges in Europa folgt, die noch in den späten Achtzigern entwickelt wurden. Damals gingen die Strategen von einer Landeoperation sowjetischer Truppen in Nordnorwegen aus.

Dadurch sollte die norwegische Flugabwehr ausgeschaltet und eine strategische Basis für die sowjetische Bomberflotte geschaffen werden. Von dieser Plattform aus würden die russischen Langstreckenbomber den gesamten Nord- und Mittelatlantik kontrollieren und könnten die Seekonvois aus den USA und Kanada in Richtung Europas abblocken.

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Im weiteren Schritt, so die Überlegungen aus dem Kalten Krieg, würden die Sowjettruppen Island besetzen – nicht den ganzen Inselstaat, sondern nur die Hafenstadt Keflavik samt dem Luftwaffenstützpunkt.

Damit würden die Nato-Pläne zur Verlegung von Gerät und Personal aus Nordamerika nach Europa durchkreuzt, wonach Russland eine Bodenoffensive zunächst gegen Deutschland starten würde. Eine Woche später würden die Russen gemäß dem damaligen Planspiel die französische Grenze erreichen.

Enden würde der sowjetische Vormarsch siegreich am Ärmelkanal und den Pyrenäen – so stand es zumindest in den Strategiepapieren der Achtzigerjahre.

Zurück zum diesjährigen „Trident Juncture“-Manöver. Den aggressiven Eindringling stellen bei der Übung in Norwegen – so seltsam es erscheinen mag – die Marineinfanteristen aus den USA. Die 24. Marine Expeditionary Unit geht vom großen Landeschiff „USS Iwo Jima“ im norwegischen Tröndelag an Land, begleitet vom Flugzeugträger „USS Harry Truman“.

Das ist übrigens das erste Mal seit 30 Jahren, dass ein Flugzeugträger der USA sich so nah an die russische Grenze in den arktischen Gewässern nähert. Selbst in den schwersten Zeiten des Kalten Krieges erlaubte es die US Navy sich nicht, Flugzeugträger hinter den Polarkreis zu schicken.

Die Seeleute der US-Marine sind unerfahren, was Einsätze hinter dem Polarkreis angeht. Es wird berichtet, die Marineinfanteristen werden bei der Übung in Norwegen erstmals einen neuen Kälteschutzkampfanzug, die „Nord-Uniform“, erproben. Bisher hat es ein solche Kampfmontur bei den US Marines einfach nicht gegeben.

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Westliche Experten überschlagen sich bereits in ihren Einschätzungen dessen, was daraus werden könne, wenn die US-Truppen sich nach jahrzehntelangen Kriegen im Nahen Osten und in Afghanistan in eine ganz andere Klimazone begeben.

Die amerikanische „Besatzerarmee“ beim TRJE 18 in Norwegen zählt rund 14.000 Mann. Alle Nato-Staaten plus Schweden und Finnland nehmen am Manöver teil. Das größte Kontingent stellt der Gastgeber Norwegen.

Die Verteidigung und der Gegenangriff vom Süden her ist die Aufgabe der Deutschen und Briten. Das Bundeswehr-Kontingent umfasst rund 10.000 Mann, insgesamt sind rund 50.000 Nato-Soldaten am „Trident Juncture“ beteiligt – mit 10.000 Fahrzeugen, 150 Flugzeugen und 65 Schiffen.

Geführt wird das Manöver von Admiral James Foggo, dem Kommandeur der 6. Flotte der US Navy. Er hat bereits erklärt, Norwegen sei ein „hervorragender Ort für derlei Manöver“.Das letzte „Trident Juncture“-Manöver fand 2015 an der Nato-Südflanke statt: in Italien, Spanien und Portugal. Trotz der erklärten 35.000 Teilenehmer war diese Übung jedoch hauptsächlich ein computersimuliertes Planspiel.

Analysten werden indes nicht müde, die Notwendigkeit zu betonen, die klassischen Fähigkeiten der Nato – die konventionellen Streitkräfte in Europa – wieder zu stärken. Operationsmöglichkeiten im Cyber- und Weltraum sind natürlich wichtig, doch letztlich kontrollieren Soldaten, Matrosen und Piloten das Land, die Gewässer und den Luftraum.

Also muss die herkömmliche Kampffähigkeit der Nato-Truppen auch in Manövern wiederhergestellt werden, was, nebenbei bemerkt, nicht günstig ist: Allein Deutschland gibt bis zu 90 Millionen Euro für die Teilnahme an „Trident Juncture“ aus.

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Nur kranke Gehirne denken sich so einen Mist aus. Hat etwa Russland irgendeinem NATO-Mitgliedsland den Krieg erklärt? Uns ist bis heute nichts bekannt. 90 Mio. Euro einfach so verbrennen! Leute, die leichtfertig Steuergelder verprassen, gehören vor Gericht.

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9 Kommentare

  1. "Nur kranke Gehirne denken sich so einen Mist aus. Hat etwa Russland irgendeinem NATO-Mitgliedsland den Krieg erklärt?"

    Nicht daß ich wüßte?!

    "90 Mio. Euro einfach so verbrennen! Leute, die leichtfertig Steuergelder verprassen, gehören vor Gericht."

    Von wegen leichtfertig!?

    Dieter, sie sind davon überzeugt, das Richtige zu tun! Ihr Denken, ihre Gesinnung läßt keinen anderen Schluß zu!

    So wie Böses nur Böses gebären kann, was soll anderes dabei heraus kommen?

    Daß eine vorgeschobene NATO aus Schwertern Pflugscharen macht?

    Vorher friert die Hölle ein!

     

     

  2. Der kriegstreibende und Bomben schmeißende Massenmörderklub NATO (Nord Atlantische Terror Organisation), der Handlanger der Plutokraten und deren Plünderungskonzerne muss ersatz- und alternativlos zerschlagen werden.

    Die oberen Hierarchien dieses Mördervereins müssen vor Gericht gestellt und abgeurteilt werden z. B. wegen Massenmords im ehemaligen Jugoslawien (mit Uranbomben) und für viele andere Verbrechen dieser Art!

  3. Es macht mich traurig, daß Norwegen sich dafür hergibt. Bislang hielt ich sie noch für die letzte vernünftige Bastion auf diesem Kontinent, da ich auch einige Zeit dort verbracht habe.
    Jeg elsker Norge!
    Andererseits, klar: Soldaten müßen trainieren. Je realistischer desto besser. Nur wozu??
    "Größtes NATO-Militärmeeting"…kann man sich nicht auch mal so lieb haben? Hier verklagen sie die Dieselfahrer und dort wird für weit mehr als 90Mio. sinnlos Benzin verbrannt. Wie passt denn das zusammen? Allein die Truppen-Verlegung aus all den Ländern hat Monate gedauert! Und nun gasen sie da rum? Dann kann es mit dem "Klimawandel" ja doch nicht so schlimm bestellt sein oder was. Ich verstehe die Leute/hier Soldaten nicht, die so einen Scheiß mitmachen. Krankschreiben lassen! Oder besser noch: Mal lieber den Reichstag stürmen…nur so zur Übung:)

  4. Zulu,

    alles was nördlich der westlichen Grenze zu Rußland liegt, ist bedroht!

    Das müßtet Du doch wissen!

    Und, was die erkannten Widersprüche angeht, muß das der gemeine Bürger verstehen?

    Wir leben zwar alle unter dem gleichen Himmel, hat mit dem Horizont aber nichts zu tun! 😉

  5. Libelle sagt:

    "NATO … der Handlanger der Plutokraten und deren Plünderungskonzerne muss ersatz- und alternativlos zerschlagen werden."

    Des hascht jetzt aber schee g´sagt! 🙂

    Liebe Grüße
    Jürgen

  6. Ja, weiß ich wohl Jürgen. Aber wie ich schon so oft sagte…ja…ähm…Entweder bist Du Knecht! Soldat! Angestellter! Sklave! Du bist am Ende nicht mehr fähig selbst zu denken, sondern der entbehrliche Bauer auf dem Schachbrett. Den kann man ruhig mal opfern. Dafür sind wir da auf diesem Spielfeld.
    Ein Leben…Was ist das heute schon noch wert? Höchstens eine schmale Kränkung der eigenen Bilanzen, evtl. Entscheiden tut jedenfalls der König/oder die Dame für Dich. Du hast auch mal gesagt: „Folge der Spur des Geldes“. Ja, so ist das. Das ist unser Sklavenhalter zum Anfassen.

  7. Zulu,

    zunächst ist mal nichts Schlimmes daran, "Knecht zu sein". Ein jeder hat seinen Platz auf der Welt, unabhängig davon, wer sie wie regiert. Es kommt darauf an, was wir daraus machen!?

    Das Problem allein ist doch, daß es nicht geschätzt wird?

    Der Koch, die Müllabfuhr, der Hausmeister, sie werden alle bezahlt; sie alle erhalten ihren "Lohn" für die getätigte Arbeit. Nur, darüber hinaus, wo bleibt die Wertschätzung?

    Nicht, daß "Knechte" scharf auf Boni wären … es geht um die Anerkennung als, ebenfalls wichtiges und wertvolles, Mitglied der Gesellschaft anerkannt zu werden!

    Klar, "Könige und Damen" entscheiden über unser Schicksal. Es sind aber die "Knechte und Mägde" die dies erst zulassen!

    Warum das so ist, ist ein anderes Thema, aber, es ist so!

  8. Moin Jürgen!

    Klare Zustimmung. Evtl. eine Idee für Deinen nächsten Artikel? Witzigerweise hab ich vorhin sogar davon geträumt. Also, von der Sache jetzt. Bsb: In meiner Firma. So viele (Fach-)Idioten sind es geworden, die machen alles kaputt, crashen teilweise wirklich teure Sachen. Sowas gab´s früher nicht! Die denken nicht mehr selbstständig, denen muß man alles sagen. Und was macht die "studierte" Führung? Checklisten einführen. Für Vollidioten. Wie bei den Ami´s. Wie man sich die Hände wäscht und hinterher richtig eincremt uns so´n Mist. Für Klippschüler halt.

    Darunter haben die paar zu leiden, die ihren Job wenigstens noch beherrschen! Darum hab ich mich auch krankschreiben lassen. Nicht mehr zum Aushalten da.
    Das Beste: Die Checklisten werden von Leiharbeitern aus Fremdfirmen erstellt, denen ICH bei der Ausarbeitung helfen soll. Ich soll mir also noch selbst ins Knie schießen? Geb doch nicht mein Wissen weiter. Mußte wieder hoch zum Betriebsleiter…da bin ich schon Stammgast:)

    Also wenn schon Führung, dann bitte richtig & professionell. Diesen Anspruch darf man jawohl noch haben.

    Es gibt sie überall, wie den Vogel hier, haha:
    https://www.youtube.com/watch?v=oA9v6yvMfhg Hier geht es um die Granate Hofreiter. Der ist Dr.rer.nat. und hat seine Doktorarbeit über die Inka-Lilienart "Bomaris" geschrieben. Das braucht doch keine Sau! Er aber brauchte den Doktortitel für seine politische Karriere. Der hat noch nie gearbeitet, wie viele andere auch nicht. Nur Schule, Lilien-Studium und ab nach Berlin.

    Pumuckel Petra Pau hat gar nichts gelernt. Die ist einfach so da.

    Andrea Nahles´ Magisterarbeit (20 Semester) abhandelt "Katastrophen in einem Liebesroman".
    Wie bitte? Den Doktortitel hat sie damit nicht erreicht. Selbsterkenntnis?

    usw., usw…Regie wie aus einem Loriot-Film, oder?!

    Und von so etwas werden wir regiert & geführt?? Ob auf Bundesebene, der Wirtschaft, im Straßenverkehr oder beim Arzt…die Zahl der Vollpfosten wächst und wächst. Oder kommt nur mir das so vor? Wenn ich den Fernseher anmachen würde, hätte ich vermutlich sofort Augenkrebs, Ganzkörper-Tourette und Schweißausbrüche. Aber zum Glück ist der ja eh kaputt:)

    Ich möchte mich nicht als überheblich darstellen! So ist das nicht gemeint. Ich respektiere selbstverständlich Autorität, wenn etwas dahinter steckt. Nur ist das leider eher selten der Fall…

    LG Zulu

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