Das letzte westliche Imperium?

Vom Saker (theblogcat)

http://thesaker.is/the-last-western-empire/

„Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“ – das ist eine passende Metapher, wenn wir die meisten Kommentare betrachten, die die letzten 20 Jahre oder so beschreiben. Dieser Zeitraum ist aufgrund seiner Anzahl wahrhaft tektonischer Veränderungen beachtlich, die das internationale System durchgemacht hat. Es begann alles mit dem, was ich für die „Kristallnacht des Internationalen Rechts“ halte, als das Imperium 1995 unter direkter und vollständiger Verletzung der meisten fundamentalen Prinzipien des Internationalen Rechts die bosnischen Serben angriff. Dann war da der 11. September (9/11), der den Neokons das „Recht“ gab (so behaupten sie zumindest), jede Person, Gruppe oder Nation auf dem Planeten zu bedrohen, anzugreifen, zu bombardieren, jede Person zu töten, zu verwunden, zu kidnappen, zu ermorden, zu foltern, zu erpressen oder sonst wie zu misshandeln, nur weil „wir die unersetzliche Nation“ sind und „du entweder für uns oder für die Terroristen“ bist.

Während dieser Jahre haben wir auch erlebt, wie Europa zu einer drittklassigen US-Kolonie wurde, das unfähig wurde, selbst fundamentale europäische geopolitische Interessen zu verteidigen, während die USA eine drittklassige Kolonie Israels wurden, die genauso wenig in der Lage sind, fundamentale US-geopolitische Interessen zu verteidigen. Im Rückblick ist äußerst interessant, dass, während die USA und Europa unter dem Gewicht ihrer eigenen Fehler zusammenbrachen, Russland und China eindeutig im Aufwind waren; Russland vor allem aus militärischer Sicht und China vor allem wirtschaftlich. Am wichtigsten ist, dass Russland und China sich nach und nach darauf verständigten, eine Symbiose einzugehen, was meiner Ansicht nach sogar stärker und bedeutender ist, als wenn diese beiden Länder eine formale Allianz eingegangen wären: Allianzen können gebrochen werden (vor allem wenn eine westliche Nation beteiligt ist), aber eine symbiotische Beziehung dauert für gewöhnlich ewig (nun, schon klar, nichts dauert ewig, aber wenn man ein Leben in Jahrzehnten misst, dann ist es im Grunde das selbe wie „ewig“, zumindest aus geostrategisch analytischer Sicht). Die Chinesen haben zur Charakterisierung dieser Beziehung zu Russland einen offiziellen, speziellen und einzigartigen Ausdruck erfunden. Sie sprechen von einer „strategischen, umfassenden Kooperationspartnerschaft für das neue Zeitalter“.

Das ist der schlimmste Albtraum der AngloZionisten, und ihre etablierten Ziomedien versuchen alles, um die Tatsache zu verbergen, dass Russland und China in der Praxis strategische Verbündete sind. Sie tun auch alles, um das russische Volk davon zu überzeugen, dass China für Russland eine Bedrohung sei (mit Scheinargumenten, aber egal). Es wird nicht funktionieren. Zwar fürchten sich einige Russen vor China, aber der Kreml kennt die wahre Angelegenheit und wird die symbiotischen Beziehungen Russlands zu China weiter vertiefen. Nicht nur das, auch der Iran scheint nach und nach in diese Allianz aufgenommen zu werden. Die offiziellste Bestätigung dieser Tatsache ist die Äußerung von General Patrushev in Israel, nach seinem Treffen mit amerikanischen und israelischen Vertretern: „Der Iran war und wird immer unser Alliierter und Partner bleiben“.

http://www.unz.com/tsaker/debunking-the-rumors-about-russia-caving-in-to-israel/

Ich könnte noch weitere verschiedene Anzeichen für den Zusammenbruch des AngloZionistischen Imperiums aufführen, zusammen mit den Anzeichen dafür, dass vor unseren Augen eine neue, parallele, internationale Ordnung entsteht. Ich habe das in der Vergangenheit schon vielfach getan und werde es nicht alles wiederholen (Wer Interesse hat, kann hier nachlesen:

„Mr.MAGA und das Ende der westlichen Zivilisation“, Saker 15.03.2019

https://www.theblogcat.de/archiv/archiv-2019/m%C3%A4rz-2019/

„Wie der Osten den Westen retten kann“, Saker 30.03.2018

https://www.theblogcat.de/archiv/archiv-2018/m%C3%A4rz-2018/

Ich behaupte, dass die AngloZionisten ein Endstadium des Niedergangs erreicht haben, und die Frage nach dem „ob“ wurde durch ein „wann“ ersetzt. Aber noch interessanter wäre die Frage nach dem „was“: Was bedeutet der Zusammenbruch des AngloZionistischen Imperiums wirklich?

Ich sehe dieses Thema nicht wirklich diskutiert, und wenn, dann wird es in der Regel mit allen möglichen Versicherungen versehen, dass das Imperium nicht wirklich zusammenbricht, dass es zu mächtig sei, zu reich und zu groß um zu scheitern, und dass die gegenwärtige politische Krise in den USA und Europa nur zu einer Transformation des Imperiums führen wird, wenn die spezifischen Probleme, die sie plagen, erst einmal angegangen werden. Diese Art von wahnhaftem Unsinn geht völlig an der Realität vorbei. Und die Realität ist: Was vor unseren Augen geschieht, ist viel, viel dramatischer und grundlegender als das Lösen von ein paar Problemen hier und da und lustig so weiterzumachen wie bisher.





Einer der Faktoren, der uns in ein Gefühl der Selbstzufriedenheit lockt, ist, dass wir so viele andere Imperium in der Geschichte zusammenbrechen sahen, die ziemlich schnell durch andere (Imperien) ersetzt wurden, so dass wir uns gar nicht vorstellen können, was derzeit abgeht und was ein weitaus dramatischeres Phänomen ist: Der schrittweise Übergang einer gesamten Zivilisation in die Bedeutungslosigkeit!

Aber lasst und zunächst unsere Begriffe definieren: Bei all dem selbstbeweihräucherndem Unsinn, der in den Schulen im Westen gelehrt wird: Die westliche Zivilisation hat ihre Ursprünge nicht im antiken Rom und noch weniger im antiken Griechenland. Die Realität ist, dass die westliche Zivilisation im Mittelalter geboren wurde, genauer im 11. Jahrhundert, in dem es nicht zufällig zu folgenden Schritten des Papsttums kam:

1054: Rom trennt sich von der restlichen Christenheit ab: das sogenannte Morgenländische Schisma

https://de.wikipedia.org/wiki/Schisma_von_1054

1075: Rom beschließt das sogenannte Dictatus Papae

https://de.wikipedia.org/wiki/Dictatus_Papae

1095: Rom beginnt den Ersten Kreuzzug

https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Kreuzzug

Diese drei eng verwandten Ereignisse sind von absolut überragender Bedeutung für die Geschichte des Westens. Der erste nötige Schritt des Westens war es, sich vom Einfluss und der Autorität der restlichen christlichen Welt zu befreien. Als das Band zwischen Rom und der christlichen Welt getrennt war, da war es für Rom nur logisch zu beschließen, dass der Papst nun die extravagantesten Supermächte erhielt, die kein Bischof vor ihm auch nur zu denken wagte. Und diese neue Autonomie und der Wunsch nach absoluter Kontrolle über unseren Planeten resultierte in dem, was man den „ersten europäischen imperialistischen Krieg“ nennen könnte: Der Erste Kreuzzug.

Um es kurz und bündig auszudrücken: Die Franken des 11. Jahrhunderts waren die echten Stammväter des modernen „westlichen“ Europas, und das 11. Jahrhundert verzeichnet den ersten imperialistischen „Auslandskrieg“ (um diesen modernen Begriff zu verwenden). Der Name des Fränkischen Imperiums hat sich über die Jahrhunderte geändert, aber nicht in seiner Natur, seinem Wesen oder Zweck. Heute sind die wahren Erben der Franken die AngloZionisten (eine wirklich „superbe“ Diskussion über die Fränkische Rolle bei der Zerstörung der wahren, alten, christlich-römischen Zivilisation im Westen gibt es hier:

„Putin, der Papst, das Schisma, die Franken und die Römer“

https://thesaker.is/putin-the-pope-the-schism-franks-and-romans/

Im Verlauf der nächsten 900 Jahre oder mehr haben viele verschiedene Imperien das Fränkische Papsttum ersetzt und die meisten europäischen Länder hatten ihren „glorreichen Moment“ mit Überseekolonien und eine Art von Ideologie, die per Definition und grundsätzlich als die einzig gute (oder gar „die einzig Christliche“) verkündet wurde. Während der Rest des Planeten unter unzivilisierten und generell schrecklichen Bedingungen lebte, der nur durch jene erlöst werden konnte, die schon IMMER geglaubt haben, dass sie, ihre Religion, ihre Kultur oder ihre Nation eine messianische Rolle in der Geschichte hatten (nennt es „Manifest Destiny“ („Offensichtliche Bestimmung“), oder „White Man’s Burden“ („Die Bürde des Weißen Mannes“), oder „Kulturträger“, auf der Suche nach einem wohlverdienten „Lebensraum“): die Westeuropäer.

Es sieht so aus als hätten sich die meisten europäischen Nationen als Imperium und an imperialistischen Kriegen versucht. Sogar so moderne Mini-Staaten wie Holland, Portugal oder Österreich waren einst gefürchtete imperiale Mächte. Und jedes Mal wenn ein europäisches Imperium stürzte, kam stets ein anderes um seinen Platz einzunehmen.

Aber heute?

Was denkt ihr? Wer könnte ein so mächtiges Imperium erschaffen, um die Lücke durch den Zusammenbruch des AngloZionistischen Imperiums zu füllen?

Die übliche Antwort lautet: „China“. Und ich halte das für Blödsinn.

Imperien können nicht nur Handel betreiben. Handel allein ist einfach nicht genug, um ein existenzfähiges Imperium aufrecht zu halten. Imperien benötigen auch militärische Macht, und nicht irgendeine militärische Macht, sondern eine militärische Macht, die Widerstand zwecklos macht. Die Wahrheit ist, dass KEIN modernes Land auch nur annähernd die Kapazitäten besitzt, die USA in der Rolle des Welt-Hegemons abzulösen: Nicht einmal die Vereinigung des russischen und chinesischen Militärs könnte dieses Resultat erreichen, denn diese beiden Länder besitzen nicht:

1) ein weltweites Netz an Stützpunkten (die USA haben so etwas, je nach Zählweise zwischen 700 und 1.000)

2) eine große strategische Machtdurchsetzungs-Kapazität mittels Luftbrücken und Marine

3) ein Netzwerk sogenannter „Alliierter“ (in Wahrheit koloniale Marionetten), die bei Fuß stehen, wenn militärische Macht benötigt wird.

Aber noch bedeutender ist: China und Russland haben überhaupt nicht den Drang, wieder zu Imperien zu werden. Diese beiden Länder haben endlich die ewig gültige Wahrheit verstanden: Imperien sind wie Parasiten, die sich vom Körper des Wirtes ernähren. Ja, ALLE Imperien sind nicht nur IMMER und GRUNDSÄTZLICH böse, sondern man kann auch argumentieren, dass das erste Opfer des Imperialismus immer jene Länder sind, die „das Imperium bewirten“. Ja sicher, die Chinesen und die Russen wollen, dass ihre Länder wirklich frei, mächtig und souverän sind, und sie verstehen, dass dies nur mit einem Militär möglich ist, das einen Angriff abschrecken kann. Aber weder China noch Russland haben irgendein Interesse daran, Weltpolizist zu spielen oder anderen Ländern einen Regimewechsel aufzuzwingen. Sie wollen nur vor den USA sicher sein. Das ist alles.

Diese neue Realität ist vor allem im Nahen Osten sichtbar, wo Länder wie die Vereinigten Staaten, Israel oder Saudi Arabien (das ist die sogenannte „Achse der Freundlichkeit“) gegenwärtig nur in der Lage sind, ein Militär zu stationieren, das Zivilisten massakrieren oder die Infrastruktur des Landes zerstören kann. Aber sie können nicht effektiv gegen zwei große regionale Mächte mit einem modernen Militär vorgehen: den Iran und die Türkei.

Aber der erhellendste Lackmustest war der Versuch der USA, Venezuela in die Knie zu zwingen. Nach all den Gift und Galle-Drohungen aus Washington hat der ganze „Bolton-Plan (Pläne?)“ für Venezuela in einem wahrlich peinlichen Scheitern geendet: Wenn die alleinige „Hypermacht“ auf dem Planeten nicht einmal ein enorm geschwächtes Land in seinem Hinterhof überwältigen kann, ein Land, das eine große Krise durchlebt, dann sollte sich das US-Militär auf die Invasion kleiner Länder wie Monaco, Mikronesien oder vielleicht den Vatikan (vorausgesetzt, die Schweizer Garde schießt nicht auf die bewaffneten Vertreter der „unersetzlichen Nation“) beschränken. Tatsache ist, dass eine zunehmende Zahl mittelgroßer, „durchschnittlicher“ Länder langsam die Mittel erwirbt, sich einem US-Angriff zu widersetzen.

Wenn dem AngloZionistischen Imperium also die Stunde geschlagen hat, und kein Land die USA als imperialen Welt-Hegemon ersetzen kann, was bedeutet das?

Es bedeutet Folgendes: 1000 Jahre europäischer Imperialismus stehen vor seinem Ende!

Dieses Mal wird weder Spanien, Großbritannien noch Österreich den Platz der USA einnehmen und zu einem Welt-Hegemon werden. In Wahrheit besitzt kein einziges europäisches Land ein Militär, das auch nur annähernd in der Lage wäre, jene Art „kolonialer Befriedung“ durchzuführen, die nötig wäre, ihre Kolonien in einem passenden Zustand der Verzweiflung und des Terrors zu halten. Die Franzosen hatten ihr letztes Hurra in Algerien, die Briten auf den Falklands, die Spanier können nicht einmal Gibraltar zurückbekommen, und Holland hat keine Marine, die den Namen verdient. Und was die Länder Mitteleuropas betrifft: Sie sind zu beschäftigt damit, dem gegenwärtigen Imperium in den Arsch zu kriechen, um zu einem Imperium zu werden (nun, vielleicht mit Ausnahme von Polen natürlich, das von einem polnischen Imperium träumt, vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer; sollen sie träumen, sie haben davon seit Jahrhunderten geträumt und sie werden noch viele weitere Jahrhunderte davon träumen…).

Jetzt vergleicht die europäischen Militärs mit jenen bewaffneten Kräften, die man in Lateinamerika oder Asien findet. Bei den meisten Anglos gibt es diesen reflexhaften Gedanken einer Überlegenheit und sie können überhaupt nicht erkennen, dass mittelgroße und sogar kleiner Länder ein Militär aufstellen können, das gut genug ist, um eine direkte US-Invasion unmöglich zu machen, oder zumindest eine Besetzung in punkto Menschenleben und Geld so teuer zu machen, dass es nicht stattfindet.

(„USA gegen Iran – ein Krieg der Äpfel gegen Birnen“, Saker, 07.02.2017

https://www.theblogcat.de/archiv/archiv-2017/februar-2017/

Diese neue Realität macht auch die typischen US-Raketen- und Luftschläge ziemlich nutzlos: sie werden ein paar Gebäude und Brücken zerstören, sie werden örtliche TV-Stationen (nach der imperialen Terminologie „Propaganda-Sender“) in riesige Trümmerhaufen aus rauchendem Schutt und Toten verwandeln und sie werden viele unschuldige Menschen töten, aber das wird zu keinem Regimewechsel führen. Die verblüffende Tatsache ist: Wenn wir akzeptieren, dass Krieg die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln ist, dann müssen wir auch zugeben, dass gemäß dieser Definition das US-Militär völlig nutzlos ist, da es den USA nicht dabei helfen kann, irgendein sinnvolles politisches Ziel zu erreichen.





Die Wahrheit ist, dass nach militärischen und wirtschaftlichen Begriffen der „Westen“ bereits verloren hat. Die Tatsache, dass jene, die das verstehen, nicht reden, und dass jene, die darüber reden (und es natürlich leugnen), überhaupt nicht verstehen was geschieht – das macht keinen Unterschied.

Theoretisch könnte man sich vorstellen, dass in den USA (die anderen westlichen Länder sind völlig irrelevant) ein starker Führer an die Macht kommt, die Neokons zerschmettert (wie Putin es in Russland gemacht hat) und den brutalen und plötzlichen Zusammenbruch des Imperiums verhindert. Aber das wird nicht geschehen. Wenn die letzten Jahrzehnte etwas zweifelsfrei bewiesen haben, dann ist es, dass das imperiale System in keinster Weise in der Lage ist, sich selbst zu reformieren, trotz Leuten wie Ralph Nader, Dennis Kucinich, Ross Perot, Ron Paul, Mike Gravel oder gar Obama und Trump – sie alle haben bedeutsamen Wandel versprochen und wurden durch das System erfolgreich daran gehindert, etwas Bedeutendes zu erreichen. Somit ist das System immer noch zu 100% effektiv, zumindest in den USA: die Neokons brauchten weniger als 30 Tage, um Trump und seine Versprechen von einem Wandel zu vernichten, und jetzt hat man sogar Tulsi Gabbard dazu gebracht, sich vor der absolut obligatorischen politischen Strenggläubigkeit und den Mythen der Neokons zu verbeugen und einzuknicken.

(„Was Tulsi Gabbards Einknicken vor der Israel-Lobby wirklich zeigt“

http://thesaker.is/what-tulsi-gabbards-caving-in-to-the-israel-lobby-really-shows/

Nun, was wird wahrscheinlich als Nächstes passieren?

In einfachen Worten: Asien wird die westliche Welt ersetzen. Aber – und das ist enorm wichtig – dieses Mal wird kein Imperium kommen und den Platz der AngloZionisten einnehmen. Stattdessen wird eine lose und informelle Koalition zumeist asiatischer Länder ein alternatives ökonomisches und zivilisatorisches Modell vorschlagen, das für den Rest des Planeten sehr attraktiv sein wird. Was das Imperium anbelangt, so wird es sich sehr effektiv selbst auflösen und langsam in der Bedeutungslosigkeit versinken. Sowohl die US-Amerikaner als auch die Europäer werden sich, zum ersten Mal in ihrer Geschichte, wie zivilisierte Menschen benehmen müssen. Was bedeutet, dass ihr traditionelles „Entwicklungsmodell“ (den gesamten Planeten zu verwüsten und jeden bis aufs Unterhemd auszuplündern) durch ein Modell ersetzt wird, in dem diese US-Amerikaner und Europäer wie jeder andere arbeiten müssen, um Reichtum anzuhäufen. Diese Vorstellung ist für die gegenwärtig herrschenden imperialen Eliten absolut unvorstellbar, aber ich nehme an, dass es von der Mehrheit der Menschen begrüßt werden wird, vor allem wenn dieses (für sie) „neue“ Modell mehr Frieden und Wohlstand bringt als das vorherige Modell!

Ja, wenn die Neokons nicht den gesamten Planeten in einem nuklearen Holocaust in die Luft jagen, dann werden die USA und Europa überleben, aber nur nach einer schmerzhaften Übergangsphase, die ein Jahrzehnt oder länger dauern könnte. Einer der Faktoren, die den Übergang vom Imperium zu einem „normalen“ Land komplizieren, ist der fundamentale und immense Einfluss, den 1000 Jahre Imperialismus auf die Kultur des Westens hatten, vor allem auf die völlig größenwahnsinnigen Vereinigten Staaten (Professor John Marcianos Vorlesungsreihe „Empire as a way of life“ spricht dieses Thema hervorragend an – ich empfehle das sehr!)

https://thesaker.is/a-most-interesting-series-of-lectures-and-a-real-treat-for-all/

Eintausend Jahre Gehirnwäsche legt man nicht so einfach ab, vor allem auf der unterbewussten Ebene.

Zu guter Letzt: Die gegenwärtig ziemlich bösartige Reaktion auf den Multikulturalismus, der von den herrschenden westlichen Eliten auferlegt wurde, ist nicht weniger krank als dieser ätzende Multikulturalismus an sich. Ich beziehe mich auf die neu „entstandenen“ Theorien zum 2. Weltkrieg und wie das Dritte Reich als Inspiration entdeckt wird, nicht zuletzt mit dem Revival rassistischer/rassischer Theorien. Das ist besonders lächerlich (und beleidigend) wenn es von Leuten kommt, die sich als Christen ausgeben, aber an Stelle von Gebeten auf ihren Lippen nur 1488-artigen Unsinn verbreiten. Diese Leute repräsentieren genau jene Art von „Opposition“, mit der sich die Neokons so gerne abgeben und die sie am Ende immer (und ich meine wirklich IMMER) besiegen. Diese „geheuchelte“ Opposition (im Grunde nützliche Idioten) wird so lange stark bleiben wie sie finanziert wird (und das wird sie zur Zeit). Aber sobald dieser gegenwärtige Größenwahn („Wir sind die Weiße Rasse! Wir haben Athen und Rom erbaut! Wir sind Evropa!!!“) mit einer unvermeidlichen Gesichtsklatsche endet, werden die Leute wohl zur Vernunft zurückkehren und erkennen, dass für den momentanen Zustand des Westens kein äußerer Prügelknabe verantwortlich ist. Die traurige Wahrheit ist, dass sich der Westen das alles selbst zuzuschreiben hat (hauptsächlich aufgrund von Arroganz und Stolz!), und dass die gegenwärtige Welle aus Migranten nichts anderes ist als die Rückkehr von 1000 Jahren schlechten Karmas zu seinem Ursprung. Ich will nicht unterstellen, dass die Menschen im Westen alle individuell für das derzeitige Geschehen verantwortlich sind. Aber ich sage, dass die Leute im Westen jetzt mit den Folgen von 1000 Jahren ungezügeltem Imperialismus leben. Das wird hart, sehr hart, den Kurs zu ändern, aber da es die einzig gangbare Option ist, wird es so kommen, früher oder später.

Dennoch – es gibt Hoffnung. FALLS die Neokons nicht den Planeten in die Luft jagen und FALLS die Menschheit genug Zeit bekommt, ihre Geschichte zu studieren und versteht, an welcher Stelle sie den falschen Weg eingeschlagen hat, dann könnte es – vielleicht – Hoffnung geben.

Ich denke, wir können alle Trost darin finden, dass wir uns – so hässlich, so dumm und böse das AngloZionistische Imperium auch sein mag – zumindest auf einen Planeten ohne Imperium freuen dürfen, nur noch souveräne Länder.

Ich denke, das ist eine Zukunft, für die es sich zu kämpfen lohnt.

Der Saker

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