Das Wunder der Irrationalität

Kaum nachzuvollziehen, was uns die journalistischen Weihnachtsmänner alles versprechen:

Die Nachfrage nach Konsumentenkrediten sei ein Indikator für das Vertrauen der Verbraucher.

Steigende Migrantenzahlen könnten den wirtschaftlichen Negativeffekt einer schrumpfenden deutschen Bevölkerung ausgleichen.

Die niedrigen Arbeitslosenzahlen wären keinesfalls das Ergebnis von Zeitarbeitern, Niedriglöhnern, Aufstockern und Menschen in Beschäftigungsmaßnahmen.

Migranten brächten den Deutschen mehr Gewinn als sie kosten.

Die Wirtschaft suche massenhaft Arbeitskräfte und hoffe regelrecht auf steigende Migrantenzahlen.

Der sinkende Ölpreis beweise den neuen Boom der Weltwirtschaft.

Der purzelnde Goldpreis bestätige, die Finanzkrise sei überwunden.

Auch diese Mär wird uns erzählt: Aktienkurse jenseits jeder normalen Rekordhöhe seien das beste Barometer für das Vertrauen in die Zukunft.

Je näher das Weihnachtsfest rückt, desto irrationaler wird die Flut solch wunderbarer Nachrichten, mit denen die immer deutlicher auftretenden apokalyptischen Dimensionen des bevorstehenden teuflischen Verbrechens zugekleistert werden. Doch solange Fressen, Saufen und Unterhaltung noch zuverlässig geliefert werden, geht der Glaube an den Weihnachtsmann nicht verloren.

Die Menschen nehmen den nackten Kaiser noch immer nicht wahr und preisen statt dessen die „wunderbaren kaiserlichen Kleider“. Irrationaler geht es nicht mehr, und wer darauf hinweist, wird als Spinner und Verschwörungstheoretiker verunglimpft.

Die Verdrängungskünstler glauben an das Wunder, der kurz bevorstehende Finanz-Tsunami könnte sich noch einmal zu einem Windchen verändern.

Die Einzelhändler träumen vom riesigen Weihnachtsgeschäft.

Die Migranten erwarten ewig währendes kostenloses „Mittagessen“.

Die Bertelsmann-Stiftung präsentiert demnächst noch bessere Argumente für noch höhere Migrantenzahlen.

Die Autofahrer werden bei sinkenen Spritpreisen auf größere Limousinen umsteigen.

Gold wird so billig werden, daß die meisten sich von ihren heimlichen Schätzen trennen.

Schließlich auch dies: Aktienkurse jenseits jeder normalen Rekordhöhe sind das Barometer für den Aufschwung.

Im Glitzerglanz des Weihnachtszaubers steigt die Erwartung in ungeahnte Höhen, und kaum jemand hört die Stimme, die ruft:

Auf Wunder ist kein Verlaß!

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